Schleuse, Löns und
Schusterjunge
Von Uelzen
folgt die Route zunächst dem Elbeseitenkanal und erreicht über Bad
Bodenteich mit der kleinen, sehenswerten Burg die Schuster- und
Brauerstadt Wittingen. Auf meist guten, ruhigen Wegen erreichen wir
Hankensbüttel. Auch dese
Etappe ist Teil eines Rundkurses entlang der Niedersächsischen
Spargelstraße und kann natürlich ebenso als Einzeletappe gefahren werden.
10.
Von Uelzen über Wittingen nach Hankensbüttel
- Auf
einen Blick
Strecke: ohne Schwierigkeiten, 48
km
Hundertwasserbahnhof in Uelzen
Elbeseitenkanal und Schleuse Uelzen
Brauer- und Schusterstadt Wittingen
Hankensbüttel mit Otternzentrum
Uelzen, die Stadt im Zentrum der Lüneburger
Heide und das westliche Tor zum Wendland, offenbart viele Spuren des
Mittelalters, wurde aber über die Region hinaus erst durch den im Stile
von Friedensreich Hundertwasser umgestalteten Bahnhof so richtig bekannt.
Wer seine Spargeltour nach der Bahnankunft dort beginnt, sollte sich
gleich vor Ort umschauen oder, falls er am Nachmittag Uelzen erreicht,
sogar eine der angebotenen Führungen in Anspruch nehmen (siehe Bericht
in Teil 9).
Vom
Uelzener Bahnhof gelangt man in wenigen Minuten in die Innenstadt, wo sich
eine kleine Besichtigungsrundfahrt rund um das Alte Rathaus und die St.-Marien-Kirche
lohnt.
Das Touristenbüro befindet sich übrigens im Neuen Rathaus an der Veerßer
Straße.
Nach der Rundfahrt ist unser nächstes Ziel der Elbeseitenkanal. Am
einfachsten gelangen wir aus der City dorthin über die Hochgraefestraße,
biegen rechts in die Esterholzer Straße ein und radeln gleich wieder schräg
links leicht hinauf in ein neues Wohngebiet. Am Ende des
Wilhelm-Burmeister-Weges sehen wir vor uns schon die Brücke über die
Schnellstraße. Hinter der Brücke links und gleich wieder rechts hinunter
an den Kanal.
Entlang des Elbeseitenkanals fahren wir der schon von weitem sichtbaren Schleuse
entgegen. Die Uelzener Schleuse (siehe Extra-Beitrag
in Teil 9) hat eine Besucherplattform, von der aus man den Blick in einen
der längsten Schleusentröge Europas werfen kann. Nebenan schaut man in
die drei Speicherbecken. Es ist schon imposant, wenn das Wasser bei der
Schleusung mit Hochdruck in die Speicher gepumpt wird.
Nach Bad Bodenteich
Nach
diesem Ausflug in die Kanalschiffahrt radeln wir weiter südwärts. Kurz
vor der Eisenbahnunterführung biegen wir halbrechts in einen durch ein
Gatter gesicherten Wiesenweg ein, der bis zur Straße neben der Bahnlinie
hinunterführt. Falls das Gatter verschlossen ist, kann man notfalls auch
bei der Unterführung den Deich hinunter schieben.
Nach der Kanalunterquerung erreichen wir das Dorf Bollensen. Ein
leicht zu übersehendes Radwegezeichen weist den Weg nach rechts in die
Poststraße. Immer geradeaus, unbeirrt von einem
"Sackgasse"-Verkehrszeichen, radeln wir auf schmaler werdendem
Weg gen Wieren. Über einem Flüsschen namens Aue unterqueren wir die
Eisenbahn und erreichen Wieren.
Uns an der Hauptstraße rechts haltend, biegen wir hinter Kirche, Villa
und Fabrikschornstein beim Radwegweiser nach Bodenteich rechts ab.
Ein Ensemble restaurierter landwirtschaftlicher Gebäude linker Hand, die
"Ponderosa", fesselt den Blick. Rechts deutet ein prachtvolles
Bauernhaus auf den hohen Stellenwert der Landwirtschaft in dieser Region
an der Spargelstraße hin. Nun begleiten wir die Aue bis Bad Bodenteich.
In Bad Bodenteich sollte man sich die Zeit für einen Ausflug in den
Seepark nehmen oder zumindest der alten Burg einen Besuch
abstatten.
Herbstfarben
Anschließend geht es in flotter Fahrt auf einem straßenbegleitenden
Radweg vorbei an riesigen Spargelfeldern über Neu Lüder nach Langenbrügge.
Auch wenn der Autoverkehr nicht so stark war, genießen wir nun die Ruhe
auf dem Weg nach Lüben, einem der schönsten Dörfer im Landkreis
Gifhorn. Die Lübener Tenne und das "Museum im Dorf" sind
die Hauptanziehungspunkte für Ausflügler in diesem Rundlingsdorf. Kinder
dürften am Naturerlebnispfad ihre Freude haben. "Erpensen 2
km" steht auf dem Wegweiser, dem wir nun folgen. Dort lädt das
Gasthaus Piep zur Einkehr. Fast überall ist die Radwegebeschilderung im
Landkreis Gifhorn vorbildlich. Nun sind es nur noch 3 km bis Wittingen,
wie der Wegweiser uns mitteilt. Klar, dass in dieser schmucken Kleinstadt
erst mal eine Rundfahrt angesagt ist.
Wittinger Braukunst
Das Wittinger Bier wird weit über den Ort
hinaus ausgeschenkt. Auf dem Marktplatz hält ein Braumeister zwei Krüge
hoch, während ein Schusterjunge auf der Kirchentreppe an die alte
Tradition dieses Handwerks in Wittingen erinnert. Eine andere
Figurengruppe mit Bauer und Kuh sowie Reiter und Pferd rundet das
Kunstensemble auf dem Wittinger Marktplatz ab. Mit einem Besuch des Junkerhofs
beschließen wir die kleine Stadtrundfahrt.
Dem Schild Stadthalle folgend, erreichen wir die Schützenstraße und
rollen gen Darrigsdorf. An der Wegegabel rechts auf die Windräder
zuhalten und vorsichtig die Bahngleise überqueren, denn hier fahren
wieder Züge - leider nicht bis Hankensbüttel, wo nur noch eine
Museumsbahn verkehrt. Hinter dem Bauerngehöft schlägt der
landwirtschaftliche Weg einen Bogen bis ins Dorf. An der Kirche links
abbiegen und bis zur Landstraße radeln, dort über Glüsingen auf
der Straße nach Alt-Isenhagen, wo das berühmte
Zisterzienserkloster gegründet worden ist, weiter zur jetzigen
Klosteranlage Isenhagen und der 1.000-jährigen Linde.
Isenhagen
Kloster Isenhagen
Für einen Besuch des nahe gelegenen Otter-Zentrums sollte man allerdings
schon ein paar Stunden Zeit mitbringen. Vom Kloster, das besichtigt werden
kann, ist es, dem Schild Oerrel/Emmen folgend, nur noch ein Katzensprung
nach Hankensbüttel, das stark unter dem Straßenverkehr auf der
Bundesstraße 244 zu leiden hat. Für die Übernachtung bietet sich u.a.
die am Ortsausgang nahe des Bahnhofs ruhig gelegene Jugendherberge an. Der
Bahnhof wird derzeit nur noch für die Museumsbahn genutzt. Allerdings
findet immer noch Güterverkehr statt.
Bad Bodenteich
Der
fast 1.000-jährige Marktflecken mit seinem gesunden Reizklima hat sich
insbesondere auf die Schrothkur spezialisiert, eine Stoffwechselkur zum
Entgiften und Entschlacken des Körpers.
Markant beherrscht der 20 ha große Seepark das Erscheinungsbild des
Ortszentrums. Von April bis September werden einmal wöchentlich
Kurkonzerte im Musikpavillon angeboten. Am zweiten Wochenende im August
findet das beliebte Seeparkfest statt, am dritten Wochenende im September
sind auf der Burg die Kürbistage angesagt. Ende April/Anfang Mai ist der
Burgplatz Ort eines mittelalterlichen Spektakels.
Bodenteich, das nur knapp über 4.000 Einwohner zählt, war ein
bedeutender Amtsbezirk, in dessen Lagerbuch im Jahre 1614 immerhin 159 Dörfer
und "Eigenständige Höfe" verzeichnet sind. In die
Hohheitsgrenzen Bodenteichs waren im 18. Jahrhundert sogar die Stadt
Uelzen und das Klosteramt Oldenstadt eingeschlossen.
Ein Zeugnis der Vergangenheit stellt die Burg im Ortskern dar, um
1250 als Wasserburg der Ritter von Bodendike errichtet. Der Rest eines
Feldsteinturmes mit acht Metern Durchmesser im Burgkeller stammt aus
dieser Zeit. Auf dem noch erhaltenen Rest des Bergfriedes aus dem 14./15.
Jh. (Mauerstärke 3,5 Meter) befindet sich eine Aussichtsplattform. Auf
dem Burggelände ist eine mittelalterliche Baustelle eingerichtet, die zu
bestimmten Terminen in Betrieb genommen wird.
Burgmuseum: Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Burgmodell.
Ausgrabungsfunde aus dem Burgkeller und ein Richtstuhl, Alltagsgeräte,
Aussteuer und Kleidung aus den letzten 200 Jahren sowie Steinzeitfunde ergänzen
die Ausstellung.
Geöffnet: Mitte März bis Ende Oktober Sa. 14 bis 17 Uhr, Sonn- und
Feiertag 14-17 Uhr
Eintritt: 1 Euro, Anmeldung unter: Tel. +49 (5824) 1350.
Bodenteich bietet für seine Größe viele Übernachtungsmöglichkeiten.
Quelle: www.bad-bodenteich.de
Wittingen
Die
Stadt gehört zum Landkreis Gifhorn und besteht aus 25 Ortschaften mit
12.500 Einwohnern, davon 5.000 in der Kernstadt. In ca. 165 Betten können
Gäste die Nacht verbringen.
Die Ortschaften Lüben und Rade wurden beim Wettbewerb "Unser Dorf
soll schöner werden" mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Zur
Geschichte: Im "Stättlein Witting", 781 erstmals erwähnt,
findet der Besucher bis heute eine mittelalterliche Stadtanlage mit
Marktplatz und engen Gassen, wie sie ca. 1650 auf einem Merianstich
festgehalten wurde. Am Marktplatz steht die trutzige St. Stephanuskirche,
gesäumt von schönen alten Fachwerkhäusern.
Seit dem Mittelalter war Wittingen als Schusterstadt
bekannt, ein bronzener "Schusterjunge" auf den
Kirchenstufen erinnert daran. Ein weiteres Denkmal zeigt den
"Braumeister": Seit 1429 wird hier Bier gebraut. Der
"Bauernbrunnen" steht für den guten Boden dieser Region, der es
den Menschen von Siedlungsbeginn an ermöglichte, Ackerbau und Viehzucht
zu treiben. Neben diesen drei Erwerbszweigen haben die Wittinger auch
immer gern Handel getrieben. Etwas abseits, umgeben von hohen Bäumen,
steht der Junkerhof, in dem ein Heimatmuseum eingerichtet wurde.
Direkter Nachbar Wittingens ist Diesdorf in der Altmark mit seinem
Freilichtmuseum.
Noch heute ist die alte Siedlungsform Wittingens zu erkennen. Als Langoval
spannten sich damals die Stadtgrenzen zwischen den beiden Stadttoren, dem
Celler Tor im Westen und dem Klingentor im Osten. In der Grenzbeschreibung
des Bistums Hildesheim aus dem Jahre 781 und in einer Urkunde aus dem
Jahre 803, in der Karl der Große dem Bischof von Halberstadt die Grenzen
seines Bistums aufzeichnet, ist der Name Wittingen zum ersten Mal genannt
worden.
Quellen: www.wittingen.de
- www.stadt-wittingen.de
www.wittingen-info.com
www.urlaubsregion-heidmark.de
und Prospekt Urlaubsregion Heidmark.
Teil 9: Von Hitzacker nach Uelzen
Teil 11: Von Hankensbüttel nach Gifhorn
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Von Uelzen geht es an den beiden letzten Radeltagen über Gifhorn zurück
nach Burgdorf.

Der markante Kirchturm von St. Marien in Uelzen.

Brunnen auf dem Uelzener
Schnellenmarkt.

Schleuse Uelzen.

Blick von der Schleuse auf den Elbeseitenkanal.

Alte Burg in Bad Bodenteich.

Blick auf die Kirche von Bad Bodenteich.

Idyllischer Pausenplatz in Lüben (Kreis Gifhorn).

Unscheinbar, aber lohnenswert: Lokal in Lüben.

Brauerstadt Wittingen ...
 ..
und alte Schusterstadt.

Herbstliches Wittingen.
Links
Niedersächsische
Spargelstraße e.V.
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