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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2017

Von der Mündung bis zum Neckar 
Der Rheinradweg legt zwischen Konstanz am Bodensee und der Mündung in die Nordsee bei Hoek van Holland eine Strecke von rund 1000 km zurück. Dabei durchfließt er spektakuläre Landschaften in Holland, Deutschland und der Schweiz und berührt zudem Frankreich. Dieser Bericht schildert eine Radtour von der Nordseeküste bis nach Mannheim an der Mündung des Neckars in den Rhein. 
Rheinradweg in der Übersicht
Teil 2: Von Köln nach Mannheim

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Den Rhein aufwärts (1)

Von Hoek van Holland bis Köln
 
Der Rheinradweg, auch als EuroVelo15 beschildert, schlängelt sich von den Schweizer Alpen bis zur Nordsee auf über 1.200 Kilometern durch vier Länder: vom Berpanorama bis zum Meerblick. Der Rhein war schon immer ein Fluss, der verbindet. Oder auch eine schier unüberwindliche Grenze bildete. Aus einem reißenden Gebirgsbach wird nach und nach ein breiter Strom, der durch geschichtsträchtige Landschaften führt und aus dem sich hinter der deutsch-niederländischen Grenze mehrere große Flüsse abspalten, die schließlich wieder in der Nordsee zusammenfinden. Bericht über eine Radtour stromaufwärts.

Der Hauptstrom des Rheindeltas ist die Waal, eine der meistbefahrenen Wasserstraßen in ganz Europa. Andere Flussarme wie etwa der „Krumme Rhein“ mit seinen zahlreichen, mittelalterlichen Burgen und Schlössern bildeten lange Zeit die Nordgrenze des Römischen Reiches. Nicht zuletzt soll die Linge erwähnt werden, die sich durch die Obstgärten der Betuwe-Region schlängelt. Quelle und mehr: www.rheinradweg.eu/lander/niederlande

Anreise mit der Bahn 
Im Zeitalter des vereinten Europas sollte es doch auch bei den Bahnen der einzelnen Länder keine Reibungsverluste geben, wenn man grenzüberschreitend reist. Das mag ohne Fahrrad so sein, aber mit Rad und Bahn gab es doch erhebliche Probleme bei der Beschaffung eines Fahrradtickets. Immerhin ist es gelungen, nachdem die Dame im Reisecenter der Bahn gut 25 Minuten ihren Computer malträtiert hatte und die Schlange am einzigen Schalter hinter mir immer länger wurde. Auskunft, warum sie nicht bis Hoek van Holland buchen konnte, spuckte der Computer nicht aus. Wie sich auf der Tour später herausstellte, wurde die gesamte Strecke samt Bahnhöfen gerade runderneuert und war komplett gesperrt. Mit einem Haufen Papier fuhr ich wieder nach Hause, darunter die internationalen Fahrradkarten inklusive Stellplatzreservierung zu je zehn Euro. Dazu gab es den Tipp, dass beim Umsteigen in Nahverkehrszüge der Nachbarbahnen teilweise Benutzungsbeschränkungen zu beachten sind.

Quartiersuche nicht ganz einfach 
Nachdem diese Buchungshürde endlich überwunden war, sollte schon von zuhause aus ein Quartier direkt an der Rheinmündung in Hoek van Holland - 35 km hinter Rotterdem - gebucht werden. Ich fragte beim im Bikeline aufgeführten Quartiergeber an und bekam auch postwendend eine Mail, dass ein Zimmer für zwei Radler frei sei - mit "aparte better". Mangels Holländischkenntnissen fragte ich per Mail nochmal nach, ob es sich dabei wirklich um einzelstehende Betten handele, die auch für zwei ältere Herren geeignet sind. In dem Falle wäre die Buchung abgeschlossen. Leider bekam ich auch bei zwei weiteren Nachfragen keine Antwort mehr, so dass ich einen anderen Vermieter suchte und fand - gleich in einer der lebendigen, sprich: lauten Hauptgeschäftsstraßen des Städtchens Hoek van Holland.

Abteuer Bahnfahren in Holland 
Die Bahnanreise bis Rotterdam wurde zu einer Abenteuerfahrt - jedenfalls ab Umsteigebahnhof Amersfoort, wo der Fahrplan für den Zugwechsel nur fünf Minuten auswies. Dort angekommen, stieg ich zuerst samt Rad und Gepäck aus und nahm dann das Gepäck meines Mitradlers in Empfang. Sofort drängten die Wartenden in den Zug, so dass mein Mitradler mit seinem Rad nicht aussteigen konnte. Obwohl ich wild gestikulierte, gab der Bahnbeamte weit vorn am Zuganfang das Abfahrtssignal. Die Türen schlossen sich und der Zug fuhr ab. Mein Mitradler reiste somit unfreiwillig nach Hilversum und wieder zurück, was fast eine Stunde in Anspruch nahm.

Der nächste erreichbare Zug nach Rotterdam hatte ganze zwei Fahrradstellplätze in einer Art Nische, die jedoch von einer syrischen Familie besetzt war. Die Leute waren nett und verständnisvoll und zogen mit Kind, Kegel und Gepäck in das Abteil um. Die Toiletten in diesem knallgelben IC-Zug haben, wie auch noch einige Züge in Deutschland (2016 waren es noch 188 Regionalzüge), einen Abfluss ins Gleisbett und dürfen in Bahnhöfen nicht benutzt werden (kurz: Plumpsklos). Bemerkenswert: Das Fahrradlogo draußen am Zug war größer als das „Fahrradabteil“.

Link-Tipp: Fahrradtransport und Reparatur in Holland

Ankunft in Rotterdam

Da die Strecke nach Hoek van Holland gesperrt war, mussten wir per Fahrrad dorthin rollen. Breite Radwege in roter Farbe führen vom Bahnhof Centraal in Rotterdam in alle Himmelrichtungen. Ein Schild weist nach Hoek van Holland: die Route 8 = 31 km. Also auf nach Westen!

Die Route 8 bzw. der ausgeschilderte Weg zur Nordseeküste hat mit dem Rheinradweg nichts zu tun; den sparten wir uns für die „richtige“ Tour am nächsten Tag auf.

So radelten wir durch Betonschluchten und neben lauten, verkehrsreichen Straßen und Autobahnen unserem Ziel entgegen. Donald Trump würde sagen: "Holland ist eine laute Stadt". Aufgrund mehrerer Baustellen verfuhren wir uns ein paar Mal. Durch Maassluis lotste uns eine resolute Dame in flottem Tempo, bis wir den richtigen Weg wiedergefunden hatten. Nächstes Ziel: Schiedam am alten Maasufer. Die Stadt ist durch die Genever-Brennerei und ihre fünf, einst welthöchsten Windmühlen bekannt geworden ist. Letztere sind unübersehbar und tolle Fotomotive.

Beschilderung in Holland

Beim Trip durch die Altstadt von Schiedam fanden wir auch ein schönes Lokal vor der Bibliothek und die Rijnfietsroute, die hier mit 11a und 11b bezeichnet ist. Dazu sind jeweils nummerierte Knotenpunkte ausgeschildert. Um diese optimal nutzen zu können, sollte man sich vor der Tour eine niederländische Fahrradkarte beschaffen.

Zum Beispiel hier: www.holland-aktiv.com/radkarten-knotenpunkte.php  (Radkarten je 9,30 €)

 

Das Knotenpunkt-System ist ein Radwegenetz mit nummerierten Punkten und einer einheitlichen, gut sichtbaren Beschilderung zwischen den einzelnen Knotenpunkten. Knotenpunkte befinden sich an Kreuzungen oder Abzweigen und sind an weißen Schildern mit grünem Rand gut zu erkennen. An fast jedem Knotenpunkt befindet sich eine Übersichtstafel mit einem Kartenausschnitt und den Knotenpunkten in der Umgebung. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Knotenpunkten sind auf den Radkarten und auf den Knotenpunkt-Tafeln in Kilometern angegeben.

Neben dem Knotenpunkt-Netz sind die LF-Routen, „Landelijke Fietsroutes“ eingezeichnet. Diese Radrouten erstrecken sich landesweit und bilden ein Netz von Radfernwegen. Die LF-Radstrecken können in zwei Richtungen gefahren werden. Die Beschilderung unterscheidet deshalb je nach Richtung zwischen z.B. LF3a oder LF3b. Die Routen führen fast immer über ruhige asphaltierte oder befestigte Wege, gelegentlich über Radwege entlang der Landstraße und selten über unbefestigte (Wald)wege.

Der Rheinradweg (Rijnfietsroute) ist in den Niederlanden ebenfalls mit LF-Nummern bezeichnet, lauf Bikeline-Radwanderührer ab der Nordsee stromaufwärts bis Arheim mit LF 12a, 11b, 2b, 12b, 17b, 4b, 3b.

Übersicht aller LF-Routen mit GPS-Tracks: www.hollandfahrradland.de/radfernwege/gps-tracks

Rheinradweg in Holland von Millingen bis Hoek van Holland (GPS-Track): www.hollandfahrradland.de/uploads/gpstracks/Rijnfietsroute.zip

Gute Tipps zum Radeln in Holland gibt es auch hier: www.nach-holland.de/reisen/unterwegs/mit-dem-fahrrad

Rheinradweg von West nach Ost (GPS-Track) im NL-Routenplaner bis Millingen

Zu beachten ist, dass es den Rheinradweg in verschiedenen Varianten gibt, da er oft an beiden Seiten des Stromes entlangführt und in den Niederlanden noch diverse andere Verläufe bietet. Also wartet schon eine Herkulesaufgabe bei der Vorbereitung. Man kann natürlich seine Tour auch dem Zufall überlassen und erst unterwegs entscheiden, wo es denn nun weitergehen soll. Was stressfreier ist, muss jeder für sich entscheiden. Unsere Pension in Hoek van Holland erreichten wir nach 37 km.

 

Von Hoek van Holland nach Gorinchem (82 km)

Das milde Wetter in der zweiten Maihälfte 2017 bescherte uns einen herrlichen Abend an der Nordseeküste. Der weiße Strand und die lange Mole vor Hoek van Holland waren beeindruckend und hinterließen unvergessliche Erinnerungen. Am nächsten Morgen konnte es, mit dem nötigen Proviant von Aldi Holland oder Lidl im Gepäck, endlich losgehen.

Diesmal nahmen wir also die Rijnfietsroute unter die Räder, die vielfach direkt am Ufer entlangführt. Durchs Häusermeer und Verkehrsgewimmel von Schiedam allerdings hätten wir ohne mein GPS-Gerät (Teasi One) nicht so ohne weiteres gefunden. Durch Rotterdam führt der Radweg wieder flussnah, zackt aber auch ein paar Mal und führt meistens neben lauten Straßen ostwärts. Dann taucht neben stattlichen Hochhauskomplexen die Erasmusbrücke auf, die genau 1000 Flusskilometer von der Rheinbrücke in Konstanz entfernt sein soll. Vorbei am Museumshafen biegen wir auf die Brückentrasse. Vorbei am Stadion folgen wir der Route LF 2a bis Ridderkerk, wo er Weg plötzlich endet. Des Rätsels Lösung: Hier müssen wir auf die Fähre nach Kinderdijk warten. Auch andere Linien legen hier an, etwa nach Dordrecht.

 

Windmühlenparadies 
Bei Kinderdijk stehen fast zwei Dutzend Windmühlen links und rechts eines Kanals, die einst der Entwässerung des unter dem Meeresspiegel liegenden Landes dienten. Der Ort gehört zur Gemeinde Molenwaard auf der Niederung Alblasserwaard. Im Nordwesten fließen die Flüsse Lek und Noord, die den Ort von zwei Seiten einschließen, zur Nieuwen Maas zusammen. Bekannt ist der Ort für seine Mühlen, die 1997 in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen wurden.

Die Mühlen von Kinderdijk gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in den Niederlanden. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von 19 Windpumpen, die dazu dienen, das anfallende Wasser aus den Poldern abzupumpen, um so den Boden landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Die Mühlen pumpen das Wasser in den Nieuwen Waterschap, welcher in den Fluss Lek fließt. Sie wurden im 18. Jahrhundert erbaut, nachdem sich die älteren Kanalsysteme als wenig effektiv erwiesen.

Quelle und mehr: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Kinderdijk 

 

Abkürzung nach Gorinchem 
Hinter Alblasserdam mit ebenfalls zwei schönen Windmühlen entdecken wir einen Radwegweiser nach Gorinchem, unser heutiges Tagesziel. Die Wegweisung ist ausgezeichnet und führt uns über ruhige Straßen dorthin. In der Altstadt finden wir schnell ein Quartier, wenn auch ein reichlich skurriles mit steiler Treppe und Treppenlift. Tagesetappe: 82 km mit Abkürzung. Regulär mit dem großen Bogen über Dordrecht und Werkendam wären es rund 115 km geworden einschließlich dreier Fährüberfahrten.

Gorinchem, oft auch nach der Aussprache Gorkum oder Gorcum geschrieben, ist eine Stadt und Gemeinde in der niederländischen Provinz Südholland und zählte 2016 rund 35.000 Einwohner. Zur Stadt gehört ein großes Industriegelände (Avelingen) mit Binnenhafen, wo sich eine Schiffswerft, Maschinen- und andere Metall verarbeitende Fabriken sowie Großhandelsunternehmen befinden. Die Festungswerke mit dem Dalemer Stadttor können zu den Sehenswürdigkeiten gezählt werden. Sie wurden 2001 restauriert. Im ehemaligen Rathaus (1860 erbaut) ist das Stadtmuseum untergebracht. Gorinchem hat noch einige alte Häuser. Am Flüsschen Linge, das ebenfalls durch die Gemeinde fließt, gibt es einen Jachthafen.

Quelle und mehr: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Gorinchem

 

Nächstes Ziel: Arnheim (99 km)

Von Gorinchem nach Arnheim radeln wir vorbei am Fort Vuren entlang der Waal über Vuuren und Herwijnen, während die Route in unserem Bikeline über Asperen führt. Da haben wir wohl den Abzweig übersehen; doch die Waal-Route führt auf erstklassigen Wegen am Wasser entlang und ist sehr idyllisch. In Varik legen wir beim Café Veerhuis direkt am Radweg nach 37 km Radelstrecke eine Pause ein. Hinter Tiel queren wir den Kanal und radeln dann nach Norden.

Kartenausschnitt: https://www.google.de/maps/@51.9053347,5.4198918,13z 

 

Östlich von Wijk, bei Eck en Wiel, nehmen wir die Fähre nach Amerongen (Foto) und sind - nach 60 km Wegstrecke - wieder auf dem regulären Rheinradweg (am Nederrijn), auf dem wir nun über Rhenen (Gelegenheit zu einer Kaffeepause) nach Wageningen rollen. Über Renkum und Oosterbeek erreichen wir, mal durch Grün, mal entlang verkehrsreicher Straßen, das quirlige Arnheim (in der Landessprache ohne das i = Arnhem).

Arnheim hat rund 155.000 Einwohner (2016), ist Hauptstadt der niederländischen Provinz Gelderland und liegt am Nederrijn, einem relativ kurzen Abschnitt des Rheins nach der Rheinteilung, bei der die Waal und der Nederrijn, der spätere Lek, entstehen.

Im Zweiten Weltkrieg versuchten alliierte Streitkräfte im September 1944 im Rahmen der Operation Market Garden die Brücke von Arnhem über den Rhein zu erobern, um sich so einen Weg nach Deutschland zu bahnen. In einem ihrer letzten siegreichen Kämpfe konnte die Wehrmacht die Schlacht jedoch für sich entscheiden, was zum Scheitern der alliierten Operation „Market Garden“ beitrug. Durch diese Schlacht wurde die Stadt schwer beschädigt. Nach der Schlacht zwang die Wehrmacht die damals 95.000 Einwohner die Stadt zu verlassen.

Die Koepelkerk in Arnheim

Die beiden Brücken über den Nederrijn in der Nähe der Innenstadt werden vielfach noch Oude Rijnbrug (Alte Rheinbrücke, John-Frost-Brücke, bekannt vom Film “Die Brücke von Arnheim”) und Nieuwe Rijnbrug (Neue Rheinbrücke, Nelson-Mandela-Brücke) genannt.
Quelle und mehr: Wikipedia

 

Von Arnheim nach Xanten (71 km)

Der Tag des grenzüberschreitenden Fahrradverkehrs brachte in Arnheim zunächst die Überquerung des Rheins auf der Nelson-Mandela-Brücke gen Südwesten. Nachdem wir gestern rund eine Stunde Regen hatten, scheint heute wieder die Sonne und der leichte Westwind meint es gut mit uns. Auch der Weg auf dem Deich bis Huissen ist erste Sahne. Nach neun Kilometern Radelstrecke steht wieder mal eine Fährüberfahrt bevor. Auf dem östlichen Ufer radeln wir nun gen Pannerden und müssen uns beim Fähranleger Millingen entscheiden, ob wir übersetzen oder Richtung Emmerich weiter am östlichen Ufer fahren wollen. Da die nächste Fähre noch mehr als eine halbe Stunde auf sich warten lässt, rollen wir nun, den Oude Waal - einen Altarm - querend und an einem See vorbei über Tolkamer bis zur Rheinbrücke Emmerich, wo wir den von zahlreichen Schiffen befahrenen Strom wieder überschreiten und flussnah bis nach Grieth fahren. Dort legen wir beim genossenschaftlichen Dorfladen mit angeschlossenem Gastgarten nach 47 zurückgelegten Kilometern erstmal eine ausgiebige Pause in.

Vorher durchfuhren wir den Emmericher Ortsteil Elten. Das 5000-Einwohner-Grenzdorf wird fast vollständig von den Niederlanden umschlossen wird und ragt wie eine Landspitze in das Nachbarterritorium hinein. Es hat eine interessante Geschichte - und viel Autoverkehr. Quelle und mehr

Emmerich - erste Stadt in Deutschland 
Unweit der Stelle, an der der breit dahin strömende Rhein die deutsch-niederländische Grenze überschreitet, liegt Emmerich. Je nach Standpunkt ist der Ort also die erste bzw. die letzte deutsche Stadt am Rhein. Der schon im Mittelalter aufgrund seiner günstigen Verkehrslage am Fluss bedeutende Handelsort erhielt 1233 Stadtrechte und war später sogar Mitglied in der Hanse. Die Geschichte Emmerichs reicht aber noch viel weiter zurück: Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes fällt in das beginnende neunte Jahrhundert.

Zu den ältesten Gebäuden in Emmerich, das im 2. Weltkrieg nahezu ausgelöscht wurde, zählt das 1939 vollendete Rathaus. Ihm gegenüber liegt das Rheinmuseum. Die interessanten Ausstellungen widmen sich sowohl der Rheinschifffahrt und der engen Verbindung Emmerichs zu Deutschlands bedeutendstem Fluss als auch der Stadtgeschichte selber. Vom Museum sind es nur wenige Schritte bis zur schönen und überaus langen Rheinpromenade, die mit viel Aufwand in den letzten Jahren neu gestaltet wurde. Quelle und mehr

Xanten - römische Geschichte pur
Kurz vor Emmerich stießen wir auf die mächtige Rheinbrücke, eine der größten Hängebrücken überhaupt. Hier überquerten wir den Strom, da unser Tagesziel Xanten auf der westlichen Seite des Rheins liegt. Vorbei am ehemaligen Versuchsreaktor von Kalkar, der inzwischen zu einem Freizeitpark mit großem Besucherandrang umgebaut worden ist, radeln wir gemütlich über Nieder- und Obermörmter, vorbei am Xantener Seengebiet, in die von römischer Geschichte geprägte Stadt. Nach vielen vergeblichen Anrufen fanden wir dann doch noch ein Quartier.

Die Römer-, Dom- und Siegfriedstadt Xanten hat rund 21.500 Einwohner und blickt auf eine über 2000-jährige Geschichte zurück. Ihre Anfänge liegen in der Errichtung des Legionslagers Vetera und der Colonia Ulpia Traiana im Römischen Reich und setzen sich fort mit der Gründung des Stifts St. Viktor im 8. Jahrhundert. Nach Eröffnung des Archäologischen Parks und des Freizeitzentrums wurde Xanten 1988 zum ersten staatlich anerkannten Erholungsort im Regierungsbezirk Düsseldorf sowie ab 2014 zum Luftkurort.

Xanten hat eine bemerkenswerte Geschichte: Etwa im 12 v. Chr. wurde das römische Legionslager Vetera auf dem Fürstenberg nahe dem Ortsteil Birten gegründet. Es sollte als Ausgangspunkt für Feldzüge ins rechtsrheinische Germanien dienen und war bis zu seiner Vernichtung im Rahmen des Bataveraufstands im Jahr 70 n. Chr. dauerhaft durch 8.000 bis 10.000 Legionäre besetzt. Nach der Zerstörung des Lagers Vetera I wurde nahe diesem ein zweites Lager, Vetera II, errichtet.

Die Kriemhildmühle in Xanten: Am Abend war sie in Betrieb

Neben den Zeugnissen aus der Römerzeit besitzt Xanten ein weiteres sehenswertes Bauwerk: die an die Stadtmauer gebaute Kriemhildmühle. Von dort ist es nur ein kurzer Weg vorbei am gotischen Doms (Grundsteinlegung war 1263) zum Marktplatz. Der St.-Viktor-Dom wurde erst nach 281 Jahren vollendet und zum Zentrum des niederrheinischen Archidiakonats. Am Markt ragt die weiße evangelische Kirche in den Himmel.

Quelle und mehr zur Geschichte Xantens: Wikipedia  

 

Von Xanten nach Düsseldorf (Nierst, 85 km)

An diesem Tag ist Düsseldorf das Ziel. Eine erschwingliche Unterkunft finden wir, vom Rheinufer in Kaiserswerth aus diverse Adressen anrufend, in Nierst und radeln fast 3 km wieder zurück. In dem kleinen Ort nahe des Rheinufers ist es ruhig, das Gasthaus hat einen Biergarten vor dem Haus und bietet eine gute Speisenauswahl für das Abendbrot.

Aber erstmal hinkommen: Von Xanten radeln wir durch den Rheinbogen gegenüber von Wesel. Wer die Stadt besuchen möchte, kann auf kurzem Weg über die Rheinbrücke ins Zentrum gelangen.

Wesel hat bei rund 60.000 Einwohnern den Status einer Großen kreisangehörigen Stadt, liegt an den Flüssen Rhein und Lippe und hat mehrere Großstädte in der weiteren Umgebung.

Im Spätmittelalter entwickelte sich Wesel zu einer bedeutenden Handelsstadt und erreichte 1407 die Aufnahme in den Hansebund. Aus der Hansezeit stammt das historische Rathaus, dessen im Zweiten Weltkrieg zerstörte Fassade bis 2011 rekonstruiert wurde. Auch der evangelische Willibrordi-Dom hat nach verschiedenen Bauphasen wieder das Erscheinungsbild des 16. Jahrhunderts.

Die Zitadelle Wesel (1688–1722, 1809) war die einstmals größte Festungsanlage des Rheinlands. Es existiert jedoch nur noch ein -der Stadt zugewandter- gut erhaltener Rest der Festung. 
Die Radfernwege NiederRheinroute, Rheinradweg, Römerroute, Rundkurs Ruhrgebiet und die „Kulturroute“ an Lippe und Issel lassen sich von Wesel, das rund 60.500 Einwohner hat, aus befahren.
Quelle und mehr:
Wikipedia

Über Büderich führt der Rheinradweg uns linksrheinisch ziemlich nah am Fluss weiter gen Rheinberg. Hier hat der Strom weite Flächen, um sich bei Hochwasser auszudehnen. Die Stadt hat rund 31.000 Einwohner. Von der ehemaligen Festung Rheinberg ist aktuell das Zentrum des Ortes von einem weitgehend erhaltenen  ehemaligen Wallgraben umgeben, der in der Zeit zwischen 1290 und 1311 für die erste Befestigungsanlage mit Stadtmauer und Türmen erbaut wurde. Der trockengelegte Wallgraben ist in seinem heutigen Aussehen die einzig erhaltene Anlage dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Von den bis auf die Grundmauern zurück gebauten Festungsanlagen sind die zugehörigen Erdwerke als Reste heutzutage noch gut im nördlichen und östlichen Teil der Stadt zu erkennen. Quelle und mehr: Wikipedia

Eine Besonderheit Rheinbergs stellt die Fossa Eugeniana dar. Dabei handelt es sich um einen 1626 begonnenen, nie vollständig fertiggestellten, in Teilen jedoch erhaltenen Kanal zwischen Rhein und Maas. Seine Breite beträgt etwa 4,3 m (soweit noch feststellbar), seine Länge fast 50 km. Der Kanal war dazu gedacht, die seinerzeit zu Spanien gehörigen, aber abtrünnigen niederländischen Provinzen vom gewinnbringenden Handel auf dem Rhein abzuschneiden. Es sollte kein weiteres Geld in deren Kriegskassen gebracht werden.

Duisburg - Stadt der Superlative 

Duisburg hat nicht nur den größten Binnenhafen Europas, sondern auch die meisten Brücken und nach Hannovers Eilenriede den zweitgrößten Stadtwald. Eine Radtour entlang des Rheins zwischen Duisburg und Düsseldorf ist zugleich ein Ausflug in die Industriegeschichte dieser Region. Von Rotterdam bis Duisburg herrscht wohl der regeste Schiffsverkehr auf dem Rhein.

Bei Wikipedia lesen wir: "Die Duisburg-Ruhrorter Häfen befinden sich an der Mündung der Ruhr in den Rhein. Sie gelten als größter Binnenhafen Europas, in Gesamtbetrachtung aller öffentlichen und privaten Hafenanlagen als größter Binnenhafen der Welt. Mit einer Gesamtfläche von 10 km² zieht sich der Bereich des eigentlichen Hafens von den Hafenbecken an der Ruhrmündung entlang des Rheins aufwärts bis nach Duisburg-Rheinhausen. Die 21 öffentlichen Hafenbecken haben eine Wasserfläche von über 180 ha. Die Uferlänge beträgt 40 km, davon 15 km Umschlagufer mit Gleisanschluss." Quelle und mehr: Wikipedia

Duisburg - die Brückenstadt 
Mit mehr als 700 Brückenbauwerken ist Duisburg eine der brückenreichsten Städte im Bundesgebiet. Selbst Venedig kann nicht mehr Brücken aufweisen. Annähernd 100 Brücken wurden im 2. Weltkrieg zerstört, darunter alle Rheinübergänge. Zum Teil wurden sie wieder aufgebaut, zum Teil entstanden an ihrer Stelle aber auch neue Brücken. Dazu kommen zwei Autobahnbrücken, die erst nach dem Krieg gebaut wurden, so dass nunmehr sieben Brücken im Duisburger Stadtgebiet über den Rhein führen.

Die 1966 bis 1971 gebaute Autobahnbrücke zwischen den Duisburger Stadtteilen Neuenkamp und Homberg gehört mit einer Spannweite von 350 m zu den größeren Rheinbrücken. Sie verbindet mit einer Länge von 777 m im Zuge der A40 (Ruhrschnellweg) das Ruhrgebiet mit dem Niederrhein und den nahe gelegenen Niederlanden. Die Schrägseilbrücke, bei der die 108 Seile in 12 Seilgruppen von zwei stabförmigen 50 m hohen Pylonen aus fächerförmig in der Mittelstreifenachse verlaufen, hat auf 36 m Breite Platz für sechs Fahrspuren und einen Rad-/Fußweg.

Gleich neben der Ruhrmündung steht die Friedrich-Ebert-Brücke. Sie wurde 1907 zwischen der Hafenstadt Ruhrort und der Stadt Homberg errichtet und gegen Ende des 2. Weltkriegs von deutschen Truppen gesprengt. Als Ersatz wurde 1954 die nach dem ersten demokratisch gewählten Reichspräsidenten Friedrich Ebert benannte Zügelgurtbrücke fertig gestellt. Mit einer Gesamtlänge von 548 m - Spannweite 285 m - ist sie die fünftgrößte Hängebrücke Deutschlands und hängt an 80 Seilen.

Die bekannteste der Duisburger Brücken ist jedoch die Brücke der Solidarität. Sie verbindet die Duisburger Stadtteile Rheinhausen und Hochfeld bei Rheinkilometer 775,29. 1987 erhielt Rheinhausen durch den Widerstand gegen die Schließung des dortigen Stahlwerks große Medienpräsenz. Am 10. Dezember 1987 besetzten Krupp-Arbeiter die Rheinbrücke und protestieren damit gegen die Schließung ihres Werkes. Es folgten große Demonstrationen gegen die Schließung des verbliebenen Hüttenwerks. Monatelange Mahnwachen begleiteten die Auseinandersetzungen. Rheinhausen wurde damit zum Synonym für die Stahlkrise. Die Brücke wurde am 20. Januar 1988 von den Arbeitnehmern in Brücke der Solidarität umbenannt. An diesem Tag zogen 50.000 Stahlkocher aus über 60 Hüttenwerken zur Brücke. Die Jugendvertreter der Krupp-Lehrwerkstatt fertigten über Nacht das neue Namensschild. Wenig später wurde der Name von der Stadt Duisburg offiziell übernommen. Quelle und mehr sowie Wikipedia

Die Brücke sieht man vom linksrheinischen Radweg aus in der Ferne hinter einem großen Brachgelände. Vom einstigen Krupp-Stahlwerk ist nur das Pförtnerhaus 1 noch übrig geblieben. Und so kam es genau zu dem Standort: Friedrich Alfred Krupp entschloss sich weitblickend, umfangreiche Grundstückskäufe auf der linken Duisburger Rheinseite zu tätigen. Die dortige Agrarlandschaft wurde nur durch verstreut liegende Ziegeleifelder und Abgrabungenstandorte unterbrochen. Einige wenige Bauerngehöfte entlang der Bliersheimerstraße, im Bereich südlich des heutigen Gaterwegs, waren die einzigen Siedlungsstandorte im zukünftigen Werksbereich. Die mit dem Hüttenwerk entstandene Beamtensiedlung Bliersheim erinnert heute namentlich an diese ehemalige Gemeinde und das Dorf Bliersheim. Quelle und mehr

Rheinhausen geht nahezu unmerklich in den Ort Friemersheim über. Nahe des Rheinradwegs kann man die alte Schule und das ehemalige Lehrerhaus bewundern.

Wasserturm Friemersheim 
In der Weite des nur niedrig bebauten Umfeldes, bestehend aus dem Rheinvorland, dem ehemaligen Rangierbahnhof Hohenbudberg mit Bahnbetriebswerk und der dazu gehörenden Eisenbahner-Siedlung sticht der etwa 35 m hohe Wasserturm in der Turmstraße hervor. Er wurde 1915/16 zur Versorgung des Eisenbahnbetriebswerkes und der Siedlung errichtet. Der dafür notwendige Speicherraum wurde auf zwei nebeneinander stehende Behälter von jeweils 500 m³ aufgeteilt. Diese Doppelanordnung verleiht dem Gebäude sein charakteristisches Aussehen. Quelle und mehr und Wikipedia

Uerdingen 
Am ehemaligen Bayer-Werk in Uerdingen hängt nicht mehr das Bayer-Kreuz als Symbol für mehr als 100 Jahre Industriegeschichte. Es wird seit 2016 nicht mehr gebraucht: Dann nämlich wurde Bayer Material Science (BMS), die letzte Bayer-Tochter in Uerdingen, in ein börsennotiertes Unternehmen umgewandelt, das nicht mehr zum Bayer-Konzern gehört. Seitdem hat sich der CHEMPARK-Standort Krefeld-Uerdingen als führender Polycarbonat- und Polyamid-Standort Westeuropas etabliert. Quelle und mehr

Lange Jahre wurde in Uerdingen Schnaps destilliert: Noch 2006 produzierten in Uerdingen durchschnittlich elf Mitarbeiter in 12.000 300-Liter-Limousin-Eichenfässern Weinbrand. Die Firma Racke zog sich 2006 vollständig aus dem Spirituosengeschäft zurück. Seitdem ruht der Betrieb weitestgehend. Noch immer hält die Familie Melcher die Rechte an den Marken „Dujardin Imperial“, „Melchers Rat“ und „Uerdinger“, jedoch wird lediglich „Uerdinger“ noch immer in Uerdingen destilliert.
Die Familie Melcher hält die historischen Gebäude und die Weinbrennerei im Familienbesitz. Die Räume werden an Künstler für Werkstätten, Ateliers und Ausstellungen vermietet. Die historische Betriebsstätte der ehemals größten Weinbrennerei Deutschlands kann an Samstagen und Sonntagen besichtigt werden.
 

Vorbei am Dujardin-Werk und einigen seit Jahren leerstehenden und baufälligen Industriebauten  passieren wir auf dem Rheindamm den Meerbuscher Ortsteil Nierst und erreichen bald Langst-Kierst, von wo wir mit der Fähre nach Kaiserswerth übersetzen, Düsseldorfs nördlichsten Stadtteil.

 

Von Meerbusch-Nierst nach Köln (85 km)

Bis Düsseldorf radeln wir an diesem Tag zunächst linksrheinisch von Nierst über Büderich bis zur Theodor-Heuss-Rheinbrücke, wo wir den Strom queren und nun immer am Rhein entlang die Nordrhein-Westfälische Landeshauptstadt durchqueren. Natürlich ist auch ein Abstecher in die Düsseldorfer Altstadt drin, der an der berühmten Gaststätte „Zum Uerige“ vorbeiführt. Falls man nicht gerade morgens vor zehn Uhr hier vorbeikommt, wenn das Lokal noch geschlossen hat, kann man hier ein wenig von der Düsseldorfer Altbier-Tradition erleben. Einfach mal reinschauen!

Altbiertradition 
Während in Köln das Kölsch hochgehalten wird, ist in Düsseldorf das Altbier angesagt. Die Gaststätte „Zum Uerige“ mit eigenem Brauhaus hatte über die Jahrhunderte bei wechselnden Besitzern verschiedene Namen, wie „Berliner Hof“ oder „Zum Bergischen Hof“. Der heutige Name wird auf Wilhelm Cürten zurückgeführt, der 1862 die Hausbrauerei übernahm. Da dieser ständig schlechte Laune hatte, nannten ihn die Stammgäste im besten Düsseldorfer Platt „uerig“, für „schlecht gelaunt“. Quelle und mehr: Wikipedia

Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf

Düsseldorf ist natürlich auch eine Stadt der Brücken. Die Theodor-Heuss-Brücke ist eine der insgesamt sieben Düsseldorfer Rheinbrücken, von denen sechs dem Straßen- und eine dem Eisenbahnverkehr dienen. Sie wurde bei ihrer Eröffnung im Jahr 1957 offiziell und wird noch heute umgangssprachlich Nordbrücke genannt. Sie gilt als die erste Schrägseilbrücke Deutschlands und bildet zusammen mit der Oberkasseler Brücke und der Rheinkniebrücke die ursprüngliche „Düsseldorfer Brückenfamilie“, die die Entwicklung dieses Brückentyps weltweit für viele Jahre maßgeblich beeinflusst hat.

Mehr über Düsseldorf: Wikipedia

Wieder auf dem Rheinradweg, passiert man automatisch den Landtagsbau von NRW. Das im Oktober 1988 eingeweihte „Haus des Landtags“ befindet sich ganz in der Nähe des Medienhafens. Der Neubau des Landtags gab den Anstoß zu einer grundlegenden Umgestaltung seiner Umgebung durch die Projekte Rheinufertunnel, Rheinuferpromenade und Rheinpark Bilk.

MedienHafen (Foto): Die modernistische Schreibweise passt zum architektonischen Konzept bei der Umgestaltung des alten Hafens. Hierbei leisteten internationale renommierte Architekten wie Frank O. Gehry, David Chipperfield, Joe Coenen, Steven Holl und Claude Vasconi ihren kreativen Beitrag zum Gesamtbild. Quelle und mehr

Nachdem wir die große Straßenbrücke, die nach Neuss hinüberführt, unterquerte haben, radeln wir flussnah Richtung Volmerswerth, wo wir uns aufgrund schlechter Beschilderung verfahren. Manche Radwegweiser waren so verblasst, dass man rein gar nichts mehr erkennen konnte. Mit Karte und Bauchgefühl kriegen wir dann doch die Kurve nach Süden, um dann bei Himmelgeist einen unnötigen Bogen durch den Rheinarm zu fahren. Vorbei an Benrath, wo wir bei den Rheinterrassen eine kleine Pause einlegen, und dem Haus Bürgel (Römisches Museum) Richtung Monheim führt der Radweg oft entlang lauter Straßen.

Tipp: Fahren Sie bei Volmerswerth/Flehe über den Rhein und linksrheinisch weiter. Das erspart Ihnen viel Stress und ermöglicht zudem einen Besuch des sehenswerten Städtchens Zons. Dorthin kann man auch später noch, kurz hinter Benrath, per Fähre (ausgeschildert) hinüberwechseln. Man muss dann zwar die Ford-Werke umfahren, erspart sich aber den nervigen Weg rund um die Bayernwerke in Leverkusen.

Die Fleher Brücke (Foto) hat den höchsten Brückenpylon in Deutschland und die größte Spannweite aller Schrägseilbrücken in Deutschland. Bei ihrer Fertigstellung war sie mit einer Hauptspannweite von 368 m zudem die am weitesten gespannte einhüftige Schrägseilbrücke der Welt. mehr zur Rheinbrücke Flehe 

Abzweig zur Fähre nach Zons

Zons (ehemals Feste Zons genannt, ist seit der kommunalen Neugliederung 1975 Stadtteil der Stadt Dormagen im Rhein-Kreis Neuss mit gut 5.400 Einwohnern. Den Kern der Gesamtfestung bildete die stark umwehrte Burg Friedestrom, die der Sitz des bischöflichen Schultheiß war. Verwaltung und Sicherung des Zolls und die Verwaltung des neu geschaffenen Amtes Zons hatten ebenfalls ihren Sitz in der Burg. Der planmäßige Bau der Zollfestung mit Stadtmauer wurde wahrscheinlich bis im 15. Jahrhundert vollendet.

Die rechteckig bis trapezförmig angelegte Stadt umgibt eine basaltverstärkte Mauer, die sich ca. 300 m in Nord-Süd-Richtung und 250 m in West-Ost-Richtung erstreckt. An den Eckpunkten befinden sich verschieden ausgeführte Türme. Quelle und mehr: Wikipedia

Wir bleiben jedoch auf der rechtsrheinischen Seite und radeln an Monheim vorbei nach Hitdorf, wo ebenfalls eine Fähre die Ufer verbindet. Kurz hinter Hitdorf queren wir die Mündung der Wupper. Hier führt der Rheinradweg neben der Autobahn 59 entlang, unterquert die A 1 und schwenkt hinter dem Neuland-Park, vor Wiesdorf, „landeinwärts“. Viel Lärm begleitet uns nun, ehe es nach einer gefühlten Ewigkeit bei Flittard wieder an den Rhein geht. Bei meiner Radtour auf der Deutschen Fußballroute NRW bin ich hier ebenfalls lang gefahren, wenn auch in entgegengesetzter Richtung, aber näher am Rhein und auf einer wesentlich ruhigeren Straße mit schönen Villenhäusern. Leverkusen hat über 160.000 Einwohner.

Wie dem auch sei: Auf beiden Seiten gelangt man letztendlich nach Köln. Ab Leverkusen sind es noch gut 16 km. Wer früh genug in Köln ankommt und dort eine Unterkunft bezieht, sollte unbedingt eine Stadtführung mitmachen. Es gibt sogar Führungen per Fahrrad.  

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kann man natürlich auch im Internet anscheuen, etwa hier.

Vor dem Dom steht eine Kopie der beiden auf den Türmen thronenden Kreuzblumen in Originalgröße (oben) - Erläuterung auch auf Kölsch.

Wir hatten einen kompetenten privaten Stadtführer, der uns nicht nur in den Dom und die Altstadt führte, sondern auch auf das Hochhaus Triangel. Das innovative Bürohochhaus (Eintritt: 3 Euro) wurde 2005 vollendet und gilt schon jetzt als markantes Wahrzeichen der rechtsrheinischen Stadtkulisse. Das über 100 Meter hohe Gebäude liegt vis-à-vis zum Kölner Dom, unmittelbar am Rheinufer von Köln-Deutz und in direkter Nachbarschaft zur Koelnmesse.

Teil 2: Von Köln nach Mannheim

 

Etappen/Entfernungen

1. Rotterdam-Hoek van Holland 46 km (mit Verfahren!)
2. H. v. Holland-Gorinchem 82 km
3. Gorinchem-Arnheim 98 km
4. Arnheim-Xanten 71 km
5. Xanten-Meerbusch-Nierst 85 km
6. Nierst-Köln 85 km
7. Köln-Bad Hönningen am Limesradweg-Beginn 74 km
8. Bad Hönningen-Oberwesel 83 km
9. Oberwesel-Bingen-Mainz-Oppenheim 85 km
10. Oppenheim-Worms-Ludwigshafen-Mannheim 70 km
 

Radwanderführer

Rheinradweg-Bikelines und Publicpress

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Spickzettel
Route:
Rhein-Radweg
Start/Ziel:
Hoek van Holland bei Rotterdam/Mannheim 
Bahnanreise:
Rotterdam
Länge:
1000 km von der Erasmusbrücke in Rotterdam bis zur Rheinbrücke in Konstanz; bis Bingen 650 km, bis Mannheim + 125 km = 775 km
Schwierigkeit: fast keine Steigungen, durchweg leicht (siehe Bericht) 
Übernachten: Adressen bei Bett und Bike und im Bikeline-Radwanderführer von Esterbauer
Internet: offizielle Homepage www.rheinradweg.eu 
Radwanderführer: auch von Publicpress

Die Mole in Hoek van Holland

Kriegserinnerungen am Rheinufer von Hoek van Holland

Eine der riesigen Mühlen in Schiedam

Centraal-Bahnhof in Rotterdam

Riesige Schiffe und Hochhäuser in Rotterdam

1000 Fluss-km von Konstanz: die Erasmusbrücke in Rotterdam

Einige der 19 Mühlen in Kinderdijk

Radwandersystem in Holland: LF-Routen und Knotenpunkte

Die Waal bei Gorinchem

Kriegserinnerungen in Gorinchem

Flusslandschaft in Gorinchem

Sehenswerte Stadt: Dalemer Tor in Gorinchem

Rheinbrücke bei Zaltbommel

Quirlinge Stadt unweit der Grenze zu Deutschland: Arnheim

Die letzten Häuser in den Niederlanden bei Tolkamer

Rheinüberquerung bei Emmerich

Emmerich-Skyline hinter den Rheinwiesen

Charmanter Pausenplatz: Dorfladen in Grieth

Ehemaliges AKW Kalkar, heute Familienfreizeitpark

Amphietheater in Xanten

Der Xantener Dom

Rhein bei Büderich

Auto- und Eisenbahnbrücke bei Moers

Ruhrmündung mit Rheinorange

Friedrich-Ebert-Brücke von Ruhrort nach Homberg

Idyllisches Friemersheim bei Rheinhausen

Ein ungewöhnlicher Wasserturm steht in Friemersheim

Fähre von und nach Kaiserswerth

Riesige Brücken überspannen den Rhein

Altstadtbesuch: das Düsseldorfer Rathaus

Direkt am Rheinradweg: Landtag von NRW

Das Gehryhaus (vorn) am MedienHafen

Markante Fußgängerbrücke

Etwas schäbig: Radwegweiser am Rheinradweg

Das Triangel-Hochhaus in Köln

Kölner Südbrücke - dort ist die Bratwurstbude aus dem Köln-"Tatort" geparkt.

Touristenattraktion Nr. 1: der Kölner Dom

Beeindruckend: die Fenster im Dom

Die DVD zur Tour von Hoek van Holland nach Mannheim folgt voraussichtlich im Herbst;
weitere DVDs mit Rhein-Etappen:

Koblenz-Bonn (link)

Duisburg-Bingen

Bonn-Linz (rechtsrh.)

Rhein-Video auf DVD

Radtouren-DVDs - ideal für Beamerschauen
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