Von Nienburg nach
Sulingen
Von Nienburg aus geht die Tour zunächst entlang der Weser, um in
Stolzenau wieder nach Norden mit dem Ziel Sulingen zu schwenken. Dabei
durchradeln wir ein Stück des Großen Moors, das im Mai in weißer Blüte
steht. Auch die Spargelfeste in den Ortschaften lohnen einen Besuch.
2.
Ein Stück Weserradweg: Von Nienburg
über Stolzenau nach Sulingen
Übernachten
am Spargelradweg Nienburg
Von
Nienburg aus verläuft die Niedersächsische Spargelstraße
in einem großen Bogen südwärts bis Landesbergen und Uchte
und schwenkt dann wieder nordwärts nach Sulingen ein. Nahezu
parallel zur B 215 verläuft der gut ausgeschilderte Weserradweg, einer
der beliebtesten Radfernwege Deutschlands. Ab Nienburg wählen wir
eine der neuen Alternativrouten auf der westlichen Seite des Flusses. Dazu
überqueren wir zunächst den Strom auf der blauen Wesertorbrücke.
Wir folgen auf erstklassigen Wegen der Beschilderung nach Liebenau.
Auf den jungen Kornfeldern haben sich durchziehende Gänse zu einer Rast
niedergelassen. Der heftige Wind von gestern ist zu einem zarten Lüftchen
abgeflaut. 20 Grad und Sonnenschein - optimales Radlerwetter. Links
blicken wir auf das Wiesengrün des Weserdeiches. Der Fluss ist in diesem
Abschnitt vom Radweg nur sehr selten zu sehen - im Gegensatz zum Oberlauf.
Kurz vor dem Dorf Bühren wählen wir die mit weißem Pfeil in blauem
Kreis auf rotem Grund optisch deutlich abweichend ausgeschilderte
Alternativroute.
Idyllische
Alternativstrecke
Im
Dorf Bühren überqueren wir die Bahngleise, biegen sogleich nach
links und fahren auf der anfänglich gepflasterten schattigen Piste
entlang der Bahn in ein reizendes, mucksmäuschenstilles Tal. Statt uns
zum Aussichtspunkt oder zur Binner Kirche den Berg hinauf zu
quälen, überqueren wir am Ende des Tales die Gleise, nehmen rechts den nächsten
Feldweg und radeln neben dem kanalisierten Flüsschen Große Aue zu
einem schönen Grillplatz.
In der Ferne grüßt bereits das Kraftwerk Landesbergen mit seinen
zwei Schloten und dem riesigen Kühlturm.
Weiter geht die Fahrt, vorbei an Altarmen der Großen Aue, durch die
Binner Schlucht bis zu einem Bauerngehöft mit Spargelangebot. Unter der
Eisenbahnbrücke radeln wir geradeaus direkt nach Liebenau. Von
dort folgen wir der Beschilderung des Alternativ-Weserradweges, die uns
durch die Weserauen und über die Brücke nach Landesbergen (9.000
Einwohner) führt. Im Ort gibt es nicht nur Spargelhöfe, Bäcker und
Supermarkt, sondern auch die sehenswerte Hochzeitsmühle mit Mühlenhof
und alter Weserfähre. Jeden ersten Sonntagnachmittag im Monat kann die
Hochzeitsmühle mit Trauzimmer und Heimatmuseum besichtigt werden, dazu
gibt es Vorführungen traditioneller Handwerkstechniken wie Spinnen und
Weben, gelegentlich auch Backtage.
Zurück über die Brücke - an der Straße wirbt jemand mit "Bed
& Breakfast" um Gäste -, führt uns der Weserradweg ufernah
durch ein Kies- und Sandabbaugebiet. Kurz vor Stolzenau, dessen
verdrehter Kirchturm schon von Weitem grüßt, genießen wir am Weserufer
die wärmende Maisonne. Kleine Stadtrundfahrt in Stolzenau. Foto eines
beachtlichen Backsteingiebels. Abstecher zum Fluss. Die im Dornröschenschlaf
liegende Gaststätte Weserlust am Schiffsanleger wird gerade frisch
renoviert.
Schlüsselburg
Nun
folgen wir dem Weserradweg in den Flecken Schlüsselburg mit seinem
Scheunenviertel, der gedrungenen Sandsteinkirche und der Burg, die von
einer mittelalterlichen Festung zu einem Wohngebäude avanciert ist. Über
den Schleusenkanal erreichen wir Müsleringen. Hier lädt eine gemütliche
Radlerstube mit Biergarten zum Verweilen und zum Klönschnack mit anderen
Radlern ein. Woher? wohin? Gute Quartiere gehabt? Die Themen unter Radlern
gleichen sich, doch jeder hat andere, ganz individuelle Erfahrungen
einzubringen.
Kurz vor Diethe verlassen wir den Weserradweg dort, wo dieser links
abknickt, und radeln den Hügel hinauf zur Straße, biegen rechts ab nach
Frestorf und rollen links auf der B 215 die 300 m zum Abzweig nach
Haustedt. Auf einem breiten Weg passieren wir einige Häuser, fahren am
Wegedreieck geradeaus gen Westen und folgen dem Radwegweiser links nach Raddestorf-Huddestorf.
Hinter dem Gasthaus Büsching (mit Biergarten) und einem großen
Spargelfeld rechts des Weges folgen wir dem Radwegweiser. Beim Wegedreieck
verlassen wir den Rundweg Raddestorf nach rechts, folgen der leichten
Linkskurve bis zur Bushaltestelle und rollen nun geradeaus in den Ort Höfen.
Dort biegen wir rechts ab und radeln, links den neu angelegten
Landschaftssee mit Hügel im Auge, die leicht ansteigende Straße in den
Flecken Uchte hinein. Dort biegen wir links in die Hannoversche
Straße und fahren auf der B 441 in den Ort. Auch die B 61 tangiert Uchte.
In dieser Gegend gibt es jede Menge Spargelfelder, auf denen von
zahlreichen Spargelstechern meistens am frühen Vormittag und ab dem
Nachmittag das Edelgemüse geerntet wird. Die Arbeiter werden zum Teil mit
großen Bussen zu ihren Arbeitsplätzen transportiert. Uchte verlassen wir
nach einer kleinen Stadtrundfahrt auf der Mindener Straße und folgen am
Ortsausgang dem Schild nach Lohhof. Bald biegen wir von der Straße
nach rechts und radeln auf schnurgerader Asphaltpiste durch den Ort.
Großes Moor
Der
ausgeschilderte Moorweg biegt links ab, wir fahren auf sandiger werdender
Piste so gut es geht weiter und tauchen immer tiefer in die Fauna des Großen
Moores ein. Am Ende des Weges öffnet sich der Blick über die ganze
Weite des Torfabbaugebietes. Eine Touristengruppe in drei Kleinbussen
stoppt dort gerade und hört sich die Erläuterungen sachkundiger Führer
an. Wir biegen rechts ab und radeln auf die in der Ferne sichtbaren Häuser
zu. Ein Torfwerk lassen wir links liegen und fahren auf guter
Asphaltpiste durchs Moor geradeaus nach Darlaten. An der Kreuzung
links ab, vorbei an einem kleinen Moormuseum bis zur Bushaltestelle
"Abzweig Grüner Jäger", dort rechts ab auf die Böhrde-Höhe
und an der Gabelung links nach Holzhausen. In Göthen rechts
halten und weiter bis Bahrenborstel, wo es eine Sparkasse, das
Gasthaus Krone und sogar noch ein Lebensmittelgeschäft gibt.
Weiter geht's bis zur Kirchdorfer Straße und dort geradeaus hinüber in
den Hauskamp und auf dem Weser-Lippe-Radweg bis kurz vor Scharringhausen,
vor dem Ortsschild rechts bis zur Bundesstraße 61. Dort weist ein Schild
bereits nach Barenburg und Sulingen. Wir aber fahren zunächst
in den Ort. Auf dem Radweg neben der Straße erreichen wir Kirchdorf.
Ortsrundfahrt, Versorgungsmöglichkeiten, Pause! Auf dem Weg nach
Siedenburg verlassen wir Kirchdorf wieder, folgen dem Schild nach
Loge, um kurz hinter der Großen Aue links nach Barenburg
abzubiegen, dessen Freibad im Sommer sicherlich eine willkommene Abkühlung
bietet.
Nach Sulingen
Wir
folgen der heimeligen Allee nach links bis zur Hauptstraße. Dort fahren
wir nach rechts, ein paar Meter entlang der Bundesstraße, biegen dann
links Richtung Varrel ab und machen uns, gleich wieder rechts abfahrend,
auf den Weg über Schlahe direkt nach Sulingen. Entfernung laut Schild:
9,1 km. Entlang des wasserreichen Naherholungsgebietes radeln wir, nicht
ohne einen Halt bei der historischen Wassermühle, durch ein Wäldchen in
den Ort hinein. Beim Rathaus hängt ein Zimmernachweis mit Adressen von
Privatvermietern, zwei davon ruhig gelegen einige Kilometer außerhalb
angesiedelt. Dazu kommen einige Hotels und Gasthäuser im Zentrum.
Wer sichergehen will, der hat sowieso schon vorgebucht, vielleicht sogar für
einen Extra-Tag. Bei der Stadt Sulingen gibt es übrigens einen
Tourenplan für Radler und Inline-Skater mit Routen, auf denen sich die
Umgebung erkunden lässt. Auch die Stadt mit einigen schönen Fachwerkhäusern,
dem Mühlenhofpark und der Langen Straße lohnt einen Besuch. Unsere nächste
Station ist die Stadt Diepholz.
Porträt Sulingen
50
km südlich von Bremen, im Zentrum des Landkreises Diepholz, liegt die
fast 13.000 Einwohner zählende Stadt Sulingen, eingebettet in einer von
Mooren, Wäldern und Landwirtschaft geprägten Landschaft. Urkundliche Erwähnung
findet die ehemalige Siedlung Sulegon erstmals im Jahre 1029, die genau
900 Jahre später die Stadtrechte erhält. Durch die Zusammenlegung mit
dem damaligen Kreis Grafschaft Diepholz muss Sulingen 1932 den 1885
verliehenen Kreissitz für den Kreis Sulingen an Diepholz abgeben. Eine
interessante Vielfalt an Bäumen wird dem Besucher im Mühlenhofpark
geboten. Das Mühlenrad an der Kornbrennerei Lüning zeigt den Weg ins
Suletal. Ein beliebter Anziehungspunkt ist hier der Mühlenteich mit
Wasserrad.
Hier befindet sich das älteste Fachwerkhaus Sulingens, in dem an mehreren
Wochenenden im Jahr Kunstausstellungen zu sehen sind. Im Fachwerkhaus
werden die städtischen Leihfahrräder zu günstigen Konditionen
ausgegeben. Das erst kürzlich eingeweihte Radwegewandernetz bietet auf
vorbildlich ausgeschilderten Wegen die Möglichkeit, den Kreis Diepholz
mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Sulingen hat sich in
den letzten Jahren einen Namen als Solarstadt gemacht. Elf
Windkraftanlagen und über 200 Solaranlagen auf den Dächern Sulinger Bürger
und eine große Reihe von zukunftsweisenden Projekten haben dazu
beigetragen, dass die größte europäische Sonnenenergievereinigung
Eurosolar die Stadt Sulingen im Jahre 1997 mit dem Deutschen Solarpreis
ausgezeichnet hat. Ein großer Arbeitgeber im Ort ist übrigens die
international bekannte Firma Lloyd-Shoes. Bekannt ist Sulingen auch für
den berühmten "Bullenschluck", der in der Rats-Apotheke
hergestellt und verkauft wird.
Info: www.sulingen.de ; E-Mail
stadt@sulingen.de , Tel. +49 (4271) 88-0
Porträt Uchte
Die
Samtgemeinde Uchte liegt im Südwesten des Landkreises Nienburg (Weser).
Sie grenzt im Süden und Westen an den nordrhein-westfälischen "Mühlenkreis"
Minden-Lübbecke. Zahlreiche Funde von Urnen, Grabhügeln, Steinwerkzeugen
und Knüppeldämmen belegen, dass die Gegend im Wesertal bereits rund
8.000 v. Chr., also in der mittleren Steinzeit, besiedelt war.
Uchte war fast 300 Jahre hessisches Lehen. Erst 1816 kamen die beiden
Gemeinden zum Königreich Hannover und nach dessen Auflösung im Jahre
1866 zu Preußen. Nach der Gebietsreform 1974 wurde aus den vormals 20
selbständigen Gemeinden die Samtgemeinde Uchte, Niedersachsens viertgrößte
Flächengemeinde, in der rund 15.000 Menschen leben.
Wegen der schwierigen Durchgänge durch die Moore sowie der nur an wenigen
Stellen passierbaren nassen Bachniederungen erlangten die Orte zwischen
Diepenau und Uchte recht früh verkehrstechnische und strategische
Bedeutung. So führte zum Beispiel die Hauptverbindung von Hannover nach
Osnabrück, im 19. Jahrhundert auch wichtiger Postweg, über das
Territorium der heutigen Samtgemeinde. Mehrere Gaststätten oder Herbergen
boten Einkehrmöglichkeiten. Im Schloss zu Diepenau haben
"hochgestellte Persönlichkeiten" des hannoverschen Königshauses
auf dem Weg nach England häufig übernachtet.
Der Weg von Kreuzkrug über Bohnhorst nach Diepenau trägt heute noch den
Namen "Königsweg". Am Anfang des 20. Jahrhunderts war Uchte
durch den Bau dreier Eisenbahnverbindungen zusätzlich zu den Straßen ein
wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die beiden Schmalspurstrecken nach Minden
und Wunstorf sind abgerissen worden. Von der Trasse Rahden-Nienburg
bestehen nur noch die Gleise nach Rahden, die von einer Museumseisenbahn
genutzt werden. Mehrmals im Jahr verkehren planmäßige Züge, die zusätzlich
eine kostenlose Fahrradbeförderung ermöglichen.
Info: www.uchte.de
E-Mail: rathaus@sg-uchte.-de;
Tel. +49 (5763) 1830.
Teil 1: Von Burgdorf nach Nienburg
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Von Nienburg geht es südwärts
entlang der Weser und dann gen Norden nach Sulingen.

Hochzeitsmühle in Landesbergen.

Schönes
Giebelhaus in Stolzenau. 
Große
Schilder führen direkt zum Spargelerzeuger. 
Das
sehenswerte Scheunenviertel in Schlüsselburg.

Lichtspiele: Schleusenkanal bei Schlüsselburg.

Das Große Moor bei Uchte.

Spargelstecher bei der Arbeit nahe Sulingen.

Wassermühle in Sulingen.
Links
Niedersächsische
Spargelstraße e.V.
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