Radtouren A bis Z
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Autor: Dieter Hurcks Copyright 4/2005

2: Von Gelting nach Kiel und Fehmarn 
Der Ostseeküsten-Radweg beginnt im Norden, nahe der dänischen Grenze, in Kupfermühle bei Flensburg, und führt über Maasholm an der Schlei, Eckernförde, Kiel, Hohwacht, rund um die Sonneninsel Fehmarn bis nach Travemünde. Auf rund 450 km bietet er dem Radler eine Menge Abwechslung: historische Städte, Sandstrände und ein im April und Mai grün-gelb geflecktes Hügelland: Raps, Weiden und Felder. 
Teil 3 - Teil 1

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Ostseeküsten-Radweg (2)

Über Kappeln nach Krusendorf bei Kiel.
 
Die zweite Etappe dieser Radtour entlang der Ostseeküste führt über Kappeln und das Ostseebad Damp nach Eckernförde und weiter in den kleinen Ort Krusendorf bei Surendorf, Gemeinde Schwedeneck, wo wir in einer Gaststätte übernachten. 
Am Tag drauf radeln wir dann weiter nach Kiel, schippern über die Förde, besuchen Laboe und genießen anschließend die Tour immer an der Wasserkante entlang nach Oldenburg in Holstein.

Von Gelting nach Krusendorf (94 km)

Es ist nicht einfach, für eine Gruppe von fünf Personen an der Ostseeküste eine Unterkunft für eine Nacht zu bekommen. So hat die Organisation dieser Tour auch länger gedauert als üblich. Zum Glück liegen einige Jugendherbergen am Ostseeküsten-Radweg, die wir nutzen konnten. Am heutigen Tag allerdings soll ein Gasthof in Krusendorf uns Abendbrot und Unterkunft bieten.

 

Von Gelting aus radeln wir zunächst nach Norden gen Geltinger Birk, um bald darauf dem nach Osten schwenkenden Radweg zu folgen. Ab Nieby geht´s dann nach Süden weiter. Wir unternehmen aber noch einen Abstecher zu dem rot-weißen Leuchtturm Falshöft, in dessen Türmerstübchen sich Brautpaare trauen lassen können.

Ab dem Campingplatz Drecht schwenkt der Radweg wieder mal von der Küste weg. Über Schwackendorf führt er nach Kappeln an der Schlei. Wir unternehmen allerdings noch einen Abstecher in das idyllische, auf einer Landzunge gelegene Fischerdorf Maasholm.

Auf der Homepage lesen wir: Heute lebt Maasholm bei europaweit stark rückläufiger Fischerei hauptsächlich vom Tourismus und seinem großen Yachthafen. Ungewöhnlich für die Ostsee ist die Tatsache, dass das gesamte Gebiet „Oehe-Maasholm“ durch Deiche gegen Überflutung bei Hochwasser führenden Oststürmen geschützt ist.

Direkt an der Schleimündung liegt Kappeln. Hier fuhren früher zahlreiche Butterschiffe in dänische Geschäfte und boten zollfreien Einkauf. Diese Zeiten sind allerdings seit einem Beschluss der EU vorbei. Der Name "Butterfahrten" kommt übrigens daher, dass auf diesen Fahrten die Butter besonders günstig war. Aber auch Schnaps und Zigaretten wurden von Tagestouristen gerne gekauft. Seit dem 30. Juni 1999 ist jedoch Schluss damit.

Eine Attraktion in Kappeln sind die sich neben der sich stündlich öffnenden Brücke befindlichen Heringszäune. Solche Fischfanganlagen existieren sind dem 15. Jahrhundert und sind heute vielfach noch im Einsatz. In der gemütlichen Fußgängerzone machen wir Mittagspause.

Nicht weit vom Stadtzentrum befindet sich die 1888 errichtete Windmühle Amanda. Sie ist mit 27 m Höhe und 23 m Flügellänge die größte Holländermühle Schleswig-Holsteins. mehr

Von Kappeln nach Damp mit der berühmt-berüchtigten Ferienanlage Damp 2000 führt uns die Beschilderung zunächst gen Osten wieder direkt an die Ostsee bei Schönhagen. Danach kann man die Hauptroute über Schuby wählen oder weiter am Wasser entlang radeln, was wir natürlich machen. Zwischen Schwansener See und Ostsee wird der Weg zwar etwas beschwerlich, aber kurz vor Damp ist das schnell vergessen. Die Hochhaus-Ferienanlage war gut frequentiert. Ab Nieby radeln wir wieder auf naturbelassenem Pfad, vorbei am Museumsschiff, über Kuhberg und Waabs nach Eckernförde

Unterwegs schauen wir kurz ins den Innenhof des schlossähnlichen Gutes Ludwigsburg, das bei Wikipedia so beschrieben wird: 

"Das Gut Ludwigsburg in der Gemeinde Waabs im nordöstlichen Schleswig-Holstein ging aus einer Wasserburg des Mittelalters hervor. Das ursprünglich als Kohøved (dänisch: "Kuhhof") bekannte Adlige Gut in der Nähe von Eckernförde geriet im 18. Jahrhundert in den Besitz des Grafen Friedrich Ludwig von Dehn. Unter dem königlichen Statthalter in Schleswig-Holstein wurde das heutige barocke Herrenhaus errichtet. ... Der Hof- und der Gartenbereich auf Gut Ludwigsburg sind für Besucher weitgehend zugänglich. Das Gut wird noch heute landwirtschaftlich betrieben, der Gutsbetrieb wurde um eine touristische Nutzung ergänzt." Quelle

Bald ist Eckernförde erreicht, eine Stadt mit U-Boot-Tradition. Wer das Buch "Das Boot" von Lothar-Günther Buchheim gelesen hat, dem dürfte der Name dieser Stadt als Marinestützpunkt geläufig sein. Ein Museums-U-Boot werden wir später in Laboe bei Kiel besichtigen. In Eckernförde gibt es auch ein U-Boot-Museum, das allerdings von außen einen recht unscheinbaren Eindruck machte und zudem geschlossen hatte.

Wassernah umrunden wir die Eckernförder Bucht und halten nun geradewegs auf Surendorf-Krusendorf zu, wo wir in einem Hotel übernachten.

 

Von Krusendorf nach Oldenburg (88 km)

Auch der neue Tag bringt wieder einige Hügel mit sich. Bald haben wir das "Schwedeneck", das der Region den Namen gibt, hinter uns. Vorbei an Strande und Schilksee nähern wir uns der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel. Bei Kiel-Holtenau queren wir neben der Schleusenanlage den Nord-Ostsee-Kanal. In den ersten Jahren des zweiten Weltkriegs gingen die in Kiel gebauten und in der Ostsee erprobten U-Boote von hier aus auf Feindfahrt. Da wir die Innenstadt aus Zeitgründen aussparen mussten, setzten wir mit einer Fähre über die Kieler Förde. So hatten wir genügend Zeit, in Laboe das U-Boot zu besichtigen.

Auf der Homepage des Museums ist zu lesen: "Am 13. März 1972 wurde U-995 von zwei Schwimmkänen nach Laboe überführt und als technisches Museum am Strand vor dem Marine-Ehrenmal abgesetzt. Das Boot war am 16. September 1943 beim Blohm & Voss in Hamburg in Dienst gestellt worden. Es gehörte zum Typ VII C, von dem bis 1945 insgesamt 693 Einheiten fertiggestellt wurden. Bis zu seiner Außerdienststellung am 8. Mai 1945 im norwegischen Drontheim wurde U-995 vorwiegend im Nordmeer gegen Geleitzüge und auslaufende Konvois und Sicherungsstreitkräfte eingesetzt." 

Ein Boot dieses Typs spielt auch die Hauptrolle in dem Film "Das Boot" - Regie: Wolfgang Petersen (unten), Produzent: Bernd Eichinger (oben), einem der besten Filme, die das deutsche Kino je hervor gebracht hat. Die Fotos entstanden beim Interview im Hotel Atlantic in Hamburg (Fotos: Dieter Hurcks).

Hinter Laboe beginnt der Schöneberger Strand mit einer regelrechten Fahrrad-Autobahn. Nur ein vielversprechendes Fischrestaurant war in der Lage, unsere flotte Fahrt zu stoppen. Echt lecker! Ebenfalls am Wege: der Leuchtturm Neuland, der sich hinter einem blühenden Rapsfeld deutlich hervorhob.

Über Hohewacht und Weißenhäuser Strand erreichen wir bald - vorbei an Putlos, das dem nahen Bundeswehrschießplatz seinen Namen gibt - Oldenburg in Holstein, wo wir die einzigen Gäste in der schnuckeligen Jugendherberge sein sollten. 

Von Oldenburg nach Burg auf Fehmarn (95 km)

Über den quirligen Touristenort Heiligenhafen steuern wir an diesem Tag unserer Tour der Sonneninsel Fehmarn zu, deren Einwohner ihr Eiland als Wiege der deutschen Windenergie in Deutschland sehen. In der Tat weht hier der Wind stärker als anderswo. Und viele der Windmüller fürchten, dass die erzeugte Energie gar nicht mehr aufs Festland tránsportiert werden kann, weil die Kapazität des Stromnetzes nicht ausreicht. So kann es passieren, dass manche Windenergieanlagen bei zu viel Wind abgestellt werden müssen. 

Abenteuerlich ist die Überquerung des Fehmarnsunds auf der mächtigen Bogenbrücke. Direkt neben uns donnern die LKWs über die Autobahn, weil sie zeitig die Fähren nach Skandinavien erreichen wollen. 60 m unter uns kräuselt sich leicht die Ostsee. Zum Glück ist wenig Wind, aber ein bisschen mulmig kann einem auf der Brücke schon werden, besondern, wenn gegenverkehr kommt.

Da wir schon wieder hungrig sind, kehren wir in Lemkenhafen in einem bekannten Fischlokal ein, ehe wir die Jugendherberge in Burg erreichen. Dort hatten wir zwar ein Vierbettzimmer für die Herren bestellt, doch bekamen wir ein Sechsbettzimmer, dessen freie Kapazität urplötzlich durch zwei Berliner aufgefüllt wurde. Einer der Herren schnarchte so impertinent, dass an Schlafen kaum zu denken war ...

So war manch einer ein wenig genervt, als wir am nächsten Tag noch eine Inselrundfahrt unternahmen und u.a. dem Fährhafen von Puttgarden einen Besuch abstatteten. 

Wikipedia schreibt: "Puttgarden ist ein Ort im Norden der Insel Fehmarn und seit Gründung der Stadt Fehmarn einer ihrer Stadtteile. Bekannt wurde Puttgarden vor allem als Standort des Fährbahnhofs Puttgarden im Verlauf der Vogelfluglinie. Im Dezember 2007 wurde der Bahnhof zum ICE-Halt aufgewertet. ...

Geplant ist eine feste Fehmarnbelt-Querung, die Puttgarden über den Fehrmarnbelt mit dem dänischen Rødby, Lolland verbinden soll. Anstatt der geplanten 19 Kilometer langen Brücke, die ab 2011 bis 2018 gebaut werden sollte, ist seit Mitte Januar 2011 ein 17,6 Kilometer langer Tunnel in Absenkbauform in der Planung, dessen Bau 2014 beginnen soll." Quelle

Teil 3: Von Fehmarn nach Lübeck - Teil 1

Teil 4 - Teil 5 - Teil 6

 

 

Offizielle Homepage des
Ostseeküstenradwegs



Bikeline-Radwanderführer Ostsee 1 und 2

    

 

Von Fehmarn bis Lübeck bei Youtube

 


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Ostseeküstenradwegs

Der Leuchtturm Falshöft brachte schon am Morgen ein erstes Highlight auf dieser Etappe.

Gelb und Rot bilden einen schönen Kontrast.

Durchfahrt durch das Fischerdorf Maasholm.

Landestypisch: Raps und zahllose Windräder (im Hintergrund).

Sehenswert: Museums-U-Boot Typ VII C in Laboe.

Fischrestaurant am Schöneberger Strand.

Leuchtturm Neuland bei Todendorf.

Nur noch wenige Kilometer sind es bis Oldenburg in Holstein.

Mächtig: 60 m über dem Wasser geht es über die Fehmarnsundbrücke auf die Sonneninsel.

Das Tor nach Skandinavien: Fährhafen Puttgarden.

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