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| Autor: Dieter Hurcks Copyright 7/2010 Hessischer
Fernradweg R 4 für Sportliche (3):
Von Höchst i. Odw. nach Hirschhorn. |
Einträge
für Zimmervermieter |
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Von der Weser zum Neckar auf dem R 4 und weiter nach Stuttgart (3)Im Odenwald geht´s
rauf und runter Von
meinem hoch gelegenen Quartier rolle ich hinunter in die Stadt und folge
dort der Beschilderung nach Bad König,
einer der ältesten Siedlungen im Mümlingtal. Es war bereits germanischer
Siedlungsplatz. In der Römerzeit soll die Bezeichnung für den Ort
"Quintiacum" gewesen sein. Übernachten am Hessischen Fernradweg R 4 Mein
Weg führt mich nun parallel zu Straße und Eisenbahn durchs Tal. Die
erste Teilstrecke über Michelstadt
und Erbach ist wirklich leicht
zu fahren und das Mümlingtal
streckenweise ganz idyllisch. Dazu
lesen wir bei Wikipedia: „Die Mümling ist ein 49,7 Kilometer
langer Fluss, der dem Mümlingtal im Odenwald
seinen Namen gibt. Auf bayerischer Seite wird er teilweise auch Mömling
genannt (insbesondere auf Landkarten und anderen offiziellen Dokumenten). Die
Mümlingquelle liegt in der Ortslage von Beerfelden
im hessischen Odenwald.“ Quelle
und mehr Schon
nach einer Stunde habe ich Michelstadt
erreicht, dessen kleines Rathaus
sehr bekannt ist. Am Radweg fehlt jedoch jeglicher Hinweis auf die
Altstadt. Überhaupt bekommt der Radler kaum Informationen zu Sehenswürdigkeiten,
auch erfährt er häufig gar nicht, wie der Ort heißt, durch den er
gerade radelt. An Erbach wäre
ich beinahe vorbei geradelt. Malerisches
Michelstadt Michelstadt
ist die größte Stadt des Odenwaldkreises
und grenzt unmittelbar an die Kreisstadt Erbach. Bei Wikipedia erfahren wir: Michelstadt
wurde im Jahre 741 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt ... und zählt zu
den ältesten Siedlungen des inneren Odenwaldes. Seine Burg ist aus einem
fränkischen Gutshof hervorgegangen. Diese wurde zu einem Zufluchtsort für
die Bewohner der Umgebung ausgebaut; als fränkisches Königsgut schenkte
es im Jahre 741 Fürst Karlmann (der Onkel Karls des Großen) dem
Bonifatiusschüler Burkard, dem ersten Bischof von Würzburg. ... Im
Jahre 815 wurde die Mark „Michlinstat“ erneut verschenkt. Als
Anerkennung für seine großen Verdienste als Vertrauter am Hofe Karls des
Großen erhielt Einhard den Hauptort und alles Land im Umkreis von 2
Leugen (etwa 15 km) von Karls Sohn, Ludwig dem Frommen, als freies
Eigentum. Er ist der Erbauer der Einhardsbasilika.... Besonders bekannt
ist, wie schon angemerkt, das Rathaus:
„Das Michelstädter Fachwerkrathaus, das auf einer Briefmarke der
Deutschen Post verewigt und in der ganzen Welt bekannt ist, wurde im Jahre
1484 im Stil der Spätgotik errichtet, danach mehrfach im Inneren verändert und
war von 1743 bis 1903 verschindelt. Das Erdgeschoss des Rathauses diente von Beginn
an als Markthalle. Das Rathaus wurde in Rähmbauweise
errichtet, der rückwärtige Teil (Ostwand) war ursprünglich ein Teil der
Friedhofsmauer, auf den das obere Rähm des Erdgeschosses aufliegend
errichtet wurde. Bis jetzt ist nicht bekannt, wer der Baumeister ist,
vermutet wurde, dass die Anregung für den Bau von Schenk Adolar von Erbach und Bischof Johann von Dalberg (dessen Berater) ausgegangen
sein könnte.“ Nach
dem ausgiebigen Stadtbummel im mit 16.600 Einwohnern doch recht kleinen,
aber feinen Michelstadt ist es
nur ein Katzensprung nach Erbach,
der Kreisstadt des hessischen Odenwaldkreises. Erbach hat 13.400 Einwohner
und liegt in 200 bis 560 Meter Höhe, was ich bald darauf zu spüren
bekommen sollte.
Zuvor
aber ist eine Stadtbesichtigung Pflicht, denn Erbach, bekannt vor allem durch seine filigranen Schnitz- und
Drechselarbeiten, hat eine wunderschöne Altstadt. Herausragend ist natürlich
das Schloss der Grafen zu Erbach-Erbach (Foto oben).
Bei Wikipedia erfahren wir: „Nördlich des Schlosses befindet sich der mittelalterliche Kern Erbachs. Seit dem 14. Jahrhundert sind hier die Höfe der Burgmannen nachweisbar, von denen sich Teile bis heute im Bereich der Straße Städtel erhalten haben. Baugeschichtlich am bedeutendsten ist das sogenannte Templerhaus, Sitz der Familie Echter (Städtel 15a/ 21). Die sogenannte Habermannsburg (Städtel 26), Sitz der Familie von Habern, schließt nordwestlich an die Nebengebäude des Schlosses an. Das Burgmannenhaus Pavey bildet den nordwestlichen Abschluss der Burgsiedlung und lehnte sich an die Stadtbefestigung an.“ Quelle und mehr
Einen
Besuch wert ist auch das Deutsche Elfenbeinmuseum Erbach.
Es besteht bereits seit 1966 und ist in Europa einzigartig. Denn es stellt
fast ausschließlich Elfenbeinkunst aus. Zudem kann man ortsansässige Schnitzer
bei ihrer künstlerischen Arbeit beobachten.
Hinauf
in die Wälder Gleich nach Erbach geht es über mehrere Kilometer bergan nach Elsbach. Dann durch schattige Wälder und bezaubernde Berglandschaften. Doch immer wieder fordern heftige Steigungen Mensch und Maschine. Bis auf einige kürzere Schotterabschnitte sind die Waldwege ganz gut zu befahren. Nach 35 km Gesamtstrecke ist der Wald endlich zu Ende (Stechfliegen!) und mir steht eine berauschende Abfahrt bevor, die ich jedoch wegen der herrlichen Landschaft und fulminanten Ausblicke schon bald für eine längere Genießerpause unter einem Schatten spendenden Baum unterbreche. Bienen summen und Vögel zwitschern, in den Wipfeln säuselt leise der Wind. Die Welt mit ihren vielen Problemen scheint weit weg zu sein.
Aber dann muss ich doch weiter. Nach einer flotten Abfahrt im Tal angekommen, kehre ich bei Schönnen in einem Biergarten ein. Alkoholfreies Hefeweizen ist isotonisch und gibt Kraft für die vielen Anstiege, die noch folgen sollten. Es geht durch Hetzbach und, nach einigen Orientierungsproblemen wegen unvollständiger Beschilderung, durch Beerfelden. Ab Ortsausgang beginnt die letzte, mehr als 16 km lange Walddurchfahrt.
Wundern
Sie sich nicht, wenn Sie hier Hinweisschilder sehen, die auf Orte mit dem
Zusatz „Gesäß“ zeigen. Die Homepage der Stadt Beerfelden erklärt das exemplarisch so: „Südwestlich
von Beerfelden, im schönen Finkenbachtal, liegt das offene Reihendorf
Falken-Gesäß mit seinen weit auseinandergezogenen Höfen und
eingestreuten Einzelhäusern. Urkundlich wurde das Dorf 1321 unter dem
Namen "Valkengesezze" zum ersten Mal erwähnt. Bis Mitte des 19.
Jahrhunderts war in Falken-Gesäß
die Landwirtschaft und die Nutzung der Waldbestände die
Haupteinnahmequelle der Bevölkerung. Von etwa 1700 bis 1850 war auch das
Gewerbe der Leinenweberei in Falken-Gesäß anzutreffen.“ Quelle
und mehr
Auf
an den Neckar Der
Weg nach Hirschhorn durch
endlose Wälder mit zahlreichen Anstiegen scheint kein Ende zu nehmen. Als
ich Rothenberg beim Sportplatz
erreiche, glaube ich, es geschafft zu haben. Rechts im Wald steht ein
kleiner Unterstand, von wo man einen tollen Blick ins Tal hat. Doch
Pustekuchen. Es ist nicht das Neckartal und schon gar nicht Hirschhorn,
was da von weit unten herauf grüßt. Jetzt
geht es nochmal richtig zur Sache: Ich muss links hoch über den nächsten
Berg – und weitere folgen. Gegen 14.15 Uhr ist es dann endlich soweit.
Ein Schild „Spielstraße“ signalisiert nach schier endlosen
Walddurchfahrten: Hier beginnt wieder die Zivilisation. Ich kann es kaum
fassen, dass der R 4 hier in Hirschhorn
nach 69 Tageskilometern enden wird, der mich jede Menge Kraft gekostet
hat, auch Willenskraft. Die
Wälder waren in der zweiten Hälfte gut zu durchfahren. Zum Schluss gab
es noch ein paar Probleme mit herausragenden Felsnasen, so dass ich höllisch
aufpassen musste und kaum Zeit für einen Blick in die Landschaft hatte. Hirschhorn
(Hessen): Am anderen Ende der
Neckarbrücke weist ein Schild des R 4 auf das nächste Ziel hin. Aber
kein Hinweis darauf, dass dieser anspruchsvolle Fernradweg genau hier
beginnt. Hirschhorn hat 3600 Einwohner und liegt an einer Doppelschleife des Neckars ungefähr 19 km östlich von Heidelberg. Der Neckar hat sich hier in die bewaldeten Höhen des Odenwaldes eingegraben. Bis auf den Stadtteil Ersheim erstreckt sich Hirschhorn auf der rechten Neckarseite, somit nördlich des Flusses. Ersheim bildet das einzige Gebiet des Bundeslands Hessen, welches südlich des Neckars liegt. Neckarsteinach ist die südlichste Stadt Hessens und hat einen ebenfalls Bahnhof (für Bahnfahrer gut zu wissen wegen des Hessen-Tickets). Quelle und mehr Fazit
der Radtour auf dem Hessischen Fernradweg R 4:
Während der gesamten, nach offiziellen Angaben 415 km langen Tour sind
mir keine Radler mit viel Gepäck entgegen gekommen, die den Anschein
erweckten, den R 4 komplett zu fahren. Unterwegs gibt es, wie schon
angemerkt, wenig Informationen über Sehenswertes rechts und links.
Manchmal weiß man nicht einmal, wie der Ort heißt, den man gerade durchfährt.
Schade eigentlich. Ob
ich diese Tour noch einmal machen würde, kann ich momentan nicht
beantworten. Jedenfalls nicht ohne mein E-Bike. Aber wenn, dann sicher in
kürzeren Etappen und in einer kleinen Gruppe oder mindestens zu zweit. Autor:
Dieter Hurcks (9. Juli 2010) Teil 4 (Neckarradweg bis Stuttgart) - Teil 2 - Teil 1 Radwanderführer Verwendete BVA-Karten hier zu bestellen
GPS-Routen siehe am Ende von Teil 1 Offizieller
GPS-Track unter |
Die Einhardsbasilika in Michelstadt
wurde restauriert.
Autos
und große Sonnenschirme machen gelungene Aufnahmen heutzutage fast in
allen historischen Städten von vornherein zunichte - zumindest im Sommer.
Besseres
Licht: Rathaus von der Rückseite.
Schöner
Weg neben der Mümling nach Erbach.
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