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Autor: Dieter Hurcks Copyright 7/2017

Eine "Kulturfahrt" im Osten der 
Hannover Region

Celle gilt zweifelsohne als eine Perle der Fachwerkarchitektur. Aber auch in der Region Hannover verstecken sich Perlen früherer Baumeister wie das Fachwerkschloss in Burgdorf. Niederdeutsche Backsteingotik und Bauhausarchitektur sind in eine rund 63 km lange Radtour von Burgdorf nach Celle und zurück einbezogen. Ein schöner Kurs nicht nur für Kulturbeflissene. Radeln in der Hannover Region

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Fernradwegen in
Deutschland

Fahrradrundtour: Fachwerk,
Backsteingotik und Bauhaus

Von Burgdorf nach Celle und zurück - von Dieter Hurcks

Einen Fahrradrundkurs von Burgdorf nach Celle und zurück hat der ADFC Burgdorf-Uetze entwickelt. Die rund 63 Kilometer lange Tour führt über Feld- und Waldwege, Wirtschaftswege und wenig befahrene Straßen vorbei an manch interessanten Sehenswürdigkeiten. Für Besichtigungen sollte man ein wenig Zeit einplanen. Man kann an einer der S-Bahn-Stationen entlang der Strecke ein- und/oder aussteigen: Burgdorf, Otze, Ehlershausen oder Celle. Der Kurs ist ein beiden Richtungen ausgeschildert.

Übernachten in Celle

Von Burgdorf nach Hänigsen

Ich starte meine Tour am Bahnhof in Burgdorf, der mit den S-Bahn-Linien 7 (über Lehrte) oder 6 von Hannover aus zu erreichen ist. Wer den Schutzstreifen an der Bahnhofstraße nutzt und um den Kreisel fährt, stößt auf einen Radwegweiser mit Einhänger „Fachwerk-Tour“, der nach rechts in die Straße Vor dem Hannoverschen Tor weist. Ein paar Meter weiter, etwa 25 Meter vor dem „Fachwerk-Tour“-Schild, schickt ein Linkspfeil den Radler anscheinend zur Landratsvilla, wo sicher manch einer Mühe hat, wieder auf den rechten Weg entlang der Aue zu finden. Tipp: An der Villa (heute Rathaus) geradeaus weiter bis zur Aue radeln, wo wieder ein Wegweiser der Fachwerk-Route steht.

Tipps für Ortsfremde,
die am Burgdorfer Bahnhof ankommen

Die 31.000 Einwohner zählende frühere Kreisstadt ist Sitz des Vereins Niedersächsische Spargelstraße und Ausgangspunkt des Spargelradwegs. Burgdorf hat einen historischen Stadtkern mit hübschen Fachwerkhäusern und einem prächtigen Fachwerkschloss, das einst von einem Wassergraben umschlossen war. Davor befindet sich eine Bouleanlage; zwischen Schloss und Pankratiuskirche liegt der Spittaplatz - Ort vieler örtlicher Veranstaltungen.

Die ältesten Häuser, die den großen Stadtbrand überstanden haben, stehen dicht beieinander Am Brandende, einem gemütlichen Platz unweit des Bahnhofs, wohin man vor dem Tourstart unbedingt einen kleinen Abstecher machen sollte, auch wenn man dann nicht der durch den Stadtbahn gelegten Route folgt. Vom Brandende geht es, vorbei an der St. Pankratiuskirche zum Fachwerkschloss. Gleich dahinter stößt man auf die Aue, der wir nun nach Nordosten folgen - bis zur Osttangente. Die Beschilderung führt uns, vorbei an der Kläranlage und über die Brücke der Umgehungsstraße, weiter in den noch ländlich gebliebenen Ortsteil Dachtmissen. Das örtliche Lokal Hüsing, einst ein schönes Ausflugsziel mit Biergarten, hat leider wie so viele ländliche Gaststätten dicht gemacht.

Die Burgdorfer Kirche St. Pankratius beim Stadtfest Oktobermarkt

Sehenswürdigkeiten in Burgdorf - YouTube-Video

Nach einer schönen, ruhigen Fahrt durch Feld und Wald biegt die Route vor der Kreisstraße rechts ab. Der Wegweiser ist ein bisschen unglücklich erst hinter der Einmündung platziert - aus der Gegenrichtung ist er leicht zu übersehen. 

Übrigens: Wer hier geradeaus fährt, rechts in die Kreisstraße einbiegt und gleich in den nächsten Weg wieder nach links, der gelangt auf einer etwas holprigen Piste Richtung Hänigsen (ca. 6000 Einwohner) und erblickt dort rechter Hand die Bockwindmühle. Dort vorbei, gelangt der Radler über die Mühlenstraße in den Ortskern.

Wenn Sie diese Route fahren wollen, dann sollten Sie hier weiterlesen (wenn nicht, dann geht es hier weiter in Richtung Wald und Windräder):

Variante mit Hänigsen-Runde - GPX und KML

Sie führt zur Bockwindmühle, dann in die Ortsmitte (Kirche, Eiscafé), weiter zum Kuhlenberg, dann zur Kalibahn, dem Kaliwerk und wieder zurück auf die Hauptroute - ca. 15,5 km.

Die Hänigser Bockwindmühle ist die meiste Zeit eingezäunt.

Die Hänigser Bockwindmühle von 1704 war mit Unterbrechungen bis 1995 in Betrieb und ist heute eine der wenigen noch voll funktionsfähigen Windmühlen dieses Urtyps der mitteleuropäischen Windmühle. Ihr Mühlenhaus ist auf dem „Hausbaum“ oder Ständer regelrecht aufgehängt. Ändert sich der Wind, muss das ganze Mühlenhaus neu in den Wind gedreht werden. Im späten Mittelalter war dieser Mühlentyp zu Tausenden in ganz Mittel- und Nordeuropa verbreitet.

Am Mühlentag - das ist jeweils der erste Sonntag im September - wird sie in Gang gesetzt und steht Besuchern offen. Kontaktperson für Besichtigung: Schubotz-Mühle 05141 / 98790 - ansonsten ist der Zugang zur Mühle durch einen Zaun versperrt.

Quelle und mehr: Niedersächsische Mühlenstraße  

Am Rande: Noch heute legendär ist ein Fußballereignis der besonderen Art. Am 20. November 1984 fand vor 16.000 Zuschauern im Rahmen der zweiten Runde im DFB-Pokal 1984/85 die Partie zwischen dem FC Bayern München und dem TSV Friesen Hänigsen im Hänigser Stadion statt (Endstand 8:0). Auch daran führt die Routen-Variante vorbei (kurz hinter der Mühle links).

Zeugnisse der Ölförderung auf dem Kuhlenberg

Daneben gibt es das Freilichtmuseum „Die Hänigser Teerkuhlen“ am Kuhlenberg. Bereits 1546 erwähnte Georg Agricola dieses Erdölvorkommen in seinem grundlegenden Werk De natura fossilium, in dem er das zeitgenössische Wissen über Bodenschätze und Bergbau zusammenfasste. Es handelt sich somit um eines der ältesten, urkundlich nachgewiesenen Erdölvorkommen in Norddeutschland. Die frühen Bewohner des Ortes legten zwei bis drei Meter tiefe Gruben an, die dann einen Holzausbau erhielten. In diesen Gruben sammelte sich das Grundwasser und auf dem Wasser das Erdöl. Dieses wurde abgeschöpft und als „Hängser Teer“ oder „Wagenschmer“ verkauft. Die Verwendungsmöglichkeiten reichten vom Schmier- bis hin zum Heilmittel für Mensch und Tier. 
Mit Kiepen lieferten die „Hänser Kiepenkerle“ das dickflüssige Öl in der Umgebung aus. Heute kümmert sich der Heimatbund Hänigsen um das Gelände. Eine wieder instandgesetzte Teerkuhle funktioniert heute noch. Die zum Teil 400 Jahre alten Stützbretter sind ebenfalls noch zu sehen. Der Heimatbund betreibt dort auch ein kleines Museum zur Erdölindustrie. Darin und auf dem angeschlossenen Freigelände befinden sich Ausstellungsstücke zur Erdölindustrie, die die Entwicklung des Ortes maßgeblich mit geprägt hat.
Quelle und mehr: Wikipedia

Der Spitzname für Hänigsen lautet Kasparland. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts trugen viele Hänigser Bürger den Vornamen Kaspar. Die Kleinbahn der Burgdorfer Kreisbahnen GmbH, die Hänigsen von 1908 bis 1961 mit Burgdorf verband, trug den Spitznamen Kasparbahn.

Eine Attraktion in Hänigsen ist seit kurzem übrigens die Kalibahn Niedersachsen-Riedel, die Draisinentouren anbietet. Allerdings liegt der ehemalige Hänigser Bahnhof am anderen Ende des Ortes, wohin diese Variante unserer Tour führt. Info

Ein Triebwagen und mehrere Draisinen gehören zum Bestand des Kalibahn-Vereins.

Zurück zum 90-Grad-Knick: Zu den Windrädern 

Mein Navi sagt mir hier klipp und klar: rechts abbiegen! Nun führt der Weg durch den Wald, bis die Route laut Radwegweiser einen 90-Grad-Schwenk nach links macht. Laut GPS müsste ich noch ein bisschen weiter radeln und erst später links abbiegen. Ich folge aber dem dort gut sichtbar angebrachten Wegweiser, fahre in den fast zugewachsenen Waldweg (im Münsterland sagt man dazu: Pättken) und schiebe über eine kleine Brücke über den Bach namens Seebeck (Mückengefahr!). Nach Regen kann es hier ein bisschen matschig und entsprechend rutschig sein.

Der Radwegweiser am Asphaltweg kurz danach weist nun geradeaus. Ich folge gehorsam bis zum Ende der Siedlung und suche ein Schild, das mir sagt, wie es weitergeht. Da mein GPS-Track parallel rechts verläuft, biege ich an der T-Mündung nach rechts und finde auf dem Heimatlandweg ein paar hundert Meter weiter den Track wieder - aber keinen Radwegweiser. Nun geht es flott voran über eine Autostraße (Hänigsen-Schwüblingsen) hinüber, ehe an einer weiteren Autostraße (Hänigsen-Altmerdingsen) ein großer Schilderbaum auftaucht. Nun finde ich das Radwegelogo wieder und folge der Wegweisung gen Wathlingen.
Unterwegs könnten Badelustige einen Abstecher zum Uetzer Seengebiet machen. Der Weg dorthin ist leider nicht ausgeschildert und ohne Ortskenntnisse gar nicht so leicht zu finden. Also weiter!

Hier finde ich das Radweglogo wieder, das in eine andere 
Richtung zeigt als in die, aus der ich gerade gekommen bin. 
Anscheinend hätte ich zuvor links abbiegen müssen, habe 
das Schild wohl übersehen ...

 

 

Von Hänigsen nach Celle

Bleibt man auf der Hauptroute, dann sieht man von Hänigsen kaum etwas. Mühle und Ortskern lasse ich also links liegen und folge dem Radwegweiser querfeld und -waldein nach Nordnordost. Links sieht man den Förderturm des ehemaligen Kaliwerkes Riedel. Es ist das tiefste Kali-Salz-Bergwerk weltweit (1525 m). 1905 wurde mit der Abteufung des Schachtes Riedel begonnen, der Betrieb wurde 1909 aufgenommen. Von 1938 bis 1945 war dort ein Munitionslager der am Celler Weg errichteten Munitionsanstalt, kurz MUNA, untergebracht. Dort befand sich auch eine Außenstelle des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, deren Barackenfundamente noch heute zu sehen sind. Bei einem Explosionsunglück am 18. Juni 1946 unter britischer Besatzung, bei dem ca. 10.000 t Munition detonierten, starben in den Stollenanlagen 86 Menschen. Im Jahr 1996 wurde das Bergwerk stillgelegt. Das Vorhaben, im Bergwerk eine Sondermülldeponie einzurichten, wurde durch Proteste einer Bürgerbewegung und aufgrund geänderter wirtschaftlicher Bedingungen aufgegeben. Das ehemalige Bergwerk wird planmäßig geflutet.

Quelle und mehr: Wikipedia

Amtshof Eicklingen

Nächstes Ziel ist Eicklingen. Wer Zeit und Lust hat, kann noch einen kleinen Umweg über Bröckel unternehmen. Der Chorraum der St.Marienkirche wurde vor 1215 errichtet. In der parkähnlichen Anlage, in der das Kirchengebäude steht, befinden sich außerdem das denkmalgeschützte Küsterhaus, Pfarrhaus und Pfarrscheune.
Quelle und mehr: Wikipedia

Dort befindet sich, ausgeschildert und rechts des Weges, der Amtshof. Er war früher Sitz des Amtes Vogtei Flotwedel. Nun ist es nicht mehr weit bis nach  Wienhausen mit seinem Kloster, einer Perle der niederdeutschen Backsteingotik. Die Ausschilderung führt mich zunächst nach rechts zu den diversen Lokalitäten, wo man sich für die Weiterfahrt stärken kann. Vorbei an der Wassermühle und einer zum Denkmal umgewidmeten Resteiche geht es über Kopfsteinpflaster, vorbei an Nebengebäuden und der Klosterkirche mit hölzernem Turm, zu einer Perse der Backsteingotik.

Hier gibt es diverse Einkehrmöglichkeiten, wobei werktags meistens erst ab 16 Uhr geöffnet ist. Das Mühlencafé hatte auch bei unserem Besuch am Montag geöffnet, aber gesalzene (Touri-) Preise.

Das Kloster Wienhausen ist ein ehemals zisterziensisches, heute evangelisches Frauenkloster aus dem 13. Jahrhundert. Die Anlage beherbergt wertvolle Bildteppiche aus dem 14. und 15. Jahrhundert, mittelalterliches Mobiliar sowie eine der ältesten Brillensammlungen der Welt. Das Bauwerk zählt zu den wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten Norddeutschlands. Hier findet sich das Heilige Grab mit einer Christusfigur aus dem 13. Jahrhundert und einem hausförmigen Schrein aus dem 15. Jahrhundert. Das Heilige Grab kann im Rahmen einer Klosterführung besichtigt werden. Eine überlebensgroße Figur des Leichnam Christi liegt auf einem schmalen, rechteckigen Lager in einem hausförmischen Schrein. Das Gesicht ist farblich fein modelliert. Ein großes Leichentuch legt sich um Kopf und Körper.

Am Ende des 13. Jahrhunderts wurden für das Frauenkloster Wienhausen drei Holzskulpturen mit reicher Bemalung geschaffen. Eine davon war der Grabes-Christus. Diese Skulptur ist heute noch in außerordentlich gutem Zustand erhalten. Die Kunstwissenschaft zählt diese Figur zu den bedeutensten frühgotischen Schöpfungen Niedersachsens. 
Quelle und mehr

Das historische Klosterensemble ist weitgehend erhalten. Östlich der Kirche liegen Wassermühle und Wirtschaftsgebäude. Nach Norden im rechten Winkel an die Kirche angebaut sind die Konventsgebäude: das mittelalterliche im Westen, dessen Giebel mit dem Westgiebel der Kirche dem Besucher zuerst ins Auge fällt, und der nachreformatorische Fachwerkbau im Osten. Quelle und mehr: Wikipedia

Weiter geht die Fahrt Richtung Bockelskamp, am Ortseingang rechts ab und lang durch den Ort hindurch, bis wieder ein Radwegweiser unserer Route auftaucht. Dort also nach rechts abbiegen und vor einem kleinen Sportplatz links ab . Auf einem schmalen, aber gut befahrbaren Pfad radeln wir bis zum Allerwehr Osterloh - ein schönes Plätzchen, ideal für eine Pause. Anschließend holpern wir auf ursprünglichen Wegen weiter durch das landwirtschaftlich geprägte Osterloh.

Über die Pfennigbrücke radeln wir in Celles Altstadt

Celle - 500 Fachwerkhäuser

Links liegt am anderen Allerufer Altencelle, während wir wenige hundert Meter rechts den Straßenübergang nach Celle nehmen. Immer schön in Ufernähe rollen wir auf dem Allerradweg der Residenzstadt entgegen, queren das Flüsschen Lachte, passieren Thaers Garten mit dem Herrenhaus und erreichen bald die Pfennigbrücke, über die wir in die Altstadt Celles rollen.  

Celle hat 2017 sein 725-jähriges Stadtjubiläum gefeiert und bietet jede Menge Sehenswürdigkeiten wie das imposante Barock-Schloss und die fast komplett in ihrer Struktur erhaltene Altstadt mit ihren rund 500 restaurierten Fachwerkhäusern. Celles Mitte hatte im 2. Weltkrieg insofern Glück: Als eine der letzten Städte im Deutschen Reich wurde Celle am 8. April 1945 gegen 18 Uhr von 132 Flugzeugen angegriffen, die 240 Tonnen Sprengbomben auf den Güterbahnhof und seine Umgebung warfen. Die historische Altstadt und das Schloss wurden jedoch nicht getroffen und blieben vollständig unversehrt. Bahnhof und Güterbahnhof wurden schwer beschädigt, das Gaswerk und neun Handwerksbetriebe vollständig zerstört. Die Eisenbahnbrücken über Bahnhofstraße und Wiesenstraße stürzten ein. Vor allem in den Straßen Altenhäusen, Neustadt, Kirch-, Marien-, Ufer-, Fuhse-, Riemann- und Bahnhofstraße wurden auch Wohnhäuser von Bomben getroffen. Quelle und mehr: Wikipedia

 

Schützenmuseum

Ein Celler Schmuckstück ist der Französische Garten mit dem Bieneninstitut und zwei wunderschönen, parallel verlaufenden Alleen.
Celle besitzt übrigens das größte zusammenhängende Fachwerkensemble Europas. Ein besonderer Clou sind die sprechenden Laternen. Hier ertönen u.a. die Stimmen von Lilo Wanders und dem Krümelmonster. Das Gefängnis wird übrigens von vielen Auswärtigen zunächst für das Schloss gehalten - es sieht ja auch mit seinen repräsentativen Bauten aus dem 18. Jahrhundert so aus. Es geht die Sage, dass die Celler selbst sich vor langer Zeit für ein Gefängnis statt einer Universität entschieden haben, weil Studenten als eine Gefahr für die Töchter galten. Aufklärung gibt es im Knast-Museum. Alte Pläne und Zeichnungen informieren dort über die Baugeschichte der Anstalt. Man findet interessante Literatur von und über ehemalige Insassen (z.B. Burkhard Driest, Schauspieler und Autor).

Tipp: Wer direkt zum Bauhaus-Museum radeln will, wendet sich am Ende der aus Osterloh kommenden Straße gleich nach links Richtung Altencelle. Von dort geht es entlang der Braunschweiger Straße nordwärts bis zum Galgenberg, wo sich an der Querstraße Rauterbergweg das Museum befindet. Hilfreich ist der Ausdruck des PDF-Dokuments von der Museums-Homepage. Allerdings hat das Museum nur selten geöffnet: jeden 1. Sonntag im Monat: 15 - 18 Uhr oder nach Vereinbarung.
Quelle und mehr: Celle-Tourismus

 

 

Celler Besonderheit: Bauhaus

Mitte 2017 erst wurden verschiedene Zeugnisse der Bauhaus-Architektur in Deutschland, unter anderem in Dessau, mit dem Titel Weltkulturerbe ausgezeichnet. Aber auch Celle kann in dieser Hinsicht punkten.

Der Architekt Otto Haesler (1880 bis 1962) schuf dort nämlich in den 1920er-Jahren Gebäude im Bauhaus-Stil. Er gilt wie z.B. Bruno Taut, Ernst May und Walter Gropius als bedeutender Vertreter des Neuen Bauens in der Weimarer Republik, der vor allem im Wohnungsbau Impulse setzte. Ein Museum erinnert an ihn, das zwei Arbeiterwohnungen mit Einrichtungsgegenständen aus den 30er- und 50er-Jahren zeigt, dazu eine Flüchtlingsunterkunft aus dem Jahr 1945 sowie ein original erhaltenes Wasch- und Badehaus von 1931. Ergänzend informiert eine Fotoausstellung über das Leben in einer Arbeiter-Bauhaussiedlung.

Quelle und mehr: NDR  und Wikipedia

Wer das Bauhausmuseum sowie weitere Gebäude im Bauhausstil finden will, muss die Haupt-Radroute verlassen. Eine Karte auf der Seite der Otto-Haesler-Stiftung gibt Aufschluss über die Lage. Sie kann als PDF herunter geladen und ausgedruckt werden.

Übernachten in Celle

Extra-Route Bauhaus in Celle: GPX - KML

Alle, die sich speziell die Bauhaus-Objekte anschauen wollen, können in Osterloh auf diesen GPS-Track umschalten. Er führt über die Allerbrücke Altencelle direkt zum Bauhaus-Museum, wo rundum in mehreren Straßen Häuser im Bauhausstil gebaut wurden.

 

Bauhaus-Siedlung

Mit einer original erhaltenen und eingerichteten Arbeiter-Bauhaus-Wohnung, einer Arbeiterwohnung im Einrichtungsstand der 50er Jahre, einer Flüchtlingsunterkunft des Jahres 1945, einem original Wasch- und Badehaus Baujahr 1931 und einer umfangreichen Fotoausstellung über das Leben in einer Arbeiter-Bauhaussiedlung ist dieses Museum einmalig in Deutschland.

 

Französischer Garten

Woran erkennt man die Bauhaus-Architektur? Antwort: "Ein Haus im Bauhaus-Stil hat meist eine kubische Form, ist also würfelförmig mit einem Flachdach. Typisch ist der "Glasvorhang" der Fassade. Die Stützen des Hauses werden nach innen verlegt, sodass viel mehr Glas als zuvor verwendet werden konnte. Typisch ist auch das Fenster, das um die Ecke geht. Gut ist das auch am Gebäude von Fagus-Gropius in Alfeld zu sehen. Dieser Bau wurde von Gropius schon 1911 fertig gestellt und gilt als erster Industriebau im Bauhausstil." Quelle und mehr

Schöne Fotos der Bauhaus-Häuser - Celle-Video auf YouTube

 

Zurück nach Burgdorf

Zurück nach Burgdorf führt die Route über Adelheidsdorf, Großmoor und Burgdorf-Ehlershausen Richtung Otze. Burgdorfs kleines Vorzeigedorf, das jedes Jahr Ende September groß zur Otzer Woche mit Kartoffelmarkt auf den Lindenbrink einlädt und sich dann von seiner schönsten Seite präsentiert, hat rund 2000 Einwohner.

Otze besitzt eine sehenswerte alte Kapelle aus dem 14. Jahrhundert mit hölzernem Glockenturm. Im Inneren der Kapelle sind eine mit Malereien und Schnitzwerken reich verzierte Holzdecke, ein geschnitzter spätgotischer Flügelaltar und gemalte Apostel- bzw. Weihekreuze an den Wänden zu bewundern.

Die Kapelle wurde um 1350 erbaut und gilt in Fachkreisen als bemerkenswertes Kunstdenkmal. Der ältere östliche Teil des Backsteingebäudes (Altarraum) ist im gotischen Stil errichtet. Aus der Beschriftung der eigens für Otze im Jahre 1461 gegossenen Glocke geht hervor, dass die Kirche um diese Zeit vergrößert wurde und auch einen hölzernen Glockenturm bekam. Der Glockenstapel, die Ständerkonstruktion also, soll nach neuesten Forschungen aus der Zeit um 1405/6 stammen und nicht von 1763, wie bis 2017 dahin angenommen worden war. Solche Türme wurden einst auf unsicherem Terrain wie morigem Grund errichtet.

Der Speicher, das Backhaus und die alte, 1817 errichtete Schule sowie das Feuerwehrhaus (Foto) befinden sich in unmittelbarer Nähe im Otzer Ortskern.

Mehr über Otze: burgdorf.de - Wikipedia

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt unserer Tour. Am Rande des Ortsteils Sorgensen ist ebenfalls eine gut erhaltene Bockwindmühle zu sehen. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert, ist restauriert, frei zugänglich und hat ebenfalls am Deutschen Mühlentag geöffnet. Am Abzweig zum Bahnhof über die Straße Am Nassen Berg (kurz vor der Tankstelle; dort geht es auch zu den Schwimmbädern) gilt es aufzupassen, da dort der Einhänger fehlt.

Zurück in Burgdorf besteht die Möglichkeit, das Stadtmuseum und die KulturWerkStadt mit ihren wechselnden Ausstellungen zu besuchen (samstags und sonntags jeweils 14 bis 17 Uhr und zu besonderen Anlässen wie dem Stadtfest am ersten Oktoberwochenende).
Sehenswertes in Burgdorf

Karte im Internet

Radwanderführer

Kartenmaterial: Regionalkarte der BVA Hannover/Weserbergland

    

 

Weitere Radwege in der Region

spargelradweg.de (ab Burgdorf diverse Touren, Gesamtlänge ca. 900 km); fast identisch ist die Tour 14  - diese ist in dem Buch „Spargelradweg“ ebenfalls ausführlich beschrieben

allerradweg. de (Einstieg in Celle möglich)

Kultourroute Hannover - Tour 9a Hänigsen-Celle (verläuft ab Hänigsen bis Adelheidsdorf weitgehend identisch mit der "Fachwerk-Tour"

Radeln in der Region Hannover:
Regionsradwege Region Hannover

ADFC Burgdorf-Uetze

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Spickzettel
Route:
"Von Fachwerk, Backsteingotik zu Bauhaus"
Start/Ziel:
Rundkurs Burgdorf-Celle-Burgdorf 
Bahnanreise:
Burgdorf, Celle, Otze, Ehlershausen mit S-Bahn 6 (20 Min. ab Hannover) oder 7 (über Lehrte)
Länge:
63 km
Schwierigkeit: leicht
Internet: Weitere Details 
GPS-Track bei gpsies - GPX - KML (Google Earth)
Extra-Route Bauhaus in Celle: GPX - KML - beide Routen
Routen-Variante durch Hänigsen: GPX - KML
Kleine Burgdorf-Stadtrundfahrt: GPX - KML
Radwanderführer

Der Rundkurs: Darstellung bei Google Earth

Die Ausschilderung erfolgt in beide Richtungen mit dem selben Symbol

Burgdorfer Fachwerkhäuser: Schmiedestraße und Brandende

Idyllisch: der Burgdorfer Stadt- und Schlosspark

Das Burgdorfer Fachwerkschloss - davor eine Bouleanlage

Wegweisung im Burgdorfer Ortsteil Dachtmissen

Schmuckstück: die Hänigser Kirche

Vom Hauptkurs aus nur aus der Ferne zu sehen: ehemaliges Kaliwerk Riedel in Hänigsen

Hier mündet die Variante wieder in die Hauptroute. Richtung Obershagen geht es zum Freibad und Kaliwerk.

Top-Wege im Bereich Uetze und Celle: zwischen Hänigsen, Bröckel und Eicklingen

Die Wassermühle samt Eichen-Denkmal

Kloster Wienhausen mit Mühlenteich

Perle der Backsteingotik: Kloster Wienhausen

Der hölzerne Kirchturm in Wienhausen

Hier muss man rechts in den Ort Bockelskamp einbiegen und ganz am Ende der langen Straße wieder rechts nach Osterloh - auch wenn das Tourenlogo hier fehlt

Am Allerwehr bei Osterloh

Romantisches Flüsschen: die Aller bei Celle

Heilpflanzengarten

Celler Fachwerkstraße

Celle: Kirche und Rathaus

Die Kirche in Otze ist älter als lange angenommen.

Komoot - die Bauhaus-Runde in Celle

Das Bauhaus-Museum in Celle (Galgenberg 13, Nähe Rauterbergweg) Foto: Otto-Haesler-Stiftung

Hugostraße: Häuser im Bauhausstil.

Am Ende der Tour kommen wir direkt an der Sorgenser Mühle vorbei - ebenfalls eine Bockwindmühle wie die in Hänigsen.

Am Bahnhof in Burgdorf beginnt und endet unsere Tour zu Fachwerk, Backsteingotik und Bauhaus.

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