Kräutergarten und
Fachwerk in Celle
Zwischen Braunschweig und
Celle, der Elbe und Lüneburg, zwischen Bremen, Cloppenburg und Vechta
im Oldenburger Münsterland, weiter von Nienburg über Hoya nach Soltau
erstreckt sich ein ideales, familienfreundliches Radelgebiet ohne größere
Steigungen, in dem das delikate Stangengemüse angebaut wird. Eines der
kulturellen Highlights ist die alte Residenz und Fachwerkstadt Celle.
Übernachten
am Spargelradweg Burgdorf
14.
Von Burgdorf über Wienhausen nach Celle und zurück
- Auf
einen Blick
Strecke:
flach, 64 km
Ruhiges Radeln im Burgdorfer Land und entlang der Aller
Besuch des Klosters Wienhausen - ein Monument der Backsteinarchitektur
die alte Residenzstadt Celle mit Kräutergarten, Französischem
Garten, Schloss und malerischer Altstadt
Von
Burgdorf aus radeln wir auf guten Wegen zunächst zum Kloster Wienhausen
und dann weiter nach Celle, einer gut erhaltenen, sehenswerten
Fachwerkstatt mit imposantem Wasserschloss. Die Rückkehr kann wahlweise
per Bahn oder per Rad erfolgen. Der Rückweg verläuft ohne Steigungen
etwa parallel zur Bahnlinie Celle-Burgdorf auf gut ausgeschilderten Wegen.
Zusteigemöglichkeiten in Ehlershausen und Otze.
Von Burgdorf, der Spargelstadt mit Fachwerk-Ambiente, geht es
diesmal nach Celle, der „schönsten Stadt Deutschlands“. Die Stadt,
die im 2. Weltkrieg von den Bombern der Allierten verschont wurde, präsentiert
sich als eine Art Rothenburg des Nordens mit vielen komplett erhaltenen
Fachwerk-Straßen. In der Spargelzeit gibt es Spargelführungen, ansonsten
regelmäßige Stadtführungen. Info: www.burgdorf.de
Die Tour führt uns weitestgehend über autofreie Wege von Burgdorf über Dachtmissen
und Hänigsen nach Nienhagen, dann über die B 214 nach
Flackenhorst und weiter nach Bockelskamp.
Der
Findelhof in Bockelskamp, ein alter Bauernhof, der zu einem
rustikalen Veranstaltungszentrum mit Flair umgestaltet worden ist, liegt
an diesem Tag in seltsamer Ruhe. Kein Antikflohmarkt! Kein Weinfest! Kein
Oldtimertreffen. Und Weihnachtsmarkt natürlich schon gar nicht. Einfach
STILLE. Nur der Hund kläfft uns an. mehr
Von
Bockelskamp machen wir einen Abstecher zum Kloster Wienhausen.
Wienhausen
und das Kloster
Was
wäre Wienhausen ohne sein Kloster! Schon das Wappen des Ortes weist
dieses aus. Eine erste Urkunde aus dem Jahre 1022 nennt den Ort noch
Huginhusen. Das soll auf den fränkischen Vornamen Hugo zurückgehen. In
alten Quellen werden die Franken Hugones genannt. Sollte hier noch ein
Anklang an die Zeit von Widukind und Karl dem Großen vorliegen?
1054 bekommt der Ort Markt-, Zoll- und Schiffahrtsrecht. Später jedoch
begünstigte der Landesherr die Stadt Celle. Aus Wienhausen wäre also nie
mehr geworden als aus anderen Dörfern, wenn nicht Agnes v. Meißen, die
Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, ein 1229 in Nienhagen gegründetes
Zisterzienser-Nonnenkloster schon wenige Jahre später nach Wienhausen
geholt hätte. Das war 1231. Agnes verstarb 1248 und wurde in Wienhausen
beigesetzt.
Das Kloster ist ein Juwel niederdeutscher Backsteingotik und
Fachwerkbaukunst. Es ist heute wohl das bekannteste der sechs Lüneburger-Heide-Klöster.
Ein Besuch des Klosters ist lohnend. Es ist eine Schatzkammer und zeigt
gotische Kunst im ursprünglichen Zusammenhang, kostbarste Malereien in
der Allerheiligenkapelle, gotische Kreuzgänge, Kapitelsaal, Bildwerke,
Gemälde und Kulturgeräte - ein Genuss unvergleichlicher
mittelalterlicher Klosterkultur.
Besonders sehenswert ist der Nonnenchor mit seiner einzigartigen vollständigen
Bemalung von 1335 und einem Schnitzaltar von 1519. Bekannt ist das Kloster
auch für seine wertvollen gotischen Bildteppiche aus dem 14. und 15.
Jahrhundert.
Geöffnet: Teppichausstellung mit Audioführungen vom 1.7. bis 28.9.:
sonntags und an kirchlichen Feiertagen 12-18 Uhr, werktags u. an nicht
kirchl. Feiertagen 10-18 Uhr, montags geschlossen. Für Gruppen ist eine
Anmeldung unbedingt erforderlich! Tel. 05149 / 186224.
Rathaus Wienhausen: Als Wassermühle 1591 von Herzog Wilhelm dem Jüngeren
von Braunschweig und Lüneburg durch einen unbekannten begnadeten
Baumeister mit sehr viel Schönheitssinn erbaut. Ein Fachwerkgebäude mit
wuchtigem eichenem Holzwerk, wie es in seiner schlichten erhabenen Schönheit
in Niedersachsen nur sehr selten anzusehen ist.
Quelle: www.region-celle.de und www.wienhausen.de
Auf
gen Celle
Nach
dem Wienhausen-Abstecher radeln wir zurück nach Bockelskamp und folgen
dort der Beschilderung nach Osterloh. Der Weg dorthin wurde
ausgebaut und ist gut befahrbar. Bald erreichen wir die Alller, wo
wir am Ufer im Schatten eines Busches unser mitgebrachtes Mittagsmahl
verzehren. Das Wehr überquerend, führt der Weg uns über Osterloh zur
Hauptstraße nach Lachtehausen.
Dort biegen wir rechts ein und gelangen nach etwa 200 m wieder links durch
den Wald bergab an die Aller zurück. Weiter geht’s hart am Fluss
entlang, auf einer Brücke über die rostig braunes Wasser
transportierende Lachte, die sich ein paar Meter weiter in die Aller ergießt,
zu einem sehenswerten Heilkräutergarten mit angeschlossenem Café.
Die Aussicht und Ruhe dort sollte man mindestens einen Cappuccino lang
genießen.
Übernachten
am Spargelradweg Celle
Denn nun kommt schon Celle deutlich in Sicht. Der Wassersportverein
trainiert, die Pfennigbrücke führt uns hinüber in die Altstadt.
Wer Celle nicht kennt, sollte unbedingt die Straßen erkunden und sich vom
Flair des modernen Mittelalters gefangen nehmen lassen. Celle ist eine
Perle der Fachwerkarchitektur, wie man sie in solch geschlossener
Formation nur noch selten findet. Insbesondere das Celler Schloss und das Bomann-Museum
lohnen einen Besuch.
Wir
fahren an der Feuerwache vorbei in die Wehlstraße hinein und gleich
rechts direkt zum herrlich gelegenen Bieneninstitut und von dort
durch die schattige Allee im Französischen Garten, staunen über
den scheinbar im Blumentopf wachsenden Baum und freuen uns am
Springbrunnen des Teiches.
Altstadtperle
Celle
Die
Stadt Celle liegt am Südrand der Lüneburger Heide, ca. 35 km nordöstlich
von Hannover, und hat rund 72.000 Einwohner, die in der Kernstadt sowie 17
umliegenden Ortschaften leben.
Erstmals im Jahre 993 als Kellu (Siedlung am Fluß) urkundlich erwähnt,
wurde die Stadt 1292 an der Aller einige Kilometer weiter westlich neu
gegründet.
Heute verfügt Celle über einen historischen Altstadtkern mit ca. 480
restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.
Mittelpunkt sind das seit 1292 erbaute Herzogschloss mit der 1485
eingeweihten Schlosskapelle, die 1308 eingeweihte Stadtkirche mit barocker
Ausstattung und der Gruft der Welfenherzöge sowie das Rathaus, das über
einen Weser-Renaissance-Giebel und einen der ältesten Gasthöfe
Niedersachsens, den Ratskeller von 1378, verfügt.
1786 gründete Albrecht Thaer, Celles größter Sohn, die erste deutsche
landwirtschaftliche Versuchsanstalt in den Dammasch-Wiesen (heute Thaers
Garten). Celle hat das Prädikat „Schönste Stadt in Deutschland“ im
Jahre 2002 nicht zuletzt wegen seiner gepflegten Gärten und Grünanlagen
bekommen, in denen zu bummeln ein wahres Vergnügen ist. Highlights sind
z.B. der Französische Garten und der neu angelegte Celler
Heilpflanzengarten. Er bietet einen Reichtum an unterschiedlichsten
Heilpflanzen.
Das weitläufige Gelände - der Garten ist einer der größten seiner Art
in Europa - lädt ein zum Schlendern zwischen duftenden Heilkräutern und
zum Verweilen am sprudelnden Quelltopf.
Durch Informationstafeln und Einzelbeschilderung erfährt der Besucher
gleichzeitig etwas über die einzelnen Pflanzen und wie sich z.B. Pfarrer
Kneipp oder Hildegard von Bingen der Heilpflanze bedienten.
Schlossführungen:
Das
Herzogschloss ist sicher das bedeutendste Bauwerk der Stadt. Es
geht auf eine Anlage aus dem 13. Jahrhundert zurück. Im 14. Jahrhundert
wurde die ehemalige Burg zum Fürstensitz umgestaltet. Nach Einführung
der Reformation unter Herzog Ernst dem Bekenner erfolgte ab 1530 der Umbau
zu einem Renaissanceschloss. Während der Regierungszeit Herzog Georg
Wilhelms (1665-1705) und seiner Gemahlin Eléonore d’Olbreuse fanden
umfangreiche Um- und Ausbaumaßnahmen statt, die dem Schloss sein bis
heute vorherrschendes barockes Erscheinungsbild gaben.
Nach dem Tod Georg Wilhelms wurde das Celler Schloss nicht mehr regelmäßig
bewohnt. Von 1772 bis 1775 lebte die dänische Königin Caroline Mathilde
nach ihrer Scheidung von Christian VII. im Ostflügel des Schlosses,
1839/40 wurde es unter Leitung des hannoverschen Architekten G.L.F. Laves
zur Sommerresidenz des hannoverschen Hofes ausgebaut. Das Schlosstheater,
das um 1674/75 eröffnet wurde, ist das älteste mit einem eigenen
Ensemble ständig bespielte Theater Deutschlands.
Die Besichtigung der historischen Schlossräume und der Schlosskapelle ist
nur im Rahmen einer dreiviertelstündigen Führung möglich. Führungen
sind täglich außer montags: Januar bis März sowie November bis Dezember
11 und 15 Uhr, April bis Oktober stündlich von 11 bis 15 Uhr.
Info: Tel. +59 (5141) 1212, E-Mail info@tourismus-region-celle.de
Quellen: www.celle.de
und www.region-celle.de
Celler
Straßenkunst: An
der Ecke Stechbahn/Poststraße: eine Bronzeplastik des 1920 geborenen
französischen Bildhauers Jean Ipousteguy mit dem Titel „Homme passant
la porte“ (Ein Mann durchstößt die Pforte). Das 1966 entstandene Werk
befindet sich im Besitz der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und
steht seit 1992 an dieser Stelle. Mit Hilfe mythischer Zitate
versinnbildlicht es das Sterben als bewussten Akt und setzt es in
Gegensatz zu einer modernen Erscheinung, dem besinnungslosen Vorwärtshasten,
in dem der Mensch vom Tod überrascht wird.
Der Kopf eines Hundes weist auf den Höllenhund Cerberos und die Münze in
der Hand des Mannes auf den Obolos, das Geldstück, das man dem Fährmann
für den Transport über den Styx in das Reich des Totengottes Hades zu übergeben
hatte. Wülste am Hinterkopf deuten auf Reste frisch abgeschnittenen
Haares; die Gattin des Hades, Persephone, schnitt in der Sage einigen in
das Totenreich Eingekehrten die Haare ab. Geistige Zusammenhänge gewinnen
plastische Gestalt: Ipousteguy gilt als einer der bedeutendsten Vertreter
des Neuen Realismus in der Plastik.
In
der Nähe des Schwimmbades erreichen wir die Sägemühlenstraße, überqueren
die B 3, folgen der Jägerstraße, dann der Fuhsestraße nach links und
unterqueren auf der Wiesenstraße die Bahn. Nach den Schienen gleich links
auf der Riemannstraße/Denickestraße Richtung Süden.
Entlang der Hasenbahn fahren wir auf die Straße Krähenberg, bis wir auf
die Fuhrberger Landstraße stoßen. Dort links ab. Bald sehen wir
das Schild, das uns zur Waldwirtschaft „Alter Kanal“ leitet. Im
idyllischen Biergarten gönnen wir uns die verdiente Pause. Das Juwel
Cellescher Gastronomie bietet zu fairen Preisen eine Speisekarte mit großer
Auswahl. Auch der Spargelfreund findet in der passenden Jahreszeit sicher
das ihm mundende Gericht.
Irgendwann müssen wir dann doch weiter, schieben übers Biergartengelände
bis zu Kanalbrücke, fahren anschließend gleich links und am Feldrand auf
der Straße Schwarzerden bis zur Fuhrberger Landstraße, dort rechts,
hinter der Apotheke links in das Wohngebiet.
Wir folgen dem fast zugewachsenen Schild „Naturfreundehaus“, schließlich
dem hölzernen Wegweiser über Dasselsbruch, fahren am Adamsgraben auf dem
neu angelegten Radweg entlang, biegen in die Theaterstraße ein und
erreichen Großmoor. Dort nehmen wir gleich in der Verlängerung
den Kurfürstendamm.
Am Knick bleiben wir auf Südkurs, auch wenn der Weg etwas schlechter
wird, und sehen schon die Segelflieger über dem Flugplatz Ehlershausen
kreisen, wo eine weitere Verschnaufpause, bei etwas Glück sogar mit
Flugbetrieb, angesagt ist.
Südlich am Flugplatz vorbei radeln wir, bald wieder auf Asphalt, leicht
bergan Richtung Ramlingen, passieren das Wasserwerk und den
Golfplatz und erreichen die Ortsmitte. Von Ramlingen führt der Weg
über die ausgeschilderte Hauptstraße (Messenberg), auf der Brücke über
die B 3 hinweg, nach Otze und zurück nach Burgdorf.
Fazit: Eine abwechslungsreiche Tour, auf der es viel zu sehen gibt.
Jede Menge Natur, aber auch viele kulturelle Highlights - besonders natürlich
das „Denkmal“ Celle.
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Stadtführung in Burgdorf zum Thema
Spargel.

Per Fahrrad zu den Burgdorfer Spargelfeldern.

Schöner Pausenplatz: Am Allerwehr.

Sehenswert: Celler Kräutergarten an der Aller.

Französischer Garten in Celle.

Löwenstark: Celles Fachwerk-Altstadt.

Celles Rathaus, natürlich mit Ratskeller.

Das herzögliche Residenzschloss von Celle.

Rathaus, Kirche, Fachwerk: Celles
Postkartenansicht.
 Blütenpracht
im Celler Stadtpark.

Im Celler Stadtpark lässt sich´s gut pausieren. 
Burgdorfs Innenstadt ist seit Oktober 2009 durch eine Umgehungsstraße vom
Durchgangsverkehr entlastet.
Links
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