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Autor: Dieter Hurcks Copyright 1/2010

Radeln entlang der Niedersächsischen Spargelstraße (1b): Moore und Meer

In Burgdorf bei Hannover beginnt und endet der Spargelradweg entlang der Niedersächsischen Spargelstraße. Eine Tour mit meist flachen Etappen, die auch für Familien mit Kindern geeignet ist. 
Teil 2
- Übersicht mit Tagestouren - Trailer zur DVD 
GPS-Track 01 Burgdorf-Neustadt - Nienburg

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Von Neustadt nach Nienburg an der Weser

Wenn im Mai und Juni der Spargel sprießt, dann ist die ideale Zeit zum Radeln entlang der Niedersächsischen Spargelstraße gekommen. Diese touristische Route führt über etwa 750 km durch alle vier Regierungsbezirke Niedersachsens, also Hannover, Braunschweig, Lüneburg und Weser-Ems. Sie orientiert sich hauptsächlich an Bundesstraßen wie der B 188, der B 214 oder der B 3. In den Auto-Karten ist sie meistens eingezeichnet.


1 b: Von Neustadt nach Nienburg

Streckenprofil: wenige leichte Steigungen, ca. 35 km

Nach einer Kaffeepause wartet auf uns, die wir noch weiter wollen, nun ein landschaftliches Highlight: das Steinhuder Meer. Ab Neustadt radeln wir auf gut ausgeschilderten Wegen westwärts, unterqueren die Bahngleise gleich neben dem Bahnhof und erreichen bald das Tote Moor. Hier wird noch intensiv Torf abgebaut, wovon die Maschinengeräusche von rechts und links der Straße künden.

Nach etwa 7 km weist links der Straße ein Schilderbaum auf die Wege am Steinhuder Meer hin. Wir folgen dem Schild nach Mardorf, genießen beim Weißen Berg am Strand für eine Viertelstunde die milde Nachmittagssonne, beobachten dabei die Surfer, die im Gegensatz zu uns den Wind zum Freund haben, und bereiten uns auf die letzte Etappe nach Nienburg vor.

Kurz hinter dem Gasthaus Weißer Berg zeigen Schilder rechts das nächste Ziel an: Schneeren 5 km. Auch Nienburg ist mit 29,8 km bereits angekündigt. Ein idyllischer Waldweg begleitet uns fortan. Links zweigt der Weg zum Bannsee ab, wir nehmen jedoch die andere Richtung und genießen die Ruhe und Beschaulichkeit in dieser Gegend.

In Schneeren lädt das Gasthaus Asche mit Biergarten zum Verweilen, ebenso Der Pferdestall. Wir jedoch hatten ja gerade erst eine Pause und rollen, dem Schild nach Nienburg folgend, auf einen Turm zu. Das Gelände wird hügeliger. In der Kurve fahren wir jedoch nicht auf dem Richtung Turm bergauf führenden Waldweg Richtung Linsburg, sondern bleiben auf der Asphaltstraße und erreichen bald das Dorf Bolsehle. Der Anstieg nach Meinkingsburg erfordert noch mal eine gehörige Kraftanstrengung. Dort fahren wir ein paar Meter auf der B 6 und biegen beim Gasthaus rechts ab nach Linsburg. Wir biegen links in die Bergstraße und radeln wiederum bergan.

Tipp: Wer eine Pause benötigt, biegt von der Hauptstraße rechts ab in die Straße Grund und findet beim Gasthof Zum Lindenhof (mit Biergarten) Verköstigung.

Auf der Straße Zum Hestern geht’s nun zügig weiter durch in voller Blüte stehende, süßlich duftende Rapsfelder bergab. Ehe wir uns vor dem Wald links halten, passieren wir einen Schweinemastbetrieb. Kurz darauf wird der Weg wieder besser. Denn bald stoßen wir auf Asphalt und radeln unter den geschlossenen Wipfeln des Waldes, der rechts der Straße militärischer Sicherheitsbereich ist, gut „behütet“ nach Langendamm.

Dort geht’s lang durch den Ort, dann links in die Breslauer Straße, weiter rechts auf den Mühlenweg und gleich wieder links in die Ostlandstraße – so gelangen wir zur B 6, die wir unterqueren und auf der Hannoverschen Straße, immer geradeaus rollend, Nienburg erreichen.



Hier sind Sie auf dem richtigen Weg. Der Spargelradweg ist allerdings (noch) nicht augeschildert.

Städteporträt: Nienburg an der Weser

1025 erstmals urkundlich erwähnt. Damals soll der Mindener Domherr Milo seine Nienburger Güter der Mindener Kirche geschenkt haben. Wenn in der Urkunde von „Nienburg“ („Neue Burg“) die Rede ist, muss hier schon einige Zeit, vermutlich zum Schutz des Weserübergangs, eine Burg gestanden haben. Im Schutze der Burg entsteht eine Siedlung, die in einer Urkunde des Loccumer Archivs (1313) bereits als „civitas“ (Stadt) bezeichnet wird. Der 30-jährige Krieg bringt Belagerung und Zerstörung; das alljährliche „Scheibenschießen“ am Montag nach Johanni erinnert noch immer daran. Die erste Steinbrücke über die Weser wird 1717 auf Wunsch Georgs I., König von England und Kurfürst von Hannover, errichtet.

1847 wird die Bahnlinie Hannover-Nienburg-Bremen als einer der ersten Schienenwege Norddeutschlands eröffnet. Heute ist Nienburg, zwischen Hannover und Bremen gelegen, mit rund 33.000 Einwohnern kulturelles und wirtschaftliches Zentrum an der Mittelweser. 

Die Nienburger Bärenspur  

Das Wappen der Kreisstadt Nienburg zeigt neben einem von neun Herzen umgebenen Lüneburger Löwen, drei Spitztürmen und einem Tor mit Fallgatter auch eine Bärentatze. Sie weist auf die Bedeutung der Grafen von Hoya in der Stadtgeschichte hin. Die Tatze war Vorlage für das gleichnamige Biskuit-Gebäck. Aufgemalte Bärentatzen führen zu 28 Sehenswürdigkeiten in der Altstadt. Diese „Nienburger Bärenspur“ ist ein Rundgang der ganz eigenen Art.

Sehenswert: Spargelbrunnen in der Langen Straße, Rathaus, z.T. aus dem 14. Jhdt., Ratskeller von 1526, Pfarrkirche St. Martin im Stil der Norddeutschen Backsteingotik – Wahrzeichen der Stadt, Stadtkontor am Kirchplatz, Stockturm – ehem. Schlossturm am Weserwall, „Flotte Weser“.

Info www.mittelweser-tourismus.de,
und www.nienburg.de

 

Teil 1 a: Von Burgdorf nach Neustadt
Teil 2: Von Nienburg nach Sulingen


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Wer in der JH Mardorf übernachtet, hat genügend Zeit, das Steinhuder Meer zu umrunden.



Rund um Niedersachsens größten Binnensee sind es etwa 35 Kilometer.



Kanal und Anwesen bei Hagenburg.



Steinhude ist ein Anziehungspunkt für Touristen.
Hier ist etwa die Hälfte der Runde geschafft.



Die abendliche Weser in Nienburg.



Nienburg: Schöne Fachwerkhäuser, im rechten ist sogar eine Fahrradpension untergebracht.

Die DVD zum Spargelradweg
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