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Autor: Dieter Hurcks Copyright 7/2004 

Eine erlebnisreiche, imposante Tour neben den großen Schiffen, die auf dem Nordostseekanal zwischen Kiel und Brunsbüttel verkehren.
Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Nord-Ostsee-Kanal-Route

Der 1895 fertig gestellte Nord-Ostsee-Kanal, kurz: NOK, ist heute - mehr als 100 Jahre nach seiner Eröffnung - der meistbefahrene Seekanal der Welt. Er gilt als Hauptverkehrsader Nordeuropas, die als Tor zur Ostsee Skandinavien und die Baltischen Staaten an den Weltverkehr anschließt. Tag und Nacht passieren ihn über das Jahr verteilt über 37.000 Schiffe.  Die transportierte Ladungsmenge betrug 1999 ca. 48 Mio. t. Einen maßgeblichen Anteil haben dabei Handelsschiffe. Passagen von Sport- und Kleinfahrzeugen werden in einer gesonderten Statistik mit über 18.000 beziffert.


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Von Blankenese nach Brunsbüttel

9. August 2004: Von Blankenese über Brunsbüttel nach Rendsburg

Diese Zweitagestour beginnen wir im Hamburger Nobelvorort Blankenese. Immer schön an der Elbe entlang radelnd, passieren wir die beiden Leuchttürme und erblicken bald die beiden riesigen Schornsteine des Wedeler Kraftwerkes vor uns. Dieses gilt es nun zu umrunden, ehe uns die Elbe beim Fährhaus Schulau und der Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm Höft wieder hat.

Von dort  radeln wir ein Stück nordwärts und biegen dann hinter dem Elbedeich links ab. Vorbei am Wedeler Yachthafen folgt der Weg dem Deichverlauf. Bald erreichen wir die Stelle, wo der der gut ausgeschilderte Ochensweg auf den Elbe-Radweg mündet. Er bietet sich als Alternative auf dem Weg nach Elmshorn an, von wo wir in Glückstadt wieder an die Elbe gelangen. Die Sperrwerke an den Flüsschen Pinnau und Krückau haben in den Mittagsstunden häufig die Schleusentore geöffnet, so dass man nicht passieren kann. Der Weg über Elmshorn ist daher der sicherere.

Dieser Weg führt uns durch kaum besiedelte, von Obstbau und Feldwirtschaft dominierte Landschaften, teilweise auf Sand- und Feldwegen. Im Hochsommer werden die meisten Radler froh über den Schatten spendenden Baumbewuchs am Wegesrand sein.

Durch den Holmer Wald radeln wir nach Heist und über Haselau oder Uetersen nach Seester. Dort gibt es eine kleine Fähre, die jedoch nur an Wochenenden im Einsatz ist. Von Seester kann man nun das Krückau-Sperrwerk ansteuern, um auf dem Elbe-Radweg gen Glückstadt zu radeln. Oder man wendet sich gen Elmshorn. Beide Wege sind leicht zu befahren, falls der Wind nicht gerade aus Nordwesten bläst.

In Glückstadt empfiehlt sich eine Rast auf dem Marktplatz. Von dort erreicht man, in westlicher Richtung die Hauptstraße überquerend, bald den Deichweg Richtung Wewelsfleth. Wer Schafherden mag, kommt voll auf seine Kosten. Ab und an sind Tore zu überwinden, neuere Schaf-Sperren kann man mit dem Rad problemlos überfahren.

Unterwegs bekommt man einen guten Eindruck vom Stör-Sperrwerk, das bei Sturmflut das Nordseewasser am Eindringen ins Hinterland hindert.

Schon entdeckt man in der Ferne die Kuppel des Kernkraftwerks Brokdorf, die so gar nicht in dieses landschaftliche Idyll passen mag.

Bald darauf ist Brunsbüttel erreicht, wo ich mein „angestammtes“ Quartier ansteuere. Diesmal bekomme ich das Zimmer unterm Dach mit direktem Blick auf die ein- und ausfahrenden Schiffe. Bei Dunkelheit schiebt sich majestätisch das Kreuzfahrschiff EUROPA vom Nord-Ostsee-Kanal in die Elbe.

Von Brunsbüttel nach Rendsburg

Am nächsten Tag geht es wegen der heißen Witterung schon um halb neun weiter. Links des Kanals, immer am Wasser entlang, rollt es sich recht zügig, obwohl immer noch Ostwind herrscht. Und der kommt nun meistens schräg von vorne. Es ist ein erhebendes Gefühl, den mit etwa 18 bis 20 km/h dahin tuckernden Riesenschiffen davon fahren zu können.

PASSADEN heißt mein ständiger Begleiter, der mich bei Erfrischungspausen immer wieder einholt. Positiv: Bei Brücken habe ich immer einen fotogenen Komparsen im Bild.

Bei Hochdonn fahre ich mit der kostenlosen Fähre - fünf sind es zwischen Brunsbüttel und Rendsburg - auf die andere Kanalseite. Dort geht es, beschattet von Baum und Buschreihen, ein wenig angenehmer weiter. Auch der Wind wird von dem Grün abgeschwächt.

Wenige, aber dafür sehr hohe Brücken überqueren den Kanal. Das Prunkstück steht am Ziel dieser Etappe: die stählerne Eisenbahnbrücke in Rensburg. Dort schwenkt der Radweg vom Ufer weg. Ich radle einfach den anderen hinterher und finde mich bald in einem großen Fahrstuhl wieder. Nach langer Abwärtsfahrt öffnen sich die Türen und eiskalte Luft schlägt mir entgegen. Im Tunnel unterqueren wir den Kanal und fahren mit dem Fahrstuhl wieder hinauf. Nun erscheint die Hitze dieses Tages noch unerträglicher ...

Das Reststück bis Kiel verkneife ich mir angesichts der Temperaturen von über 35 Grad und des auffrischenden Ostwindes. Denn das letzte Teilstück des Nord-Ostsee-Kanals führt genau in ostwärtige Richtung.

 

Bahn und Fahrrad

Von Rendsburg fahre ich mit der Bahn wieder zurück nach Burgdorf. Das heißt: vier Mal umsteigen, und zwar in Neumünster, wo es am anderen Ende des Bahnsteigs sogar einen großen Fahrstuhl gibt. Mangels deutlicher Ausschilderung am Bahnsteiganfang habe ich ihn nicht gefunden und erst entdeckt, nachdem ich mich mit Rad und Gepäck die Treppen rauf und runter gequält hatte.

In Hamburg verläuft das Umsteigen dank der Rolltreppen problemlos.

Im Metronom nach Uelzen war die Luft angenehm temperiert, anders als im Anschlusszug der Deutschen Bahn, wo der Schaffner im Fahrradabteil sogar die Fenster verriegelt hatte und sich nicht erweichen ließ, diese zu öffnen. Das Umsteigen im "Hundertwasser-Bahnhof" in Uelzen (für viele eher ein "Jahrhunderthasser-Bahnhof") artet jedes Mal zum Chaos aus. 

Tipp: Vor dem Metronom-Zug kann man (aber darf man natürlich nicht) die Gleise zum nebenan liegenden Gleis 302 überqueren, ohne sich durch den engen, durch Hundertwasser-Wellen kaum begehbaren Tunnel zwängen zu müssen (hab ich auch erst gemerkt, als ich schon im fahrenden Zug sah).

Das Koffertransportband war natürlich auch mal wieder kaputt, so dass ich froh war, dass ein Mitbürger vermutlich türkischer Abstammung mir seine Hilfe anbot. Die blonden Jungs dagegen staunten nur mit offenem Mund, wie einer so blöd sein kann, sein vollbepacktes Fahrrad auch noch eine Treppe hinauf zu tragen.

Schließlich Celle. Hier gibt es immerhin am S-Bahnsteig (Gleis 3) einen Fahrstuhl. 

Haben Sie auch Umsteige-Tipps und -Tricks zu anderen Bahnhöfen? Dann schreiben Sie uns eine Mail.

Blick von der Rensburger Eisenbahnbrücke. Erbaut wurde die Hochbrücke 1911-1913 von Dr. h.c. Friedrich Voß, der auch als Vater weiterer Kanal-Brücken gilt.
Kosten: 13,4 Mio. Goldmark
Länge: 2.486 m
eigentliche Kanalbrücke: 317 m
lichte Höhe: 42 m
Höhe des Bauwerkes: 68 m (Quelle: s.u.)

LINKS 

Nord-Ostsee-Kanal

Elberadweg

Rendsburg 

Leuchtturm-Tour Blankenese-Sylt

Hochbrücke bei Wikipedia

Video zum NOK

Radtouren-DVDs

Vorfreude + Nacherleben

mit Musik untermalte Diaschauen der schönsten Radtouren Deutschlands

 

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Fotoschau über die Radtour Verden-Wedel- Brunsbüttel-Rendsburg - entlang von Elbe und Nordostseekanal (NOK) bei YouTube.

Spickzettel
Route:
Nord-Ostsee-Kanal
Start/Ziel:
Brunsbüttel/Kiel-Holtenau 
Bahnanreise:
Itzehoe oder Kiel; Anreise von Glückstadt nach Brunsbüttel ca. 30 km
Länge:
325 km (mit Ausflügen ins Hinterland) + 28 km Anfahrt ab Itzehoe Bf.; Express-Route an einer Kanalseite ca. 110 km
Schwierigkeit: leicht (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer: siehe unten

Ochsenradweg und North Sea Cycle Route laufen
hier bei Seester parallel.

Leuchtturm bei Brokdorf.

Der Hafen von Glückstadt.

St. Margarethen bei Brunsbüttel.

Brunsbüttel: Befeuerung der Schleuseneinfahrt.

Brunsbüttel: Blick auf die Elbe.

Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Das schwarzgelbe Schiff heißt "Borussia Dortmund".

Brücke bei Hochdonn.

Radwege: Gut befahrbar, meist auf  Betonstreifen.

Mein Begleiter: die Passaden.

Alte Kettenfähre bei Fischerhütte.

Rendsburg: Tunnel unter dem Kanal. Erbaut 1962/65. Die Länge der Röhre beträgt 130m, der Durchmesser 4,50 m. Der Gehweg liegt 21,47 m unter Normalnull.

Bahnhof Rendsburg, im Hintergrund die famose Brücke, die erst unter-, dann überfahren wird.

 

Radwanderführer

  

 


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