Von Cloppenburg
nach Wildeshausen
Von
Cloppenburg geht die Tour entlang der Niedersächsischen Spargelstraße
bis zu deren westlichstem Zipfel, den Orten Molbergen und Lindern, danach
über Garrel und ostwärts durch die Ahlhorner Heide über Großenkneten
nach Wildeshausen. Eine der landschaftlich schönsten und
abwechslungsreichsten Etappen des Spargelradwegs.
- Auf
einen Blick
- Strecke:
meist flach, 74 km
- landschaftlich
reizvolle Strecke meist abseits der Straßen
- kaum
Steigungen
- schmucke
Dörfer und stille Flüsse und Seen
- Museumsdorf
Cloppenburg
Wer
Cloppenburg besucht und sich für Historisches interessiert, kommt
um einen Abstecher zum Museumsdorf nicht herum. Da es gut
ausgeschildert ist, lässt es sich auch leicht finden. Über eine Brücke
gelangen wir zum Museumsgelände. Das Museumsdorf ist eines der größten
und ältesten Freilichtmuseen Europas. In alten Gebäuden aus dem
nordwestdeutschen Raum wird das Alltagsleben ländlicher Bevölkerungsschichten
von der frühen Neuzeit bis heute anschaulich präsentiert. Nach der
Besichtigung geht's weiter: Zurück über die Brücke, westwärts auf der
Osterstraße bis zur Kurve, wo ein Schild "Geestweg" nach links
in die Fußgängerzone zeigt. Linker Hand liegt die Stadthalle, ein paar
Meter weiter geht es nach rechts in eine schmale Gasse. Am Parkplatz
vorbei erreichen wir die Ampel, biegen rechts ab und bei der Brücke
gleich wieder links. Das Schild "Ambühren 4 km" weist uns den
Weg.
Entlang des Flüsschens Soeste radeln wir aus der Stadt. Hinter
einer Holzbrücke geht`s scharf links weiter - und hallo, da ist ja auch
das Geestweg-Schild wieder! Bald unterqueren wir eine laute Straße,
biegen danach links ab und finden uns in der Stille der Natur wieder. Aus
moorigem Wald läuft hier und da Wasser über den asphaltierten Radweg, Vögel
zwitschern ihr fröhliches Lied. Die laute Stadt ist schon nach kurzer
Wegstrecke ganz weit weg. Die Soeste mäandert stark, und der Radweg folgt
ihr unbeirrt. Links Kühe, rechts Schafe, ein fröhliches Moin von
Spaziergängern - der Tag lässt sich gut an, zumal auch die Sonne
scheint. Bald sehen wir links den Ambührener See liegen, radeln aber
geradeaus an ihm vorbei zur Straße und folgen der Beschilderung nach Ambühren.
Zwischen Feldern mit frisch-grüner, schon Ähren treibender Wintergerste,
gerade gekeimtem Mais und Kartoffeln geht`s Richtung Schmertheim (Schild:
1 km). Wir erreichen die Straße mit dem Soestenkrug (schöner Biergarten)
und radeln auf dem straßenbegleitenden Radweg nach Molbergen. Unterwegs lädt
am Waldrand ein Pausenplatz zum zweiten Frühstück. In Molbergen gibt`s
gleich gegenüber dem Rathaus einen Fahrradladen.
Abstecher nach Lindern
Von Natur geprägt ist die kleine, aber rege Gemeinde Lindern, die wir von
Molbergen aus ansteuern können. In und um den Ort locken 5000 Jahre alte
Hünengräber. Schmucke Bauernhäuser und große Gehöfte prägen das
Bild. Lindern liegt mit Molbergen im westlichsten Zipfel der Spargelstraße.
Strecke: Molbergen, Ermke, Großenging, Lindern, Peheim, Dwergte,
Molbergen (Länge: ca. 26 km).
Ausflug zur
Talsperre
Nun
heißt es sich entscheiden, welchen Weg wir nach Garrel wählen. Wir
nehmen schließlich den kleinen Umweg in Kauf, über Stalförden und
Resthausen zum Naturschutzgebiet Thülsfelder Stausee zu radeln. Es lohnt
sich! Ein herrlich gelegener See. Wir nehmen zunächst den Weg Richtung
Varrelbusch. Hinter dem Gut Stedingsmühlen (Café-Restaurant, Biergarten)
biegen wir links ab in die Straße Göskenort und rollen geradeaus weiter
auf dem Pflasterweg bis zu einem Bauernhof, dort rechts und nach den
Stallgebäuden links leicht bergauf weiter. Weiter geht`s hinter dem Dorf
Resthausen mit seinen herrlichen Rhododendronalleen und alten Eichen
auf dem Petersfelder Weg gen Norden. An der Wegegabelung nehmen wir den
mittleren der drei Wege und erblicken bald das Schild "Thülsfeld 6
km".
Kurz darauf erreichen wir eine Straße, die links zum Hotel Dreibrücken
(mit Biergarten) führt. Alternativ kann der Urlauber auch die moderne
Jugendherberge zum Übernachten wählen. Wir radeln jedoch geradeaus
weiter und biegen am Ende der Straße nach links zum See ein - schöner
Platz für eine ausgedehnte Pause am weißen Strand. Anschließend folgen
wir dem beim Haus Waldesruh angebrachten Schild "Thülsfeld 2
km". Auf rotem Backstein rollen wir am Strandhotel Dittrich vorbei,
natürlich mit Biergarten und Spargelkarte, bis zur Staumauer. Dort rechts
über ein Flüsschen zur Straße und dem Schild "Garrel 8 km"
folgen. In Garrel begrüßen uns gleich das Schaufenster von
Fahrrad-Potthast in der Schulstraße und das Hotel zur Post in der
Ortsmitte. Ein Schäfer mit Schaf und ein bisschen Heide drum herum wird
zum Blickfang auf dem Platz. Nächstes Ziel ist Nikolausdorf, wo eine hölzerne
Tafel den Bischof Nikolaus mit Kindern darstellt.
Durch Geest
und Moor
Beim
Auehof biegen wir nach rechts und kurz darauf nach links in den
"Radweg durch Geest und Moor", folgen ein Stück der
Beschilderung Richtung Wardenburg, biegen aber nach der Gaststätte Meyer
rechts ab. "Halenhorst 2,4 km" informiert uns der Wegweiser. An
der Ecke Beverbrucher/Halenhorster Straße (Abzweigung nach Littel,
Schild: 6 km) rechts halten und gleich links in den Haschenbroker Weg, der
uns geradewegs nach Döhlen führt. Hinter der Autobahnbrücke lädt eine
Bank zum Verweilen. Bald überqueren wir eine Landstraße. "Döhlen 3
km" informiert ein Schild. Der gelb blühende Ginster vor dem
Windpark und weiß getupftem Himmelsblau gibt ein gutes Fotomotiv her. In
Döhlen radeln wir auf dem Radweg R 3 bergab, sehen rechts die Schlote der
Erdgasaufbereitungsanlage und folgen im Dorf dem Schild "Großenkneten
2,8 km". Dort angelangt, erblicken wir Rita Ottens Fahrradladen,
radeln durch den Ort, fotografieren das schön restaurierte Gr. Karkenhus
neben der Kirche und erfahren von einem freundlichen Lehrer, dass Großenkneten eine
hervorragende Eisenbahnanbindung nach Bremen und Osnabrück besitzt.
"Großenkneten
gehört zu den frühesten Kirchengründungen im Landkreis Oldenburg, und
ein Vorgänger der Marienkirche wurde vermutlich im 9. Jahrhundert
an der Stelle der heutigen Kirche errichtet. ... Nach 1450 wurde der Südflügel
angebaut, auf dessen Ostseite Wandmalereien aus der 2. Hälfte des 15.
Jahrh. gefunden wurden. 1789 entstand ein neuer Raum für die
Altarkanzel. 1819-21 wurde die Kirche innen komplett umgebaut und
erneuert. Der Kirchturm stammt von 1873. Als 1959 die Kirche erneut vollständig
umgebaut und renoviert wurde, erfolgten auch archäologischen
Ausgrabungen, die die o.g. Geschichte des Kirchenbaus aufklärten. ...
Gegenüber der Kirche steht das sog. Karkenhus
(Kirchenhaus) von 1838, das unter Denkmalschutz steht."
Quelle: http://www.ahlhorn-umzu.de/ah_gk.htm
Alte Kultstätten
Die
geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Großenkneten lässt sich weit zurück
verfolgen. Zahlreiche vorgeschichtliche Funde erlauben den Rückschluss,
dass der Großenkneter Raum schon früh besiedelt war. In der Ahlhorner
Heide zeugen noch gut erhaltene Großsteingräber, welche in der jüngeren
Steinzeit (8.000-2.000 v. Chr.) errichtet worden sind, von der
sagenumwobenen Megalithkultur. Diese steinernen Anlagen gehören somit zu
den ältesten Kultstätten Europas. In Zusammenhang mit der Besiedlung
steht die Bildung der Esche (Ackerfluren, die Verbindung zum Wasser
hatten). Ortschaften wie Großenkneten, Huntlosen, Döhlen und Sage, die
aus solchen Eschsiedlungen hervorgegangen sind, werden bereits zu Beginn
des 9. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. In den heutigen Grenzen besteht
die Gemeinde seit der Gebietsreform 1933. Sie wurde durch die
Eingliederung der ursprünglichen Gemeinde Huntlosen in die Gemeinde Großenkneten
gebildet.
Nach Dötlingen
Nach diesem Exkurs folgen wir zunächst dem Schild nach Wildeshausen (15,5
km) bzw. Dötlingen (10,4 km). Bald biegt nach rechts der Radweg R 2
Richtung Steinloge ab, von wo der Weg, der das Gräberfeld Hespenbusch
passiert, nach Moorbek abzweigt (Abzweig Pallast, dort geradeaus,
beschildert mit Moorbek 1 km, Dötlingen 5,7 km). Dort schlagen wir hinter
einem Campingplatz die Richtung Wildeshausen (rechts) ein und können
der Verlockung des idyllisch an einem See gelegenen Restaurants Gut
Moorbek/Hotel zur Wassermühle (Biergarten / Spargelkarte) nicht
widerstehen. Die Pause tat gut. Auf der Straße nach Wildeshausen bleiben
wir nur kurz, folgen nämlich wenig später dem Wegweiser links hinauf
nach Dötlingen, einem Vorzeigeort der Region. Die Mühe des Aufstiegs
lohnt. Wunderschöne Häuser, die herausgeputzte St. Firminuskirche und
reetgedeckte Fachwerkhäuser wie das winzige Püttenhus, ein ehemaliger
Speicher (Spieker), sind dankbare Fotomotive.
Vor dem ersten Weltkrieg wurde Dötlingen Malerkolonie. Namhafte Künstler,
wie Georg Müller vom Siel, August Kaufhold oder auch der eigenwillige
Otto Pankok ließen sich von der besonderen Atmosphäre dieser Gegend
inspirieren, die auch heute noch spürbar ist.
Nun heißt es, das Ziel Wildeshausen in Angriff zu nehmen. Leider ist die
Beschilderung des Hunteweges in Dötlingen nicht lückenlos. Wir radeln
durch den Ort, fragen nach dem Weg und biegen hinter dem Schullandheim
zwei Mal rechts ab auf den Hunte-Padd. Auf schmalem Pfad radeln wir über
die hölzerne Huntebrücke in das Naturschutzgebiet zurück zur Straße
und wenden uns links. So erreichen wir, endlich mal wieder zwischen
Spargelfeldern radelnd, bald Wildeshausen mit seinem von der Nordwestbahn
regelmäßig und komfortabel bedienten Bahnhof.
Firminius-Kirche Dötlingen
Porträt Dötlingen: Ein Ort namens Thutelingen
Dieser Name findet in den Geschichtsbüchern erstmals im Jahre 1203 Erwähnung.
Damit gehört das heutige Dötlingen mit 13 Bauernschaften zu den ältesten
Orten im Oldenburger Land. Die Gemeinde ist in ihrer wechselvollen
Geschichte den verschiedensten Einflussnahmen von Staat und Kirche
ausgesetzt gewesen. In jetziger Form existiert sie seit 1933. Großsteingräber
der Jungsteinzeit (etwa 4.000-1.800 v. Chr.) sind Zeugen einer frühen
Besiedlung dieses Gebietes. Sie wurden erbaut, als aus nomadisierenden Jägern
und Sammlern der Altsteinzeit sesshafte Bauern geworden waren. Funde aus
dieser Zeit, wie etwa Feuersteinbeile, Äxte und Klingen sind im Museum für
Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg zu besichtigen. Das Dorf Dötlingen
selbst nimmt durch seine Hanglage zur Hunte und die zusammenhängenden Wälder
eine besondere Stellung in der gesamten Region ein. Es ist ein beliebtes
Ausflugsziel für Kurzurlauber. Die über 1.000-jährige Dorfeiche, die
St.-Firminus-Kirche und den landschaftstypischen Tabkenhof sollte man
nicht versäumen.
Info: www.doetlingen.de
Dötlingen
Schau an:
Wildeshausen
Wollen
Sie mal einen Meisterbrief machen? Dann sind Sie in Wildeshausen genau
richtig: Das ist eine spaßige kleine Prüfung in verschiedenen
Disziplinen. Besonders gut geeignet für Gruppen. Schon Kinder können
hier mitmachen und den Gesellenbrief erwerben. Sie kennen das Museum mit
dem längsten Namen in Deutschland noch nicht? Dann besichtigen Sie es am
besten gleich: das Dampfkornbranntweinbrennereimuseum! Wildeshausen ist
eine geschichtsträchtige Stadt, anerkannter Luftkurort und Zentrum des
"Naturparks Wildeshauser Geest". Die unmittelbare Umgebung mit
ihren Heideflächen, ausgedehnten Wiesen und Weiden, abwechslungsreichen
Mischwäldern und reizvollen Flussauen ist ein Paradies für Radfahrer und
Wanderer. Die Geschichte der Stadt beginnt bei dem Sachsenherzog Widukind,
der in Wildeshausen viele Ländereien gehabt hat. Bereits im Jahre 1270
wurden Wildeshausen die Stadtrechte verliehen. Heute ist Wildeshausen mit
ca. 18.000 Einwohnern Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Oldenburg.
Sehenswertes
in Wildeshausen
Alexanderkirche:
älteste Kirche und einzige Basilika im Oldenburger Land. Im Innern
befinden sich sehenswerte Fresken aus dem 13. Jh., das Triumphkreuz (um
1300), verschiedene filigrane Sandsteinarbeiten wie Sakramentenhaus und
Levitensitz aus dem 14. und 15. Jh. und vieles mehr. Remter: neben der
Alexanderkirche, ältestes bewohntes Gebäude im Oldenburge Land. Das
"Kapitelhaus" diente als Speise- und Schlafsaal der damaligen
Chorherren des Stiftes Alexandri. Stadtwall: umschließt die Innenstadt,
diente im Mittelalter als Wehranlage, heute stadtnaher Spazierweg.
Glockenspiel: Am Nordgiebel des neuen Stadthauses befindet sich seit 1990
das Glockenspiel mit Figurenumlauf. Es besteht aus 23 Bronzeglocken, die
elektromagnetisch angeschlagen werden. Zu den Melodien erscheinen sechs
aus Lindenholz geschnitzte Figuren aus der Geschichte der Stadt.
Info: Verkehrsverein Wildeshausen, Am Markt 1a, 27793 Wildeshausen, Tel.:
04431-6564, info@verkehrsverein-wildeshausen.de
Info: www.wildeshausen.de
Teil
3: Von Sulingen nach Cloppenburg
Teil 5: Von Wildeshausen nach Verden
Übersicht
aller Etappen
inkl. Rundkurse
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Die 4. Etappe führt von Cloppenburg im Westen nach Wildeshausen, zwischen
Großenkneten und Syke.

Das idyllische Flüsschen Soeste
mäandert stark.

Riesenfindlinge:
Rast bei Molbergen. 
Ortseingang
Molbergen. 
Thülsfelder
Talsperre - ein Naturreservat.

Hier macht das Radeln richtig Spaß.
Schäferstatue in Garrel
Nikolausdorf

Windenergieanlagen: An der Straße nach Döhlen.

Gr. Karkenhus in Großenkneten.

Rhododendronblüte im Oldenburger Münsterland.

Idyll und Einkehrmöglichkeit am Gut Moorbek.

Die Hunte bei Dötlingen
Links
Niedersächsische
Spargelstraße e.V.
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