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Autor: Dieter Hurcks Copyright 5/2013

Von der Quelle bei Bad Meinberg zur Mündung bei Bad Oeynhausen. 
Der noch recht neue Werre-Radweg begleitet den 70 km langen Fluss auf seiner Reise durchs Ravensburger Hügelland von Bad Meinberg bis zur Weser. Eine schöne Tour, die durch interessante Städte wie Detmold, Herford, Bad Salzuflen und Bad Oeynhausen führt.

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Werre-Radweg - 71 km
am
Fuße des 
Teutoburger Waldes

Von Bad Meinberg bis zur Weser

Auch kurze Flüsse wie die nur rund 90 Kilometer lange Ahr haben durchaus ihre Reize. Noch 19 km weniger kann ein Nebenfluss der Weser aufbieten, der nordöstlich von Bad Meinberg am Fuße des Teutoburger Waldes entspringt: die Werre.

Der noch junge und daher wenig bekannte Werre-Radweg führt den Tourenradler durch das Ravensburger Hügelland, quert die alte Residenzstadt Detmold und verläuft weiter über die ostwestfälischen Kurorte Bad Salzuflen und Bad Oeynhausen bis zur Mündung in die Weser bei Rehme.

Wir haben die Werretour, die - ohne längere Besichtigungen - locker an einem Tag zu bewältigen ist, mit der Etappe Hameln-Blomberg der Bahnradroute Hellweg-Weser verbunden. Wer neu in der Gegend ist, sollte sich jedoch wesentlich mehr Zeit nehmen, denn es gibt viel zu entdecken im Lipperland wie die Externsteine und das Hermannsdenkmal sowie die vielen schönen Fachwerkstädte und Schlösser. Von einem Quartier in Detmold aus bieten sich herrliche Radwanderungen an, die allerdings angesichts der Topographie eine gute Kondition erfordern. Ein E-Bike ist hier das ideale Gefährt, vor allem wenn man mit viel Gepäck unterwegs ist.

Imposantes Natur- und Kulturdenkmal: die Externsteine unweit von Horn-Bad Meinberg.

Der Werre-Radweg ist übrigens touristisch mit dem Else-Werre-Radweg verknüpft. Dieser wurde im Jahr 2000 eingeweiht und verläuft entlang der Flüsse Else und Werre, wobei er die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen tangiert. Der Else-Werre-Weg beginnt an der Else-Hase-Bifurkation in Melle-Gesmold (dort verläuft auch der Hase-Ems-Radweg) und endet nach 54,4 Kilometern am „Werre-Weser-Kuss“ bei Bad Oeynhausen. Quelle und mehr: Wikipedia

 

Quellensuche  
Am besten findet man die Werrequelle vom Bahnhof Horn-Bad Meinberg (im Ortsteil Horn) aus, indem man ab Ortsmitte Bad Meinberg (5 km entfernt) dem ausgeschilderten Werre-Radweg die rund drei Kilometer folgt. 
Karte bei Google Maps

Bad Meinberg ist Teil der 1970 gegründeten Gemeinde Horn-Bad Meinberg. Der Kurort Bad Meinberg hat eine lange Geschichte. Bereits im Jahre 1767 wurde Meinberg offiziell zum "Curort" ernannt und zählte in diesem Jahr bereits 413 Kurgäste. Der historische Kurpark wurde 1770 angelegt.

Die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg.

Seit 1903 darf sich der Ort aufgrund fürstlicher Order Bad Meinberg nennen. Das eigentliche Bad wurde erst 1919 dem Gemeindebezirk Bad Meinberg angeschlossen. 1933 wurde Bad Meinberg Lippisches Staatsbad. Vom Bahnhof in Horn lohnt sich ein Abstecher zu den Externsteinen (ca. 5 km). Quelle und mehr

 

Auf nach Detmold

Da Quellen im Grunde wenig Sehenswertes hergeben, haben wir uns den Weg erspart und sind ab Bad Meinberg gleich dem schwungvollen blauen W gen Westen gefolgt. Über Wilberg, Schönemark und Spork-Eichholz erreicht man dank guter Ausschilderung problemlos die Hauptstadt des Lipperlandes mit Sitz der Bezirksregierung Detmold.

Die Bezirkshauptstadt, 783 als Theotmalli erstmals erwähnt, hat rund 73.000 Einwohner, die sich an diesem warmen Mai-Tag in großer Zahl in der weitläufigen, aber teilweise ein bisschen farblosen, betongrauen Fußgängerzone tummeln. Sehenswert sind die vielen schönen Altstadtgassen, das Westfälische Freilichtmuseum, das Landestheater und das Fürstliche Residenzschloss im Baustil der Weserrenaissance.

Das Westfälische Freilichtmuseum ist mit etwa 100 historischen Gebäuden auf 90 Hektar das größte seiner Art in Europa. Es wurde 1966 auf dem Gelände des ehemaligen fürstlichen Tiergartens eröffnet und zieht jährlich zwischen dem 1. April und 31. Oktober durchschnittlich 250.000 Besucher an.

Hauptattraktion der Region ist jedoch das Hermannsdenkmal, das neben dem 300 Meter hohen Turm des Senders Bielstein nicht zu übersehen ist. Ein Bus fährt die Touristen im Sommer bequem auf die Höhe des Teutoburger Waldes.

Der Autor vor dem Hermannsdenkmal.

Das Hermannsdenkmal wurde auf der 386 Meter hohen Grotenburg errichtet und soll an die Schlacht im Teutoburger Wald und den Cheruskerfürsten Arminius erinnern. Das 54 Meter hohe Denkmal wurde zwischen 1838 und 1875 von Ernst von Bandel errichtet und am 16. August 1875 von Kaiser Wilhelm I. eingeweiht. Seitdem ist es eines der meist besuchten Denkmäler Deutschlands mit annähernd einer Million Besucher jährlich.

Wer im Lipperland zu Gast ist, sollte unbedingt einmal eine kulinarische Spezialität der Gegend probieren: den Lippischen Pickert. Dabei handelt es sich um eine Art Kartoffelreibekuchen aus Mehl, geriebenen Kartoffeln, Eiern, Rosinen, Hefe, Milch und Wasser. Er wird traditionell mit Rübenkraut oder Lippischer Leberwurst, einer weiteren lippischen Spezialität, gegessen.
Quelle und mehr: Wikipedia

 

Nach Bad Salzuflen

Ab Detmold führt die Route zunächst westwärts über Heidenoldendorf nach Pivitsheide, wo sie dann genau nach Norden abzweigt. Durch ein Sand- und Kiesabbaugebiet bei Müssen geht es über Ehrentrup und vorbei an einem Ziegeleimuseum nach Lage und weiter, parallel zur verkehrsreichen B 239, nahezu steigungsfrei durch eine reizvolle, von der Landwirtschaft geprägte Landschaft, nach Bad Salzuflen (ca. 58.000 Einwohner).

Hier sollte der Radler unbedingt einen lohnenden Abstecher in die historische Altstadt und zum Kurpark des Staatsbades unternehmen. Der Umweg beträgt nicht einmal vier Kilometer.

Charakteristisch für Bad Salzuflen sind die an diesen Falten austretenden salzhaltigen Quellen, denen die Region den Namen „Heilgarten Deutschlands“ verdankt. Bekannt geworden ist Bad Salzuflen durch den Kurbetrieb. Mit seinen drei Trink-, drei Thermal- und drei Solequellen hatte es den Status eines lippischen Staatsbades. Obwohl die Gründung des fürstlichen Solebads annähernd 100 Jahre zuvor erfolgt war, erhielt Salzuflen den Namenszusatz „Bad“ erst am 14. April 1914.

Die Innenstadt weist noch immer eine größere Anzahl zumeist giebelständiger Fachwerk-Dielenhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts auf, die nicht selten reich beschnitzt sind. Im Bereich des Marktes entstanden auch mehrere Massivbauten. Quelle und mehr bei Wikipedia - Baudenkmäler - Stadt Bad Salzuflen (Unterkünfte)

 

Von Herford nach Bad Oeynhausen

Der nächste Abschnitt des Werre-Radweges zwischen Bad Salzuflen und Bad Oeynhausen ist besonders idyllisch, bietet er doch eine weitestgehend ebene Strecke, wobei längere Abschnitte direkt entlang der Werre verlaufen, die Mitten durch die 66.000 Einwohner zählende Stadt Herford fließt. Nur wenige hundert Meter sind es bis in die Innenstadt und zu Sehenswürdigkeiten wie dem Herforder Münster oder dem Museum MARTa, das ein echter Hingucker ist.  

MARTa Herford - Quelle: Thorsten Gödecker im Auftrag der Pro Herford GmbH

Herford - Videofilm

Der Werre-Radweg führt vom Zentrum aus weiter gen Norden nach Schweicheln-Bermbeck, hier allerdings nicht mehr ganz so flussnah in einem dennoch reizvollen Tal. Bei Schweicheln kann der Radler sich für zwei Möglichkeiten entscheiden. Wer zum Else-Werre-Radweg gelangen will, wählt die Alternative gen Kirchlengern. Von dort gelangt er auf ebenem Kurs auch nach Löhne.

Meistens tolle Wege bietet der Werre-Radweg.

Wer auf kürzestem Weg zur Weser möchte, radelt auf der Hautproute weiter nach Löhne. Dabei ist ein kurzer Anstieg am Löhner Berg zu bewältigen. Quasi zur Entschädigung führt die Hauptroute durch das Naturschutzgebiet „Bramschebach Nagelsbachtal“. Ab Löhne verläuft der Radweg bis zur Mündung der Werre in die Weser wieder direkt am Werre-Ufer entlang.

Rund 5 km vorher besteht die Möglichkeit, nach Bad Oeynhausen hineinzufahren. Es lohnt sich. Die Entdeckung salzhaltiger Quellen läutete Mitte des 19. Jahrhunderts den Aufschwung Oeynhausens zu einem der bekanntesten Kurorte in Deutschland ein. Die südlich des Wiehengebirges gelegene Stadt, deren Grenze im Osten die Weser markiert, zählt rund 48.000 Einwohner. Quelle und mehr (z.B. Unterkünfte)

Herzstück von Bad Oeynhausen ist der Kurpark, der zwischen 1851 und 1853 nach Plänen von Peter Joseph Lenné geschaffen wurde. Die noch vorhandenen Gebäude zeugen von einer glanzvollen und mondänen Kur- und Bäderwelt, die ihren Höhepunkt am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte.

Der Jordansprudel, benannt nach dem Kur- und Salinendirektor Albert Jordan (1865–1934), ist das Wahrzeichen der Stadt Bad Oeynhausen. Er ist eine der größten kohlensäurehaltigen Thermalsolequellen der Welt. Früher konnten ihn die Gäste nur einmal im Jahr erleben, wenn er zur jährlichen Kurparkillumination „Parklichter“ aus seinem unterirdischen Gefängnis entlassen wurde und das Wasser aus rund 700 m Tiefe 50 m hoch in die Luft schoss. Dank des Sponsorings und neuer, Ressourcen schonender Technik springt er nun ständig (außer in den Wintermonaten) und schießt zwischen 9 und 20 Uhr zu jeder vollen Stunde für fünf Minuten in voller Höhe in die Luft. Quelle: Wikipedia  

Vom Abzweig zum Bahnhof Bad Oeynhausens, der an der Bahnstrecke Ruhrgebiet-Bielefeld-Hannover liegt, sind es nur noch rund 5 km bis zur Fähre Amalia (Foto), die etwa 300 Meter von der Werremündung entfernt die Radfahrer ans andere, das rechte Weserufer bringt, von wo aus der Weg nach Minden kürzer ist als linksseitig, aber bei weitem nicht so schön wie bei der gemütlichen Fahrt auf dem Weserradweg durch den großen Weserbogen. Bei der Amalia-Anlegestelle gibt es einen Biergarten.

Der Große Weserbogen - hier geht es nach Minden.

Zum Weiterlesen  

Land des Herrmann siehe Werre-Radweg
Else-Werre-Radweg Bad Oeynhausen-Melle (Bifurkation Else-Hase) 
Weserradweg
Wellness-Radroute durch Ostwestfalen

Radwanderführer 
Werre-Radweg/Else-Werre-Radweg

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offizielles Logo

Spickzettel
Route: Werre-Radweg
Start/Ziel/Bahnanreise: Bahnhof Horn-Bad Meinberg, Rückfahrt ab Bad Oeynhausen bzw. Bahnhof Porta Westfalica oder Minden (schöner Weserabschnitt ab Werremündung)
Länge: ca. 71 km, in beide Richtungen beschildert 
Schwierigkeit: nur wenige Steigungen, durchweg gute Wegequalität
Übernachten: Quartiere siehe Städte-Websites
Internet: offizielle Homepage  
Karte und Tipps zur Tour bei Outdoor aktiv
Radwanderführer: hier 
Tipp: Rundkurs-Empfehlung - ab Hameln auf der Bahnradroute Hellweg-Weser bis Blomberg, von dort entlang der Bundesstraße 1 zur Werrequelle und ab Werremündung auf dem Weserradweg zurück nach Hameln. Der Einstieg ist natürlich an vielen anderen Bahnhöfen unterwegs möglich.
GPS-Daten und Höhenprofil  
Flyer-Download zum Werre-Radweg (PDF)  

Blick ins schöne, hügelige Lipperland - hier auf Istrup.

Marktplatz in Horn - unweit des Bahnhofs gelegen.

Wilberg liegt nur fünf Kilometer von der Werrequelle entfernt.

Mächtige Bäume, blühender Raps: Schönemark im Mai.

Werre bei Spork-Eichholz kurz vor Detmold.

Detmolds Schloss im Stil der Weserrenaissance.

In Lage ist gerade Markttag.

Eingang zum Ziegeleimuseum bei Lage.

Im Kurpark von Bad Salzuflen.

Werrepartie in Herford.

Grundschule am Herforder Wilhelmsplatz.

Gepflegtes Fachwerk: Lippisches Bauernhaus.

Idyllisches Werretal bei Schweichel.



Die A2 kommt dem Werre-Radweg hier bei Löhne sehr nahe.

Flößer-Skulptur an der Werremündung.

   

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