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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2010

Von Zittau nach Ueckermünde. 
Der Oder-Neiße-Radweg wurde als Modellprojekt des bundesweiten D-Netzes geschaffen und führt entlang der beiden Grenzflüsse zu Polen, der Neiße und der Oder, über rund 550 km von Zittau bis nach Ueckermünde. Ein Erfahrungsbericht von Dieter Hurcks aus dem Mai 2010, drei Tage vor dem Scheitelpunkt des Hochwassers. Teil 1 - Teil 5

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Deutschland

Oder-Neiße-Radweg (6)

Von Mescherin nach Ueckermünde

Tagesetappe: 104 km, sehr viele, teils heftige Steigungen

Als wir morgens in Mescherin aufbrechen, nehmen wir Abschied von der Oder und bald auch vom Land Brandenburg. Denn wir werden sie auf der letzten Etappe nach Ueckermünde, die durch das hügelgige Mecklenburg führt, nicht mehr wiedersehen. Wir radeln zunächst ein Stück auf der viel befahrenen Straße, die über die Stahlbrücke nach Polen hinüberführt.

Es regnet leise vor sich hin, ab und zu gibt es einen etwas kräftigeren Schauer. Möglichkeiten, sich unterzustellen, sind lediglich in den Dörfern wie Neurochlitz in Form von Buswartehäuschen vorhanden. So radeln wir kontinuierlich weiter, passieren Tantow, verlassen hinter dem Dorf Schönfeld das Bundesland Brandenburg und erreichen Penkun. YouTubeVideo:

Das Städtchen Penkun, das sich selbst etwas sperrig als "die Stadt mit Inselcharakter" und „kleinste Stadt Mecklenburg Vorpommerns“ bezeichnet, liegt idyllisch, von Seen umschlossen, gleichsam auf einer Insel. Es ist die kleinste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns.

Im Schlossbereich gibt es ein Tourismusbüro und ein kleines Heimatmuseum mit Toiletten. Da es ziemlich kühl geworden ist, nehmen wir die Gelegenheit wahr, uns kurz aufzuwärmen. Im Museum sieht man u.a. Ausstellungsstücke mit Bezug zur Grenze nach Polen.

Schloss Penkun, das um 1600 im Stil der Spätrenaissance errichtet wurde, gehört zu den wenigen noch bestehenden alten pommerschen Schlössern. In den letzten Jahren vor der Wende war das Schloss baufällig und dem Verfall preisgegeben. Engagierte Bürger Penkuns bemühten sich um seine Erhaltung. Ab 1991 wurde das Schloss baulich saniert. - mehr unter www.museum-schloss-penkun.de

Ein weiteres Highlight der kleinen Stadt ist das Freilichtmuseum mit seinem Kernstück: der „Frühdeutschen Siedlung“. Durch einen begehbaren Torturm mit Palisaden betritt man ein deutsches Dorf, wie es im 12. Jahrhundert ausgesehen haben könnte. Die mit Schilf gedeckten Holzhäuser, in denen Handwerkstechniken vorgestellt werden, sind in unterschiedlichen Bauweisen errichtet. Nachgebaute Geräte und Werkzeuge sind den Besuchern zum Ausprobieren zugänglich. Quelle und mehr  

Mühlenfreunde sollten einen Abstecher ins nahe Storkow unternehmen. Auf der Homepage der Stadt Penkun lesen wir: „Die Bockwindmühle ist der älteste Windmühlentyp in Europa. Kernmerkmal dieses Mühlentyps ist es, dass das gesamte Mühlenhaus auf einem einzelnen Pfahl steht, auf dem es in den Wind gedreht werden kann. Mit einer Gesamthöhe von 24,50 m zählt die Storkower Mühle zu den größten noch erhaltenen Bockwindmühlen Deutschlands. Und sie ist eine von drei Mühlen in Deutschland, die noch an ihrem Orginalstandort stehen.“

Wir radeln weiter: über Krackow und Lebehn nach Löcknitz. Im dortigen Anglerheim am Löcknitzer See pausieren wir und löschen unseren Durst stilecht mit einem Radler. Rund 50 km, die Hälfte unserer geplanten Tagesetappe, sind geschafft. Als wir wieder aufs Rad steigen, ist es trocken. Ein kleines Wunder. Ab und zu bricht am Nachmittag sogar mal die Sonne durch.

Nun kann der allmählich verblühende Raps wieder leuchten, und die bisweilen imposanten Baumriesen, darunter häufig blühende Kastanien, werfen wieder scharfe Schatten. Das Radlerleben wandelt sich von der Plage zum Vergnügen.

Knapp 20 km sind es nur noch bis ins polnische Stettin, als wir hinter Löcknitz nach Plöwen gen Norden abbiegen. Das hügelige Land fordert eine Menge Tretkraft vom Radler. Bei Grünhof wendet sich der Oder-Neiße-Radweg wieder geradewegs nach Norden. In Hintersee bekommen wir es ein kurze Strecke mit Kopfsteinpflaster zu tun, was auf dieser Radroute zu den seltenen Ausnahmen gehört. Anschließend radeln wir auf der ehemaligen Bahntrasse der Randower Kleinbahn, an der gelegentlich noch ein Schild steht, nach Ludwigshof. Hier wohnt ein Holzbildhauer, dessen Kunstwerke sich am Wegensrand bestaunen lassen.

Nächstes Zwischenziel ist das im Privatbesitz befindliche und nicht zugängliche Schloss Rieth. Der Hinweis auf die ehemals angebotene Zimmervermietung ist überklebt.

Entlang des Neuwarper Sees erreichen wir Warsin. Und von Bellin aus genießen wir den Blick über das Stettiner Haff. Bis zum Quartier in Ueckermünde ist es nun nur noch ein Katzensprung. 

Die Bürger können zu recht stolz auf ihre schmucke Stadt sein. Und so präsentieren sie diese Stadt, durch die auch der Mecklenburger Seen-Radweg verläuft, im Internet:

Viel Sehenswertes gibt es in und um unseren Ort.

So die alte Marienkirche, das ehemalige Pommernschloss, in dem heute das Museum untergebracht ist, der Badestrand und immer wieder die fast ursprüngliche Natur.

Lassen Sie Ihre Seele baumeln, schauen Sie den Anglern oder Fischern im idyllischen Fischereihafen zu oder versuchen Sie doch selbst einmal, einen Fisch aus dem Wasser zu ziehen. Frisch zubereitet ist der Zander, der Lachs oder der Aal eine echte Delikatesse. Es gibt genug Gaststätten, die sich trefflich auf die Zubereitung des Fisches verstehen. Kleine Biergärten mit sonnigen und schattigen Plätzchen und urige Kneipen laden zum Verweilen ein.

Der Stadthafen ist genauso sehenswert, wie der Ueckermünder Tierpark, den wir Ihnen unbedingt empfehlen." Quelle und mehr

Marktplatz in Ueckermünde.

Feiner, weißer Sand am Stettiner Haff.

Markanter Baum am Stettiner Haff.



Leuchtturm: klein, aber fein.



Von Ueckermünde gelangt man über Pasewalk nach 
Berlin oder direkt nach Bützkow, wo ein Anschluss 
nach Lüneburg oder Hamburg besteht.


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Teil 1: Von Zittau nach Rothenburg-Lodenau

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Radwanderführer

    

Karte und offizielle Homepage des
Oder-Neiße-Radwegs


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Die letzte Etappe ist landschaftlich recht
gleichförmig, fordert aber wegen der vielen
Steigungen jede Menge Kondition.

Schloss Penkun.



Der Burgfried in Löcknitz.



Idyllische Wege durch frisch-grüne Wälder.



Ab Hintersee wird der Radweg auf der Trasser der ehemaligen Randower Kleinbahn geführt.



In Ludwigshof lebt ein Holzbildhauer.



Auf der ehemaligen Kleinbahntrasse. 

Schloss Rieth ist in Privatbesitz, Zugang verboten!



Kirche bei Schloss Rieth, das in privater Hand und unzugänglich ist. 

Blick von Rieth über den Neuwarper See.

Vieles ist sehr schön renoviert in Ueckermünde.



Gemütliches Städtchen: Ueckermünde.



Der Stadthafen von Ueckermünde.


DVD ca. 65 Min. 14,95 Euro

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