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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2012

Bequem radeln zwischen Heder und Ems. 
Die Radtour auf der Paderborner Land-Route können Sie in jedem Ort starten oder beenden. Sie ist in beide Richtungen ausgeschildert (weißer und gelber Pfeil); die Touristikzentrale Paderborner Land empfiehlt, die Paderborner Land Route im Uhrzeigersinn (weißer Pfeil) zu fahren, was ich auch tat. YouTube-Video

Teil 1: Altenbeken-Bad Wünnenberg - Teil 2: Wünnenberg-Salzkotten - Teil 4: Altenbeken-Emsquellen

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Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

PB-LR Teil 3: Von Salzkotten über
Delbrück nach Hövelhof.

Flaches Land, viel Wasser und gute Gasthöfe

Die dritte Etappe ist wirklich Familien-tauglich.

Der östliche Teil der Paderborner Land-Route führt mich von Salzkotten über Delbrück bis nach Hövelhof. Die „Sälzerstadt“ verlasse ich bei der Ölmühle auf der Verner Straße, an deren Beginn leider kein Radwegweiser auf die Paderborner Land-Route hindeutet. Erst hinter der Bahnunterführung weist ein Schild nach links. Durch ein Gewerbegebiet verlasse ich die Stadt an der Heder Richtung Geseke-Verne.

Eine kleine Straße führt schnurgerade westwärt gen Verne. Das Schild „Fußweg zur Brünneken-Kapelle  nehme ich wahr, sehe aber keinen Radwegweiser, der dort jedoch stehen müsste. So radele ich mit Schwung bis zur nächsten Querstraße und merke dann meinen Irrtum. Also folge ich nun dem von hier ebenfalls beschilderten Weg zur idyllisch gelegenen Kapelle, die den Ort zum „Wallfahrtsort“ macht, wie ein holzgeschnitztes Schild am Ortseingang klarstellt. 

Auf der Homepage der Stadt Salzkotten heißt es: „Das Hederdorf Verne ist weit und breit als alter Wallfahrtsort bekannt, in dem seit den Tagen des Mittelalters die Marienverehrung gepflegt wird.  Besonders an den kirchlichen Marienfesten und an den Sonntagen des Maimonats bildet Verne das Ziel der Bittprozessionen von Tausenden von frommen Gläubigen aus dem Lipperaum und dem Hellweggebiet.“ Quelle und mehr

Die Vernaburg ist in Privatbesitz.

Nach der kurzen Besichtigung radle ich in den Ort hinein und entdecke wieder ein Schild. So lückenhaft geht es weiter. Am Ortsausgang bildet linkerhand die Vernaburg ein fotogenes Ensemble. Ich radle hin, doch das Tor ist verschlossen: Privatbesitz. Also zurück zur Straße, wo ich wiederum keinen Radwegweiser entdecke und so versehentlich - statt die Krewetstraße zu nehmen - Richtung Heitwinkel und nicht nach Winkhausen fahre. Über die Westernstraße kann man einen Abstecher nach Thüle machen, wo es ein schönes Fotomotiv aus Kirche und Fachwerkhaus sowie (mindestens) ein Restaurant gibt. Boke heißt das nächste Ziel und liegt an der Lippe, einem Nebenfluss des Rheins. Der Ort gehört zur Stadt Delbrück, auf deren Gebiet die Paderborner Land-Route perfekt ausgeschildert ist.

Gut beschattet lässt es  sich trefflich radeln.


Radlerparadies Delbrücker Land
Das Delbrücker Land ist mit seinen prächtigen Alleen und uralten Eichenhainen (Foto) sowie den Bächen und alten Entwässerungskanälen ein wahres Radlerparadies. Oft fährt man von Bäumen beschattet, und Einkehrmöglichkeiten gibt es an diesem Sonntag auch. Werktags muss man sich allerdings verständlicherweise in der aus zehn  Ortsteilen bestehenden Stadt versorgen. Von Boke aus führt der Weg, gleich hinter der Lippebrücke nach links abzweigend, durch die Feldmark nach „Untereichen“. Dabei handelt es sich um einen stattlichen Eichenhain, der den Radler wirklich staunen lässt.

Weiter führt der an diesem Sonntag gut genutzte Radweg, vorbei an riesigen durch den intensiven Sand- und Kiesabbau entstandenen Teichen, nach Sudhagen. Leider habe ich an den Teichen nirgends einen Rastplatz für Radler gefunden, und die Teiche sind allesamt verpachtet und eingezäunt.

In Sudhagen lädt „Das gastliche Dorf“ (Foto) - 200 Meter links von der Gaststätte gelegen - zur Einkehr: der gelungene Nachbau eines westfälischen Fachwerkdorfes mit Bauernhaus, Backhaus, schönem Teich und vielem mehr. Ein Hinweisschild am Radweg würde sicher den einen oder anderen Radler mehr, der das Schlemmer-Dorf noch nicht kennt, dorthin führen. Lesenswert ist die Geschichte über Entstehung und Ausbau des Dorfes, das heute eine große Attraktion im Delbrücker Land darstellt.

Vom Gastlichen Dorf aus ist es nicht mehr weit nach Delbrück, dessen schiefer Kirchturm ein unverwechselbares Wahrzeichen dieser 30.000-Einwohner-Stadt darstellt. Dabei radelt man vorbei an Neukirchs Schleuse, wo junge Leute den Grillplatz am Boker Kanal - eigentlich Boker-Heide-Kanal) schon in Beschlag genommen haben. Im Zentrum, nahe der Kirche mit dem schiefen Turm, gibt es diverse Biergärten.


Zu den Emsauen
 
Delbrück verlässt man auf der ehemaligen Eisenbahntrasse, die einst Paderborn-Sennelager mit Wiederbrück verband. Leider wurde die Strecke schon in den 1980-er Jahren eingestellt. Der Radweg, über den auch die Landesgartenschauroute und teilweise der Emsradweg geführt wird, passierte Nadermanns Tierpark (mit Restaurant) bei Delbrück-Schöning und biegt dort nach Nordosten ab. Die in der Karte eingezeichnete Westerloher Mühle kann ich nicht finden, erreiche aber trotzdem bald das Naturschutzgebiet Steinhorster Becken, das als Hochwasserrückhaltebecken für die Ems angelegt wurde und seit 1991 Naturschutzgebiet ist. Es soll den durch die intensive Landwirtschaft gebeutelten Tieren einen alternativen Lebensraum bieten und bildet auch ein attraktives Ziel für die vielen Freizeitradler in dieser mit örtlichen Radrundwegen reich gesegneten Gegend. Am Ende des Sees habe ich 45 km zurück gelegt.

 

Nach Hövelriege-Hövelhof 
Über kleine Straßen und landwirtschaftliche Wege radele ich nun Richtung Hövelriege weiter. Plötzlich weist an einer Straße ein Wegweiser der PB-LR geradeaus in einen Sandweg, während die anderen Radwege rechts abbiegen. Der rund 800 Meter lange tief sandige weg führt zwar neben einem Bach her, den man aber wegen des dichten Uferbewuchses kaum mal sieht. Gut gemeint (am Schreibtisch?)!?

Endlich ist diese Wüstenei zuende, und am Hossengrund freut sich der Radler, wieder auf Asphalt fahren zu dürfen. Bald trifft die PB-LR auch wieder auf den Emsradweg. Jetzt ist es nicht mehr weit nach Hövelriege, wo wiederum Einkehrmöglichkeiten bestehen. Direkt vor einem Gasthof steht das Reststück der Berliner Mauer, aufgestellt im Juni 2009. 68 km sind geschafft. Für Abkürzer: Bis zum Hauptort Hövelhof sind es über die Detmolder Straße nur wenige Kilometer.

Die PB-LR, die hier auf den Europaradweg R 1 trifft, der in Deutschland D-Route 3 heißt, macht jedoch noch einen Schlenker rund um den Hövelhofer Wald und passiert zunächst das Dorfschulmuseum Riege mit Naturschutzzentrum Senne, führt anschließend zur Dokumentationsstätte Stalag 326 und zu den am Rande des Truppenübungsplatzes Senne gelegenen Emsquellen. Dort beginnt natürlich auch der noch nicht sehr lange durchgängig ausgeschilderte Emsradweg, auf den wir ja unterwegs mehrfach getroffen sind.

Auf der Homepage heißt es: „Die Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne befindet sich im ehemaligen Arrestgebäude des gleichnamigen Kriegsgefangenenlagers. In dem Lager wurden vorwiegend sowjetische Kriegsgefangene, aber auch Kriegsgefangene mit anderer Nationalität untergebracht, wie zum Beispiel französische, polnische und italienische Kriegsgefangene.
Die zeitgenössische Dauerausstellung auf dem heutigen Gelände des Polizeiausbildungsinstitutes Erich Klausener informiert eindrucksvoll über die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 (VI K) Senne. Quelle und mehr  

Die Initiative "Blumen für Stukenbrock" widmet sich der Geschichte dieses Lagers und tritt für die Völkerverständigung ein.

Eine seltene Bifurkation 

Durchs Naturschutzgebiet Moosheide geht es nun wieder südwärts zur Heidschnuckenschäferei Senne. Dort ist eine Herde von rund 1000 Tieren der Grauen Gehörnten Heidschnucke zu Hause, die ganzjährig die Heideflächen und den Sandmagerrasen in der Senne beweidet und so zum Erhalt der alten westfälischen Heidelandschaft beiträgt. Über die Sennestraße geht es von dort in den Stadtkern Hövelhofs. Unterwegs gibt es eine Seltenheit zu besichtigen: eine Bifurkation. Ein Bach teils sich hier, und die beiden neu entstandenen Wasserläufe fließen in unterschiedliche Richtungen: der Krollbach, der sich hier teilt, behält seinen Namen, der kleine „Bruder“ heißt Schwarzwasserbach. Der Krollbach fließt über den Haustenbach, die Lippe und den Rhein in die Nordsee. Der Schwarzwasserbach ergießt sich über die Ems ebenfalls in die Nordsee. Quelle und mehr

Der Name Hövelhof ist übrigens von einem 1446 erstmals erwähnten Vollmeierhof abgeleitet (1903 abgebrannt), neben dem 1661 ein Jagdschloss errichtet wurde. Weitere Informationen über die Gemeinde gibt es auf der hervorragend gemachten Homepage (vor allem unter Tourismus).

Die Route zwischen Paderborn Schloss-Neuhaus, Bad Lippspringe und Neuenbeken ist im Bericht über die Wellness-Radroute ebenso beschrieben wie in meinem Nachtrag über die Tour in umgekehrter Richtung von Altenbeken bis zu den Emsquellen.  

Ausführliche Informationen über Paderborn finden Sie auf Wikipedia und im Bericht über den Emsradweg

Bericht "Westfalenradweg R1" als PDF

Teil 1: Von Altenbeken nach Bad Wünnenberg
Teil 2: Von Bad Wünnenberg nach Salzkotten 
Teil 4: Von Altenbeken zu den Emsquellen

Höhenprofil - Quelle: www.paderbornerlandroute.de 

Etappen

Start - Ziel

km

Hövelhof - Paderborn

18,530 km

Paderborn - Bad Lippspringe

17,672 km

Bad Lippspringe - Altenbeken

12,727 km

Altenbeken - Lichtenau

24,660 km

Lichtenau - Bad Wünnenberg

40,395 km

Bad Wünnenberg - Büren

31,394 km

Büren - Borchen

23,562 km

Borchen - Salzkotten

16,897 km

Salzkotten - Delbrück

29,491 km

Delbrück - Hövelhof

35,900 km

Paderborner Land Route

251,232 km

Quelle: www.paderbornerlandroute.de 

 

 

Radwanderführer

 

 

 

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Katholische Gegend: Verne ist Wallfahrtsort.

Die Brünneken-Kapelle in Verne. 

Schöne Bauernhäuser unter riesigen Eichen sind typisch für das Delbrücker Land.

Fantastisch: Der Eichenhain bei Mantinghausen.

Der Boker Kanal ist ein beliebtes Ausflugsziel.

So begrüßt eine gastfreundliche Stadt ihre Besucher.

Idyllisch: der kreisförmige Kirchplatz Delbrücks.

Delbrücks Wahrzeichen: der schiefe Kirchturm.

Die Emsauen im Steinhorster Becken.

Autobahnbrücke der Strecke Dortmund-Kassel. 

Hier in Hövelriege treffen sich der Europa-Radweg 
R 1 und die Paderborner Land-Route.

Die Bifurkation in Hövelhof: Aus dem Krollbach wird zusätzlich der Schwarzbach.

 

YouTube-Video

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