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Unterwegs auf der D-Route 3
960 Kilometer Deutschland in
Ost-West-Richung
Die
D-Route 3 setzt mit einem Pilotprojekt neue Standards für ein deutschlandweites
Netz von Radfernwegen mit hoher Qualität. Mit vorbildlicher Wegweisung,
Infrastruktur und Streckenqualität erreicht der neue Radfernweg über eine Länge
von 960 km Premiumstatus.
Unter
Federführung des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), gefördert von den
Bundesministerien für Verkehr und Wirtschaft und mit Beteiligung aller fünf
Bundesländer entlang der Strecke, wurde – auf Basis des Europaradweges R1 –
ein Pilotprojekt realisiert, dem elf weitere D-Routen in Deutschland folgen
sollen1.
Mit dem Pilotprojekt
D-Route 3 wird nun deutlich gemacht, dass länderübergreifende
Standardisierung, einheitliche Koordinierung und infrastrukturelle Qualitätsrichtlinien
die Attraktivität der radtouristischen Angebote in Deutschland noch deutlich
erhöhen. So kann der Tourenradler heute auf der D-Route 3 über 960 km
Streckenlänge von der niederländischen bis zur polnischen Grenze einen
einzigartigen Querschnitt deutscher Landschaften buchstäblich „er-fahren“.
Streckenlänge
960 Kilometer quer durch Deutschland,
von Vreden-Zwillbrock an der deutschniederländischen Grenze bis nach
Küstrin-Kietz an der deutsch-polnischen Grenze. Die Route entspricht dem
deutschen Teil des Europaradwanderweges R1 und stellt eine wichtige
West-Ost-Verbindung im Radnetz Deutschland dar.
Charakter
Es werden unterschiedliche Regionen und
Landschaftsformen durchfahren. Die D-Route 3 führt durch Flachland- und
Mittelgebirgsregionen, Flusslandschaften und zahlreiche Städte (u.a. Münster,
Potsdam und Berlin). Sieben UNESCO-Welterbestätten und ein UNESCOWeltnaturerbe
(Biosphärenreservat) liegen an der Strecke.
Wegequalität
Die Route verläuft meist sehr naturnah
auf separaten Wegen oder über asphaltierte Forst- und Waldwege und ist
einheitlich mit dem Logo der „D-Route 3“ beschildert. Die D-Route 3 wird im
Rahmen eines länderübergreifenden Pilotprojekts zu einem Premium-Radfernweg
ausgebaut.
In zahlreichen kleineren und größeren Städten entlang der
Strecke finden Radfahrer speziell auf sie zugeschnittene Serviceangebote.
Fahrradfreundliche Übernachtungs- und Gastronomieangebote stehen in
ausreichender Zahl zur Verfügung. Das Verzeichnis „Bett+Bike an der D-Route 3“
steht online unter www.radnetz-deutschland.de/d-routen/d-route 3 und kann bei
Bedarf heruntergeladen werden.
Mehr als 70 zweisprachige Info-Tafeln geben entlang der gesamten
Route Auskunft über Standort und weisen die Richtung zu nahegelegenen
Sehenswürdigkeiten und Touristeninformationen, Gastbetrieben, Werkstätten und
öffentlichem Verkehr.
Neu: Wer in aller Ruhe, mit
leichtem Gepäck und per pedes durch ein Dorf schlendern, zu einem Denkmal
spazieren oder ein Museum besuchen möchte, der kann in Zukunft mehr und mehr gesicherte
Fahrradabstellanlagen entlang der D-Route 3 nutzen (erste Inbetriebnahmen im
Frühjahr 2012, wird kontinuierlich ausgebaut).
Vernetzung
Die D-Route 3 quert viele andere
Radwege, so dass Fernverbindungen per Rad in weitere Regionen Deutschlands
möglich sind: 100-Schlösser-Route, Ems-Radweg, Weser-Radweg (D-Route 9),
Leine-Heide-Radweg, Saale-Radweg (D-Route 11), Elbe-Radweg (D-Route 7),
Mulde-Radweg, Radfernweg Berlin-Kopenhagen (D-Route 11), Berliner-Mauer-Weg
sowie Oder-Neiße-Radweg (D-Route 12). Außerdem gibt es entlang der Strecke ein
großes Angebot an regionalen Routen, die problemlos mit einer Tour auf der
D-Route 3 verknüpft werden können.
An-/Abreise
Bahnhöfe mit IC-Anbindung: Münster, Gütersloh,
Lutherstadt Wittenberg, Potsdam, Berlin. Annähernd parallel zur D-Route 3
verlaufen verschiedene Regionalstrecken der DB oder privater Bahnlinien, die an
allen Tagen regelmäßig bedient werden (siehe Bett+Bike-Verzeichnis an der
D-Route 3), so dass z.B. Streckenabschnitte mit Steigungen auch per Bahn überbrückt
werden können. Auskunft zu Reiseverbindungen mit Fahrradmitnahme unter
ReiseService Deutsche Bahn AG:Tel. 01805 996633 (14 ct/Min. aus dem Festnetz,
Tarif bei Mobilfunk max. 42 ct/Min.) mit dem Stichwort „Fahrrad“.
Informationen
Auf www.radnetz-deutschland.de
finden Radtouristen ständig neue Informationen, Tipps und Ideen für die
Planung und Realisierung einer Radreise im deutschlandweiten Radnetz – egal,
ob es sich bei den Lesern um „erfahrene Tourenfahrer“ oder „radelnde
Novizen“ handelt. So sind seit Herbst 2011 alle an Radwanderwegen liegende
Campingplätze (über 1.000) verortet und verlinkt, seit Januar 2012 sämtliche
Radler-freundlichen Bett+Bike-Betriebe in Deutschland (über 5.200) direkt in
der Karte dargestellt. Es werden Tipps zu Radreisen mit Kindern gegeben und wer
andere an seinen Radreise-Erlebnissen teilhaben lassen möchte, kann sogar seine
Berichte auf die Website stellen.
Öfter unterwegs informieren: Das Informations-Angebot entlang der
Strecke wird verdichtet: Nach den 68 bereits vor zwei Jahren
aufgestellten Infotafeln kommen nun weitere 42 hinzu. So können
sich die Radler pünktlich zum Start der Saison 2012 an noch mehr Stellen über
das jeweilige touristische Angebot und echte Sehenswürdigkeiten entlang der
D-Route 3 informieren.
Ebenfalls hilfreich dürfte der im Februar veröffentlichte D-Route 3-Flyer
sein, der mit einer Übersichtskarte, Informationen zu touristischen Highlights,
QR-Codes (für die mobile Recherche im Internet) nützliche Tipps für die
Routenplanung gibt.
Routenplanung
•
bikeline-Sonderdruck „D-Route 3“, 1:75.000, exklusiv erhältlich beim DTV
•
bikeline-Führer Europa-Radweg R1, 1:75.000, Esterbauer-Verlag
•
ADFC-Regionalkarten: Nr. 8 Havelland/Magdeburger Börde, Nr. 9
Brandenburg/Spreewald, Nr. 10 Münsterland, Nr. 11 Ostwestfalen/Sauerland, Nr.
12 Harz/Leinetal, 1:150.000, BVA Bielefelder Verlag
• www.euroroute-r1.de
• www.r1-radweginfo.de(Etappenkalkulator)
Die Landschaftsabschnitte
1.
Vom Münsterland zum Weserbergland
Münsterland:
Der Streckenverlauf von Vreden bis
Münster führt durch idyllische Moor- und Heidelandschaften sowie
flache, weitläufige abwechslungsreiche Parklandschaften. Highlight ist die
„Fahrradstadt“ Münster, in der innerorts mehr Kilometer mit dem Rad als mit
dem Auto zurückgelegt werden können. Im östlichen Münster-land führt die
Route größtenteils entlang der Ems (Verlauf = teilweise „Ems-Radweg“).
Kulturell sehr vielfältige und abwechslungsreiche Region. Abstecher zur
„100-Schlösser-Route“ möglich.
siehe auch Radtour Münsterland
Sehenswertes:
Zwillbrocker Venn: Natur- und Vogelschutzgebiet, Havixbeck mit Wasserschloss
Burg Hülshoff; Münster, die
„Fahrradstadt“ Deutschlands: historisches Rathaus mit Friedenssaal /
Prinzipalmarkt / St. Paulus-Dom mit Domkammer / Graphikmuseum Pablo Picasso /
Schloss, Schlosspark und Botanischer Garten
Wallfahrtsort
Telgte: barocke Gnadenkapelle / Altstadt / Fahrradmuseum
„Pferdestadt“
Warendorf:Nordrhein-Westfälisches Landgestüt / historische Altstadt
Teutoburger
Wald: Gesunde Natur, sanfte Hügel
und weite Wiesen sowie zahlreiche verschlungene Quellbäche prägen das Bild
dieser Region mit kulturgeschichtlichen Highlights. Moderate Steigungen.
siehe auch Wellness-Radroute
Sehenswertes: Hiddesen mit Hermannsdenkmal; Detmold: Schloss Detmold /
Westfälisches Freilichtmuseum (größtes Freilichtmuseum Deutschlands – ca.
100 Gebäude); Heiligenkirchen: Vogelpark; Berlebeck: Adlerwarte (Europas
artenreichste Greifvogelwarte); Holzhausen:
Externsteine (Natursehenswürdigkeit)
Weserbergland:
Sanft hügelige Mittelgebirgslandschaft
mit einigen leichten Steigungen. Oft verläuft die Route in flachen Tälern
kleinerer Flüsse oder auf einem Teil des Weser-Rad-Weges. Wunderschöne
Fachwerkbauten, historische Ortskerne, prunkvolle Weserrenaissance-Bauten.
Sehenswertes:
Marienmünster: Benediktiner-Abtei; „Kulturland“ Höxter: Klosterregion
mit 25 ehemaligen Stiften und intakten Klosteranlagen, u.a. Kloster Corvey;
Holzminden – Stadt der Düfte und Aromen: Naturpark Solling-Vogler; Bevern:
Weserrenaissance-Schloss; „Bierstadt“ Einbeck: historische Altstadt (400
z.T. reich verzierte Fachwerkbauten) / 600-jährige Bierbrautradition /
Blaudruckerei / Fahrradmuseum „Radhaus“; Bad Gandersheim:
Renaissance-Rathaus / Dom / Gandersheimer Domfestspiele von Juni - August; Brunshausen:
Benediktinerkloster siehe auch
Weserradweg
Radreisebericht
D-Route 3: Von
Horn-Bad Meinberg nach Einbeck

Der Harz: Goslar
und Quedlinburg (rechts). Erfahren Sie mehr über Goslar
und Quedlinburg,
die ebenso über den Harzrandweg erradelt
werden können.
2.
Mittelgebirge und Magdeburger Börde
Harz:
Welliger Kurs entlang des nördlichen Harzrandes mit einigen Steigungen.
Als Belohnung gibt es weite Blicke ins flache Harzvorland sowie viel Ruhe und
Natur. Kulturelle Höhepunkte sind die UNESCO-Weltkultur-erbestätten in Goslar
und Quedlinburg (als Abstecher möglich!). siehe
auch Harzrandweg
Sehenswertes:
Goslar: mittelalterliche Altstadt mit Kaiserpfalz und
Bergwerk Rammelsberg (beides UNESCO-Welterbestätten); Abstecher zum
UNESCO-Weltkulturerbe „Oberharzer Wasserwirtschaft“ Clausthal-Zellerfeld
empfehlenswert; Ilsenburg: Klosterkirche/Fürst-Stolberg Hütte
(eine der ältesten Eisengießereien Deutschlands)
; Wernigerode: Schloss / Brockenhaus / Harzer
Schmalspurbahn (auf den Brocken); Blankenburg: Kloster Michaelstein (mit
Musikinstrumentenmuseum) / Kleines und Großes Schloss / Burg Regenstein
(Freilichtmuseum); Quedlinburg: (UNESCO Weltkulturerbestätte), ca. 5 km abseits
der D-Route 3; Ballenstedt: Schloss Ballenstedt / Burg
Anhalt
Magdeburger
Börde: Nach Verlassen des Harzes geht es
bergab in die Salzlandregion. Die Route führt dann in flachem Terrain weiter
entlang der Flusstäler von Bode und Saale in Richtung Elbe. Zahlreiche Schlösser
liegen am Wegesrand.
siehe auch Saaleradweg
Sehenswertes: Schadeleben:
Tagebau-Seenlandschaft rund um den Concordia-See; Staßfurt: Stadt- und
Bergbaumuseum / Salzlandtheater; Hohenerxleben: Schloss; Neugattersleben:
Schloss; Nienburg/Saale: Schlosskirche; Bernburg: Schloss & Museum sowie
Schlosskirche / Dorfkirche St. Stephani / NS-Mahn- und Gedenkstätte
„Euthanasie“; Köthen: Schloss, Museum &
Bachgedenkstätte

An der Elbe: Elbfähre
Elster (links); Lutherstadt Wittenberg. Mehr
über den Elberadweg erfahren Sie hier.
3.
Von der Elbe zur Oder
Mittelelbe:
Bei Aken trifft die D-Route 3 auf den Elberadweg
(D-Route 10), der das Biosphärenreservat Mittelelbe und das Gartenreich
Dessau-Wörlitz durchquert. Drei UNESCO-Weltkulturerbestätten liegen auf diesem
Streckenabschnitt.
siehe auch Elberadweg
Sehenswertes:
Biosphärenreservat Mittelelbe: UNESCO-Weltnaturerbe (=
gleichzeitig Elberadweg); Dessau: Bauhaus / Meisterhäuser
(UNESCO-Weltkulturerbe) / Technikmuseum Hugo Junkers; Gartenreich Dessau-Wörlitz:
Schloss und Gartenreich (UNESCO-Weltkulturerbe); Oranienbaum: Schloss und Museum
/barocker Stadtkern; Gräfenhainichen-Jüdenberg: Industriemuseum
„Ferropolis“ (ehemaliger Braunkohletagebau); Lutherstadt
Wittenberg: Lutherhaus / Melanchthonhaus / Cranachhäuser / Schloss und
Schlosskirche/ Stadtkirche (UNESCO-Weltkulturerbe)
Hoher
Fläming: Gleich nach der
Stadtgrenze von Wittenberg geht es in den Naturpark Hoher Fläming, der den
Radlern viel Ruhe und Natur bietet. Ausgedehnte dichte Laub- und Kiefernwälder,
klare Bäche, versteckte Dörfer, umgeben von fruchtbaren Wiesen und Äckern,
sowie sanfte Hügel (bis 200 m ü.NN) verleihen der Landschaft ihren ureigenen
Charakter.
Sehenswertes:
Raben: Burg Rabenstein / Naturparkzentrum Hoher Fläming;
Bad Belzig: Burg Eisenhardt / historischer Stadtkern / Steintherme
(Thermalsoleheilbad); Borkheide: Hans-Grade-Museum (an Bord einer Iljuschin IL
18); Beelitz: Altstadt / Spargelmuseum

Babelsberg und
Potsdam lassen sich auch schön über den Berliner
Mauerradweg erradeln.
Hauptstadtregion
Potsdam/Berlin: Vorbei an den Havelseen geht es nach
Potsdam. Die brandenburgische Landeshauptstadt bietet mit der „Potsdamer
Kulturlandschaft“ eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten. Über die Glienicker
Brücke, auf der zu Zeiten des kalten Krieges der Agentenaustausch zwischen DDR
und BRD stattfand, erreicht die D-Route 3 die Hauptstadt Berlin. Die Strecke führt
fast ausschließlich auf eigenen Radwegen oder kombinierten Geh- und Radwegen.
Im östlichen Teil Berlins führt die Route entlang der Spree zum Müggelsee.
Sehenswertes:
Petzow: Schloss mit Schlosspark / Belvedereturm; Potsdam:
Schlösser & Parkanlagen von Sanssouci, Babelsberg, Cecilienhof, Glienicke,
und Lindstedt / Sacrower Heilandskirche / Russische Kolonie Alexandrowka /
Pfingstberg mit Belvedere (UNESCO-Weltkulturerbe) / Historische Innenstadt /
Holländisches Viertel, Filmmuseum im alten Marstall
Berlin:
Die Hauptstadt hat unzählige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die D-Route 3 führt
vorbei (oder nahe vorbei) an: Siegessäule / Schloss Bellevue / Hauptbahnhof /
Regierungsviertel und Reichstag / Brandenburger Tor / Museumsinsel
(UNESCO-Weltkulturerbe) / Berliner Dom / Hacksche Höfe / Alexanderplatz /
Fernsehturm / Berliner Rathaus / Kreuzberg / Treptower Park; Köpenick:
Schloss Köpenick, Rathaus, Müggelsee
Tipp:
Wer viele verschiedene Sehenswürdigkeiten in kürzester Zeit sehen will, greift
am besten aufs Fahrrad zurück. Es gibt ausgeschilderte Fahrrad-Routen oder geführte
Fahrradrundfahrten mit thematischen Schwer-punkten (www.visitberlin.de I Sehen I
Stadttouren I Fahrradrundfahrten).
Märkische
Schweiz: Nach Verlassen der östlichen
Stadtgrenze Berlins bei Erkner führt die Route durch eine herrliche
Seenlandschaft – kleine und größere Seen wie an einer Perlenschnur
aufgereiht. Ganz anders präsentiert sich weiter östlich der Naturpark Märkische
Schweiz, eine reizvolle und abwechslungsreiche Hügellandschaft. Die letzte
Etappe der D-Route 3 führt durch das Oderbruch zur Oder und auf den letzten
Kilometern entlang des Oder-Neiße-Radweges (entspricht D-Route 12) nach Küstrin-Kietz.
Von hier aus Rückreise mit der Bahn über Berlin oder weiter auf dem
Europaradweg R1 bis St. Petersburg.
Sehenswertes:
Garzau: Schloss mit Park und Pyramide; Buckow:
Besucherzentrum für Natur um Umwelterziehung „Drei Eichen“ /
Museumseisenbahn; Neuhardenberg: Schloss (u.a. Tagungsstätte der
Bundesregierung); Kostrzyn (PL):Altstadt / Festung Küstrin / Naturschutzmuseum

Berlin mit
Brandenburger Tor, Museumsinsel und Rotem Rathaus. Fotos: Stefan Kunst
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