Torf und
Salzgeschichten
am Spargelradweg
Eine abwechslungreiche Tour durch dünn
besiedelte Gegenden mit kleinen Dörfern, entlang des Flüsschens Ilmenau
in die Salzstadt Lüneburg.
Diese Etappe ist Teil eines
Rundkurses entlang der Niedersächsischen Spargelstraße, kann natürlich
auch als Einzeletappe gefahren werden.
7.
Von Schneverdingen nach Lüneburg
- Auf
einen Blick
Strecke: wenige leichte Steigungen, 65 km
Schnuckelige Heidedörfer
Interessante Flusslandschaft an der Ilmenau
Bardowick - einer der ältesten Orte Niedersachsens mit einem der
kleinsten Dome
Sehenswerte Fachwerkstadt Lüneburg mit schönen Giebelhäusern und
altem Kran
Wir verlassen den schönen Heideort
Schneverdingen auf der Schulstraße, die direkt neben der
Touristeninformation in die Straße Am Markt mündet, gen Norden und
biegen rechts in die Straße Am Holzfeld, der wir bis zum Ende folgen. Ein
Radweg führt geradeaus über die Harburger Straße zur Alten Landstraße.
Dieser folgen wir über die Eisenbahnbrücke und biegen hinter dem
Betonsteinwerk mit Kiesgrube rechts ab in die Heide.
Immer südwärts radelnd, durchqueren wir ein Stück Lönsscher
Bilderbuchlandschaft. Nur das leise Mahlen der Reifen auf dem feinen Sand
und munteres Vogelgezwitscher begleiten uns. Ab und zu überholen wir
Spaziergänger, die ihre Hunde ausführen, oder begegnen frühen Joggern.
Ausflug durchs Pietzmoor
Am Ende des Weges treffen wir an einem Parkplatz auf
die Straße, die links nach Heber führt. Kutscher warten hier auf
die bald eintreffenden Touristen. Hier sollte der Radler die Gelegenheit
beim Schopfe ergreifen, ein umfassendes Moorgebiet kennen zu lernen: das Pietzmoor.
Einfach die Autostraße überqueren und auf der anderen Seite ein Stück
weiterradeln, bis kurz hinter dem Feriendorf des Deutschen Erholungswerkes
der Holzsteg beginnt. Stellen Sie die Räder dort ab und wandern Sie ein
paar hundert Meter ins Moor.
Das Pietzmoor bietet gerade Ende Mai, also zur besten Spargelzeit,
ein blühendes Erlebnis!
Zurück an der Straße, biegen wir rechts ab und rollen auf dem gut
ausgebauten Radweg nach Heber. Auch hier ist der Heidetourismus unübersehbar.
In Heber biegen wir links ab Richtung B 3 und folgen dem Straßenschild
nach Behringen, wo - wie in dieser Region vielfach zu sehen - Vermieter
ihre "Zimmer-frei-Schilder" reihenweise heraus gehängt haben.
Auch in Sachen Gastronomie herrscht hier kein Mangel. Behringen ist übrigens
ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Bispingen (4 km), in
die Heide nach Nieder- und Oberhaverbeck (5 km) oder zum Wilseder Berg.
Der Zimmernachweis an der Hauptstraße hat bis 17 Uhr geöffnet.
Im nächsten Ort, Volkwardingen, radeln wir in das Bauerndorf hinein. Beim
von alten Eichen überragten Volkwardinger Hof wird gerade der Biergarten
hergerichtet. Kutscher bieten Fahrten zum Wilseder Berg an. Beim Reiterhof
Cohrs möchte ein restaurierter Speicher fotografiert werden. "Gefördert
von ..." sagt uns ein Schild, aber nichts über das Gebäude selbst.
In den nächsten Ort, Hörpel, radeln wir über die Alte Landstraße,
erblicken links eine Porzellanmanufaktur, erreichen über den Hörpeler
Ring die Ortsmitte und sehen gerade noch, wie die Gläubigen das putzige
Backsteinkirchlein verlassen. Links ab geht die Fahrt über die Autobahn
hinweg nach Döhle, ebenfalls ein touristisch attraktiver Ort mit vielen
Kutschern.
Auf früheren Panzerpisten
Von hier können wir den ausgeschilderten Feldweg
nach Egestorf nehmen oder den Radweg neben der panzerfesten Betonpiste.
Beide führen in den schmucken Ort mit der Fachwerkkirche und dem
abgesetzt stehenden Holzturm. Auch in Egestorf herrscht ein großes
Zimmerangebot. Übrigens: Wer behauptet, dass die Heide ein ebenes Gelände
ist, der hat sie bestimmt noch nicht mit dem Fahrrad durchquert. Von hier
aus kann der, der abkürzen möchte, übrigens auf dem ausgeschilderten
Radweg nach Kirchgellersen und dann direkt weiter nach Lüneburg radeln.
Wir aber wollen ja noch nach Winsen/Luhe und haben deshalb erneut einen
kleinen Anstieg vor uns, der gen Garlstorf führt. Die Richtung gibt ein
Telekom-Turm vor. Und auch dieser steht natürlich an der höchsten Stelle
der ganzen Gegend.
Aus der Ferne hören wir das Rauschen der Autobahn, die winzig klein
hinter dem riesigen Rapsfeld zu sehen ist. Ansonsten: Stille! Auf dem
bewaldeten, 121 Meter hohen Farbersberg angekommen, wartet nun eine
herrliche, kühlende Abfahrt hinunter nach "Garlstorf am Walde"
(Steininschrift am Ortseingang) auf uns. Von rechts grüßt eine Windmühle.
Mehrere Spargelhöfe warten auf Kunden. Nach Winsen/Luhe sind es noch 17
Straßenkilometer.
Wir schlagen die Richtung nach Toppenstedt (Schild: 3 km) ein. Auf neuem
Radweg neben Straße und Eisenbahnlinie geht es Richtung Winsen
(Autoschild) bis Garstedt und dort beim Gasthof zum Spieker links ab nach
Wulfsen.
¤Wir folgen dem Radwegweiser nur ein Stück
und fahren bei den links liegenden Teichen auf der Schulstraße geradeaus
weiter. Beim Gasthof Zur Mühle links, gleich wieder rechts (An der Aue)
und schließlich rechts in den Ort. Hinter dem schmucken Feuerwehrhaus
biegen wir auf die Pattenser Straße ein, die uns bergauf in dieses Dorf führt.
Am roten Kirchturm radeln wir vorbei und biegen rechts Richtung Scharmbek
ab, dann aber gleich wieder rechts in den Osterberg ein. Ein grünes
Schild schickt uns auf die 3,8 km lange Strecke nach Luhdorf. Von dort
entlang der Straße bis nach Winsen. Bei der Autobahnunterführung
"oben" auf dem Radweg bleiben, der auf separater Trasse in die
Innenstadt führt.
Von Winsen nach Lüneburg
Winsen/Luhe, wo gerade (Ende Mai/Anfang Juni)
das Stadtfest stattfindet und dem Fotografen alle Motive verstellt sind,
verlassen wir über die Nordertorstraße und den Tonnhäuser Weg und
radeln über die Brücke des Ilmenaukanals. Dort gleich rechts abbiegen.
Wir erreichen den recht gut ausgeschilderten Fernradweg
Bremen-Schnackenburg, der parallel zum Ilmenau-Kanal, aber auf häufiger
beschatteten Wegen als die Kanal-begleitende Betonpiste, nach Tonnhausen führt.
Aufpassen: Der Weg macht einige Schlenker!
In Fahrenholz liegt das Gasthaus Twesten am Wegesrand. Wir folgen dem
Schild "Horburg 6,7 km", durchradeln Oldershausen mit seinen
Reetdachhöfen und riesigen Kastanien, erblicken linker Hand in der Ferne
das Kernkraftwerk bei Geesthacht und rechts über Baumwipfeln einen
Kirchturm. Nun zweigt ein Weg nach rechts ab. Den Wegweiser sieht man nur,
wenn man aus der Gegenrichtung kommt, aber wir wissen ja: Hier müssen wir
einbiegen, wenn wir nach Wittorf wollen. An der Ilmenaubrücke kann sich
das Fischrestautant Zum Aalkrug über Besuchermangel nicht beklagen.
Älteste Stadt Niedersachsens
Auch wir legen hier im Biergarten hinterm Deich der Ilmenau
eine letzte Rast vor Lüneburg ein. Im nächsten Ort gibt es ebenfalls
eine gute Einkehrmöglichkeit: Im Gasthaus Zum Hohensand schaut man vom
Biergarten aus direkt auf den hier wieder mäandernden Fluss und die sonntäglichen
Wassersportler.
Bald erreichen wir Bardowick, die uralte Handelsstadt. Der
stattliche Dom mit den gedrungenen Türmen steht zur Besichtigung offen.
Auch Bardowick besitzt eine Windmühle, die 1813 erbaut worden ist. Hinter
Bardowick stoßen wir bald auf die verkehrsreiche Bundesstraße 6, die uns
(am besten zunächst auf dem linksseitigen Radweg) ins Stadtzentrum Lüneburgs
führt. Die alte Salzstadt bietet natürlich jede Menge Sehenswertes und
braucht sich mit ihrer Gastronomie auch nicht zu verstecken. Zum
Tagesausklang sollte man in einem der Freiluftlokale am alten Salzhafen
diese Etappe noch einmal vor dem geistigen Auge Revue passieren lassen.
Weitere Informationen
Der Heide-Express
In und um die Lüneburger Heide verkehrt zu
bestimmten Zeiten der Heideexpress der OHE, der Osthannoverschen
Eisenbahnen. Dieses "Bähnle" verbindet viele der Orte, die auch
der Spargelradweg berührt, und ermöglicht so eine stimmungsvolle
Anreise. Unterwegs werden kleine Speisen und diverse Getränke angeboten.
Fahrräder kosten 50 Cent (keine Mitnahme in Triebwagen, auf Nikolaus- und
Osterfahrten). An den jeweiligen Zielorten haben die Mitfahrer mehrere
Stunden Zeit, die sie frei gestalten können. Gut ausgeschilderte
Wanderwege und Waldlehrpfade machen das Wandern und Radfahren zu einem
besonderen Erlebnis.
Info: www.heide-express.de/fahrplan.htm
Winsen/Luhe
Winsen hat knapp 33.000 Einwohner, liegt an der
Eisenbahnhauptverbindung von Hannover nach Hamburg und ist eingebunden in
eine Landschaft der Kontraste zwischen Marsch und Heide. Während gleich
drei Flüsse, nämlich Luhe, Ilmenau und Elbe das Bild zum Norden hin
bestimmen, sind es im Süden die Partien der hohen Geest, die Abwechslung
in eine reizvolle Umgebung bringen. Ein Wahrzeichen Winsens ist das
wuchtige Wasserschloß an der Luhe. Dazu gehört der alte, schöne
Marstall, der zu einem kulturellen Zentrum mit Veranstaltungsraum und
Museum umgebaut wurde.
Gegenüber setzt das Rathaus von 1896 seinen Akzent. Unübersehbar mit
ihrem schlanken Turm gibt auch die Kirche St. Marien als gutes Beispiel
norddeutscher Backsteingotik der Stadt ihr Gepräge. Eine bauhistorische
Kostbarkeit ist nicht zuletzt das frühere Stift St. Georg. In der
Altstadt wurde 1792 Winsens bekanntester Sohn Johann Peter Eckermann
geboren. Er stieg in seinem bewegten Leben auf zum Helfer des Gefährten
Goethes und ist durch seine Gespräche mit Goethe selbst in die Literatur
eingegangen.
Quelle: www.stadt-winsen.de
Salzstadt Lüneburg
Lüneburg ist ebenso die Pforte zur Heide wie zur
Elbtalaue, einem der schönsten Naturschutzgebiete und Radlerparadiese
Deutschlands. Was die über 1000 Jahre alte Hansestadt zu bieten hat, kann
an dieser Stelle nur kurz angerissen werden. Ausführliche Informationen
bietet die Homepage der Stadt: www.lueneburg.de
.
Der Kalkberg: Lüneburgs Wahrzeichen war einst viel größer als
heute. In seiner langen Geschichte war er Sitz der Herzöge, war Gipshalde
und ist heute Naturschutzgebiet.
Salzbergbau: Zwar endet die mehr als 1.000-jährige Geschichte der
Saline 1980, doch wird die Sole im 1973 gegründeten Kurzentrum, jetzt
"SaLü", weiterhin nutz- und spaßbringend eingesetzt.
Rathaus: Das Lüneburger Rathaus liegt am Marktplatz und ist eines
der schönsten und größten mittelalterlichen Rathäuser in ganz
Deutschland. Es wurde über mehrere Jahrhunderte errichtet und bildet
daher keinen einheitlichen Bau.
Am Sande: Der Platz Am Sande ist für sich eine kleine Sensation,
ältester Platz der Stadt und zugleich deren Zentrum. Hier kann man die
schönsten Backsteinhäuser mit ihren Giebeln bewundern. Aber auch aus der
Ferne, übers Internet, ist ein Blick über Giebel aus sechs Jahrhunderten
möglich.
St.-Johannis-Kirche: Vorbild vieler Hallenkirchen in
Norddeutschland, so zum Beispiel in Stendal, Brandenburg, Hannover und
Tangermünde. Besonders sehenswert im Innenraum: die prächtige
Barockorgel und der geschnitzte, mit Bildtafeln des Malers Hinrik Funhoffs
ausgestattete Hochaltar. Zu einem Wahrzeichen der Stadt ist der nach Südwesten
geneigte Kirchturm (108 m) geworden.
St.-Michaelis-Kirche: Die Kirche ist aus einem 950 gegründeten
Benedektinerkloster hervorgegangen. Es war ursprünglich auf dem
nahegelegenen Kalkberg gelegen und wurde von 1376 bis 1418 an der heutigen
Stelle wieder errrichtet. Erhalten geblieben ist nur die Klosterkirche,
die übrigen Klosteranlagen wurden Anfang des 18. Jahrhunderts abgerissen.
In der wuchtigen dreischiffigen Hallenkirche hat Johann Sebastian Bach von
1700 bis 1702 gesungen und musiziert.
Lüneburgs historisches Hafenviertel
Stintmarkt:
Lüneburgs historisches Hafenviertel mit dem Alten Kran und seinen
pittoresken Häusern ist heute eine romantische Kneipenmeile. Der Alte
Kran, Lüneburgs heimliches Wahrzeichen, wurde 1346 erstmals urkundlich
erwähnt und hat seit 1792 sein heutiges Aussehen. Er diente dem Heben
schwerer Lasten und kann heute im Rahmen einer Stadtführung von innen
besichtigt werden. Nur ein paar Schritte weiter befindet sich das
ehemalige Kaufhaus, früher "Dat Heringshus" genannt - hier
wurde der gewinnbringende Ostseehering verkauft. 1959 fiel das Kaufhaus
dem berüchtigten Lüneburger Feuerteufel zum Opfer, nur die 1742
errichtete barocke Fassade blieb erhalten.
Rathsapotheke: Ein besonders schönes Gebäude ist die alte
Rathsapotheke in der Bäckerstraße Nr. 9 aus dem Jahr 1598 mit prächtiger
schmuckreicher Renaissance-Fassade.
Kloster Lüne: Nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum Lüneburgs
entfernt und direkt am Spargelradweg liegt das 1172 gegründete
Benediktinerinnenkloster Lüne inmitten einer Grünanlage mit altem
Baumbestand und Streuobstwiesen. In dem 1995 eröffneten Textilmuseum
werden die von den Lüner Benediktinernonnen und evang. Stiftsdamen
gefertigten textilen Kunstwerken gezeigt, soweit sie über die
Jahrhunderte im Kloster verblieben sind.
Infos und Gruppenanmeldungen unter Tel. +49 (4131) 52318.
Brauereimuseum: Jahrhundertelang war Lüneburg Braustätte, was
sich im einzigen Brauereimuseum Norddeutschlands anschaulich
nachvollziehen lässt.
Salzmuseum: Das deutsche Salzmuseum dokumentiert auf anschauliche
Art und Weise das Thema Salz allgemein und die salzige Vergangenheit Lüneburgs
mit deren bis heute andauernden Folgen.
Quelle: www.lueneburg.de
Teil 6: Von Verden nach Schneverdingen
Teil 8: Von Lüneburg nach Hitzacker
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Nach der Durchquerung der Lüneburger Heide (Tour 7) führt die Tour 8 bis
zur Elbe nnach Hitzacker.

Der Theeshof in Schneverdingen.
Einzigartige Landschaft: die
Lüneburger Heide.

Das Pietzmoor bei Schneverdingen.

Auf einem Holzsteg geht es kilometerweit
durchs Moor. Mit Fahrrad nur an besuchsschwachen Tagen zu empfehlen.
 Speicher
beim Hof Cohrs in Volkwardingen.

Egestorf: Typische Dorfkirche mit hölzernem Turm.

Bei Garrel ist einer der wenigen Anstiege auf dem Spargelradweg. Blick
Richtung A 7.

Fachwerkkirche in Pattensen.

Wassersportparadies: Paddler auf der ruhig dahin fließenden Ilmenau bei
Oldershausen.

Schöne Bauernhöfe liegen am Wegesrand.

Der berühmte kleine Dom von Bardowick.

Lüneburg zeigt stolz seine Fachwerkhäuser.
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