Moselradweg
Von
Trier
nach Koblenz
Den Rhein erreichen wir bei Pfalzel. Von dort
radeln wir aber zunächst die rund 10 km bis Trier, um uns die älteste Stadt
Deutschlands anzuschauen. Auf der Rückfahrt hatten wir dann auch Zeit
für Pfalzel.
Übernachten
an der Mosel
Trier
Von
der Kyll nach Trier
Der Weg führt
zunächst durch den Hafen, wo starker LKW-Verkehr herrscht. Zum
Überqueren der Mosel in Trier wählen wir die Römerbrücke (2. Brücke), weil es dort
erheblich einfacher geht als über die erste Brücke, die nach Kaiser
Wilhelm benannt ist.
Kurz zuvor sind auf der rechten Moselseite, direkt am Moselufer, zwei
technische Denkmäler zu besichtigen: zwei Hebekräne, Zeugen des
ehemals regen Handelsverkehrs. Die Kräne verfügen über ein drehbares
Dach, das auf mächtigen runden Unterbauten ruht. Im Inneren befinden sich
übermannsgroße Laufräder, die durch Seilzüge und Muskelkraft bewegt
wurden.
Die Trierer Römerbrücke über die Mosel stellt den ältesten römischen
Brückenbau nördlich der Alpen dar. Auch heute noch ist sie von ihren
Ausmaßen und ihrer Stabilität her dem modernen Verkehr problemlos
gewachsen.
Von
dort gelangt man der neuartigen, ausgezeichneten Beschilderung leicht zu
den Kaiserthermen. Sie zählen zu den Hauptattraktionen der Stadt
und sind die jüngste der drei römischen Badeanlagen Triers. Zu Anfang
des 4. Jahrhunderts begonnen, gehörten sie zu den größten Badeanlagen
des römischen Reiches. Noch heute kann man in den Thermen ober- und
unterirdisch hautnah Geschichte fühlen und erleben!
Gleich "um die Ecke" befindet sich das Amphietheater.
Als nächstes steuern wir den Kurfürstlichen Rokokko-Palast mit seinen
sehenswerten Gartenanlagen und gleich danaben die eindrucksvolle, 30 Meter
hohe Halle an: die Konstantin-Basilika. Hier regierten im 4.
Jahrhundert die römischen Kaiser. Unbedingt mal reingehen!
Vorbei
am Dom erreichen wir bald den Hauptmarkt. Dieser wurde zum
Zentrum des mittelalterlichen Triers mit der Steipe, dem Festhaus des
Stadtrates mit unmittelbarem Zugang zur Stadtkirche St. Gangolf, dem
offiziellen städtischen Ellenmaß (Rekonstruktion) an der Steipe, dem
Pranger (in der südlichen Ecke des Marktes versetzt rekonstruiert) und
dem Zugang zu Dom und Judenviertel.
Kurz vor dem Hauptmarkt führt rechts die Judengasse in das
mittelalterliche Judenviertel. Die hier hergestellten antiken Gewichte mit
hebräischen Kleininschriften bezeugen, daß es schon im ersten und
zweiten Jahrhundert Juden im römischen Trier gab. Vom elften Jahrhundert
an haben wir urkundliche Quellen über eine Trierer Judengemeinde.
1235 ließen vier Juden ihre Häuser auf der linken Seite der späteren
Judengasse bauen. Die Keller sind spätromanisch; im heutigen Irish Pub
ist noch der zugemauerte Eingang zu einem Fluchttunnel zu sehen, der zur
ummauerten Domstadt führte.
Quelle: www.trier.de und http://redaktion.trier.de/praefectus/trier?tourist
In der Brückenstraße 10, am Rande der heutigen Fußgängerzone, findet
der Besucher das Geburtshaus von Karl Marx. Der Begründer des
modernen Sozialismus, wurde dort am 5. Mai 1818 geboren. Sein sozialökonomisches
Gedankengut fußt wohl auf der seinerzeit kritischen wirtschaftlichen Lage
Triers.
Am Ende der Fußgängerzone steht das schwarze Tor, die Porta Nigra.
Sie ist das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen -
eine unvergleichliche Verbindung zwischen der antiken Vergangenheit und
der heutigen modernen Stadt. Die Porta Nigra gehört zum Weltkulturerbe
der UNESCO und ist das Wahrzeichen der Stadt Trier.
Der Name Porta Nigra stammt aus dem Mittelalter. Ein anderer Name lautete
Porta Martis (das Tor des Mars). Von den Trierer Einwohnern wird die Porta
Nigra meist nur als "Porta" bezeichnet.
Beim
Verlassen der Stadt erblicken wir hoch auf dem Berg eine Säule. Dabei
handelt es sich um die Mariensäule, die auf der linken Seite der
Mosel, auf dem höchsten Punkt der Stadt errichtet wurde: auf einem
Sandsteinfelsen. Auf dem 40 Meter hohen Pfeiler befindet sich die gekrönte
Marienstatue. Sie wurde mit Hilfe von Spendengeldern Trierer Bürger 1866
eingeweiht und steht als Erinnerung an die Verkündigung des Dogmas der
Unbefleckten Empfängnis Mariens. Quelle: www.trier.de
Über
Pfalzel nach Trittenheim
Der kleine Ortsbezirk Pfalzel liegt nordöstlich der Trierer Innenstadt
direkt am linken Ufer der Mosel. Eine kleine Radrundfahrt lohnt: Den Ortskern bildet ein historisches
Kleinod, das neben den berühmten baugeschichtlichen Schätzen in Trier
leider viel zu oft unbeachtet bleibt. Pfalzel bewahrt in seinem
Ortsgrundriss und im Baubestand alle Elemente, die den Besucher die
kontinuierliche Besiedlung seit der Spätantike und das Wachstum durch die
Jahrhunderte erleben lassen.
Das Haus Kirchplatz 3 gilt als das älteste bewohnte Steinhaus
Deutschlands. Es soll aus dem 4. Jhdt. stammen.
Rund um die römische Palastanlage, die
Stiftskirche und die bischöfliche Burg sind die Straßen und romantischen
Gässchen gesäumt von Häusern, die die Vielfalt der Baustile von der
Renaissancezeit bis heute veranschaulichen. Unverwechselbar ist die
Wallmauer mit einst sechs mächtigen Bastionen, von denen heute vor allem
die Moselbastion noch sehr gut erhalten ist.
Noch heute sind die römischen Überreste in bis zu zwei Stockwerken Höhe
in mehreren Gebäuden erhalten; das Pfarrhaus z. B. besteht aus zwei
gotischen und zwei römischen Mauern.
Ähnlich wie der gegenüberliegende Ortsbezirk Ruwer liegt Pfalzel im
Hochwassergebiet der Mosel. Seit einigen Jahren schützt ein mobiler
Hochwasserschutz, der vom Spätherbst bis zum Frühjahr installiert wird,
die Häuser an der Mosel bis zu einem Pegel von über elf Metern.
In
Schweich wechseln wir kurz nach dem Alten Fährturm die Moselseite
und erreichen Longuich-Kirsch. Ein Hinweisschild zeigt zur
römischen Villa Urbana, dem Badetrakt einer aus dem Ende des 2. Jh.
stammenden prachtvollen Landvilla. Ergraben und rekonstruiert ist der
Ostflügel des insgesamt
110 x 28 Meter umfassenden Komplexes. Mehrräumige Anlage mit Caldarium
(Heißbad), Tepidarium (Warmbad), Sudatorium (Schwitzbad), Frigidarium
(Kaltbad) und Praefurnium (Feuerungsraum). Angedeutete Säulengänge um
einen größeren Innenhof. Mauerreste im Innenhof z.T von einem Vorgängerbau
aus der Mitte des 1. Jh (Villa Rustica).
Im Inneren originale Teile des Heiz- und Abflußsystems sowie Badewannen;
Rekonstruierter Marmorboden.
Der Steinsarg unterhalb der Villa gehörte vermutlich zu einem größeren
Gräberfeld in unmittelbarer Nachbarschaft. Quelle: www.longuich.de
Vorbei an der Alten Burg, 1360 erstmals als Sitz der Familie Plate von
Longuich urkundlich erwähnt und heute ein nobles Restaurant, geht es
weiter nach Mehring. Dort steht der Alte Moselbahnhof, der
heute eine Gaststätte beherbergt.
Wer sich für die Geschichte der Moselbahn interessiert, sollte mal
auf diese Homepage schauen: www.moselbahn.ist-hier.de
Mehrere Strecken des Moselradwegs verlaufen nämlich auf früheren
Eisenbahntrassen.
www.mosel-reisefuehrer.de/Moseltalbahn/Moseltalbahn01.html
Die Moseltalbahn, liebevoll auch das "Saufbähnchen" genannt,
verband von 1905 bis 1962 Trier mit Bullay und bildete so auf der rechten
Moselseite einen Verkehrsstrang, der sämtliche Moselstädte und Dörfer
anfuhr, die ja von der Hauptlinie der Eisenbahn nicht berührt wurden.
Selbst in den Jahren vor der Einstellung hatte die Bahn noch
Fahrgastzahlen, von denen manche Eisenbahnstrecke heute nur träumen kann.
Sie war mit ihrem Personen- und Güterverkehr eine Lebensader des
Moseltals und eine ganz besondere touristische Attraktion.
Leider hat man gerade die touristischen Aspekte in den 60er Jahren nicht
erkannt, vielleicht waren auch Autolobby und "weg damit"-
Vorstellungen zu stark. Jedenfalls wurde die ganze Strecke radikal
abgebaut und es wurde nicht erwogen, wenigstens Teilstrecken zu erhalten
und touristisch zu nutzen.
Aber am Bildschirm lässt sich der Weg von Trier nach Bullay noch
nachvollziehen. Wir haben eine Reiseführer-Broschüre aus den 20er Jahren
ins Netz gestellt: Reisen
Sie mit!
Bei Abendsonne spiegelt sich der markante alte Fährturm von Mehring in
der spiegelglatten Mosel. Ein Anblick, der haften bleibt.
Übernachten
in Leiwen
Vorbei an der Staustufe Detzem erreichen wir bald Leiwen und radeln
kurz darauf über die Brücke nach Trittenheim, wo wir ein Quartier
gebucht haben. Ein ereignisreicher Tag endet nach 105 zum Teil recht
anstrengenden Kilometern.
Aus einer fränkischen Siedlung gegründet, wurde Trittenheim erstmals 893
urkundlich erwähnt. Die landschaftlich und klimatisch reizvoll gelegene
"Mosel-Halbinsel" ist das Urlaubs-, Wein- und Wanderziel vieler
Kultur- und Naturliebhaber.
Weinwanderungen auf den Spuren der Römer, vorbei an der sehenswerten St.
Clemenskirche (1790), den sieben Pestkreuzen (1654), hin zum Denkmal des
Benediktiner-Abtes und Humanisten Johannes Trithemius (1462-1516)
auf dem alten Brückenkopf mit Blick in den Steilhang der Trittenheimer
Apotheke, gehören in Trittenheim zum Pflichtprogramm.
Zwei Fährtürme (18. Jhd.) sowie der Fährfelsen (Aussichtspunkt)
grüßen aus längst vergangener Zeit, während man auf dem steilen Weg
zum Geburtshaus des bekannten Dichters Stefan Andres (1906-1970) den Berg
erklimmt und an dessen Gipfel mit einer faszinierenden Aussicht belohnt
wird.
Die Fährtürme von Trittenheim sind das einzig erhalten gebliebene Fährturmpärchen
an der Mosel zwischen Perl und Koblenz. Sie sind schon zu kurfürstlicher
Zeit nachgewiesene Bauten an beiden Seiten des Moselufers.
Die Fährtürme dienten als Behausung und Wohnung des Fährmannes oder
Fergers und als Verankerung für das Seil der Pontenfähre (lateinisch:
pons = Brücke). Damit sind die Fährtürme Zeugnis eines Pontenfährbetriebes
von ca. 1829 bis 1908/09, dem Jahr der Fertigstellung der ersten Moselbrücke
von Trittenheim.
Quelle: www.trittenheim.de
Übernachten
in Trittenheim
Nach
Zeltingen
Die Sonne meint es gut ... Am anderen Moselufer grüßt, etwa 100 Meter
moselabwärts von den beiden Fährtürmen am rechten Moselufer, der
"Trittenheimer Fährfels" aus dem Berg heraus. Der Fährfels ist
ein Felsmassiv aus Schiefer. Hier landeten ursprünglich die Fähren. Man
konnte das Seil der Ponte im Fels verankern. Zeitweise wurde er auch als
Schieferbruch benutzt.
Eine Sonnenuhr steht bei der kleinen Aussichtsplattform, von der man einen
herrlichen Blick über das Moseltal hat.
Wir passieren den malerischen Weinort Neumagen-Dhron, wo eine Kopie des
Römerschiffes wohl das meist fotografierte Objekt darstellt. Die
Einwohner nennen ihn stolz „Der Älteste Weinort Deutschlands", weil man 1884 bei Bauarbeiten u. a. dieses weltbekannte „Römische Weinschiff", eines von vielen römischen
Grabdenkmälern, gefunden hat.
Nun wechselt der Radweg wieder auf die linke Moselseite. In
Piesport besichtigen wir die rekonstruierte Römische Kelteranlage,
die größte nördlich der Alpen. Umfangreiche Schutzbauten sichern die
antiken Reste, deren Ausmaße und geschickte Anordnung beeindrucken.
Bereits die Römer siedelten in der Region um Piesport. "Wie die Ränge
eines Amphitheaters" rahmten die Weinberge den Ort ein, schrieb der
Dichter Ausonius. Zwischen den Ortsteilen Alt-Piesport und Ferres wurde
die größte römische Kelteranlage
nördlich der Alpen entdeckt und teilweise rekonstruiert. Sie ist Zentrum
des jährlich Anfang Oktober stattfindenden Römischen Kelterfestes.
Weitere römische Spuren lassen darauf schließen, dass der Ort einst ein
wichtiger Hafen war. Er war dem Bigontius, einer lokalen Gottheit,
geweiht, woraus sich der Name Porto Pigonto ableitete, aus dem allmählich
Piesport wurde. Quelle: http://de.wikipedia.org
Der mächtige Felsen Richtung Minheim wird als Moselloreley
bezeichnet. Das steil aus der Mosel aufragende Felsmassiv lässt flussabwärts
keine Verkehrsverbindungen zu; das Steilufer bietet nicht einmal Platz für
einen Fußweg. Doch an ihren sehr steilen Hängen finden sich vereinzelt
Weinberge. In den 1930er-Jahren wurde für ein Jahrzehnt lang Bergbau
betrieben. Über der Moselloreley befindet sich ein Wanderweg.
Nach der Moselschleife führt der Radweg hinter Wintrich mitten durch die Weinberge. Eine
Menschengruppe hat sich dort versammelt, wo ein Vollernter die Reben in
erstaunlicher Geschwindigkeit sauber liest - die fleißigen Erntehelfer
sahen es mit großer Skepsis. Allerdings dürfte die schwere Maschine nur
in ebenen Lagen einzusetzen sein.
Über
das quirlige und touristengeüllte Bernkastel-Kues mit seinen
wunderschönen Fachwerkhäusern und Brunnen erreichen wir bald den ruhigen
Weinort Graach, wo wir bei einem Winzer in einem wunderschönen,
blumenreichen Innenhof einkehren. Kurz hinter Graach liegt der
Josephshof, ein uraltes Weingut, das bis zum Ende des Feudalismus als
Martinshof im Besitz der Trierer Abtei St. Martin war. Angeblich gehörte
er den Trierer Mönchen schon seit dem 6. Jhdt., und das bedeutet, daß er
wohl direkt aus einem römischen Weingut hervorgegangen ist. Das wären
dann fast 2000 Jahre kontinuierlicher Weinbautradition in den gleichen
Lagen.
Da es noch recht früh ist, um ins Quartier zu fahren, radeln wir noch auf
der linken Moselseite nach Ürzig, dem TV-bekannten Weinort. Ein barocker
Mönchhof an der Promenade diente als Kulisse der Fernsehproduktion Moselbrück.
30 Folgen aus dem Jahr 1987 beschreiben das Leben einer Winzerfamilie
an der Mosel.
Wir übernachten in Zeltingen und haben noch viel Zeit für eine
ausgedehnte Wanderung durch die Weinberge. Nach so vielen, teils doch
recht anstrengenden Radelkilometern sind wir froh, auch mal laufen zu
können. Der herrliche Ausblick vom Gipfelkreuz ist der Lohn für die
gemütliche Kraxelei.
Übernachten
in Zeltingen-Rachtig
Nach
Bruttig bei Cochem
Der nächste Tag beginnt mit einem herrlichen Radweg durch die Weinberge.
Bald sehen wir am anderen Moselufer noch einmal Ürzig, ehe wir die
kleinen Weinorte Erden, Lösnich und Kindel hinter uns lassen. Vom anderen
Ufer grüßt Kröv, das durch seine Weinlage "Nacktarsch"
weltberühmt geworden ist.
Um diesen Namen gibt es diverse Legenden. Bei Wikipedia ist zu lesen:
"Eine Überlieferung berichtet auch von einem Kröver
Kellermeister,
welcher zwei Jungen den Hintern versohlt haben soll, nachdem er sie dabei
erwischt hatte, wie sie aus einem seiner Fässer Wein tranken. Diverse
Abbildungen dieser Version der Entstehungsgeschichte finden sich zwar
heute auf Etiketten zahlreicher Kröver Nacktarschflaschen, ist aber wohl
als Wortspiel zu werten. Andere Erklärungen führen den Namen der
Weinbaulage auf den für derbe Worte bekannten Götz von Berlichingen oder
auf eine angebliche Ähnlichkeit des Berges bei Kröv mit der
namengebenden unbekleideten Anatomie.
Sei's drum. Nach der nächsten engen Moselschleife kommt schon Traben-Trarbach
in Sicht; der Nebel beginnt sich aufzulösen. Die Stadt entstand 1904 aus
dem Zusammenschluss der Gemeinde Traben und der Stadt Trarbach. Traben
liegt links der Mosel am Fuße der ehemaligen Festung Mont
Royal, und Trarbach rechts des Flusses auf der Hunsrück-Seite. Während
Traben auf einer großen Breite am Moselufer liegt, erstreckt sich
Trarbach länglich zwischen den recht steilen Bergen, vor allem ins
Kautenbach-Tal.
Die
erste Brücke wurde 1898 nach einem Entwurf des Architekten Bruno Möhring
gebaut. Sie war gleichzeitig die erste Straßenbrücke zwischen Bernkastel
und Koblenz. Die nächsten Brücken wurden erst 1924 und 1951–53 in Cochem
und Zell
gebaut.
Traben
und Trarbach waren Ende des 19. Jahrhunderts neben Reichenhall die ersten
Orte in Deutschland, die statt Gaslampen eine elektrische Straßenbeleuchtung
von der Edison-Gesellschaft, der heutigen AEG, bauen ließen, nachdem
zuvor in Berlin einzelne Straßenzüge damit ausgestattet worden waren.
Durch Traben-Trarbach führte bis zum 31. Dezember 1962 die Moseltalbahn,
genannt "Saufbähnchen". Das Bahnhofsgebäude auf der Trarbacher
Seite wurde beim Ausbau der B 53 abgerissen.
Im
Stadtteil Traben (linkes Flussufer) befindet sich der Endbahnhof der Moselwein-Bahn
nach Bullay. Das 1904 nach dem Vorbild alter Trabener Fachwerkhäuser
errichtete alte Bahnhofsgebäude von Traben ist noch heute erhalten und dient jetzt
als Sitz des Bürgermeisters. Die neue Haltestelle wurde 150 m moselabwärts
in den Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs zurückverlegt. (Quelle:
Wikipedia)
Über Kövenich und Reil, wo der Fluss wieder einmal zu überqueren ist,
gelangen wir in den malerischen Ort Pünderich. Vom anderen Ufer
grüßt, herab von der Höhe, die Marienburg. Hinter Zell werden
wir sie später von der anderen Seite noch einmal sehen. Wer von
Pünderich aus mit der Fähre ans andere Ufer übersetzt, kann sogar die
ganze Schleife abkürzen, muss dafür jedoch einen Anstieg bewältigen.
Der historische Weinort Pünderich besticht durch seine idyllische
Lage direkt an der Mosel und seine gepflasterten Gassen mit den vielen,
liebvoll restaurierten Fachwerkensembles, wie das Fährhaus von 1621 mit
Giebelmännchen, das gotische Rathaus von 1548 sowie die Kirche aus dem
18. Jahrhundert mit ihren Rundbogenfenstern, Seitenaltären, Taufstein und
der Stummorgel. mehr
Nach
einer Rast am Fähranleger geht's bald weiter nach Zell, der Heimat
der Weinlage Zeller Schwarze Katz. Dort erklimmen wir den Berg und
genießen vom Friedhof aus den herrlichen Ausblick über die Stadt Zell
und die Mosel. Das bekannte Bild mit dem Rundturm ist in vielen Zeller
Schaufenstern als Plakat wiederzufinden.
Eisenbahnfreunde kommen auch hier wieder auf ihre Kosten. Eine Wanderung
auf dem neuen Kulturweg führt zu Tunnels, Viadukten und eindrucksvollen
Brücken und zur Marienburg. „Die Kanonenbahn – der
Eisenbahnhistorische Kulturweg Bullay-Reil“ wurde im September 2005 neu
eröffnet und ist bereits eine beliebte Attraktion an der Mosel.
Beeindruckende Eisenbahnarchitektur, eingebettet in die einzigartige
Weinkulturlandschaft Mosel, beleuchtet der neue Erlebniswanderweg rund um
die Gemeinden Alf, Briedel, Bullay, Pünderich, Zell (Mosel) und Reil als
Teil der Mosel-Erlebnis-Route.
Entlang vielfältiger Zeugen preußischer Verkehrs- und Bautechnik führt
die 8,5 km lange Hauptachse der Themenwanderroute vom Umweltbahnhof
Bullay über die erste Doppelbrücke (1877) in Deutschland für
Fahrzeuge und Bahn, hinüber zur Marienburg, vorbei am gewaltigen
Eisenbahn-Hangviadukt (1880) von Pünderich, das mit seinen 92 Segmentbögen
und 786 m das längste in Deutschland ist, bis zum Bahnhof Reil. Quelle: www.zellerland.de
Unsere Tour führt über Bullay nach Bremm, wo Europas steilste
Weinlage zu finden ist: der Calmont. Bis zu 75 % Steigung bewältigen hier
die Winzer - unglaublich. Inmitten der Moselschleife liegt die Klosterruine
Stuben.
Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Ziel, einer sehr schön ruhig am
Ende eines kleinen Tals gelegene Pension. Aber vorher kehren wir in Mesenich
noch beim Winzer ein und erklimmen in Beilstein die Burg Metternich, von
wo es man den Blick endlos über das anmutige Moseltal schweifen lassen
kann.
Übernachten
an der Mosel
Beilstein
Übernachten
an der Mosel Mesenich
In Bruttig gibt es eine Eisenbahntrasse, die quer durch den Ort
führt, wo aber nie eine Bahn gefahren ist.
Der mit rund vier Jahren Verspätung im Jahre 1923 fertiggestellte 2.565
Meter lange Tunnel zwischen den Moselorten Treis und Bruttig wurde nie dem
Verkehr übergeben, da die rechtsseitige Moselstrecke nach dem verlorenen
Ersten Weltkrieg nicht realisiert wurde.
Zum Kriegsende wurden die beiden Tunnelportale von französichen Truppen
gesprengt; Mitte der 80er wurde auch der rund 200 Meter tiefe Luftschacht
auf dem Valwiger Berg mit einer schweren Betonplatte verschlossen.
Übernachten
an der Mosel Bruttig-Fankel
Übernachten
an der Mosel Valwig
Eine Galerie mit aktuellen Bildern
aus der Gegenwart von der unvollendeten Strecke Treis-Karden - Bruttig
- Bullay/Mosel finden Sie hier. Grafik-Link
Mehr dazu unter www.eisenbahn-tunnelportale.de
(direkt)
Von Bruttig nach Koblenz
Am Nachmittag um 14.15 Uhr fährt unser Zug ab Koblenz. Deshalb treten wir
am kühlen, nebligen Vormittag ab 9 Uhr kräftig in die Pedalen. Die Burg
Cochem liegt noch im Dunst. Der Radweg führt entlang von Straße und Bahn
und ist bestens zu befahren. Hinzu kommt ein hilfreicher Schiebewind. Nach
40 km flotter Fahrt und vielen schönen Ortschaften erreichen wir um 11.15
Uhr Kobern-Gondorf mit dem ansehnlichen Bahnhofsgebäude, dessen
Turm schon von weitem sichtbar ist. Ein Hingucker ist auch die Burg. An
der Niederburg des Schlosses Liebieg kommen wir direkt vorbei. Sie wurde
von Gerlach von Isenburg-Kobern um etwa 1195 erbaut. Es handelte sich
hierbei um ein Vorschieben von der ungünstigeren Gipfellage der Oberburg
zur günstigeren Hanglage hin.
Aus
der Vergangenheit dokumentieren die berühmte Matthiaskapelle, das
Stammschloss der Fürsten von der Leyen, das Schloß Liebieg, der
mittelalterliche Marktplatz mit Tatzelwurmbrunnen und das älteste
Fachwerkhaus Deutschlands, der "Abteihof St. Marien" (erbaut
1320/21), eine bewegte Vergangenheit. mehr
Nun sind es noch kanpp 20 km bis Koblenz. In Winningen, wo nach
Angaben der Gemeinde "das älteste Winzerfest Deutschlands"
stattfindet, endet das Weinanbaugebiet Mosel und der Straßenverkehr wird
immer dichter. Schon gegen 12.45 Uhr stehen wir am Deutschen Eck
und haben wieder den Rhein erreicht.
535 Kilometer sind seit Siegen absolviert, und außer dem einen halben
Regentag auf dem Dach der Eifel hatten wir immer schönes Herbstwetter und
manchmal sogar richtig sommerliche Temperaturen.
Fazit: Wirklich familienfreundlich
Wer
eine Moselradtour unternimmt, braucht sich vor langen Anstiegen nicht zu
fürchten. Meistens führt der Radweg direkt am Fluß entlang oder auch
schon mal ein wenig in die Weinberge hinauf. Ab Cochem Richtung Koblenz
überwiegen die Abschnitte mit Radweg neben der Straße. Dieser bestens
ausgeschilderte Moselradweg ist wirklich familienfreundlich. In der Hauptsaison
(Weinfest!) sollte man die Übernachtungen an Wochenenden auf jeden Fall
lange vorher buchen; in der Woche heißt es selbst zu dieser Zeit häufig
"Zimmer frei".
Und: Wer Holländisch spricht, ist fein raus ...
Link:
www.mosel-reisefuehrer.de/mehring.htm
Burgen
Teil
1: Von Siegen entlang der Sieg zum Rhein
Teil
2: Der Rhein zwischen Sieg und Ahr
Teil
3: Die Ahr - von der Mündung zur Quelle
Teil
4: Die Kyll - Paradies für Radler und Angler
Bericht
über eine Moselradtour von Hatzenport nach Konz (2009)
Etappen
Von uns empfohlen: Bikeline Moselradweg
Weitere
Fahrradbücher und Karten hier
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Hauptmarkt in Trier.

Der Kurfürstliche Palast in Trier.

Triers
Wahrzeichen: die Porta Nigra - schwarze Pforte. 
Die
Bastion in Pfalzel bei Trier. 
Blick
auf Mehring bei Abendsonne.


Am Moselradweg bei Leiwen.

An der Staustufe Detzem mit Blick auf Detzem.

Moseldampfer Wappen von Bernkastel vor der Lautentiuskapelle von
Trittenheim.

Kenner finden auch an der Mosel hervorragende Weine zu einem guten
Preisleistungsverhältnis.

Die Brücke in Trittenheim mit einem der Fährtürme.

Rückblick nach Trittenheim bei der Abfahrt am Morgen.

Mit solchen Bahnen fahren die Winzer die steilen Weinberge hoch.

Römerschiff in Neumagen-Dhron.

Nachbau des Römerschiffs - Bericht
im SWF PDF

Wein-Vollernter bei Wintrich.

Blick auf Ürzig und den Mosel-Pavillon.

Weingut Julius Kaiser in Traben-Trarbach.

Postkartenansicht von Zell an der Mosel.

Blick von der Burg Metternich hoch über Beilstein.

Moselschleife bei Bremm mit Europas steilsten Weinlagen im Calmont - bis
zu 75 % Steigung.

Burg Cochem im Morgennebel.

Am Ziel: Am Deutschen Eck in Koblenz vereinen sich Rhein und Mosel.

Mitten durch Bruttig führt die Trasse einer nie vollendeten
Eisenbahnstrecke. 
Die DVD zur Fünf-Flüsse-Radtour
entlang von Sieg, Rhein, Ahr,
Kyll und Mosel. Weitere Infos und
Bestellmöglichkeit hier

Auch diese Radtour führte uns
entlang meherer Flüsse - Lippe,
Ruhr, Rhein und Erft.
Die DVD dazu gibt es hier.

Diese Radtour führte uns
von Bad Laasphe entlang der Lahn
zum Rhein und entlang der Mosel
von Koblenz nach Trier.
Die DVD dazu gibt es hier. |