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| Autor: Dieter Hurcks Copyright 8/2012 Von
Schwerte nach Duisburg-Ruhrort. |
Einträge
für Zimmervermieter |
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Ruhr-Radweg (2)Von Schwerte/Ruhr
an den Rhein Tag 3: Nach Mülheim/Ruhr 7.20 Uhr. Der Regen prasselt auf das Flachdach der Garagen unterhalb meines Hotelfensters. Der Himmel ist grau verhangen und lässt nichts Gutes ahnen. Doch bald klart es auf und ich kann kurz vor neun Uhr wie geplant starten. Nach der etwas unruhigen Nacht in dem am Brennpunkt des Verkehrs gelegenen Hotel und dem schnellen Frühstück rolle ich neben der Ruhrbrücke hinunter zum Ruhrtal-Radweg (RTRW). Die erste halbe Stunde bin ich allein auf der Piste. Vor und nach Wandhofen sind noch einige Steigungen zu absolvieren. Dann folgt gleich die erste Überraschung: Bei Westhofen wird der Radweg zur Straße L 673 hochgeführt: Umleitung. Diese Umleitung lässt mein Tagespensum um einige Kilometer anwachsen. Wohin es ab L 673 weitergeht, ist mir unklar. Ich radele nach Gespür die Straße nach rechts Richtung Ruhr und über die Brücke. Ein Radwegweiser neben der Ampel weist den Weg nach „Bathey 3,7 km“. Zunächst geht es neben einer breiten Autopiste weiter bis zur Buschmühle, danach ein ganzes Stück rechts weiter und, oh Wunder, dann zeigt ein Wegweiser wiederum nach rechts weg von der Straße. Aufpassen: Es geht noch um ein paar Ecke, dann bin ich an der Ruhr und erreiche bald die Brücke, die zur Nordseite des Hengsteysees führt. Wie ich von zwei Radlern erfahre, ist die Strecke zwischen Westhofen und der Brücke wegen Steinschlags gesperrt. Von dieser Brücke aus aus kann der See jedoch auf beiden Seiten befahren werden. Sowohl die nördliche als auch die südliche Strecke bin ich nun gefahren und meine, dass sie in etwa gleichwertig sind. Vom Süden her hat man das riesige Pumpspeicherwerk insgesamt im Blick, während man auf der Nordseite direkt darunter langfährt. Das Koepchenwerk ist eines der beiden ersten, gleichzeitig verwirklichten großen Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland. Es befindet sich am Hengsteysee in der Stadt Herdecke in Nordrhein-Westfalen. Eigentümer des nach seinem Planer Arthur Koepchen benannten und 1930 in Betrieb genommenen Kraftwerks ist der Konzern RWE. (Quelle: Wikipedia) Fortkommen zeitweise erschwert Drohend dunkle Wolke schieben sich über die Hohensyburg. Ich bleibe links des Sees, also südlich, auf dem offiziellen Ruhrtal-Radwanderweg, bei dem lediglich Passagen mit Wurzelaufbrüchen das Fortkommen erschweren. Bis zum Sperrwerk, wo das Ufer gewechselt wird, rollt es sich ansonsten hervorragend. Ebenso auf der Nordseite vorbei an Herdecke und Wetter. Dort geht es wiederum ans andere Ufer und nach Wengern. Nach dem roten Haus in Wetter muss man aufpassen. Zwei Geradeauspfeile meinen nicht geradehaus, sondern halbrechts. So lande ich einmal auf einem Firmengelände und einmal auf einer Skaterbahn. Hinter Wengern ist erst eine Steigung auf- und dann wieder abwärts zu erklimmen. Grobe Pflasterschwellen zwingen sogar den zum Langsamfahren, der gar nicht schnell fahren will. Fahrradfahrer werden anscheinend auch hier für potentielle Selbstmörder gehalten.
Entlang der Museumsbahntrasse fährt es sich eben, leicht und flott. Das Kleinbahnmuseum Muttental, das ich nach 32 km erreiche, hat geschlossen, lässt sich aber durch den Zaun ganz gut betrachten. Nächster Halt ist bei der historischen Zeche Nachtigall, der „Wiege des Kohlebergabaus im Ruhrgebiet“. Hier hat gar eine kleine Restauration geöffnet. Gegrilltes gibt es allerdings nur am Wochenende. Ein Pott Kaffe und ein Stück Bienenstich (je 1,80 Euro) helfen erstmal weiter. Die Maschinenhalle und die Zechenanlage können gegen Eintritt besichtigt werden. Lohnt sich! Die Zeche Nachtigall ist ein ehemaliges Steinkohlebergwerk in Witten. Sie befindet sich am Eingang des Muttentals, in Witten-Bommern und ist Teil des Bergbauwanderwegs Muttental. Ihre Tagesanlagen sind heute ein Standort des dezentral angelegten Westfälischen Industriemuseums und einer der Ankerpunkte der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet. Quelle und mehr: Wikipedia
Ruhrtalfähre Hardenstein nahe der Zeche Nachtigall.
Vor der Zeche kann man über eine Brücke das Ruhrufer wechseln. Interessanter aber ist es, noch etwa zwei Kilometer weiterzuradeln und mit der Fähre überzusetzen. Spenden sind dort willkommen. Als nächstes folgt der Kemnader Stausee, wo ich mich ein Jahr zuvor, aus der Gegenrichtung kommend, furchtbar verfahren hatte. Diesmal geht alles glatt. Ärgerlich sind wieder die vielen Pflasterschikanen auf dem Radweg, an dem gerade streckenweise gearbeitet wurde. Vielleicht kommen die Pfasterschwellen ja endlich weg?!! Denn da Fuß- und Radweg seit langem getrennt sind, haben sie gar keinen Sinn mehr. Weil der Bootshafen an der Nordspitze weit umfahren werden muss, kann man schon die Orientierung verlieren. Zum Glück ist die Beschilderung seit Schwerte nahezu lückenlos. Und die Ruhr wird immer schöner. Unterhalb Bochums führt die Piste am Stadtteil Stiepel entlang und erreicht bald den Campingplatz von Hattingen. Am anderen Ufer sieht man das Industriedenkmal Henrichshütte. Vom Campingplatz gelangt man über die Brücke - beidseitig möglich - ans andere Ufer der Ruhr, wo der hier nur fünf Fuß (Größe 43) breite Radweg direkt am Ufer verläuft. Das geht nun lange Zeit so herrlich weiter - ein echter Radelgenuss. Bei hohem Wasserstand kann die Ruhr auch schon mal über den Radweg steigen, Für diesen Fall sind Hochwasser-Umfahrungen ausgeschildert. Riesiges Gastronomieangebot Burgen krönen die Berge, das Eisenbahnmuseum Dahlhausen lockt ebenso wie der Biergarten gegenüber neben der Eisenbahnbrücke. Viele Radler und Spaziergänger sowie Jogger sind unterwegs. Ab Hattingen verlaufen hier übrigens die Kaiser-Route (Aachen-Paderborn) und die Deutsche Fußball-Route parallel. Im folgenden Abschnitt mäandert die Ruhr, so dass der auffrischende Wind mal von vorn, dann wieder von hinten bläst. Bei Heisingen beginnt der Baldeneysee, den man ebenfalls auf beiden Seiten befahren kann. Das Gastronomieangebot ist riesig. Ich wechsele ans Südufer und genieße den Blick übers Wasser. Links stehen die Wagen der Hespertal-Museumseisenbahn. Bald taucht rechts die imposante Villa Hügel auf, die der Stahlbaron Krupp einst errichten ließ. Gegen 15 Uhr erreiche ich den Biergarten Fährhaus Rote Mühle, der so schön ruhig liegt, dass man einfach dort einkehren muss. Das Fährhaus Rote Mühle wurde als Gasthaus und für die Versorgung der Ruhrschiffahrt gegenüber der 1698 erbauten Roten Mühle im Jahre 1752 erbaut. Nach ein paar Metern sieht man auf der Weiterfahrt den Förderturm der ehemaligen Zeche Heinrich in Überruhr, die bis 1968 in Betrieb war. Das Fördergerüst über Schacht Heinrich 3 ist erhalten geblieben, weithin sichtbar und ein Teil der Route der Industriekultur. Nur wenige Kilometer weiter erreiche Kettwig, ein wunderschönes kleines Städtchen auf zwei Ebenen, das zu Essen gehört. Ein Besuch lohnt sich. Anschließend muss man über die Ruhrbrücke und nach etwa dreihundert Metern wieder scharf rechts zum nicht asphaltierten Mintarder Weg. Schon von weitem ist die das ganze Tal überspannende Autobahnbrücke (A 52) zu sehen, unter der auch einige Wohnhäuser stehen. Hinter Mintard verläuft, unter anderem durch das Gelände eines Gestüts, ein Feldweg bis fast nach Mülheim. Die Jugendherberge auf der anderen Seite der Ruhr bekommt gerade ein neues Dach. Gegen 17 Uhr komme ich bei meinem im Gegensatz zu dem Hotel in Schwerte sehr ruhig gelegenen Privatquartier im höher gelegenen Teil Mülheims an. Statt der geplanten 91 km sind es 102 geworden. Die aber waren von der Topografie her viel leichter zu bewältigen als die kürzere Strecke ab Winterberg am ersten Tag. Einzig der Wind machte allen Radlern, die in meiner Richtung unterwegs waren, ganz schön zu schaffen.
Tag 4: Noch 20 km bis an den Rhein Morgens beim Bäcker in Mülheim geht es ganz familiär zu. Man kennt sich eben im Viertel. Da mein Quartier ohne Frühstück ist, setze ich mich dazu und lasse mir die Brötchen eben schmieren - auch zwei für unterwegs. Klappt super und ist preiswert. Dann geht es los. Da das Quartier auf dem Berg liegt, rolle ich entspannt bis hinunter zur Ruhrbrücke und weiter ins NSG Styrumer Ruhraue. Leicht zu finden: Gleich hinter der Ruhr geht es rechts ab in den Park, dann den Wegweisern nach. Hier offenbaren sich wieder deutlich die schroffen Gegensätze, die im Ruhrgebiet herrschen: Hier ein wunderschönes Biotop mit nach Futter tauchenden Schwänen, aber nebenan die laute Autopiste. Man kann im Revier nicht alles haben. Über eine Robinienalle erreiche ich die Camera Obscura im Broicher Wasserturm, ein Highlight der Route der Industriekultur, und das Schloss Styrum, die Höhepunkte dieses Stücks Ruhrtalradweg (RTRW). "Ursprünglich
1904 erbaut, diente der 38 m hohe Wasserturm zunächst dem
Reichsbahnausbesserungswerk Speldorf zur Versorgung der Dampflokomotiven,
die im benachbarten Ringlokschuppen untergestellt waren. Außerdem
sicherte er den Betrieb auf der „Unteren Ruhrtalbahn“, einer
Nebenstrecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn, die bereits 1876 in
Betrieb genommen wurde. Ein jähes Ende fand die Bedeutung des gesamten
Eisenbahngeländes bei einem Bombenangriff 1943. Der Turm selbst blieb zum
Glück unbeschädigt!
Einkehren und genießen am Ende des
Ruhrradwegs: Die
Ich schaffe es tatsächlich um einige Ecken bis zur Schifferbörse, einem Biergarten mit Blick auf Ruhrmündung und Rheinbrücke. Über diese Brücke sind einst die Stahlarbeiter marschiert, um ihr Stahlwerk Rheinhausen zu retten. Es half nichts. Trotz aller Proteste endete am 15. August 1993 mit der endgültigen Schließung der Kruppschen Hüttenwerke eine fast 100-jährige Industriegeschichte. Erhalten sind noch die Villen der ehemaligen leitenden Angestellten in Bliersheim und das Casino mit dem Charme der 1950er Jahre. Auf dem Gelände des ehemaligen Kruppstahlwerkes entstand mit 2300 Arbeitsplätzen ein Zentrum für Logistikunternehmen unter dem Namen Logport. Containerterminals bestimmen nun das Bild des Geländes. Der Ruhrtal-Radweg endet hier - ganz genau betrachtet bei der Skulptur "Rheinorange". Doch ich will nun auf der Deutschen Fußball-Route wieder gen Osten fahren: über Essen, Gelsenkirchen, Dortmund und Münster nach Bielefeld. Bei Wikipedia erfahren wir: Rheinorange ist der Name einer 1992 in Duisburg-Neuenkamp errichteten Skulptur an der Mündung der Ruhr in den Rhein bei Rheinkilometer 780. ... Die Skulptur ist 25 Meter hoch, sieben Meter breit, einen Meter tief und wiegt 83 Tonnen. ... Der Name Rheinorange ist ein Wortspiel. Bei der leuchtenden Farbe handelt es sich um den Farbton RAL 2004 = Reinorange. Quelle und mehr: Wikipedia
Deutsche
Fußball-Route NRW: siehe auch: Route der Industriekultur
Links:
Interessanter Radreisebericht
(2006)
Der Radatlas Ruhrgebiet enthält diverse Touren wie einen Rundkurs Ruhrgebiet (336 km), den Emscherpark-Radweg (212 km) und mehrere Stadtpläne. |
Laufwasser-Kraftwerk Buschmühle bei Westhofen.
Dunkle Wolken und Dunst über der Hohensyburg (links) am Dortmunder Hengsteysee.
Das RWE-Speicherkraftwerk am Hengsteysee.
Wird langsam grün: Kemnader Stausee bei Bochum.
Ländliches Idyll an der Ruhr bei Hattingen.
Schöne Wege - und Ruhe: Ruhr bei Dahlhausen.
Gemütlich sitzen: Altstadt von Werden.
Ruhrblick: Schloss Broich in Mülheim.
Die Camera Obscura in Mülheim-Styrum.
Wolken-Spiele: Auf der Ruhrbrücke nach Duisburg.
Duisburgs letzter Hafenschlepper ist jetz ein Museumsschiff.
Ziel erreicht: der Rhein.
Ruhrmündung mit Rheinorange (rechts). Mehr über die Ruhr bei Wikipedia
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