Von Wildeshausen
nach Verden/Aller
Von Wildeshausen geht die gemütliche
Radtour noch ein Stück durch die Hunteniederung, ehe sich die Route
wieder ostwärts orientiert, was bei dem ortsüblichen Westwind leichtes
Vorwärtskommen gewährleistet. Nächstes Ziel ist das wegen seiner
Museumseisenbahn bekannte Buchhausen-Vilsen.
Wilshausen,
so hieß die Stadt Wildeshausen früher, war mir bis zu meinem
Besuch lediglich als Autobahnausfahrt auf der A 1 bekannt. Nun weiß ich,
dass es an der Niedersächsischen Spargelstraße und am Hunteweg liegt,
u.a. ein Brennereimuseum, ein Druckereimuseum und eine Prähistorische
Meile mit mehreren sehenswerten Hügelgräbern besitzt. Reisen bildet
eben! Dort, wo sich die Radwege Geest und Hunte kreuzen, starten wir also
unsere Etappe nach Bruchhausen-Vilsen.
Mächtig erhebt sich die evangelische Alexanderkirche mit ihrem
spitzen Turm über der Hunte. Gleich neben der Kirche treffen wir auf den
Hunte-Radweg und radeln neben dem Flüsschen südwärts, überqueren beim
Gebäude der Feuerwehr eine Ausfallstraße sowie die Hunte und gelangen in
den malerischen Stadtpark. Über eine weiße Holzbrücke wechseln wir
wieder das Ufer. Der Radweg ist gut ausgeschildert, und nachdem wir durch
ein Wohngebiet abschwenken mussten, befinden wir uns bald in der
Einsamkeit der Hunteniederung.
Vom Stadtpark
in die Einsamkeit
Der Weg
führt uns ins Pestruper Moor, ein kleines Zusatzschild weist ihn
als Hunteweg aus. Frösche quaken im Altwasser, eine Lerche jubiliert,
zwei Fasane erschrecken sich und die Radfahrer. Der teilweise geschotterte
Weg ist leidlich zu befahren. Ein Kaninchen hoppelt gemächlich ins
Getreidefeld, das sich im leichten Winde wiegt. Die Rapsblüten leuchten
immer noch in sattem Gelb und strömen ihren unverkennbaren, süßlichen
Duft reichlich aus. Dann geht's über Pflaster zur Straße zurück. Ein
Schild weist geradeaus zu den nicht weit entfernten Kleinenknetener
Steinen.
Bald zeigt uns ein Schild "Bühren 2,3 km" den weiteren
Tourverlauf exakt an. In Hölingen folgen wir dem Schild
"Hunteweg", der hügelauf, hügelab durch eine malerische
Landschaft nach Colnrade führt. Ein Gasthaus mit Café neben der
erhöht liegenden Kirche lädt zum Verweilen, ein altes Ofenhaus zum
Bestaunen.
Nun geht's auf der Dorfstraße an der Sparkasse vorbei zur Ausfallstraße
nach Twistringen. Wir sagen dem Hunteweg adieu, der nach rechts
abzweigt und weiter südwärts führt, und rollen ostwärts auf der Straße
über Holtorf weiter. Verstreut liegende Bauernhöfe, die ersten
Kornblumen am Wegesrand und die weiß wuchernde Schafgarbe beiderseits der
Straße sind nun unsere Begleiter. Der Roggen ist schon mannshoch und hat
kräftige Ähren ausgebildet. Schatten spendende Hecken mildern die Kraft
der immer intensiver scheinenden Maisonne. Über Dörfer mit so schwer zu
merkenden Namen wie Abbentheren und Altenmarhorst rollen wir
nach Twistringen. Rechts Richtung Bahnhof, dann auf der B 51 nach links
ins Zentrum von Twistringen.
Twistringen
Während
unserer kleinen Stadtrundfahrt stoßen wir bei der Grundschule auf den
Weser-Lippe-Radweg, der uns fortan ein Stück des Weges begleitet. Auf dem
Weg nordwärts nach Abbenhausen sehen wir links ein Hinweisschild
auf das 1998 eröffnete "Museum der Strohverarbeitung"
(siehe Extrabericht unten). Es hat leider gerade geschlossen. Sonnabends
kann man es zwischen 14 und 18 Uhr besichtigen. Gruppenführungen sind
jedoch auch an den übrigen Werktagen nach vorheriger Anmeldung unter
Telefon +49 (4243) 4492 oder +49 (4243)793 möglich.
Seit 1700 wurde in Twistringen Stroh verarbeitet, und nirgendwo sonst, so
berichtet uns eine Erläuterungstafel, habe es so viele unterschiedliche
Strohprodukte gegeben wie eben in Twistringen. Bald erblicken wir auf der
Höhe wieder einen Telekom-Turm - unser nächster Fixpunkt. Die
erstklassige Beschilderung führt uns über den Berg und in rasanter Fahrt
hinunter nach Bassum.
Von Bassum
nach Syke
Im Wald
versteckt liegt das Seminar- und Tagungshaus des Kreises Diepholz, die Freudenburg,
ein malerisches Ensemble aus Natur und Fachwerk. Wir radeln weiter: rechts
Richtung Rathaus, vorbei an der Kirche des ehemaligen Damenstifts und am
Fahrradladen "Fahrwerk". Beim Bäcker auf halber Höhe gibt es
Erdbeerkuchen mit Schlagsahne und Kaffee. Da kann niemand widerstehen!
Oben angekommen, rollen wir links in die Fußgängerzone und folgen dem
Schild "Syke 12,9 km".
Auf dem Bramstedter Kirchweg rollen wir aus der Stadt, vorbei am Bahnhof.
Links der parallel zur Bahnlinie verlaufenden Straße sehen wir das
riesige Solardach der Grundschule. Es geht zunächst über Groß-Bramstedt,
wo der größte Spargelhof der Gegend, Hof Wichmann, angesiedelt ist und
einige Spargelfelder dies eindrucksvoll belegen. In Klein-Bramstedt
erreichen wir die Landesstraße 333, der wir ein Stück nordostwärts
folgen. Mitten im kühlen, ruhigen Wald biegen wir links ab und fahren
etwa 800 Meter in den Wald hinein, ehe ein Schild nach rechts gen Syke
weist. Tipp: Wer zur Jugendherberge Pestinghausen möchte, fährt an
dieser Stelle einfach geradeaus weiter.
In Syke
In
Syke (sprich: Sieke) geht's zunächst durch ein Wohngebiet, dann rechts
und links unter der Eisenbahnlinie hindurch und danach gleich wieder links
auf der Bassumer Straße in die für eine Stadt dieser Größe unerwartet
langgestreckte Fußgängerzone. Natürlich findet sich dort auch ein
Fahrradladen: das Piaggio Center Heinrich. Am Ende, gegenüber dem
Kreishaus, bietet die Fleischerei Stoffregen - mit Außenbewirtung und
Selbstbedienung - zünftige Mahlzeiten recht preiswert an. Unter den Füßen
rauscht das Wasser der Hache. "Bruchhausen-Vilsen 20,2 km" steht
auf dem nahen Wegweiser, der unser nächstes Zwischenziel vorgibt.
Richtung Schnepke (Schild: 3,9 km) verlassen wir die Stadt. In
jenem Dorf angekommen, stoßen wir auf die Wegweisung nach Heiligenfelde.
Der Ort liegt am Fernradweg HB-OEY (Bremen-Bad Oeynhausen), dem wir bis
kurz vor Bruchhausen-Vilsen folgen. In Wachendorf wirkt der Gasthof Zum
Kirchberg mit einem schmucken Wintergarten sehr einladend. Aber wir radeln
weiter und erreichen, uns an der Straße links haltend, einen Kreisel.
Dort weist ein Schild des Radfernwegs Bremen-Bad Oeynhausen uns den
richtigen Weg südostwärts nach Süstedt und Uenzen. Vorher
jedoch schauen wir uns in Wachendorf noch den in Sichtweite des
Kreisels gelegenen, schmucken reetgedeckten Speicher an. In Süstedt hat
"Doros Süstedter Krug" (mit Biergarten) zu dieser Stunde noch
geschlossen. Lediglich 7,1 km sind es nun bis zum Zwischenziel
Bruchhausen. Bei Berxen zweigt der Weg HB-OEY rechts ab. Wir radeln neben
der Bahn zum im Ortsteil Vilsen gelegenen Bahnhof der Museumsbahn. Mitten
auf dem Kreisel steht eine alte Dampflok als Blickfang.
Bruchhausen-Vilsen
Der
Luftkurort Bruchhausen-Vilsen liegt inmitten sanftgrüner Hügel am Rande
des hohen Geestrückens und hat einiges zu bieten. Der schön gestaltete
und sanierte Ortskern lädt mit seinen verträumten Winkeln und Gassen
sowie den alten Fachwerkhäusern zum Verweilen ein. Abseits der Hektik
findet der Gast hier in vielen gemütlichen Restaurants und Cafés Ruhe
und Entspannung. In der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen gab es früher
einmal rund 20 Wind- und Wassermühlen. Sieben von ihnen sind seit Mitte
der 80er Jahre restauriert worden. Die Samtgemeinde (18.000 Einwohner) hat
es sich zur Aufgabe gemacht, diese kulturhistorisch bedeutsamen Bauwerke
in Zusammenarbeit mit den Besitzern zu erhalten und der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen.
Auch in Sachen Spargel ist Bruchhausen-Vilsen überaus aktiv. So kann man
im Rahmen angemeldeter Gruppen auf Meyers Spargelhof von Mitte April bis
Mitte Juni ein Spargeldiplom erwerben. Informationen zum Spargeldiplom
unter www-meyers-spargelhof.de
oder Tel. +49 (4253) 436. Als weitere, besonders bei Kindern beliebte
Attraktion lockt der Wassererlebnispark ganz in der Nähe der Museums-Eisenbahn.
Diese Anlage ist einmalig für Norddeutschland. Auf 5.000 qm Fläche
befinden sich unterschiedliche Wasser-Themenbereiche mit hohen pädagogischen
Spiel- und Erfahrungswerten.
Infos: www.bruchhausen-vilsen.de
Das
Stroh-Museum in Twistringen
Das Museum dokumentiert die Entwicklung und Geschichte der
Strohverarbeitung von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Bei Gruppenführungen
besteht die Möglichkeit, sich Arbeitsabläufe bei der Strohverarbeitung
demonstrieren zu lassen. Anmeldung unter Tel. +49 (4243) 4492 oder +49
(4243) 793 (R. Kramer). Südlich von Twistringen, am östlichen Rande der
Ortschaft Stöttinghausen, befindet sich eine historische Sehenswürdigkeit,
die sogenannte Hünenburg. Zu sehen ist ein Ringwall mit einem Durchmesser
von 80 Metern. Es handelt sich hierbei um die Reste einer frühgeschichtlichen
Burganlage aus dem 5. bis 9. Jahrhundert.
Sicher ist, dass der frühgeschichtliche Schutzwall im weiten Moorgebiet,
das ihn einst umgab, schon jahrhundertelang seine ursprüngliche Bedeutung
verloren hatte und sich als stummer Zeuge aus grauer Vorzeit wie in einem
Dornröschenschlaf bis in unsere Tage herüberretten konnte. Natürlich
hat sich dabei sein ehemaliges Gesicht stark verändert, doch ist uns sein
Rumpfgebilde im Wesentlichen erhalten geblieben. Für Besucher der Hünenburg
wurden neben der Eingangszuwegung ein riesiger Findling mit gemeißelter
Inschrift sowie eine Schautafel mit Skizze und Informationen aufgestellt.
Ferner laden Ruhebänke zu beschaulichem Verweilen an der althistorischen
Gedenkstätte ein.
Quelle: www.twistringen.de
Bassum und das
Stift
Im
Osten des Naturparks "Wildeshauser Geest" liegt der
uralte Stiftsort Bassum. Hier gründete im Jahre 858 der Heilige
Ansgar, Erzbischof von Bremen und Hamburg, ein Kanonissenstift. Nach der
Reformation wurde das Stift in ein adelig-freiweltliches Damenstift
umgewandelt. Das Stift in Bassum ist das älteste Mitteleuropas. In dem jüngst
restaurierten Kapitelsaal wurden Malereien aus der Rokokozeit freigelegt.
Besichtigungen sind a.A. möglich. Das Wahrzeichen Bassums ist die
Stiftskirche, die um 1200 im spätromanischen Stil erbaut und nach dem großen
Brand im Jahre 1327 unter Schonung des alten Bestandes als gotische
Hallenkirche wieder aufgebaut wurde. Ebenso sehenswert: das Seminar- und
Tagungszentrum "Die Freudenburg" mit der Thingstätte und die
1.200 jährigen Stiftsgerichtseiche.
Infos: www.bassum.de,
Tel. +49 (4241) 840
Syke
Syke
liegt an der Eisenbahnstrecke Bremen-Osnabrück und gehört zum Kreis
Diepholz. Dort gab es sogar ein zweites Kreishaus, das jedoch aus Kostengründen
geschlossen wird. Sehenswert: das Kreismuseum mit historischen Gebäuden,
einem baumbestandenen Außengelände und einem modernen Ausstellungsbau.
Aktions- und Backtage, Märkte, niederdeutsches Theater, Lesungen und
Musikveranstaltungen finden dort statt. Von Mai bis September hat jeden
Sonntag der Sommergarten mit Holzkegelbahn geöffnet, es gibt Vorführungen
alter Handwerkstechniken sowie Musik, Kaffee und Kuchen, dazu
Sonderausstellungen zur Kulturgeschichte und modernen Kunst.
Info: Tel. +49 (4242) 2527, www.kreismuseumsyke.de,
info@kreismuseumsyke.de
Automuseum Asendorf
In Asendorf, südlich von Bruchhausen-Vilsen, präsentieren sich in den
Gebäuden eines Bauernhofes dem Besucher etwa 60 Fahrzeuge, vom Hochrad
von 1880 bis zum Automobil der sechziger Jahre. Eine umfangreiche Sammlung
von Emailleschildern, Automobilspielzeug und Modellautos sowie viele
Requisiten und Accessoires rund um das Automobil ergänzen die
Ausstellung. Jedes Jahr wird eine Sonderausstellung zu einem besonderen
Thema gezeigt.
Geöffnet (1. Mai bis 3. Oktober): samstags 14 bis 18 Uhr, sonn- und
feiertags 10 bis 18 Uhr. Gruppenbesuche bei Voranmeldung auch von montags
bis freitags
Info: Automobil-Museum Asendorf, 27330 Asendorf, Tel. +49
(4253) 714 oder +49 (421) 894772, Fax +49 (421) 895255, www.bruchhausen-vilsen.de
Dampfzugfahrten
Die "Erste Museums-Eisenbahn Deutschlands" stellt mit ihrem
Kleinbahn-Museum ein absolutes Muss für die Besucher des Luftkurortes
dar. Sechs historische Dampfloks (die älteste mit dem aus dem Jahre 1894)
verkehren auf einer 8 km langen Schmalspurstrecke von Bruchhausen-Vilsen
über Heiligenberg nach Asendorf und zurück. Die Sammlung der
Museums-Eisenbahn umfasst neben den Schmalspur-Dampfloks sechs Triebwagen
(Schmalspur und Normalspur) sowie vier Dieselloks und mehr als 70
Personen- und Güterwagen. Der fahrplanmäßige Verkehr erfolgt samstags,
sonn- und feiertags vom 1. Mai bis 3. Oktober. Sonderveranstaltungen sowie
Sonderfahrten für Gruppen ("Spargelexpress" im Mai) finden fast
ganzjährig statt. Auf einer zweiten Strecke von Bruchhausen-Vilsen über
Hoya/Weser nach Eystrup bzw. von Bruchhausen-Vilsen nach Heiligenfelde
verkehren einmal monatlich von Mai bis September historische Triebwagen.
Info: Tel. +49 (4252) 93000, http://www.museums-eisenbahn.de/bruvi.htm
Auf nach Verden
- Strecke: leicht, 38 km
Wasserkraftwerk Dörverden
Weserradweg, Museumseisenbahn
Reiterstadt Verden mit Dom und Deutschem Pferdemuseum
Von Bruchhausen-Vilsen radeln wir nach Hoya und weiter
entlang der Weser nach Verden/Aller. Ganz Mutige können die Weser über
das Wasserkraftwerk Dörverden überqueren und den kürzeren Weg rechts
des Flusses nehmen. Die Treppen sind z.T. ziemlich steil.
Ab dem Alten Bahnhof von Bruchhausen-Vilsen radeln wir an der Straße
Richtung Martfeld am Grünen Jäger vorbei bis zum Ortsschild Kleinenborstel,
dort rechts Richtung Mallen und Hoyerhagen. Ganz in der Nähe
liegt der geografische Mittelpunkt Niedersachsens.
Vor dem Dorf biegen wir nach rechts in den Gräsenweg, rechts Rotenbrande,
folgen dann dem Radwegeschild ohne Zielangabe vorbei an den
Spargelfeldern, wo das Edelgemüse gerade gestochen wird, und biegen links
in die Kanalstraße, die parallel des Entwässerungsgrabens zur Hauptstraße
führt. Dort links bis zur malerischen Mühle, wo wir nach dem
"Fotoshooting" rechts Richtung Tivoli einbiegen.
Nun weiter geradeaus zu den Häusern, links in den Tonnenweg bis Hoya,
das schon in der Ferne an dem hohen Schornstein der Papierfabrik gut zu
orten ist. Kleine Radwegweiser und der Telekom-Turm führen uns sicher ins
Zentrum. Direkt am Weserradweg steht eine Infotafel mit einem
Quartiernachweis für all jene, die hier übernachten möchten und kein
Zimmer vorgebucht haben. In Hoya lohnt es, einen Extra-Tag zur Erkundung
der Umgebung einzulegen.
Hoya und Mittelweser
Die Samtgemeinde Grafschaft
Hoya/Weser mit rund 11.000 Einwohnern besteht aus den sechs
Mitgliedsgemeinden Stadt Hoya, Gemeinde Flecken Bücken, Gemeinde
Hilgermissen, Gemeinde Hoyerhagen, Gemeinde Schweringen, wo noch
eine Fähre in Betrieb ist, und der Gemeinde Warpe. Dort, wo die Weser die
Porta Westfalica hinter sich lässt und in die Weite der norddeutschen
Tiefebene gemächlich Richtung Norden fließt, beginnt die Mittelweser.
Das Gebiet reicht von Minden bis kurz vor Bremen, wo der Fluss zur
Seewasserstraße wird. Die flache Wesermarsch und die weiten Geestflächen
mit den herrlichen Wäldern und bunten Feldern, ausgedehnten Moor- und
Heideflächen, bestimmen die Landschaft. Zu jeder Jahreszeit bietet diese
Region dem Gast eine Fülle von Eindrücken.
Ein Muss auf der Hoya-Erlebnistour ist die doppeltürmige Stiftskirche
in Bücken, welche der Sage nach dort erbaut wurde, wo der Esel sich bückte.
Die Kirche, welche 1050 errichtet wurde, ist mit großartigen Kunstschätzen
ausgestattet und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Ein
Radwanderführer "Erlebnisland Grafschaft Hoya" hilft dem
Besucher, diese schöne und interessante Gegend auf sechs Routen, darunter
die Teufels-Route, die Grafen-Route und die Poltergeist-Route, näher
kennenzulernen. Erhältlich ist das Büchlein bei der Samtgemeinde
Grafschaft Hoya, am Schlossplatz 2, in Hoya. Die Spuren der Grafen von
Hoya können die Besucher bei einem historischen Stadtrundgang durch Hoya
verfolgen. Besichtigen Sie die ehemalige Grafenkirche, welche heute als
Kulturzentrum genutzt wird oder das ehemalige Schloss, das heutige
Amtsgericht.
Welche Geschichte sich hinter dem Zwergenbrunnen an der Grundschule in
Hoya verbirgt und was dieser mit den Grafen von Hoya zu tun hat, erfahren
Sie im Heimatmuseum Grafschaft Hoya. Daneben können Sie aber auch die
unterschiedlichsten Betriebe, Mühlen, Heimathäuser/-stuben und vieles
mehr besichtigen. Eine Museumseisenbahn fährt von Eystrup über Hoya nach
Bruchhausen-Vilsen.
Quellen: www.hoya-weser.de
und www.mittelweser-tourismus.de
Weser-Übergang oder nicht?
Unser Tagesziel Verden nehmen wir
nach der obligatorischen Stadtrundfahrt durch Hoya unter die Räder, zunächst
auf der linken Weserseite. Am Ortsausgang von Hoya wirbt das "Gästehaus
am Weserradweg" Meyer um Rad fahrende Kunden. Wir aber nehmen bei
Wienbergen den Übergang nach Dörverden.
Wasserkraftwerk Dörverden und Ort
Beim Wasserkraftwerk Dörverden wird die Weser durch ein Wehr
aufgestaut. Dieses Wehr dient als Übergang für Fußgänger und Radfahrer
(geöffnet nur vom 15. März bis 15. Oktober). Achtung: Zum Übergang führen
relativ steile Treppen! Belohnt wird man aber durch einen schönen
Ausblick in die Landschaft mit herrlicher Sicht auf grüne Weserauen und
auf Dörverden mit seinem Kirchturm und der Windmühle. Das
benachbarte landschaftsbestimmende Bauwerk des 1913 in Betrieb genommenen
Wasserkraftwerks sieht man von weit her. Aufgestautes Weserwasser treibt
die Turbinen an und erzeugt so umweltfreundlich Strom.
Auf dem weiteren Weg kreuzt man den Weserkanal
über eine Brücke. Biegt man nach Dörverden ab, kann man sich in
Restaurants und Gasthöfen erfrischen und in der Saison leckere
Spargelgerichte essen bzw. bei Direktvermarktern Spargel kaufen. Dörverden
liegt an der alten "Heerstraße durch die große Marsch" im Weser-Aller-Dreieck
und ist landschaftlich schön eingebunden. Vom Weserradweg kann man an
mehreren Stellen auf kurzen Strecken zum Weserufer gelangen. Nach dem
Abstecher in den Ort Dörverden radeln wir das letzte Stück nach Verden,
in die historische Bischofs- und Reiterstadt, wo wir im Ortsteil Eitze
ein Quartier im Gasthaus Eitzer Hof beziehen. In diesem Ortsteil gibt es
auch viele Privatquartiere.
Alternativstrecke
Tipp: Wenn der Übergang über das Wehr geschlossen hat, erreicht man
Verden auch über die links der Weser verlaufende Hauptroute des
Weserradweges.
Infos: www.landkreis-verden.de
und www.weser-radweg.de
Weitere Informationen: Reiter- und
Domstadt Verden
Die Stadt Verden hat rund 28.000
Einwohner und liegt ca. 35 km südöstlich von Bremen an der Mündung der
Aller in die Weser. Sie ist Kreisstadt für den Landkreis Verden und
zugleich selbstständige Stadt. Verden genießt einen Ruf als Reiterstadt
mit Turnieren, Rennen und Reitpferdeauktionen, Zentrum der Rinder- und
Pferdezucht.
In der Stadt ist auch das Deutsche Pferdemuseum
angesiedelt, und zwar am Holzmarkt 9. Tel. +49 (4231) 807140 (Ausstellung)
oder Tel. +49 (4231) 807145 (Büro). Geöffnet ist täglich außer montags
von 10 bis 17 Uhr. Die Sammlung wurde bereits 1930 begonnen.
Im Stadtnamen Verden steckt das alte Wort Furt - also der Flussübergang.
Seit urgeschichtlichen Zeiten nutzten Händler diesen günstigen Übergang
über die Aller als Kreuzungspunkt der Fernverbindungen von Ost nach West
und von Süd nach Nord. Da Verden noch im 8. Jahrhundert n. Chr. für die
Sachsen ein wichtiger Gerichtsplatz war, entschlossen sich die Frankenkönige
- wahrscheinlich war es Karl der Große - genau hier einen Bischofssitz zu
gründen. Bis zur Reformation im 16. Jahrhundert erfüllten die Verdener
Bischöfe mit wechselndem Geschick ihren Missionsauftrag bis weit in die
Altmark hinein. Überragt wird Verden vom mächtigen Turm des Doms
(1290-1490), einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche, die zu den
gelungensten gotischen Kirchenbauten zählt. Der Hallenumgangschor des
Verdener Domes ist Erstling eines klassischen Bautyps der deutschen Gotik.
Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 17 Uhr, außerhalb der Gottesdienste.
Die St. Johanniskirche in der ehemaligen Norderstadt ist im 12.
Jahrhundert erbaut worden. Ursprünglich im romanischen Baustil, in
gotischer Zeit zu einer dreischiffigen Hallenkirche umgebaut. Besonders zu
erwähnen: das Stuckrelief des "Jüngsten Gerichts" sowie
mittelalterliche Wand- und Deckenmalereien. Auch Rosenfreunde dürften an
der Stadt ihre Freude haben. Der Verdener Rosengarten ist ein Idyll mitten
in der Stadt und befindet sich neben der Pestalozzischule, zu erreichen über
die Josephstraße bzw. Bgm.-Münchmeyer-Straße.
Quelle: www.verden.de
Spargelmenü in Verden
Teil
4: Von Cloppenburg nach Wildeshausen
Teil 6: Von Verden nach Schneverdingen
Übersicht
aller Etappen
inkl. Rundkurse
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Buch zur Tour
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und Kartenskizzen zu jeder Etappe sowie viele weitere
Informationen finden Sie in dem 184-seitigen Buch
"Spargelradweg".
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Über Syke, Hoya Verden führt diese Tour nach Verden und am nächsten Tag
in die Lüneburger Heide nach Schneverdingen.

Backstein-Architektur: Rathaus in
Wildeshausen.

Die
Alexanderkirche in Wildeshausen. 
Die
weiße Brücke über die Hunte in Wildeshausen. 
Das
Ofenhaus in Colnrade.

Die Freudenburg in Bassum.

Die Stiftskirche ist Bassums Wahrzeichen.

Syke hat eine sehr lange Fußgängerzone.

Das östliche Vorwerk zur Syker Burganlage: Das ehemalige Amtshaus ist
heute ein Wohngebäude.

Alter Bahnhof am Kreisel in Bruchhausen Vilsen.

Der Spargel sprießt im Mai und Juni am besten.

Windmühle in Hoyerhagen.
Siftskirche Bücken

Weserpartie in Hoya.

Überquerung des Wehres nach Dörverden.

Weserfähre Hoya.

Pferde vor dem Verdener Dom.

Markanter Blickfang: der weiße Rathausturm.

Schiffsanleger in Verden.

Verdener Domplatz.

Der Verdener Dom.
Links
Niedersächsische
Spargelstraße e.V.
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