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| Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2010 Von
Zittau nach Ueckermünde. |
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Oder-Neiße-Radweg
(4)
Von Frankfurt (Oder) nach Güstebieser Loose Tagesetappe:
94 km, nur anfangs Steigungen Übernachten
am Oder-Neiße-Radweg Unter
der Oderbrücke verlassen wir die Stadt und stehen bald vor einer
Entscheidung: reguläre Route oder Alternativstrecke (grünes Schild). Wir
versuchen die zweite Möglichkeit. Doch angesichts der bald endenden
Asphaltpiste und des folgenden, vom Unwetter des Vortages aufgeweichten
Feldwegs entschließen wir uns zur Umkehr. Der reguläre Weg führt steil
hinauf zur Bundesstraße 112,
die wir ja schon zur Genüge kennen gelernt haben. Auf
einem prima Radweg geht es flott voran. Die eine oder andere Steigung ist
leicht geschafft, ehe es nach einer Brücke wieder rechts ab in die Natur
geht. Bald erreichen wir Lebus und registrieren schon zu dieser frühen Stunde einige
Touristen, die das Oderhochwasser mit ihren Digitalkameras ablichten. Auf
der Lebus-Homepage ist zu lesen: „Die einstige Bischofsstadt, um
1109 erstmalig urkundlich erwähnt, ist besonders reizvoll gelegen, mit
einem Stadtteil auf der Lebuser Hochfläche und einem anderen am Fuße der
steilen Hochfläche direkt an der Oder. Weit
überragt der Burgberg, der sich in Turm-, Schloß- und Pletschenberg
unterteilt, die Altstadt von Lebus mit einem beieindruckenden
Panoramablick entlang der Oder bis weit ins polnische Land. Der
Besucher ahnt kaum, auf welche bemerkenswerte Geschichte Lebus zurück
blicken kann. Schon vor über 3000 Jahren siedelten sich an der mittleren
Oder Menschen an. Der Bergrücken an der Oder erweckte schon früh das
Interesse der Menschen. Heute noch lassen sich die Reste der starken
Lebuser Befestigungsanlagen erkennen.“ Quelle
und mehr Von nun an erleben wir nahezu den ganzen Tag Natur pur: rechts die Niederung des Oderbruchs, die ein unendlich großes Wasserreservoir zu bieten scheint, und unter uns entweder der Radweg auf dem Deich oder davor. Egal wo wir fahren: Der Wind bläst fast immer mit Stärke 3 bis 4, in Böen 5 bis 6, von vorn. Das kostet enorm viel Kraft! Trotzdem unternehmen wir einen Abstecher nach Reitwein, wo die Stüler-Kirche als Juwel angepriesen wird. Die Kirche wurde im Krieg zerstört und ist nun Mahnmal und Ort kultureller Events zugleich. Ein Backsteinbau mit eigener Note. Außerdem bietet der Ort einen Friedhof, auf dem sowjetische Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
Über
die Stüler-Kirche
(Foto) lesen wir bei Wikipedia: „Die
Dorfkirche des
brandenburgischen Ortes Reitwein
ist eine evangelische Backsteinkirche. Sie wurde am Fuße der Reitweiner
Berge im neugotischen Stil zwischen 1855 und 1858 nach einem Entwurf des
Berliner Architekten Friedrich
August Stüler erbaut. Der Geheime Oberbaurat war ein Schüler
Schinkels. Seit ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ist sie nurmehr als
Ruine erhalten, wird aber weiterhin für Gottesdienste und kulturelle
Veranstaltungen genutzt. Quelle
und mehr Weiter
am Deich entlang gegen den Wind kämpfend, erreichen wir Küstrin-Kietz,
wo die Warthe in die Oder mündet und eine Menge Wasser mitbringt.
Eine
starke Festung: Gorgast Ich unternehme mit meinem Pedelec einen Abstecher zum Fort Gorgast, das 1883 errichtet worden ist. Über die alte B 1 und den anschließenden Radweg sind die 5 km schnell zurück gelegt. Die Seelower Höhen 13 km weiter erspare ich mir wegen des starken Gegenwindes und weil ich meinen Mitradler nicht zu lange warten lassen will. Auf den Seelower Höhen fand die letzte Schlacht des 2. Weltkriegs statt. Eine Gedenkstätte erinnert daran.
Erbaut
zwischen 1883 und 1889, ist das Fort
Gorgast das besterhaltende Außenfort der einstigen preußischen
Festung Küstrin. Die Geschichte der Festung Küstrin reicht bis ins 16.
Jahrhundert zurück. Von den Hohenzollern als befestigte Residenz
(Hauptstadt der Neumark) in altitalienischem Stil erbaut, wurde sie im 17.
und 18. Jahrhundert zuerst von niederländischen später dann von französischen
Ingenieuren ausgebaut. Neue Werke kamen hinzu. Seit dem 30jährigen Krieg
wurde die dort stationierte Garnison ständig erweitert. Anfang des 18.
Jahrhunderts zählte die Küstriner zu den bedeutendsten Festungen im preußischen
Königreich. Quelle und mehr
Fantastische Blicke auf die Oder Zurück
am Oderdamm, unterqueren wir unter der neuen Unterführung die Bahn und
anschließend die neue Bundesstraße 1. Rechts die Oderinsel, vor uns Bleyen
und ein Imbiss am Radweg, wo es frischen Matjes gibt. Gut gestärkt, kämpfen
wir uns gegen den Nordwestwind weiter nordwärts. Die Aussicht vom Deich
über das Land ist fantastisch. Keine Autos, wenige Häuser, fast keine
anderen Radler – das ist Einsamkeit und Natur pur. Bis Kienitz
geht es noch einmal richtig Kräfte zehrend zur Sache. Bei
der Gaststätte „Zum Hafen“ stärken wir uns noch einmal, ehe wir die
letzten Kilometer zum Quartier in Güstebieser Loose in Angriff nehmen. Eine anstrengende Radtour, die
nach 93 Kilometern ihren Abschluss findet. Die Wirtin hat das kräftige
Abendbrot schon vorbereitet. Gut gestärkt unternehmen wir den
Abendspaziergang, der die Muskeln entspannt. Den ganzen Tag auf dem Rad zu
sitzen, zwingt einem schon eine bestimmte Körperhaltung auf. Und Laufen
ist das beste Abwehrmittel gegen Verspannungen. In
der Pension Rusche gibt es sogar einen Billardtisch. Aber nur einer der
rund zehn Queues hat noch eine Spitze. Das Dreieck wurde schon mehrfach
mit Klebeband zu reparieren versucht. Trotzdem spielen wir ein paar
Partien, zumal es nichts kostet, weil die auch die Geldeinwurfeinheit
defekt ist. Den für die Region zu hohen Einzelzimmerpreis von 30 Euro
plus fünf Euro fürs Frühstück gleicht das nicht aus. Die abendliche Ruhe in dem verstreut liegenden Dorf lässt uns eine ruhige Nacht erwarten. Unser Zimmer befindet sich über einer Halle mit riesigen Kübeln und Konservendosen. Es riecht penetrant nach Essen. Am nächsten Morgen wissen wir, warum. Dieses Quartier wurde aus der Übernachtungsliste gestrichen! Übernachten
am Oder-Neiße-Radweg
Wie soll man sich an diesem
Waschbecken die Zähne
Teil 1: Von Zittau nach Rothenburg-Lodenau zur Übersicht Oder-Neiße-Radweg
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