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Autor: Dieter Hurcks Copyright 7/2014

300 km per Rad über Rügen und Hiddensee. 
Der Ostseeradweg führt auch über die alte Hansestadt Stralsund, von wo aus man über den alten Rügendamm Deutschlands größte Insel per Rad erreichen kann. Für die Entdeckung dieser vielfältigen Insel mit dem 161 m hohen Piekberg als höchster Erhebung sollte man sich jedoch wenigstens eine Woche Zeit nehmen und unbedingt einen Abstecher nach Hiddensee unternehmen. YouTube-Video

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Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Rügen - Deutschlands
größte Insel entdecken

Von Stralsund per Pedale ins Sonnenparadies
 
Wie wäre es, einmal eine organisierte Radtour zu unternehmen: eine Tour ohne Quartiersuche, mit Gepäcktransport, einer ausgearbeiteten Route und einem dicken Informationspaket? So etwas bietet einer von Deutschlands größten Radreiseveranstaltern, die Mecklenburger Radtour mit Sitz in Stralsund, an - zum Beispiel eine Radreise über die Insel Rügen. Lesen Sie, welche Erfahrungen meine beiden Mitradler und ich dabei gemacht haben.  

Anreise nach Stralsund 
Bahnanreise nach Stralsund. Außer dass in Celle an Gleis 5 der Fahrstuhl nach dem ersten Radlertransport nicht mehr wollte und einer geringfügigen Verspätung klappte die Anreise mit Umstiegen in Uelzen (Metronom) und Hamburg problemlos. Das vorgebuchte Hotel neben dem Bahnhof von Stralsund hat drei Sterne und war, wie sich am nächsten Morgen beim Frühstück in mit gut 70 Gästen besetzten Frühstücksraum auch am Lautstärkepegel zeigte, gut belegt. Der rege Verkehr auf der Hauptstraße vor dem ansonsten ausgezeichneten Hotel war trotz Schallschutzfenstern noch zu vernehmen und ließ sich nur mit Ohrstöpseln einigermaßen ausblenden. Am letzten Tag unserer einwöchigen Tour werden wir hier noch einmal übernachten.

Klar, dass nach der Anreise noch ein Spaziergang durch Stralsund auf dem Programm steht. Und natürlich das Erklimmen des 104 m hohen Turms der Marienkirche, von wo man einen herrlichen Blick auf die Stadt und den Strelasund hat.

Die Marienkirche ist die größte Pfarrkirche der Hansestadt Stralsund. Das Gotteshaus gilt als ein Meisterwerk der Spätgotik im mitteleuropäischen Raum. Es war von 1549 bis zur Zerstörung seiner damaligen, nach ungesicherter Überlieferung 151 Meter hohen gotischen Spitze durch Blitzschlag 1647 angeblich das weltweit höchste Gebäude.

Inselparadies Rügen
Rügen besteht aus zahlreichen Halbinseln und entsprechend vielen Buchten, so dass eine Rundfahrt eher eine "eckige" Angelegenheit wird und man durch kleine Abweichungen von der Hauptroute immer wieder Neues, Überraschendes entdecken und dem Massentourismus entfliehen kann.

Die Insel ist 52 km lang und 41 km breit und hat eine Fläche von 926 qkm. Auf der Insel leben rund 77.000 Einwohner.

Rügen besitzt ein ausgeschildertes Radwegenetz. Der Ausbauzustand und die Beschilderung dieses Radwegenetzes sind in seinen einzelnen Abschnitten sehr unterschiedlich. Er reicht von sehr gut im Bereich der Ostseebäder bis mangelhaft im Bereich zwischen Garz und Zudar. Es gibt einen beschilderten Fahrradrundweg um die ganze Insel. Während der Saison besteht auf einigen Strecken die Möglichkeit, Fahrräder in den Bussen mitzunehmen. In den Eisenbahnen ist dies grundsätzlich möglich. Quelle und mehr

Gelbe Linie: Ausflüge, blaue Linie: Schiffspassagen; Karte: Google Earth

1. Tag: Stralsund-Bergen 
Unser Plan sah eine Tagesstrecke von rund 40 km vor, die wir durch Varianten auf 60 km erweiterten. Die leicht nachzufahrende Karte sowie die Wegweisung verhalfen uns zu einem nahezu irritationsfreien Fortkommen. Auch wenn die Wege teilweise von nicht so guter Qualität waren - Waldwege, längere Betonplattenpisten und Schotterwege wechselten sich mit meist kleineren Asphaltstraßen -, so ließ die abwechslungsreiche Natur diesen Umstand fast vergessen.

Besonders die Anfangspassage war reizvoll: Die Umrundung des Frankenteiches in Stralsund, die Fahrt über den alten Rügendamm (1936/37) mit Blick auf die architektonisch beeindruckende, 2007 eröffnete neue Brücke sowie der Besuch im Dorf Altefähr mit Backsteinkirche und Hafen hinterließen unvergessliche Eindrücke. Sehr schön ist der Blick über den Kubitzer Bodden auf die kühn geschwungene Rügenbrücke und die Skyline von Stralsund.

Der Rügendamm ist die erste feste Strelasundquerung, über die sowohl die alte Bundesstraße 96, die Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz sowie ein kombinierter Fuß- und Radweg führen. Er wurde 1936/1937 fertiggestellt. Rügenbrücke ist der Name der im Jahr 2007 fertiggestellten dreispurigen Hochbrücke ausschließlich für den Kraftfahrzeugverkehr zwischen der Ortschaft Altefähr auf Rügen und der Hanse- und Weltkulturerbestadt Stralsund im Zuge der als Ortsumgehung ausgebauten Bundesstraße 96 und Europastraße 22. Beide Brücken werden parallel betrieben. Quelle und mehr

Ab Altefähr radelt es sich herrlich entlang der Ostseeküste.

Immer am Ufer lang 
Von Altefähr nach Bessin führt der Radweg nah entlang des Ufers, ehe er gen Osten abzweigt und entlang von Raps- und Gerstenfeldern gen Rambin und Dreschvitz verläuft. Kurz vor Dreschvitz kann man sich für den kurzen Weg nach Bergen über Güttin, Sehlen und Krakow entscheiden oder über Gagern, Patzig und Gnies radeln. Wir nahmen letzteren Weg, da dieser über Ralswiek führt, das durch die Störtebeker-Festspiele weithin bekannt geworden ist. Die Freilichtbühne ist eine Attraktion, die Festspiele werden überall auf Rügen und darüber hinaus beworben und locken jedes Jahr Tausende Besucher an.

Werbung für die Störtebeker-Festspiele findet man zuhauf.

Besuch bei Störtebekers 
Natürlich statten wir der Festspielbühne einen Besuch ab, machten Pause auf der Terrasse des  Schlosshotels Granitz mit Blick auf Bühne und Wasser und stärkten uns beim Räucherschiff, wo es diverse Fischdelikatessen gibt. Die vielen gastronomischen Angebote rund um den Festspielort sind voll auf das große Besucherinteresse eingestellt. So kommen jede Saison Tausende Menschen auf diese Naturbühne, um das traurige Schicksal des Räuberhauptmanns nachzuerleben. Dieser rettete nach seiner Hinrichtung zwölf seiner Männer das Leben, weil er nach dem Geköpftwerden noch soviele Schritte an der angetretenen Gefolgschaft vorbei schaffte und damit eine vorher mit dem Henker abgeschlossene Wette einlöste.

Im Jahre 1959 wurden in Ralswiek im Zuge eines Kulturauftrages der DDR die „Rügenfestspiele“ ins Leben gerufen und die Naturbühne Ralswiek angelegt. Vom Schloss Ralswiek (1893–1896 erbaut) hat man einen schönen Blick auf einen Teil der Naturbühne und den Großen Jasmunder Bodden.

Die Störtebeker-Festspiele finden seit 1993 jeweils von Ende Juni bis Anfang September am Ufer des Großen Jasmunder Boddens in  auf der Insel Rügen statt. Sie sind Deutschlands erfolgreichstes Open-Air-Theater.

Am 19. Juli 2010 wurde in der 1091. Vorstellung seit 1993 der fünfmillionste Besucher in Ralswiek gezählt. Dies macht einen Durchschnitt von 4600 Besuchern pro Vorstellung aus. Quelle: Wikipedia

Der Weg nach Bergen, dem Hauptort der Insel mit 20.600 Einwohnern, führt vorbei an der Schwedenkirche und macht mit mehreren Steigungen bis 13 Prozent dem Namen der Stadt alle Ehre. Nach 60 km erreichten wir unser zweites Hotel. Kurz nach unserer Ankunft traf auch das morgens in Stralsund im Hotel zurück gelassene Gepäck ein. Das angekündigte Gewitter zeigte sich erst, als wir schon warm und trocken in unseren Zimmern saßen. Glück gehabt! Abends Bummel durch das Städtchen, Lauschen bei einer Chorprobe in der Marienkirche, Abendessen in dem gemütlichen Restaurant Puk up'm Balken und frühes Zubettgehen nach einem doch recht anstrengenden Tag.
Quelle und mehr: Wikipedia

2. Tag: Bergen-Putbus-Sellin 
Ein sonniger Junitag mit fast wolkenlosem Himmel und angenehmen Radeltemperaturen um die 20 Grad. Immer stracks nach Süden verlassen wir Bergen, nehmen nicht den Radfernweg Hamburg-Rügen, sondern eine wenig befahrene Landstraße über Krakow nach Ketelshagen. Über Güstelitz erreichen wir Putbus, die Stadt der kreisförmig angeordneten weißen Häuser. 

Wir radeln durch den weiträumigen Schlosspark des Fürsten Malte zu Putbus und schauen uns das rund 4500 Einwohner zählende Städtchen an der Südküste der Insel, vor allem den kreisrunden Platz mit der Säule, den Circus, genauer an. Geprägt wurde Putbus von Malte Ludolph Franz Eugen von und zu Putbus, geborener von Veltheim, (1889 bis 1945, gestorben im KZ Sachsenhausen). Er war ein deutscher Großgrundbesitzer. Um sein Erbe, den ehemals fürstlich Putbus'schen Fideikommiß, wurde eine Restitutionsklage um den größten Rückgabeanspruch nach der Wende in der DDR geführt. Quelle und mehr

Preisniveau und Kurkarten
Wir radeln entlang einer verkehrsreichen Straße gen Ost. Im Hafen Lauterbach legen wir eine Kaffeepause mit Fischbrötchen ein und genießen die Aussicht auf Wasser und Boote und das bunte Treiben. Hier herrscht richtige Hafenatmosphäre. Die Preise im Hafen sind schon „rügenhaft“: Der "Pott" Kaffee ist nur halb so groß wie im Hannöverschen gewohnt, kostet aber sogar noch ein wenig mehr. An dieses Preisniveau hat man sich als Besucher zu gewöhnen. Auch daran, dass man in Orten wie Sellin oder gar für einen Tagesbesuch auf Hiddensee eine Kurgarte erwerben muss.

Vorbei am imposanten Badehaus von Goor geht die Tour durch die schattigen Wälder der Goor ufernah gen Groß Stresow, wo die Route die Küste verlässt. Die Goor ist ein sieben Hektar großes Waldgebiet, das sich über 1,5 km unmittelbar am Ufer des Greifswalder Boddens erstreckt. Der Wald der Goor besteht überwiegend aus Buchen und Stieleichen und ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus ließ 1817/1818 hier ein 50 m langes Badehaus für seine Residenzstadt Putbus errichten. Eine imposante Allee führt, vom zwei Kilometer entfernten Putbus kommend, auf die beeindruckende Fassade des Gebäudes zu, die durch eine Säulenhalle mit achtzehn weißen Säulen geprägt ist. Nach einer umfangreichen Sanierung und Rekonstruktion wurde es im April 2007, mit modernen Anbauten zu einem Kurhotel erweitert, wieder eröffnet. Quelle: Wikipedia

Seedorf mit Hafen

Wir schauen uns die Ziegensteine, ein Quellgebiet mit angegliedertem Steingrab, und die vertrocknet aussehende Schirmeiche an und biegen ab nach Preetz und Seedorf, einem winzigen Ort mit Hafen und gutem gastronomischen Angebot. Hier kann man sich entscheiden, über Neuensien oder den steilen Berg hinauf über Moritzdorf weiterzufahren. In Altensien treffen sich die Routen wieder. Bis Sellin ist es nur noch ein Katzensprung.

Sellins Wilhelmstraße, die zur berühmten Seebrücke führt, ist gepflastert und für Fahrradfahrer ein Hindernis. Auf den Gehwegen kann man nur zu touristenschwachen Zeiten vorsichtig weiterkommen. Der Rückweg ist ebenfalls erschwert, da die Wilhelmstraße eine Einbahnstraße ist und es keine Ausnahme für Radler gibt. Die weißen Villen sind allerdings sehenswert, ebenso natürlich die 1998 eröffnete neue Seebrücke. Um dorthin zu kommen, ist das Erklimmen einer Düne, auf und an der Sellin liegt, nicht zu vermeiden.
Quelle und mehr: Wikipedia

 

 

Eine Fahrt mit dem "Rasenden Roland" muss sein!

Sellin hat nur knapp 2.500 Einwohner und ist ein Haltepunkt des Rasenden Rolands. Ich bin mit der nostalgischen Schmalspurbahn über Jagdschloss Granitz nach Binz und wieder zurück gefahren. Meistens geht es durch Wald, so dass lohnenswerte Fotos schwer zu bekommen sind. Immerhin haben die Zuggespanne Toiletten und ein kleines Restaurant. Klar, dass man einmal im Leben mit dem „Roland“ gefahren sein muss. Die Sehenswürdigkeiten von Binz liegen allerdings vom dortigen Haltepunkt ein ganzes Stück weit entfernt.

Bei Wikipedia lesen wir: "Die Rügensche Kleinbahn (RüKB), im Volksmund Rasender Roland genannt, ist eine Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 750 mm auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern.
Die dampfbetriebene Schmalspurbahn ist eine Hauptattraktion der Insel und verbindet Putbus über Binz, Sellin und Baabe mit Göhren. Auf einer Strecke von 24,1 Kilometern wird mit historischen Dampflokomotiven und Wagen, die teilweise fast 100 Jahre alt sind, ein regulärer Betrieb aufrechterhalten."
 
Quelle und mehr: Wikipedia - YouTube-Video Rasender Roland

Neubau: Seebrücke Sellin

Fazit dieses Radeltages: Meist gute Wege, weit besser als am Tag zuvor, schöne Ausblicke vom Radweg, lauschige Wälder, Pausenplätze am Ostseestrand und unterwegs einige schöne Einkehrgelegenheiten.

Tor nach Baabe

3. Tag: Exkursion Mönchgut, ca. 40 km
In Sellin übernachten wir zwei Mal und haben daher die Gelegenheit, einen Tag lang das „Mönchgut“ zu erradeln. Diese zerklüftete Halbinsel bietet einige Attraktionen, Radwege von schattig im Wald bis felgentief im Sand - alles dabei. Von Sellin aus radeln wir durch das Holztor des Ostseebades Baabe, das besonders für Allergiker Linderung verspricht, und gelangen durch das Waldgebiet Baaber Heide ins Ostseebad Göhren.

Die meisten Bäder haben es so an sich, dass sie auf einer eiszeitlichen Düne liegen, hinter der tief unten die Seebrücke auf Besucher wie uns wartet. Hinunter führt ein für Radler eigentlich verbotener Fußweg. Vorsichtig rollen wir abwärts und ein Stück entlang der Strandpromenade. Hier dürfte Urlaub richtig erholsam sein. Feiner Sand, das Plätschern der Wellen und der Blick auf die Ostsee lassen jedenfalls Urlaubsstimmung aufkommen. Dem Tourismus wird nicht nur in Sachen Unterbringung, sondern auch in Sachen Souvenirs & Co. reichlich Genüge getan.

Das nächste Ziel heißt Lobbe. Ab dem Ortsausgang Göhren, wo wir noch einen Blick auf das Museumsschiff Luise erheischen, führt der Radweg strickt südwärts, und zwar im Wald. Will man die Ostsee sehen, muss man einen der Wege zum Strand nehmen. Auffällig viele Hundestrände und FKK-Strände und gefühlt wenige Textilstrände locken die Besucher an, die Ende Juni noch reichlich Platz haben. Die Hauptsaison hat gerade erst begonnen und der Touristentrubel nimmt langsam Fahrt auf. Das tun wir auch und radeln weiter nach Thiessow, seines Zeichens selbstverständlich ebenfalls ein „Ostseebad“. Hier findet gerade der auf der ganzen Insel beworbene „Rügen-Markt“ statt, den wir natürlich kurz besuchen. Es gibt viel Kunstgewerbliches sowie allerhand Nahrhaftes aus der Region, aber auch den üblichen Krimskrams, der irgendwann auf irgendeinem Flohmarkt wieder zum Verkauf steht.

Von Thiessow machen wir noch einen Abstecher nach Klein Zicker und steuern, den Hinweg erneut unter die Räder nehmend, als nächstes Groß Zicker an. Dort ist das reetgedeckte Pfarrwitwenhaus eine Attraktion, nicht nur wegen der herzzerreißenden Leidengeschichte der ehemaligen Bewohnerinnen, sondern auch wegen des wunderschönen Gartens. Ein paar Häuser weiter nehmen wir bei der Fischräucherei mit Außengastronomie ein Fischbrötchen als Stärkung ein, ehe es ein Stück zurück geht und dann links ab nach Gager. Hier, im idyllischen Hafen, zerlegt ein Fischer gerade seine frisch gefangenen Schollen. Von Gager geht es zurück zum waldigen Uferradweg und nach Lobbe. mehr

Reetdachhaus

Dort biegen wir wiederum links ab und radeln über Middelhagen nach Alt Reddevitz und weiter bis zum Reddevitzer Höft am Ende der schmalen Landzunge. Hier kann man eine Holztreppe zum Strand nehmen und hat einen einprägsamen Blick auf ein Stück Steilküste sowie auf die "verbotene Insel" Vilm. Nur 30 Menschen am Tag sind hier als Besucher zugelassen, wo früher die DDR-Staatsführung Urlaub machte. Am Wegesrand liegt etwas erhöht die Mönchguter Hofbrennerei „Zur Strandburg“. Man sollte allerdings nicht zu viel des edlen Brandes zu sich nehmen, da der Rückweg ein paar Tücken hat.

Tipp: Wenn der nagelneue Betonweg kurz hinter der Gaststätte zu Ende ist, sind es nur noch rund 400 Meter über eine teils sehr sandige Piste bis zum Aussichtspunkt Reddevitzer Höft. Aber es lohnt sich wegen des Blicks auf die Steilküste!  

Zurück nach Sellin 
Über Mariendorf radelnd, folgen wir nun dem Radwegweiser nach Baabe und Sellin. Der Weg wird immer sandiger und stellt uns vor große Probleme, da die Wüste nicht zu enden scheint. Erst nach dem durch einen Pfeil empfohlenen Linksabbiegen im Wald wird der Belag wieder besser. Entlang der Straße und der Bahnstrecke des Rasenden Rolands erreichen wir zügig Sellin. Abends gewinnt Deutschland sein WM-Vorrundenspiel gegen die USA mit 1:0.

  Jagdschloss Granitz

 

4. Tag: Über Binz nach Sassnitz

Wie fast immer starten wir auch an diesem wiederum angenehm temperierten Juni-Tag gegen 9 Uhr unsere Tagestour, die dieses Mal nach Sassnitz führen soll. Entlang der Seestraße und, rechtsabbiegend, über das „Bollwerk“ radeln wir zügig aus dem Ort heraus und in den Wald hinein. Der Radwegweiser führt uns zunächst auf leicht ansteigender Piste zum Jagdschloss Granitz. Dort imponieren bereits die Vorhalle und die elegante, aufwärts strebende Wendeltreppe. Das Jagdschloss Granitz war bis 1944 im Besitz der Familie zu Putbus. Mit über 250.000 Besuchern im Jahr ist es das meistbesuchte Schloss in Mecklenburg-Vorpommern.

In der Gebäudemitte, im ehemaligen Hofraum, erhebt sich der nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel nachträglich errichtete 38 m hohe Mittelturm. Er beherbergt im Inneren eine freitragende Wendeltreppe mit 154 gusseisernen Stufen. Die statischen Kräfte der schweren Eisentreppe werden vollkommen von den Seitenwänden aufgenommen; denn sie ist quasi in den Turm eingespannt.

Von der 144 m über NN hohen Aussichtsplattform auf dem Dach des Turms hat man einen Panoramablick in alle Richtungen, besonders aber über den Süden und Osten Rügens. Bei klarem Wetter kann man sogar bis Usedom blicken. Quelle und mehr: Wikipedia

Von Jagdschloss, das wir schon von vielen Seiten auf seinem Bergthron sehen konnten, rollen wir zügig nach Binz, wo der Tourismus stark ausgebaut ist. Irgendwie scheint mir dabei der frühere Charme abhanden gekommen und durch unbedingtes Kommerzstreben ersetzt worden zu sein. Sicher: Der Blick über die Ostsee zu den Kreidefelsen ist den Strandbesuch wert. Ganz am Ende der Seepromenade kehren wir bei einem kleinen, ruhig gelegenen Fischrestaurant ein und stärken uns für die Strecke nach Prora. mehr

Binz hat knapp über 5000 Einwohner und  ist das größte Seebad auf der Insel Rügen. Die amtsfreie Gemeinde gehört zum Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Das Seebad ist als Urlaubsort für seine prächtige Bäderarchitektur, das Jagdschloss Granitz, den breiten Sandstrand und die umgebende Natur bekannt, die im Naturerbe-Zentrum Rügen präsentiert wird.

1893 wurde das erste Kurhaus und der Kaiserhof gebaut. 1895 folgte der Bau der Kleinbahnstrecke Putbus-Binz und die Anlage der Strandpromenade, 1898 schließlich der Bau der ersten Post (Haus Kliesow, Hauptstraße). Am Strand wurden getrennte Damen- und Herrenbäder angelegt. Im Jahr 1902 wurde eine 600 Meter lange Seebrücke erbaut.
Quelle und mehr: Wikipedia

Nach einem TV-Report erleidet Rügen das gleiche Schicksal wie Sylt: Die Reichen machen sich an den schönsten Stellen breit, was die Immobilienpreise und Mieten in die Höhe treibt. Folge: Die normale Bevölkerung, die weitgehend vom saisonalen Tourismus lebt, wird verdrängt.

Prora: Diese Monument des nationalsozialistischen Größenwahns beeindruckt schier durch seine Dimensionen. Inzwischen werden aus der einst 4,5 km langen, als größtes Seebad der Welt für 20.000 Menschen konzipierten Anlage Wohnungen gemacht. Im Verkaufsbüro mit Zielgruppe Steuersparer kann man sich gleich informieren und eine Musterwohnung besichtigen. Im zweiten Block ein ganzes Stück weiter ist die Jugendherberge untergebracht. In den Blocks gibt es außerdem einige Museen und die KulturKunstStatt Prora. Es muss unbedingt Leben in die „Bude“.

Nach Fertigstellung des Komplexes sollten hier durch die Organisation Kraft durch Freude (KdF) 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Bauarbeiten eingestellt. Um 1950 begann der Aus- und Umbau weiter Teile des nunmehr Prora genannten Torsos zu einer der monumentalsten Kasernenanlagen in der DDR. Das unbefugte Betreten des Strandes war streng verboten. In der Wahrnehmung zweier Generationen war Prora eine Kaserne, die infolge der politischen Wende aus dem kollektiven Bewusstsein geriet. Quelle: Wikipedia

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Neu-Mukran: Von hier gehen die Fährlinien nach Schweden, Bornholm, St. Petersburg und Kleipeda (Memel).

Im Naturschutzgebiet der Schmalen Heide besitzt Neu Mukran eine einmalige Sehenswürdigkeit in Europa, die Feuersteinfelder, entstanden vor ca. viertausend Jahren, bestehend aus einer etwa 40 ha großen Fläche mit grauweiß schimmernden Feuersteingeröllwällen und seltenen Pflanzen wie Sonnentau, Knabenkraut, Wollgras und Orchideen. Quelle: Rügen-Hiddensee

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Nach Sassnitz
Vorbei an den Feuersteinfeldern erreichen wir bald Neu Mukran, wo wir uns bei einem Großäckereibetrieb mit angeschlossenem Café nochmals stärken, nachdem der Besuch des Fährhafens mangels (gefundener?) Zutrittsmöglichkeit für Radler fehlgeschlagen war.

Gut so, denn die Weiterfahrt hat ihre Tücken. Wir wollen unbedingt vermeiden, auf der verkehrsreichen Bundesstraße 96 b zu fahren. Stattdessen nehmen wir die in der Karte eingezeichnete, etwas längere Alternativroute nach Lietzow am Kleinen Jasmunder Bodden. Da kurz nach dem Hotel Staphel ein Wegweiser entfernt worden war, schlagen wir zunächst die falsche Richtung ein und enden in einer Wiese. Auf dem Rückweg treffen wir zwei Einheimische, die uns eine Abkürzung zu jenem ausgeschilderten Waldweg zeigen, der kurz vor dem Bahnhof Lietzow den Bodden erreicht.

Schlechte Wege, viel Verkehr
Hier fing das eigentliche Abenteuer an. Denn zunächst mussten wir auf der Bundesstraße 96 fahren, die stark mit Verkehr belastet ist. Manche Autofahrer rasten im Abstand von nur einem halben Meter an uns vorbei, so dass wir Angst bekamen und bei der nächsten Gelegenheit abbogen. Bis Sager ging es ganz gut, doch schon die Fahrt durch den Ort (dort gibt es übrigens ein Boxer-Museum) war aufgrund der Fahrbahnbeschaffenheit eine Quälerei, so dass wir uns schweren Herzens entschlossen, wieder zur B 96 zurück zu fahren. Gen Sassnitz ging es nun kräftig auf- und wieder abwärts, immer bedrängt von überholenden Autofahren - bis uns endlich ein straßenbegleitender Radweg erschien. Aufatmen! Ab der Kreuzung mit Abzweig nach Sassnitz-Mukran, wo wir zufällig rechts der Straße einen Radwegweiser des Ostseeradwegs fanden, konnten wir auf Nebenstraßen zum Hafen Sassnitz rollen. Oberhalb des Hafens sahen wir schon unser heutiges Hotel und kehrten beim Italiener am Kai erst einmal ein, um uns von dieser stressigen Anreise zu erholen.

Abends stand natürlich ein Bummel durch die für meinen Geschmack nicht besonders attraktive Altstadt und durch den sehenswerten Hafen an, in dem eine Menge Leben und eine maritime Atmosphäre herrscht. Das Hafen- und Fischereimuseum und ein Museums-U-Boot bieten sich dem Besucher als Attraktionen an.

Fazit: Sehr viele schlechte Wege, aber auch einige teilweise ganz neu asphaltierte Strecken, eine lückenhafte Wegweisung auf der von uns gewählten Alternativroute ab Neu Mukran und zahllose undisziplinierte Autofahrer, die uns auf der B 96 und B 96 n Angst machten. Die Hauptroute unseres Reiseveranstalters wäre weniger gefahrvoll gewesen und erheblich kürzer. Wir aber wollten noch etwas mehr von der Gegend sehen als die vorgegeben knapp 30 km und die Tagestour ausweiten, hatten aber die Rechnung ohne die auftretenden Erschwernisse gemacht.

 

5. Tag: Zum Kap Arkona

Unser Quartier liegt heute in Breege, rund 11 km vor dem Kap Arkona. In Sassnitz statten wir am Morgen noch dem Museums-U-Boot einen Kurzbesuch ab und radeln über die moderene, geschwungene Brücke für Fußgänger und Radfahrer wieder hinauf zur Hauptstraße. Das britische U-Boot mit 68 Mann Besatzung wurde 1963 in Dienst gestellt und ist 90 Meter lang.

Bei der Kirche geht es links ab und auf die steigungsreiche Straße, die durch das Waldgebiet des Nationalparks Jasmund zur Stubbenkammer führt. Einen Radwegweiser finden wir im Ort nicht, sondern erst später. Hier, am Königstuhl, kommen wir den Kreidefelsen sehr nahe und erhalten in der Ausstellung interessante Informationen über den Jasmund, seine Buchenwälder und die Kreide.

Der Königsstuhl ist der berühmteste Kreidefelsvorsprung der Stubbenkammer im Nationalpark Jasmund auf der Ostseeinsel Rügen. Er liegt 118 m ü. NN.

Über einen insgesamt etwa 11 km langen Hochuferweg, der von Sassnitz bis nach Lohme führt, oder vom 3 km entfernten Großparkplatz in Hagen (Ortsteil der Gemeinde Lohme) erreicht man das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl, in dessen Gelände der Königsstuhl seit 2004 einbezogen ist. Der Eintritt in das Nationalpark-Zentrum und damit der Zugang zum Königsstuhl ist seitdem kostenpflichtig. Quelle: Wikipedia

Die Preise im Restaurant liegen wie fast überall in den touristischen Centren der Insel deutlich über dem, was man von Zuhause gewohnt ist. Nicht selten bekommt man den Eindruck, so richtig abgezockt zu werden. Von der Stubbenkammer radeln wir durch den Wald nach Lohme. Auf dieser Strecke sind einige kräftige Steigungen zu überwinden. Die weitere Strecke bis zum Schloss Spycker - es gibt auch die Schreibweise Spyker - wo wir eine kurze Pause einlegen, hat es ebenfalls in sich. Schön ist der Blick über den Spycker See am Weg nach Glowe, einem nicht besonders einladend wirkenden Straßendorf.

Schloss Spy(c)ker gilt als ältester Profanbau der Ostseeinsel. Erstmals erwähnt wurde Spycker 1318. Es gehörte damals der Stralsunder Patrizierfamilie von Külpen. 1344 heiratete eine Tochter aus dem Hause von Külpen in die Familie von Jasmund ein. So wurde der spykersche Zweig derer von Jasmund begründet, der aber 1648 kinderlos ausstarb. Quelle: Wikipedia

Nun folgt eine lange Fahrt über die Nehrung namens „Schaabe“, die mich stark an die Kurische Nehrung erinnert. Auch dort versperrt der Kiefern- und Fichtenwald den Blick auf Ostsee und Bodden. Man muss schon in einen der Seitenwege hineinfahren, um einen Blick aufs Wasser zu erheischen. Kurz hinter der Einfahrt nach Juliusruh zeigt der Wegweiser nach Breede, wo wir uns einquartieren und anschließend in dem wenig Atmosphäre ausstrahlenden Hafen in einem Fischimbiss einkehren. Hohe Preise und unpassende Musikberieselung zeugen nicht gerade für das Streben nach Stammgästen, eher für eine schnelle Abfütterung der Touristen. Man hat vom Biergarten nicht mal einen Blick auf die Ostsee, da dieser von parkenden Autos zugestellt ist. 

Kap Arkona bei Regen

Immerhin sättigt der Fisch und gibt uns Kraft für die Radtour zum Kap Arkona. Rund 10 km entlang der Küste auf meist gut befahrbaren Wegen liegen vor uns. Vorbei an einem Großsteingrab geht die Fahrt ins gemütliche Fischerdorf Vitt, von wo man einen schönen Blick auf den berühmten Kreidefelsen hat. Hier in Vitt treffen wir auf viele Touristen, die gespannt in den Himmel schauen und horchen. Ein Gewitter droht, es grummelt über dem Meer. Wir wagen trotzdem die Weiterfahrt über einen Schotterweg zum Kap Arkona. Beim Leuchtturm gibt es natürlich einen Biergarten, wo wir die Wetterentwicklung abwarten. Schwer einzuschätzen! Auch ein Bunkermuseum und diverse Relikte aus DDR-Zeiten kann man hier besichtigen.

Leuchttürme am Kap

Kap Arkona ist eine 43 Meter hohe, aus Kreide und Geschiebemergel bestehende Steilküste auf der Halbinsel Wittow im Norden der Insel Rügen. Das Flächendenkmal Kap Arkona gehört neben dem Fischerdorf Vitt zur Gemeinde Putgarten und ist eines der beliebtesten Ausflugsziele auf Rügen mit jährlich circa 800.000 Besuchern.

Am Kap befinden sich zwei Leuchttürme, ein Peilturm, zwei Militärbunker, die slawische Jaromarsburg und einige touristische Gebäude (Restaurants, Kneipen, Souvenirläden). Aufgrund der geologischen Beschaffenheit und der Wettereinflüsse kommt es am Kap vorwiegend im Winter immer wieder zu teilweise großen Abbrüchen.

Der kleinere der beiden Leuchttürme wurde 1826/27 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel in Backsteinbauweise erbaut und 1828 in Betrieb genommen. Er ist 19,3 m hoch und hat eine Feuerhöhe von 60 m ü. NN. Die Räume des dreigeschossigen Turms nutzte man als Dienst- und Lagerräume. Er wird auch Schinkelturm genannt. Am 31. März 1905 wurde er außer Dienst gestellt. Er ist nach dem Travemünder Leuchtturm der zweitälteste Leuchtturm an der deutschen Ostseeküste. Quelle und mehr: Wikipedia

Wir wagen die Rückfahrt, müssen aber nach zehn Minuten eine Unterstellmöglichkeit suchen. Im Ort Putgarten suchen schon andere Touristen Schutz unter dem Vordach eines geschlossenen Kiosks. Nach 20 Minuten heftigem Dauerregen klart es auf und die Rückfahrt über Altenkirchen, diesmal auf einer glatten Asphaltstraße, geht zügig vonstatten. Geschafft und im Trockenen!

An diesem Abend beginnen die K.O.-Spiele der Fußball-WM in Brasilien.

 

6. Tag: Insel Hiddensee

Der letzte Tag unserers Radelurlaubs mit der Mecklenburger Radtour beginnt um 10 Uhr mit einer Schiffsüberfahrt von Breede zur mit wenigen Ausnahmen autofreien Insel Hiddensee. Es regnet scheinbar dauerhaft und wir sind froh, heute nicht radeln zu müssen. Aber wie soll man die 17 km lange und an der schmalsten Stelle von 300 Meter breite Insel ansonsten erkunden. Also wandern wir nach einer Stärkung im Hafen von Vitt erst einmal die gut 2 km zum nächsten Ort Kloster. Dort kann man zum Beispiel das Gerhart-Hauptmann-Museum besichtigen oder die Kirche und in eines der zahlreichen Lokale an den vom Regen aufgeweichten Sandwegen besuchen.

Was hat Gerhart Hauptmann überhaupt bewogen, Hiddensee so häufig zu besuchen? Der  deutsche Dramatiker und Schriftsteller gilt als der bedeutendste deutsche Vertreter des Naturalismus, hat aber auch andere Stilrichtungen in sein Schaffen integriert. 1912 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Gerhart Hauptmann heiratete am 5. Mai 1885 Marie Thienemann vom Hohenhaus in Radebeul. Im Juli holten sie zusammen mit Hauptmanns Bruder Carl und dessen Frau Martha (einer weiteren Schwester von Marie, Hochzeit 1884) ihre Hochzeitsreise nach Rügen nach. Sie besuchten erstmals die Insel Hiddensee, die in Zukunft ein beliebtes Reiseziel Hauptmanns werden sollte. Quelle und mehr

Gegen Mittag lässt endlich der Regen nach und ich laufe zurück nach Vitt, wo wir die Fahrräder untergestellt hatten. Denn als Leuchtturm-Liebhaber muss ich natürlich unbedingt zum Wahrzeichen Hiddensees hinauf: zum Leuchtturm Dornbusch. Der Weg dorthin ist eine Tortur fürs Gesäß, denn er besteht aus den so „beliebten“ quer liegenden Betonplatten. Oben angekommen, stoße ich auf ein hölzernes Schild „Ende des Radweges“. Welches Radweges?

Auf dem endlich betonfreien, neu angelegten Weg radle ich weiter und stehe nach wenigen hundert Metern vor dem wunderschönen weißen Leuchtturm mit dem markanten roten Aufsatz.

Auf der Homepage der Insel Hiddensee lesen wir: „Das „Leuchtfeuer Dornbusch“ - so die fachmännische Bezeichnung - wurde in den Jahren 1887/1888 auf dem Schluckswieck, einem 72 Meter über dem Meer ansteigenden Dornbuschhügel errichtet und 1888 in Betrieb genommen.“ Quelle und mehr

 

Bei Wikipedia erfahren wir weitere interessante Fakten über die Insel: „Die Insel Hiddensee wird von den Einheimischen auch „Sötes Länneken“, süßes Ländchen, genannt. Auf der Insel wächst Sanddorn in großen Mengen. Seine Früchte werden zu alkoholischen (Sanddornlikör und Sanddorngeist) und alkoholfreien Getränken (kalter und heißer Sanddornsaft), vitaminhaltigen Speisen (Sanddorntorte und -eis) sowie Kosmetika u. a. verarbeitet. Daneben dominiert bei den heimischen Produkten Fisch, vor allem frisch gefangen und geräuchert. Eine Besonderheit ist der Hiddenseer Schmoraal, für den jede alteingesessene Hiddenseer Familie und jedes Restaurant ein eigenes Rezept hat.“  

Vor der Rückfahrt kehre ich noch bei dem beliebten Inselrestaurant „Zum Klausner“ ein, dem eine Pension angegliedert ist. Endlich hat es aufgeklart und man kann den grandiosen Blick auf Insel und Ostsee genießen. Kurz vor Vitte stoße ich rechts der am Heimatmuseum aus Kloster herausführenden Straße noch auf das Nationalparkhaus. Mehr zu Hiddensee  

Fazit: Rügen ist landschaftlich ein Juwel, das jedoch noch ein wenig geschliffen werden muss. Auch 2014, also 25 Jahre nach der Wiedervereinigung, stehen noch viele Aufgaben an, die zu bewältigen sind. Zum Teil gruselige Radwege mit Betonplatten, grobem Pflaster und tiefen Sandlöchern sowie eine oft lückenhafte Ausschilderung stellen an die Radler hohe Anforderungen. Häufig nervt auch der starke Autoverkehr, wenn Radwege neben den Straßen zu befahren sind - was zum Glück relativ selten vorkommt. In der Hauptsaison dürfte sich das Problem noch verschärfen.

Die Qualität der Hotels, die der Kunde der Mecklenburger Radtour am Ende per Fragebogen bewerten kann, war ziemlich unterschiedlich. Ein Mal mussten die Fahrräder in den Keller und hinaus getragen werden, was gerade für die Zielgruppe Senioren nicht gerade zuträglich ist. Ein anderes Mal mussten wir zwei Herren in einem verkappten französischen Bett schlafen: zwar zwei Matratzen, aber auf einem durchgehenden Lattenrost. Gut war jeweils die zentrale Lage der Hotels, so dass man abends zu Fuß schnell die attraktivsten Stellen am Standort erreichen konnte.  

Mecklenburger Radtour 
Der große deutsche Radreiseveranstalter hat seinen Sitz in Stralsund und bietet unterstützenden Service für Tourenradler an, die eigenständig unterwegs sein wollen, also ohne Tourenleiter. Zum Service gehören neben zahlreichen Informationen zu Sehens- und Wissenswertem entlang der Route ein Kartenheft mit dem eingezeichneten Streckenverlauf und einer Streckenbeschreibung, ein Reiseführer und eine Radwanderkarte der Region. Übernachtet wird in vorgebuchten Hotels (inklusive Frühstück). Im Angebot sind außerdem der Verleih von Tourenrädern sowie der Gepäcktransport zwischen den Unterkünften. Kritik kann man am Ende der Tour in einem Fragebogen äußern. Eine sechsköpfige Radelgruppe, die die Bornholm-Tour gerade beendete, hatte Leihräder genutzt und zeigte sich mit dem Service des Veranstalters insgesamt sehr zufrieden.
Informationen: Mecklenburger Radtour und Touren auf Rügen

Etappen/Entfernungen

Stralsund-Rambin-Dreschvitz-Patzig-Bergen 62 km (Variante 2)
Bergen-Sellin 40 km
Sellin-Binz-Neu Mukran 33 km, Sassnitz + 23 = 56 km
Sassnitz-Breege 57 km

Linktipps: Ostseeküsten-Radweg

Radwegebau auf Rügen - Zitat: "Bei der Planung der Radwege sollten auch aktive Radler heran gezogen werden. Die wissen am besten, wo der Schuh drückt. Und bitte immer daran denken, unsere Urlauber nutzen nur ungern straßenbegleitende Radwege! Sie kommen wegen unserer schönen Natur, wollen Ruhe und Entspannung. Autos sind das Letzte, was sie sehen. hören und riechen wollen ..."

Radwanderführer

Die schönsten Radtouren auf Rügen - und ein Bildband

      

 

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Spickzettel
Route:
Rügen-Rundtour
Start/Ziel:
Stralsund 
Bahnanreise:
über Hamburg bzw. Lüneburg/Büchen nach Rostock und Stralsund
Länge:
ca. 300 km
Schwierigkeit: auf Rügen gibt es noch viele "ursprüngliche" Wege (Pflaster, Sand, Beton) und naturbelassene Pfade sowie zahlreiche Steigungen, aber auch viele sehr gute Radwege und kleine asphaltierte Straßen (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Rügen-Homepage
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer/Karte: siehe unten  

Bahnhofshalle in Stralsund.

Blick von der Marienkirche über Stralsund.

Blick vom Rügendamm auf die neue, 2007 eröffnete Brücke und die Türme Stralsunds.

Betonplattenwege findet man auf Rügen noch ziemlich häufig. Eine gute Federung fängt aber die meisten Stöße ab.

Tolle Piste, eindrucksvolle Wolkenkulisse: Weg nach Dreschvitz.

Im Südteil der Insel ist die Beschildung fast perfekt.

Die 2500 km lange Deutsche Alleenstraße beginnt
in Sellin und zieht sich bis Konstanz am Bodensee. 

 

Bergen: Marktplatz und Postgebäude.

Flotte Fahrt: Straße nach Ketelshagen.

Putbus ist berühmt für seine weißen Häuser.

Der Obelisk im Circus und weiße Häuser in Putbus.

Hafen Lauterbach bei Putbus.

Das Badehaus in Goor ist heute ein Nobelhotel.

Rügen besitzt viele Waldgebiete wie die Goor.

Schöner Blick auf die Ostsee bei Groß Stresow.

Blick über Garftitz auf das Jagdschloss Granitz.

Blick zum Strand von Göhren.

Fischerhafen Thiessow.

An der Steilküste auf dem Mönchgut bei Klein Zicker.

Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker.

Fischverarbeitung im Hafen von Gager.

Steilküste am Reddevitzer Höft.

Quirlig: Fußgängerzone in Binz.

Kraft-durch-Freude-Monstrum: die rund 4,5 km lange, nie fertiggestellte Ferienanlage Prora.

Neu-Mukran: Fährhafen mit Bahnanschluss. Hier werden auch die Arbeitsplattformen für die Offshore-Windenergieanlagen montiert. mehr

Buchenwald prägt einen großen Teil der Insel Rügen - hier auf dem Weg nach Lietzow.

Strandhotel in Sassnitz.

Elegante Brücke in Sassnitz: Hier geht es vom Hafen hinauf in die Altstadt.

Jetzt ein Museum: Britisches U-Boot von 1963.

Besuch des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl.

Die berühmte Viktoria-Sicht in der Stubbenkammer.

Tolle Ausstellungen: Geschichten über den Buchenwald werden individuell über einen "Walkman" abgespielt.

Toller Radweg bei Nipmerow.

Schloss Spycker bei Glowe.

Im Hafen von Breede.

Überfahrt von Breede nach Hiddensee.

Regen auf Hiddensee im Hafen von Vitte.

Hiddensee: Leuchtturm auf dem Dornbusch.

Hier lebte und arbeitete Gerhart Hauptmann.

Heimatmuseum der Insel Hiddensee.

Schönes Flair im Hafen von Vitte.

Rückfahrt nach Stralsund.

Zwischenhalt in Neuendorf/Hiddensee.

Himmlische Ruhe und immer wieder neue Ausblicke auf den Leuchtturm - das Wahrzeichen der Insel.


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Steilküste am Reddevitzer Höft