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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2011

Quer durch Deutschland

  • Werratal-Radweg
  • Main-Werra-Radweg
  • Radweg Romantische Straße
  • Grünkernradweg
  • Kocher-Jagst-Radweg

Die Route in Google Earth anschauen (muss auf Ihrem Rechner installiert sein): KMZ 
Höhenmeter: 2563 m -
Teil 1 - Teil 3

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Von der Weser an den Neckar – zum Zweiten

2. Entlang der Werra von
Treffurt nach Bad Salzungen

Die zweite Etappe der Tour entlang des Werratal- Radweges führt von Treffurt nach Bad Salzungen - häufig auf beschatteten Waldwegen und ehemaligen Bahntrassen. Und unterwegs gibt es eine Menge Interessantes zu sehen - wie etwa die besterhaltene Sandsteinbrücke Deutschlands nördlich des Mains in Creuzburg sowie zahlreiche Kalihalden. 

Tag 2: Nach Bald Salzungen, 98 km

Ein schöner Morgen in Treffurt. Um 8.30 Uhr starte ich. Vom Quartier sind es nur 150 m bis zum Werraradweg. Bald durchquere ich den schnuckeligen Ort Falken und tauche ein in das Grün des Uferweges, das fast durchgehend bis Creuzburg für eine idyllische und vor allem schattige Fahrt sorgt.

In Probsteizella besteht eine Einkehrmöglichkeit, übrigens eine der wenigen direkt am Wege liegenden auf dieser Etappe, die abwechselnd durch Hessen und Thüringen führt. Nach Frankenroda ist ein Anstieg zu bewältigen, der aber natürlich mit einer flotten Abfahrt belohnt wird.

In Ebenshausen verpasse ich wegen der wieder einmal schlecht angebrachten und unklaren Beschilderung den Radweg nach Mihla und fahre folglich auf der Hauptstraße in einen der ältesten Orte im mittleren Werratal. Es gibt am Radweg selten Vorwegweiser, und die eigentlichen Wegweiser sind oft seitlich so ungünstig angebracht, dass man sie leicht übersieht. Kurz vor der Werrabrücke finde ich die Radroute wieder, die nun ein ganzes Stück über holpriges Kopfsteinpflaster führt, so dass ich auf den Randstreifen ausweiche. An der nächsten Einmündung in eine gut asphaltierte Landstraße muss man auch wieder raten, wo es denn hin geht: nach Buchenau. Anscheinend ist der Werraradweg in der Gegenrichtung, also Quelle-Mündung, besser beschildert. Oft hilft nur ein Rückblick über die Schulter zur Orientierung.

Plötzlich taucht - nach der angenehmen Fahrt auf einer früheren Bahntrasse - völlig unvermittelt die alte Römerbrücke von Creuzburg auf, die natürlich ein schönes Motiv bildet - ebenso wie die majestätische Burg Creuzburg und Ort mit Kirche von Creuzburg. Der Ort mit Stadtrecht zählt nur rund 2.400 Einwohner und ist einen Abstecher wert.

Die siebenbogige Werrabrücke ist die besterhaltene Sandsteinbrücke Deutschlands nördlich des Mains. 1223 liess sie Landgraf Ludwig IV von Thüringen errichten und schuf damit einen wichtigen Übergang über die Werra am Handelsweg der "via regia".

Die Werrabrücke mit der Liboriuskapelle am Ende ist ein Ensemble von besonderem Reiz und ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Baukunst. Quelle und mehr

Bei Wikipedia erfahren wir: Namensgeber der Stadt ist die Burganlage der Creuzburg, die zunächst einer der Residenzorte der Ludowinger und bevorzugter Aufenthaltsort der Heiligen Elisabeth von Thüringen, dann Sitz des wettinischen Amtes Creuzburg war.

Creuzburg blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück und gehört zu den ältesten Städten Thüringens. Hügelgräber auf dem Gebiet der Stadt weisen auf eine frühzeitliche Besiedlung, mindestens seit der Bronzezeit hin. Die Anfänge der Besiedlung um den späteren Burgberg gehen auf eine günstige Straßenlage zurück. Die Königsfurt und die Werrabrücke ermöglichten den Werraübergang der Lange-Hessen – einer wichtigen mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße mit West-Ost-Orientierung. Von dieser Reichsstraße zweigten bei Creuzburg regional bedeutende Verbindungen in den Raum Mühlhausen/Thüringen und Langensalza ab. Quelle und mehr

Diese beiden Städte liegen übrigens am Unstrutradweg, den ich 2009 bereist habe.

Entlang der Werra führt der Radweg nun südwärts. Der auffrischende Wind kommt genau von vorn. Ich bin froh, dass ich mit dem Pedelec unterwegs bin.

In Hörschel beginnt der Rennsteig und der Radweg "Thüringer Städtekette", der auch nach Eisenach führt.

Dann taucht in der Ferne die gigantische Autobahnbrücke der A4 bei Hörschel auf. Dort beginnt, was aufgrund vieler Schilder nicht zu übersehen ist, der Rennsteig. Und es geht wieder mal bergauf, denn ich habe die Variante unterhalb der Burg Brandenburg direkt nach Lauchröden gewählt, weil ich die Schleife über das reizende Herleshausen 2002 schon einmal gefahren bin und Abwechslung liebe. Bei der Burg Brandenburg handelt es sich um eine der schönsten und größten Doppelburganlagen Mitteldeutschlands. Sie besteht aus zwei eigenständigen Burgen, der Ost- und der Westburg bzw. dem Ober- und dem Niederhaus.

Bis Sallmannshausen geht es westwärts, von dort ab nach Süden.


Tipp für Interessierte: Informationen zum ehemaligen Grenzverlauf rund um Herleshausen (Rubrik: Unsere Gemeinde) gibt es hier.

 

Das Land der Kalihalden

Der Wind dreht immer wieder mal auf West, so dass auch die Passage nach Sallmannshausen einiges an Muskelkraft und Akkustrom kostet. Vorbei an Gerstungen und Untersuhl mit der markanten Rundkirche, die es natürlich zu fotografieren gilt, geht die Fahrt auf den weißen Kaliberg von Heringen (Hessen) zu. Dahinter ist auch schon die Halde von Merkers (Thüringen) zu sehen. Ein paar schmucke Dörfer grüßen vom anderen Werraufer. Dann geht es durch Heringen. Auch hier sind Schilder Mangelware oder ich habe sie übersehen.

Nun ist es nicht mehr allzu weit bis Philippsthal, wo früher Westdeutschland zu Ende war und Thüringen beginnt. Man fährt durchs Schlossgelände, wo es endlich einen (schönen) Biergarten gibt. Direkt an der ehemaligen Grenze steht ein sagenumwobenes Haus, das einen Eingang im Westen und einen im Osten hatte: Das Haus Hoßfeld mit Wohnhaus und Druckerei wurde 1890 unmittelbar an der thüringischen Landesgrenze erbaut. Es wurde inzwischen modernisiert und hat nur noch wenig gemein mit dem Bild, das an die kuriose Geschichte erinnert. Mehr dazu hier! In Philippsthal gibt es zudem ein Grenzmuseum. Es ist im Schloss untergebracht.

Aus dem früheren Handwerker- und Weberdorf Philippsthal wurde, durch den Bau und Betrieb des Kaliwerkes Hattorf, seit 1905 ein bedeutender Industrieort. mehr

Nach einer Stärkung im gemütlichen Biergarten des Schlossrestaurants geht die Fahrt leichter: mit Rückenwind ostwärts. Hinter Dorndorf, kurz vor Merkers, liegt am Radweg das Eiscafé Engelhardt, wo man unbedingt einkehren und den von Ursula Engelhardt selbst gebackenen Kuchen oder das selbst hergestellte Eis verkosten sollte. Der Ausblick von der Terrasse über Merkers und bis zum Thüringer Wald verleitet zum Längerbleiben. Herr Engelhardt zeigt mir noch Fotos vom einstmals riesigen Kaliwerk, wie es vor der Schließung ausgesehen hat.



Natur, wo einst ein riesiger Kalibetrieb stand. Wo die Schachtbahn fuhr, verläuft jetzt der Werratal-Radweg.

Heute betreibt die Firma Kali und Salz in Merkers ein Schaubergwerk, in das man bis auf 800 Meter Tiefe einfahren kann: Mit dem Erlebnisbergwerk Merkers „eröffnet die K+S Gruppe den Besuchern die außergewöhnliche Möglichkeit, viele hundert Meter unter der Tagesoberfläche vor Ort selbst zu erleben, was es heißt, ein Bergmann zu sein.
Neben dem Einblick in ein modernes Bergbauunternehmen gibt es Wissenswertes über die Geschichte, die Entwicklung und die Tradition des Kalibergbaus zu erfahren. Darüber hinaus überrascht das Erlebnis Bergwerk Merkers seine Gäste mit Attraktionen, die weltweit einzigartig sind.“ Quelle und mehr

Hinter Merkers verläuft der alternative, aber sehr schöne naturnahe Radweg etwas holprig entlang der Werra nach Kieselbach und Tiefenort. Man kann auch auf dem Hauptweg über den Berg klettern und 100 Meter Höhenunterschied überwinden. Das muss aber nicht sein und soll demnächst auch durch Verlegung der Route ganz abgeschafft werden. Über Unterrohn (im Mai 2011 ging es noch durch eine Baustelle) ist bald Bad Salzungen erreicht: das Ziel dieser landschaftlich beeindruckenden Tagesetappe.

Fazit des Tages: schöne Wege, teils auf Schotter und Sand, teils auf alten Bahntrassen, häufig beschattet, aber leider auch mit Lücken in der Beschilderung. Abends Stadtbummel im unerwartet ruhigen Kurort.

Bad Salzungen

Bad Salzungen, die Kreisstadt des Wartburgkreises (WAK), liegt zwischen dem Thüringer Wald und der Rhön und hat rund 16.000 Einwohner. Die Stadt verdankt ihren Namen den keltischen Stämmen, welche vor circa 2500 Jahren hier lebten. Schon damals wussten die Kelten die Kostbarkeit des Salzes zu schätzen. Es entstand ein Handel mit dem kostbaren Gestein. Heute finden die natürlichen Solequellen vor allem in der Medizin und zu Heilzwecken vielfältige Anwendung. Auch der romantische, inmitten der Kurstadt gelegene Burgsee und die vielen historischen Sehenswürdigkeiten verleihen Bad Salzungen seinen unverwechselbaren Charme. Quelle und mehr

Direkt neben dem Bahnhof und am Werratal-Radweg liegt das schmucke Kurhaus mit Gradierwerk. Bei Wikipedia erfahren wir einiges von der langen Salz-Geschichte: Die Salzgewinnung war bereits im 14. Jahrhundert so einträglich, dass es seit 1321 eine privilegierte wohlhabende Pfännerschaft gab. Seit dem Jahr 1590 wurde zur Salzgewinnung das gegenüber den früheren Verfahren deutlich produktivere Gradierverfahren eingesetzt. Bereits im 16. Jahrhundert nutzte man die Salzquellen auch als Heilmittel und nannte diese Stätten Sauerbrunnen. Im 19. Jahrhundert wurde die heilende Wirkung der Sole ausgenutzt. So entstand 1821 das erste Badehaus, woraus sich ein zunehmender Kurbetrieb entwickelte. Im Jahr 1911 verzeichnete die Stadt bereits 5000 Kurgäste. Am 31. Mai 1923 wurde dann durch das zuständige Thüringer Ministerium dem Antrag der Stadt stattgegeben, den Namen Bad Salzungen zu tragen. Quelle und mehr

Teil 1: Nach Treffurt - Teil 3: Nach Meiningen 

Teil 2 - Teil 4 - Teil 5 - Teil 6

 

Links

Werratal-Radweg – inkl. Informationen über Umleitungen und Änderungen des Streckenverlaufs. Unter Downloads kann man sich eine Streckenkarte u.v.m. herunter laden.

 

Siehe auch Werraradweg 2002 und Weserradweg

 

Radwanderführer

 

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Steile Felswände säumen den Radweg gen Creuzburg.

Brückenreste findet man am ehemaligen innerdeutschen Grenzfluss noch immer.

Beeindruckend ist die Tour durchs Naturschutzgebiet.

Die Werra lädt hier zum Träumen ein.

Blick auf Creuzburg und die Bogenbrücke.

Gewaltig: Autobahnbrücke bei Hörschel.

Kaliabraumhalden säumen den Werratal-Radweg im Raum Heringen-Merkers.

Tor zum Schloss Philippsthal, wo man in einem Biergarten pausieren oder das Grenzmuseum besuchen kann.

So sieht das "Haus an der Grenze" heute aus.



Der Autor bei der Pause in Engelhardts Eiscafé hoch über Merkers.




Der zentrale Platz in Bad Salzungen strahl schon um 19 Uhr viel Ruhe aus.

Malerisch: Kuranlage Bad Salzungen.


DVDs und Buch zur Werratal-Radweg-Tour