Radtouren A bis Z
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Autor: Dieter Hurcks Copyright 10/2006

5. Von Wismar nach Barth. 
Der Ostseeküstenradweg zwischen Travemünde und der Insel Usedom bietet landschaftliche Perlen und sehenswerte Städte wie Wismar oder Stralsund. Mal Stille und mal touristischen Trubel. Unsere Tour entlang des "Ostseeradwegs Ost" führte über 607 km, wobei wir die Insel Rügen für eine spätere Extra-Tour aussparten.
Teil 6 - Teil 4 - Teil 1

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Fernradwegen in
Deutschland

 

Ostseeradweg (5)

Von der Hansestadt zu den Ostseebädern.
 
Nachdem wir einen schönen Abend in der Hansestadt Wismar verbracht und viel Interessantes entdeckt haben, geht es heute weiter nach Graal-Müritz und tags darauf nach Barth.

Unser Tourenplaner hat uns für diesen sonnigen Tag viel zu viele Kilometer eingeschenkt, wie wir schon in Warnemünde festellen. Dort ist es nämlich so schön, dass man unbedingt in diesem Städtchen übernachten und auch einen Ausflug ins nahe Rostock unternehmen sollte.

 


Von Wismar nach Graal-Müritz (116 km)

Auf geht´s am Morgen pünktlich um 9 Uhr. Entlang der Wismarer Bucht erreichen wir bei Groß Strömkendorf den Damm, der zur Insel Poel führt. In Kirchdorf steigen wir auf den Kirchturm und genießen den Rundblick über diese Insel. Über Vorwerk und Malchow geht es wieder zurück. Unterwegs schauen wir uns noch den wunderschönen Schaugarten eines Universitätsinstituts an.

Dort zeigt die Hochschule Wismar die große Vielfalt der nachwachsenden Rohstoffe und ihre Nutzung. Auf dem ein Hektar großen Gelände werden Pflanzen, die  Stärke, Zucker, Eiweiß oder Fette produzieren, und verschiedene Pflanzen, aus denen Energie gewonnen werden kann, zur Schau gestellt. mehr

Die Poel-Rundfahrt hat sich gelohnt, aber auch unser Zeitbudget stark strapaziert. So radeln wir nun zügig nordwärts, vorbei an der stattlichen Windmühle Stove. In dieser 1889 errichteten Sockelgeschosswindmühle wird heute noch einmal wöchentlich gemahlen. "Bei der Windmühle in Stove handelt es sich um eine Erdholländerwindmühle mit einem achtseitigen Backsteinsockel, die 1889 im Auftrag von Müller Johannes Tiedemann durch die Rostocker Mühlenbaufirma Hofwolt auf einem Hügel außerhalb von Stove erbaut wurde. Erdholländerwindmühlen zeichnen sich dadurch aus, dass sie direkt auf den Untergrund gebaut wurden und deshalb keinen Unterbau besitzen." Seit 1990 ist sie wieder in Betrieb. Attraktionen sind die Ehrenmüllerprüfung sowie das Schaumahlen.

Von Stove führt der Ostseeradweg nun geradewegs nach Norden. In Pepelow bewundern wir schöne Reetdachhäuser. Bald ist Rerik in Sicht. An einem schmalen Damm wacht dieses Ostseebad gleichsam über den Zugang auf die Halbinsel Wustrow. Etwa zwei Drittel dieser Insel umfasst ein Naturschutzgebiet, das See- und Zugvögeln sowie anderen Tieren und seltenen Pflanzen ein Refugium bietet.
Bei Rerik, zwischen Ostsee und Salzhaff gelegen, gibt es zwei Großsteingräber. Zumindest eines davon ist vom Radweg aus auszumachen und einen Abstecher wert.

35 km sind es nun noch bis Warnemünde. Doch davor liegen weitere Highlights: das Ostseebad Kühlungsborn und Heiligendamm.

Immer wieder verlocken die weißen Sandstrände zu einer Pause. Was ist schöner, als barfuß entlang der Wasserkante zu wandern und den rieselnden Sand zwischen den Zehen zu spüren.

In Kühlungsborn beeindrucken die großen Häuser aus der Gründerzeit. Noble Hotels an der Strandpromenade künden von glanzvollen Zeiten dieser Ostseebäder im heutigen Landkreis Bad Doberan. Bei Wikipedia ist zu lesen: "Kühlungsborn ist der größte Bade- und Erholungsort Mecklenburgs und liegt direkt an der Mecklenburger Bucht. Der Titel „Seebad“ wurde der Stadt am 15. Februar 1996 verliehen. Mit 3150 Metern Länge verfügt Kühlungsborn über die längste Strandpromenade Deutschlands. Am westlichen Ende mündet die Promenade in den Baltic-Platz. Der breite Sandstrand zieht sich über etwa sechs Kilometer hin." Sogar einen alten DDR-Grenzwachturm haben wir dort entdeckt. Quelle und mehr

Weiter am Strand entlang radelnd, erreichen wir bald Heiligendamm. Das große Areal des weißen Kempinski-Hotelkomplexes (Foto) ist natürlich umzäunt. Unterwegs überholt uns schnaufend die Schmalspurbahn Molli. Auf der Homepage der Molli-Bahn heißt es: "Genau auf halber Strecke zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn liegt das älteste deutsche Seebad - Heiligendamm, das 1793 durch den Großherzog Friedrich Franz I. gegründet wurde. 1886 wurde die Strecke von Bad Doberan nach Heiligendamm eröffnet und brachte seither eine Vielzahl von Gästen in die weiße Stadt." Quelle und mehr

Wikipedia schreibt: "Heiligendamm ist das älteste Seebad Deutschlands. Es wurde im Jahre 1793 durch den mecklenburgischen Herzog Friedrich Franz I. gegründet. Das erste Badehaus wurde hier am 21. September desselben Jahres eröffnet. Im 19. und 20. Jahrhundert war das Bad stark vom europäischen Hochadel geprägt, auch die russische Zarenfamilie zählte zu den begeisterten Stammgästen. ... Sehenswert ist der klassizistische Ortskern. Außerdem besitzt Heiligendamm eine 200 Meter weit auf die Ostsee führende Seebrücke." Quelle und mehr

Am Strand von Heiligendamm erinnert dieser Gedenkstein an die Fertigstellung der Hochwasserschutzwand im August 2003.

Wir müssen weiter, radeln über Ostseebad Nienhagen und vorbei an dem markanten Turm, von dessen Spitze das Logo des Deutschen Wetterdienstes grüßt, nach Warnemünde hinein. Ich war dort zuletzt 1979 und habe weder den Ort selbst noch die Strandpromenade wiedererkannt. Vieles hat sich verändert. Warnemünde ist ein lebhafter Touristenort geworden. Der Leuchtturm und der "Teepott" sind die markanten Bauwerke, die man schon von Ferne ausmachen kann.

Selbst an einem Montag im September ist hier nich richtig Trubel, so dass wir nach einer kurzen Rundfahrt das Weite suchen. Wer hier übernachtet und Zeit mitbringt, sollte unbedingt einen Abstecher ins nur 15 km entfernte Rostock unternehmen.

 

Unser Team setzt mit der Fähre über die Hafeneinfahrt und tritt kräftig in die Pedale. Hinter Markgrafenheide kann man durch das Naturschutzgebiet Heiliger See radeln. Doch da es schon dämmert, wählen wir die Straße L 22, neben der ein naturbelassener Weg entlang nach Graal-Müritz führt. Im Münsterland würde dieser weg als Pättken bezeichnet. Endlich erreichen wir den Ortsrand. Da uns allen der Magen knurrt, halten wir, geschwitzt und hungrig, an der Fischbude am Straßenrand und essen uns erst einmal satt. Wer weiß, ob es in dem Ort noch was gibt (gibt es!). Wer kurze Hosen an hat, wird bald das Opfer der Heerscharen von Mücken, die sich auf uns stürzen. Vermutlich kommen sie aus dem Naturschutzgebiet nun zu uns, weil wir nicht hinein gefahren sind.

Schnell finden wir unser Quartier, ein tolles Landhaus mit Reetdach und Caféstübchen. In dieser Nacht schlafen alle tief und fest ...



Fischerfigur vor einem Haus in Wustrow.

Von Graal-Müritz nach Barth (84 km)

Nach einem ausgezeichneten Frühstück geht es gut ausgeruht auf die diesmal vergleichsweise kurze Etappe nach Barth. Entlang des Dierhagener Strands erreichen wird bald das Ostseebad Wustrow. Wer einen Abstecher nach Riebnitz-Dammgarten machen will, kann beim Campingplatz Neuhaus rechts abbiegen. Wir aber radeln ins Fischland und auf einer schmalen Landzunge, die den Saaler Bodden von der Ostsee trennt, gleich nach Wustrow, klettern dort auf den Kirchturm (1 Euro), und fahren anschließend weiter nach Ahrenshoop, das natürlich ebenfalls den Zusatz "Ostseebad" trägt. Logisch!

Wikipedia weiß über Ahrenshoop das Folgende zu berichten: "Das Ostseebad Ahrenshoop ist eine Gemeinde im Landkreis Nordvorpommern in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Teil des Amtes Darß/Fischland mit Sitz in Born a. Darß und liegt auf der Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst am Übergang vom Fischland zum Darß." Quelle und mehr

Ahrenshooper Kunst verspricht diese Inschrift - oder ist "Art"
doch nicht als englisches Wort gemeint?

Ende des 19. Jahrhunderts gründeten mehrere Maler in Ahrenshoop eine Künstlerkolonie. Auch heute noch kommen Kunstinteressierte in Ahrenshoop auf ihre Kosten. Das Künstlerhaus Lukas ist eines der ältesten Künstlerhäuser in Deutschland und steht als Ort kulturellen Austauschs Künstlern als Stipendiaten-Haus zur Verfügung. Was es sonst dort alles gibt, beschreibt sehr anschaulich der Wikipedia-Beitrag über Ahrenshoop.

Bei einem Kiosk legen wir eine Pause ein und freuen uns über die zivilen Preise und dass man Touristen hier nicht abzockt. Doch irgendwann müssen wir dann weiter und verlassen diesen herrlichen Platz bei der 1951 errichteten hölzernen Schifferkirche. Aber natürlich nicht, ohne noch einen Blick hinein zu werfen und die eigenwillige Gestaltung mit einem Tonnengewölbe aus Holz zu bestaunen. 

Über Born und Wieck mit der Darßer Arche (Nationalpark-Info) radeln wir weiter. Ansehnliche Häuser mit landestypischem Reetdach und einer Blumenpracht ohnegleichen erfreuen die Sinne. Dann erreichen wir Prerow. Der Abstecher zum Leuchtturm ist etwas beschwerlich wegen der holprigen Wald- und Wiesenwege, aber lohnt allemal.

Nun geht die Fahrt nach Süden, vorbei an einem Objekt namens "Kunst auf Schienen", und dann ostwärt die letzten paar Kilometer nach Barth. Das Tagesziel ist erreicht. Die milde Abendsonne lässt die Stadt in einem magischen Licht erscheinen. Und ein schöner Sonnenuntergang am Hafen macht diesen Radeltag trotz aggressiver Mücken zu einer runden Sache.
Einziger Wermutstropfen: Das Quartier ist mies und teuer! Einer hat nur ein provisorisches Gästebett, quasi ein halbes Bett zum ganzen Preis. Und ab sechs Uhr früh dröhnte die Heizung unerbittlich. Die ebenso unerbittliche Wirtin ließ nicht mit sich handeln. Was kann das Bett dafür, wenn der Mensch darin zu groß ist?

Detaillierter beschrieben in meinem Buch "Rudelradeln".

Über Barth lesen wir bei Wikipedia: "Barth liegt am südlichen Ufer des Barther Boddens, einem Teil der durch die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst von der Ostsee getrennten Boddenkette, und östlich des Flusses Barthe. ... Auf der Halbinsel zwischen Barther Strom und Barther Bodden existiert ein Kuhwiese benanntes Feuchtgebiet. Ein weiteres, teilweise unterhalb des Meeresspiegels liegendes Feuchtgebiet, befindet sich östlich der Stadt Barth. Hier gibt es auch einige kleinere Seen. ... Als eine der Städte im Ostseeraum, die für sich in Anspruch nehmen, mit dem sagenhaften Vineta in Verbindung zu stehen, bezeichnet sich Barth auch als Vinetastadt." Quelle und mehr

 

Teil 6: Von Barth zur Insel Usedom  

Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4

 

Bikeline-Radwanderführer Ostsee 1 und 2

    

 

 


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Über einen Damm geht es auf die Insel Poel.

Die Holländerwindmühle in Stove.

Am Zugang zur Insel Wustrow liegt das Ostseebad Rerik.

Noble Hotels setzen Akzente in Bad Kühlungsborn.

Die Schmalspurbahn Molli fährt von Heiligendamm über Bad Kühlungsborn bis nach Bad Doberan.

Unverkennbar: Rostock-Warnemünde mit seinem markanten Leuchtturm und der Strandhalle "Teepott".



Hafenatmosphäre in Warnemünde.

Schon morgens kurz nach 9 zeigt das Thermometer am Strand von Graal-Müritz 19 Grad an - im September.

Sandstrand und Steilküste bei Ahrenshoop.



Farbenfrohe Häuser sorgen für das besondere Flair von Ahrenshoop.

Der rund 35 Meter hohe Leuchtturm Prerow.

Barth im Licht der untergehenden Sonne: Adeliges Fräuleinstift.

Einfahrt nach Barth durchs Dammtor, links die Marienkirche.

Abendstimmung am Barther Hafen.

Die schönsten Fotos dieser Radtour finden Sie auf dieser mit gemafreier Musik vertonten DVD.

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