Von Neustadt nach
Nienburg an der Weser
Wenn im Mai
und Juni der Spargel sprießt, dann ist die ideale Zeit zum Radeln entlang
der Niedersächsischen Spargelstraße gekommen. Diese touristische Route führt
über etwa 750 km durch alle vier Regierungsbezirke Niedersachsens, also
Hannover, Braunschweig, Lüneburg und Weser-Ems. Sie orientiert sich
hauptsächlich an Bundesstraßen wie der B 188, der B 214 oder der B 3. In
den Auto-Karten ist sie meistens eingezeichnet.
1 b: Von Neustadt nach Nienburg
Streckenprofil:
wenige leichte Steigungen, ca. 35 km
Nach einer Kaffeepause wartet auf uns, die wir noch weiter wollen, nun ein
landschaftliches Highlight: das Steinhuder Meer. Ab Neustadt radeln wir
auf gut ausgeschilderten Wegen westwärts, unterqueren die Bahngleise
gleich neben dem Bahnhof und erreichen bald das Tote Moor. Hier wird noch
intensiv Torf abgebaut, wovon die Maschinengeräusche von rechts und links
der Straße künden.
Nach etwa 7 km weist links der Straße ein Schilderbaum auf die Wege am
Steinhuder Meer hin. Wir folgen dem Schild nach Mardorf, genießen beim
Weißen Berg am Strand für eine Viertelstunde die milde Nachmittagssonne,
beobachten dabei die Surfer, die im Gegensatz zu uns den Wind zum Freund
haben, und bereiten uns auf die letzte Etappe nach Nienburg vor.
Kurz hinter dem Gasthaus Weißer Berg zeigen Schilder rechts das nächste
Ziel an: Schneeren 5 km. Auch Nienburg ist mit 29,8 km bereits angekündigt.
Ein idyllischer Waldweg begleitet uns fortan. Links zweigt der Weg zum
Bannsee ab, wir nehmen jedoch die andere Richtung und genießen die Ruhe
und Beschaulichkeit in dieser Gegend.
In Schneeren lädt das Gasthaus Asche mit Biergarten zum Verweilen, ebenso
Der Pferdestall. Wir jedoch hatten ja gerade erst eine Pause und rollen,
dem Schild nach Nienburg folgend, auf einen Turm zu. Das Gelände wird hügeliger.
In der Kurve fahren wir jedoch nicht auf dem Richtung Turm bergauf führenden
Waldweg Richtung Linsburg, sondern bleiben auf der Asphaltstraße und
erreichen bald das Dorf Bolsehle. Der Anstieg nach Meinkingsburg erfordert
noch mal eine gehörige Kraftanstrengung. Dort fahren wir ein paar Meter
auf der B 6 und biegen beim Gasthaus rechts ab nach Linsburg. Wir biegen
links in die Bergstraße und radeln wiederum bergan.
Tipp: Wer eine Pause benötigt, biegt von der Hauptstraße rechts ab in
die Straße Grund und findet beim Gasthof Zum Lindenhof (mit Biergarten)
Verköstigung.
Auf der Straße Zum Hestern geht’s nun zügig weiter durch in voller Blüte
stehende, süßlich duftende Rapsfelder bergab. Ehe wir uns vor dem Wald
links halten, passieren wir einen Schweinemastbetrieb. Kurz darauf wird
der Weg wieder besser. Denn bald stoßen wir auf Asphalt und radeln unter
den geschlossenen Wipfeln des Waldes, der rechts der Straße militärischer
Sicherheitsbereich ist, gut „behütet“ nach Langendamm.
Dort geht’s lang durch den Ort, dann links in die Breslauer Straße,
weiter rechts auf den Mühlenweg und gleich wieder links in die
Ostlandstraße – so gelangen wir zur B 6, die wir unterqueren und auf
der Hannoverschen Straße, immer geradeaus rollend, Nienburg erreichen.

Hier sind Sie auf dem
richtigen Weg. Der Spargelradweg ist allerdings (noch) nicht
augeschildert.
Städteporträt:
Nienburg an der Weser
1025
erstmals urkundlich erwähnt. Damals soll der Mindener Domherr Milo seine
Nienburger Güter der Mindener Kirche geschenkt haben. Wenn in der Urkunde
von „Nienburg“ („Neue Burg“) die Rede ist, muss hier schon einige
Zeit, vermutlich zum Schutz des Weserübergangs, eine Burg gestanden
haben. Im Schutze der Burg entsteht eine Siedlung, die in einer Urkunde
des Loccumer Archivs (1313) bereits als „civitas“ (Stadt) bezeichnet
wird. Der 30-jährige Krieg bringt Belagerung und Zerstörung; das alljährliche
„Scheibenschießen“ am Montag nach Johanni erinnert noch immer daran.
Die erste Steinbrücke über die Weser wird 1717 auf Wunsch Georgs I., König
von England und Kurfürst von Hannover, errichtet.
1847 wird die Bahnlinie Hannover-Nienburg-Bremen als einer der ersten
Schienenwege Norddeutschlands eröffnet. Heute ist Nienburg, zwischen
Hannover und Bremen gelegen, mit rund 33.000 Einwohnern kulturelles und
wirtschaftliches Zentrum an der Mittelweser.
Die
Nienburger Bärenspur
Das Wappen der Kreisstadt Nienburg zeigt neben einem von neun Herzen
umgebenen Lüneburger Löwen, drei Spitztürmen und einem Tor mit
Fallgatter auch eine Bärentatze. Sie weist auf die Bedeutung der Grafen
von Hoya in der Stadtgeschichte hin. Die Tatze war Vorlage für das
gleichnamige Biskuit-Gebäck. Aufgemalte Bärentatzen führen zu 28
Sehenswürdigkeiten in der Altstadt. Diese „Nienburger Bärenspur“ ist
ein Rundgang der ganz eigenen Art.
Sehenswert: Spargelbrunnen in der Langen Straße, Rathaus, z.T. aus dem
14. Jhdt., Ratskeller von 1526, Pfarrkirche St. Martin im Stil der
Norddeutschen Backsteingotik – Wahrzeichen der Stadt, Stadtkontor am
Kirchplatz, Stockturm – ehem. Schlossturm am Weserwall, „Flotte
Weser“.
Info www.mittelweser-tourismus.de,
E-Mail info@mittelweser-tourismus.de
Tel. +49 (5021) 91763-0
und www.nienburg.de,
Tel. +49 (5021) 87354.
Teil
1 a: Von Burgdorf nach Neustadt
Teil
2: Von Nienburg nach Sulingen
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Wer in der JH Mardorf übernachtet, hat genügend Zeit, das Steinhuder
Meer zu umrunden.

Rund um Niedersachsens größten Binnensee sind es etwa 35 Kilometer.

Kanal und Anwesen bei Hagenburg.

Steinhude ist ein Anziehungspunkt für Touristen.
Hier ist etwa die Hälfte der Runde geschafft.

Die abendliche Weser in Nienburg.

Nienburg: Schöne Fachwerkhäuser, im rechten ist sogar eine
Fahrradpension untergebracht.
Die DVD zum Spargelradweg
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