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Autor (Text/Fotos): Dieter Hurcks Copyright 7/2008

Die Etappe 3 führt entlang des Inns von Landeck nach Inzing, die vierte weiter nach Kufstein, der "Perle Tirols", auch wenn dort der Inn längst nicht mehr grün ist. Ab Landeck begleitet die Autobahn den Innradweg. Mal nahe, mal weiter entfernt. Dennoch bieten sich wieder beeindruckende Ein- und Ausblicke.

Von den Schneebergen zur Donau:
Teil 2 - Von Landeck nach Kufstein 

Teil 1: Von St. Moritz nach Landeck 
Teil 3: Von Kufstein nach Passau 

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Inn-Radweg (2) 

3. Etappe: Von Landeck nach Inzing 
Nach dem aufregenden Fußballabend in unserer Pension schliefen wir hervorragend. Am Morgen ist es bereits sehr warm. Daher sind wir froh, dass die Etappe nach Inzing nur 80 km lang ist.
Dennoch: Bei meiner Tour 2001 mussten wir uns gewaltig quälen, da der Radweg hoch in die Berge über Karres geführt war.

Inzwischen haben die Verantwortlichen einiges am Radweg verbessert, worauf schon der meines Erachtens irreführende Hinweis "Leicht" auf dem Wegweiser hindeutete. Dieser verführte uns zu einem nicht geplanten Abstecher in die berühmte Rosengartenschlucht von Imst, die allerdings wieder eine Menge zusätzlicher "Körner" forderte, da diverse Steigungen zu bewältigen waren. Doch die Tour entlang des ebenso reissenden wie reitzenden Flüsschens mit dem schönen Namen Pigerbach lohnt sich, und zurück ging es ja dann auch wieder in flotter Fahrt hinab zum Inn.

Die Rosengartenschlucht, eines der wertvollsten Biotope Tirols, beginnt nicht weit vom Stadtzentrum Imst bei der Johanniskirche und ist gut sichtbar ausgeschildert. Sie ist etwa eineinhalb Kilometer lang und wird vom brodelnden Schinderbach durchflossen. Als erstes kommt man an einigen interessanten Häusern vorbei, die direkt in die Felswände hineingebaut wurden.
Die imposanten Felswände sind über 100 Meter hoch. Dieses Naturschauspiel kann man über den Steg wunderbar genießen. Immer weiter führt der Steig hinein in die Schlucht und man überwindet dabei in Stein gehauenn Stufen, Holzbrücken und Tunnel. Nach rund 1,5 Stunden hat man, wenn man genügend Zeit mitbringt, rund 200 Höhenmeter geschafft und gelangt an den Ausgang der Schlucht. Der Steig führt noch ein wenig weiter durch den Wald bis zur "Blauen Grotte". Quelle 

Die mittägliche Rast gönnen wir uns an der Mündung des Pigerbaches in den Inn. Im weiteren Verlauf ist der Radweg gut geführt, enthält zwar einige Steigungen, bietet aber wiederum faszinierende Ausblicke. Etwa auf die Burschlkapelle bei Roppen. Unterwegs winken wir den immer häufiger werdenden Rafting-Begeisterten nach, die sich in ihren Gummibooten auf dem brodelnden Inn stromabwärts treiben lassen. 

Gegen 13 Uhr wendet sich der Radweg, anders als in meinem Radwanderführer von 2006 eingezeichnet, plötzlich gen Ötztal-Bahnhof. Eine halbe Stunde und einige Steigungen später öffnet sich unter der Autobahn der Blick auf eine Innschleife.

Hinter Haiming, einem der Rafting-Zentren, wo wir bei einem kleinen hölzernen Gasthaus unseren Durst löschen, weitet sich das Tal immer mehr. Gegen 15.15 Uhr rasten wir noch einmal in Rietz und erreichen gegen 17 Uhr unser Tagesziel Inzing. Dort erleben wir im Garten des örtlichen Cafés die EM-Niederlage der Holländer mit 1:3 gegen Russland. Hoch droben auf dem Berg leuchten die Feuer einer Sonnenwendfeier, deren Höhepunkt ein Feuwerk darstellt.


4. Etappe: Von Inzing nach Kufstein 
Die mit 112 km längste Etappen unserer Tour liegt heute vor uns. Das Ziel heißt Kufstein, die Temperatur ist weiter gestiegen. Und die Luftfeuchtigkeit auch. Zügig radeln wir nach Innsbruck, wo die ganze Innenstadt mit Buden und Tribünen für das "Public Viewing" der Fußball-EM zugestellt ist. 

Innsbruck ist die Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Tirol und liegt im Inntal an der Alpen-Transit-Strecke Brenner (Auto- und Eisenbahn) nach Südtirol (Italien). Der Name leitet sich von Inn und Brücke ab (Brücke über den Inn). Innsbruck ist mit ca. 120.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Österreichs, im Ballungsraum Innsbruck leben ca. 190.000 Menschen, dazu kommen ca. 30.000 Studierende und andere Nebenwohnsitzinhaber und täglich rund 3.000 Nächtigungen von Städtetouristen. Quelle

Hauptanziehungspunkt für Touristen sind das Maximilianeum und der neue Hof. In diesem Gebäude befand sich von 1420 bis ca. 1460 die Residenz der Tiroler Landesfürsten Friedrich IV. und Sigmund des Münzreichen. Das Goldene Dachl, der mit 2657 feuervergoldeten Kupferschindeln gedeckte Prunkerker, das Wahrzeichen der Stadt, wurde als Auftragswerk unter Kaiser Maximilian I. von Niclas Türing d.Ä. errichtet und laut Inschrift im Jahre 1500 fertig gestellt. Die Fresken stammen von Maximilians Hofmaler Jörg Kölderer. Die Erkerreliefs zeigen Porträts Maximilians und seiner beiden Gemahlinnen, die von Morisken-Tänzern umgeben werden.

Wappen, verdeckte Hinweise und Symbole ergeben ein komplexes Gesamtkunstwerk, das das Selbstverständnis Maximilians widerspiegelt. Das Schriftband hinter den Tänzern auf den Reliefs konnte nicht entziffert werden. Quelle

Wir beschränken uns auf die Hauptattraktion der Stadt, das Goldene Dachl, kaufen beim Bäcker für unterwegs ein - es ist Sonnabend - und erreichen schnell das Nordufer des Inns, passieren das ehemalige Olympische Dorf und gelangen bald nach Hall, von wo schon von weitem der Münzerturm grüßt. Die Hitze macht wiederum eine Rast erforderlich. 
Im Hof der Burg Hasegg gibt's eine gespritze Apfelschorle, anschließend eine kleine Stadtbesichtigung - zu Fuß, denn die Räder bleiben unten, während wir über eine schmale, steil ansteigende Gasse die Altstadt des bezaubernden Städtchens erreichen.

Der Name Hall geht auf das mittelhochdeutsche "hal" zurück, wie Salzquellen oder Salzwerke bezeichnet wurden. Schon in einer Urkunde aus dem Jahr 1316 findet sich der Name "Hall im Inntal", seit dem 19. Jahrhundert bürgerte sich "Hall in Tirol" ein.

Von Hall radeln wir nach Wattens, wo man die berühmten Kristallwelten Swarowski besichtigen kann. Die Firma Swarovski in Wattens ist der weltweit führende Hersteller von geschliffenem Kristall. Seit seiner Gründung 1895 in Wattens, Tirol, hat das Unternehmen seine Unabhängigkeit bewahrt. Es beschäftigte 2008 rund 20.000 Menschen und ist weltweit in über 120 Ländern vertreten.

Die Ortsdurchfahrt von Wattens erweist sich als nicht besonders attraktiv und ist schnell abgehakt. 

Bald erreichten wir Schwaz. Die dortige Pfarrkirche zu “Unserer lieben Frau” ist die größte gotische Hallenkirche Tirols. Ihr heutiges Aussehen verdankt sie dem berühmten Münchner Bildhauer Erasmus Grasser. Die Einweihung war 1502.

Hinter Schwaz ist der linksseitige Inn-Radweg wegen des Neubaus der Unterinntalbahn (bis 2012) gesperrt. Die lückenhaft beschilderte Umleitung führt uns steigungsreich nach Rotholz, wo meine drei Begleiter allerdings den Wegweiser nach links steil hinunter zum Inn übersehen und statt an der 2005 eingeweihten sehenswerten Notburgabrücke erst an der Zillermündung wieder auf den richtigen Weg stoßen. Per Handy einigen wir uns auf ein Treffen in Rattenberg.

Die Notburgabrücke ist eine architektonisch interessante, dreifeldrig überdachte und nahezu 100 m lange Fachwerkbrücke mit einer Fahrbahnbreite von 3,5 m.

Von Jenbach, gegenüber Rotholz am anderen Innufer gelegen, fährt eine Bahn zum Achensee. Der Ort liegt zwischen den Ausläufern des Karwendelgebirges und dem Rofangebirge. Touristisch gehört Jenbach zur Silberregion Karwendel.

Die knapp 7 km lange Strecke der Achenseebahn beginnt im einzigen österreichischen Bahnhof mit drei unterschiedlichen Spurweiten, da sich dort die Normalspurige ÖBB, die 760-mm-Schmalspur der Zillertalbahn und die Meterspur der Achenseebahn treffen. Die Steilstrecke von Jenbach hinauf nach Eben ist mit einer Leiterzahnstange nach dem System Riggenbach ausgestattet, da hier eine maximale Steigung von 16 % überwunden werden muss. Von dort geht es wieder ohne Zahnrad in leichtem Gefälle zum Seespitz am Ufer des Achensee, wo Anschluss zu den Schiffen der Achensee-Schifffahrt besteht.
Die Fahrt empfiehlt sich übrigens für all jene, die an der Isar weiter gen München radeln wollen. Quelle

Rattenberg
ist bald erreicht. Die Stadt liegt zwischen Fels und Inn am Fuß einer Burg aus dem 10. Jahrhundert. Früher diente die Stadt als Umschlagplatz für Waren der Innschifffahrt und als Zollstelle an der Grenze zwischen Tirol und Bayern. Das historische Zentrum ist im Inn-Salzach-Stil erbaut und heute eine Fußgängerzone. Rattenberg liegt so unglücklich am angrenzenden Schlossberg, dass ein Teil der Stadt für ca. drei Monate im Winter im Schatten liegt. Die Lichtakademie Bartenbach hat ein Konzept erarbeitet, wodurch über zwei Spiegel der Altstadtteil mit Tageslicht versorgt werden soll. Quelle

Rattenberg am Inn ist mit ca. 440 Einwohnern und 11 ha Gemeindegebiet die kleinste Stadt Österreichs. Sie wurde urkundlich erstmals 1254 genannt,1393 erfolgte die Stadterhebung. Als eine der wenigen Städte Europas, die sich das mittelalterliche Stadtbild nahezu zur Gänze erhalten hat, bietet sie ein besonderes Flair.

Die Glasverarbeitung geht ins 19. Jahrhundert zurück. Damals siedelten sich einzelne Glasveredler nahe der Glashütte Kramsach, die auf eine 300jährige Tradition zurückblicken konnte, an. Heute unterstreicht ein Dutzend glasveredelnder Betriebe den Ruf Rattenbergs als die Glasstadt Tirols. Quelle

Von Rattenberg mit seiner sehenswerten Altstadt, die nun auch nicht mehr durch Durchgangsverkehr gestört wird, erreichen wir bald Wörgl - allerdings nicht auf dem im Plan markierten Weg. Da muss wohl irgendwo ein Wegweiser gefehlt haben oder verdreht worden sein. Wegen eines Radrennens ist die Stadt teilweise gesperrt, aber wir wollen ja sowieso wieder an den Inn.

Der Weg nach Kufstein zieht sich bei dem immer schwüler werdenden Wetter wie Kaugummi. Endlich taucht die Veste auf, und zur Belohnung spielt ein Musikant just bei unserer Ankunft auf dem Marktplatz das weltbekannte Kufstein-Lied.

Das Kufsteinlied wurde 1947 vom Tiroler Karl Ganzer komponiert. Durch die Schallplattenaufnahme des bayerischen Sängers und Jodlers Franzl Lang im Jahr 1968 wurde das Lied zu einem der größten Hits des volkstümlichen Schlagers. Das Kufsteinlied begründete den häufig zitierten Beinamen Kufsteins als „Perle Tirols“ bzw. die „Stadt am grünen Inn“ und ist ein Werbeträger für die Tourismusstadt Kufstein. ----- Quelle und Liedtext

Teil 1: Von St. Moritz nach Landeck 

Teil 3: Von Kufstein nach Passau 

Etappen  

Ulm-Aichstetten

106

Aichstetten-Wasserburg/Bodensee

75

Wasserburg-Lindau-Rankweil/Meiningen

80

Rankweil-Chur

87

Chur-St. Moritz (Bahn) – per Rad bis Scuol

70

Scuol-Landeck

67

Landeck-Inzing

80

Inzing-Kufstein (Kirchbichl)

112

Kufstein-Wasserburg/Inn

75

Wasserburg-Altötting-Marktl

83

Marktl-Passau

100

Passau-Straubing

103

Straubing-Kelheim

85

Kelheim-Neuburg-Marxheim (60 km per Bahn wegen starkem Gegenwind)

45

Marxheim-Dillingen-Oellingen bei Ulm

107

Gesamtstrecke per Fahrrad: 1.275 km
Bahnfahrt wegen starkem Gegenwind (Abensberg-Neu-Ulm)

Info und DVD bestellen hier

Verwendete Radreiseführer



Weitere Bücher und Karten hier

Homepage der Innregionen

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Radtour von Passau nach Wien 2001
Bericht

P.S. Der Autor ist Autor mehrerer Radreisebücher und Herausgeber des eMagazins funkempfang.de - Berichte über Funk, Radio und Audio.

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Als leicht klassifiziert, aber nur für Fahrer von Elektrobikes. Kinder dürften hier ihre Probleme bekommen, zumindest, wenn Gepäck dabei ist ...

Heu und nur nur noch leicht schneebedeckte Gipfel: Inntal-Radweg bei Imst.

Die Rosengartenschlucht lohnt einen Abstecher.

Enges Tal: Unterhalb von Karres wird der Radweg jetzt in Sichtweite des Inns geführt - allerdings auch mit einigen schweißtreibenden Steigungen.

Rafting-Boot: Holzbrücke nach Ötztal-Bahnhof.

Die Innschleife bei Roppen - Standort des Fotografen: unter der Autobahn.

Altes Bauernhaus in Inzig: An den Stangen wurden die Maiskolben zum Trocknen aufgehängt, wie uns ein Einheimischer erklärte.

Das Goldene Dacherl in Innsbruck.



Am Hang gelegen: das schmucke Städtchen Hall in Tirol.



Blick auf Schwaz: Schloss Freundsberg (rechts hinten) ist eines der Wahrzeichen des Unterinntales.

Die Karlskirche in Volders. Sie stellt eines der wenigen Beispiele des Manierismus in Tirol dar, einer Stilrichtung zwischen Renaissance und Barock.

Blick auf Rattenberg.

Das Tal wird bei Kundl immer weiter.

Die Veste Kufstein in der Abenddämmerung.