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| Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2010 Von
Zittau nach Ueckermünde. |
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Oder-Neiße-Radweg
(3)
Von Guben nach Frankfurt (Oder) Tagesetappe:
84 km, starke Steigungen bei Frankfurt (Umleitung) Punkt 9 Uhr starten wir
im verschlafenen Guben, dessen Altstadt früher auf der anderen Seite der
Oder lag (heute Gubin) und im Krieg fast vollständig zerstört wurde. Es
ist Pfingstmontag. Vorbei an der Postmeilensäule radeln wir an einem
Bachlauf aus der Stadt. Ein Mann ruft uns nach: „Aber nichts
fotografieren, das hier ist die Hölle!“ Na ja, ganz so schlimm war es
auch nicht, aber schon ein bisschen deprimierend. Das sollte sich noch
steigern: in Eisenhüttenstadt. Doch zuvor radeln wir ab Coschen noch einmal durch die herrliche Natur der Flussniederung, erleben an der Neißemündung bei Ratzdorf das von zahlreichen Touristen abfotografierte Oderhochwasser bzw. dessen deutlich sichtbare Vorboten. An die Mündung selbst heranzukommen ist nicht mehr möglich. Das Sühnekreuz steht im Wasser, auch das in jenen Tagen in vielen Zeitungen bundesweit abgebildete Pegelhäuschen ist unerreichbar geworden. Das Wasser hat sich schon weit vorgeschoben und leckt bereits an den durchgängig nach dem Oderhochwasser 1997 modernisierten und erhöhten Deichen. Der Schäfer ist dabei, seinen Elektrozaun abzubauen, beruhigt aber die Menschen: „Nur keine Panik!“ Übernachten
am Oder-Neiße-Radweg Weiter geht es auf oder hinter dem Deich auf
ausgezeichnetem Untergrund und bei perfekter Beschilderung bis zur
Abzweigung nach Neuzelle. Trotz
starken Gegenwinds radeln wir die 3,4 km bis zum Kloster mit seiner alles
überragenden Klosterkirche St.
Marien. Das Innere ist wirklich sehenswert und erinnert mich an die
Wallfahrtskirche Heilige Linde in Masuren. Bei Wikipedia heißt es: „Das Kloster Neuzelle (Nova Cella) war eine in der
Niederlausitz
gelegene Zisterzienserabtei. Sie wurde im 13. Jahrhundert
gegründet und bestand bis 1817, als sie von der preußischen Regierung
säkularisiert wurde. Die Besitztümer wurden an
das preußisch staatliche Stift Neuzelle überführt. Das Stift bestand
bis 1955 und wurde 1996 als öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes
Brandenburg wiedergegründet. Der Klosterkomplex gehört zur gleichnamigen
Gemeinde. Die Klosterkirche dient bis heute der katholischen
Gemeinde des Ortes Neuzelle als Pfarrkirche. In der Klosterbrauerei wird die Brautradition der
Zisterzienser auch gegenwärtig noch fortgeführt.“ Und über die Klosterkirche
St. Marien heißt es: „Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde die
Klosteranlage schwer beschädigt und erst zwei Jahre nach dem Westfälischer Frieden kehrten die Mönche
1650 wieder zurück. Abt Bernardus ließ zwischen 1655 und 1658 die
wiederaufgebauten Gebäude von italienischen Künstlern mit Fresken und Stuckaturen versehen. Sein
Nachfolger ließ die Klosteranlage konsequent im Stil des süddeutschen Barocks
umgestalten. Die prächtige Barockisierung des Gebäudes ließ die
Raumstruktur der dreischiffigen Hallenkirche mit ihren eng gesetzten
Pfeilern und den schmalen Seitenschiffen jedoch unangetastet. Fast alle
heute noch bestehenden Gebäude der Anlage stammen überwiegend aus der
Zeit des Barock. Die Neuzeller Klosterkirche ist der bedeutendste
Sakralbau der Niederlausitz.“ Quelle
und mehr Auf
nach Frankfurt (Oder) Mit Rückenwind geht es flott zurück an den
Deich. Eisenhüttenstadt
erreichen wir über die Brücke des Oder-Spree-Kanals.
Ein sowjetisches Ehrenmal und die trutzige Nikolaikirche bieten sich als
Fotomotive an. Der Weg zum Feuerwehrmuseum ist zwar zunächst
ausgeschildert, aber wir finden nur die Feuerwache. Auf dem Weg zum
Dokumentationszentrum „Alltagskultur
der DDR“ kehren wir auf der Eisenbahnbrücke um. Heftige Windböen
und drohender Regen lassen uns zurückfahren – eine gute Entscheidung,
denn da prasselt es auch schon los. Ein Carport bietet Schutz gegen das
Nass von oben. Eisenhüttenstadt
macht nicht gerade einen einladenden Eindruck, bietet aber dennoch einige
Besonderheiten. So lesen wir auf der Homepage der Stadt: „Der ganz besondere Reiz von Eisenhüttenstadt liegt
in dem Spannungsfeld zwischen Idylle und der Betriebsamkeit einer
bedeutenden Industrie. Es ist die einzige Stadt in Deutschland die nach
dem Kriege völlig neu gegründet wurde. Die Stadt wurde quasi um das Stahlwerk herum
aufgebaut: „1950 wurde der Beschluss zum Bau des Eisenhüttenkombinats Ost (EKO) und einer Wohnstadt bei Fürstenberg
(Oder) gefasst. Bergauf-bergab
zum Ziel Bald lugt wieder die Sonne durch die Wolken, dann
ist es wieder so kalt, dass wir die warmen Jacken anziehen. Ein stetes Hin
und Her des launischen, extrem mai-kühlen Wetters. Hinterm Oderdeich
radeln wir bis zur Abzweigung nach Ziltendorf.
Dort, in Aurith, gibt es einen
schönen Biergarten, den die Gäste anscheinend kurz zuvor beim Regenguss
fluchtartig verlassen hatten. Wir stärken uns für die letzte Etappe nach
Frankfurt/Oder. Die sollte es in sich haben. Eine Umleitung über Wiesenau
bietet einige Kräfte zehrende Steigungen auf. Weiter hinauf geht es ab Brieskow-Finkenheerd.
Uns entgegen kommende Radler, besonders die Damen der Gruppe, wirken sehr
erschöpft. Frankfurt/Oder
liegt in einer Moränenlandschaft mit erklecklichen Hügeln. Über den
Buschmühlenweg, der später in den Fernsehberichten vom Hochwasser überflutet
gezeigt wird, erreichen wir endlich die Stadt. Aufgrund der vielen Steigungen und des Windes sind wir ziemlich platt, als gegen 16.30 Uhr unser Quartier in Sicht kommt. Gegen 17.30 Uhr setzt ein heftiges Unwetter ein, das uns zunächst beschließen lässt, diesen Abend in der gemütlichen und vor allem warmen und trockenen Pension zu verbringen. Aber als sich das Wetter dann doch bessert, nehmen wir die Straßenbahntickets unserer Vermieterin dankend an und erleben so doch noch einen interessanten Abend in der Grenzstadt an der Oder. Übernachten
am Oder-Neiße-Radweg Die St. Marienkirche ist die ehemalige Hauptpfarrkirche Frankfurts. 1253 wurde mit dem ursprünglichen Bau in den Formen der norddeutschen Backsteingotik begonnen. 1945 war sie nur noch eine Ruine.
Wie dieser Turm heißt, lässt sich
auf der für Touristen
Teil 1: Von Zittau nach Rothenburg-Lodenau zur Übersicht Oder-Neiße-Radweg
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Blick über die Oderbrücke gen Polen.
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