Muldental-Radweg
Eine Radtour entlang
der Freiberger Mulde und der vereinigten Mulde
Diesen Bericht über
eine Radtour entlang der Mulde hat Heiko Wurch aus Dresden verfasst. Er
wird hier veröffentlicht, da er sehr gut meinen eigenen Mulde-Report ergänzt.
Denn die Mulde besteht ja neben der Zwickauer Mulde, die wir kurz vor der
Flut 2002 bereist hatten, auch noch aus der Freiberger Mulde. Beide
vereinen sich bei Sermuth und fließen als gemeinsame Mulde bei Dessau in
die Elbe.
Übernachten
an der Freiberger Mulde
VON
HEIKO WURCH (Text und Fotos)
Warum immer in die Ferne schweifen und nicht mal
die sächsische Heimat erkunden? Daher machten sich Johannes, Simone,
Angela und Heiko vom 27. April bis 2. Mai 2009 auf, zusammen einen
Radurlaub an der Mulde zu verbringen. Sie radelten dabei von Holzhau über
Sermuth nach Dessau und Wörlitz.
1.
Von Holzhau nach Grossschirma/OT Obergruna
Anreise
nach Holzhau/Teichhaus. Dort haben wir uns muldeaufwärts zu unserem
geplanten Startpunkt an der Brücke am Wandergrenzübergang „Alter
Bahndamm“ begeben. Hier kommt die Mulde als Moldauer Bach von der
tschechischen Seite der Grenze und heißt dann Freiberger Mulde. Die
Quelle liegt etwa 5 km vor der Grenze bei Moldava.

Nachdem
wir auf der Brücke ein paar Fotos gemacht hatten, ging es dann gegen
10:30 Uhr los. Die mit Packtaschen und Zeltausrüstung schwer bepackten
Treckingräder rollten nun auf der abschüssigen Straße zurück nach
Holzhau, weiter durch Rechenberg-Bienenmühle und immer im wunderschönen
Tal auf einer ruhigen Straße an Claußnitz vorbei.
Vor
Mulda hatten wir es uns auf einem Fleckchen Muldewiese zum zweiten Frühstück
und Natur genießen gemütlich gemacht. In Mulda, hinter dem Bahnhof, wählten
wir zum ersten Mal die Alternativroute (Richtung Lichtenberg-Weißenborn)
zum beschriebenen Mulderadweg.
Im
Tourenbuch war der Hauptweg bis Berthelsdorf mit 8 km, keinem Verkehr, dafür
aber mit einigen starken Steigungen und Gefällestrecken angegeben, was
wir Mountainbikern überlassen. Das wollten wir mit unserem Gepäck nicht
austesten. Unsere gefahrene Strecke war die Straße nach Lichtenberg –
Ortsdurchfahrt - nach dem Ort links über die Mulde zum Radweg, vorbei am
Klärwerk, am linken Ufer, autofrei und gut befahrbar bis Berthelsdorf.
Hier links die steile Bergstraße den Ort hinauf (1 km Fahrrad schieben
war anstrengend).
Tipp
zum Kraft sparen!
Vielleicht führt die Straße
über Weißenborn und Rosine etwas weniger steil in die Bergstadt
Freiberg. Wir hätten es probieren müssen. Aber ich bin die Strecke
zwischen Lichtenberg und Freiberg noch mal am 3.10.09 mit dem Motorrad
abgefahren. Tipp: Einfach auf der Straße nach Weißenborn bleiben und über
den Ortsteil Rosine- Freiberg/OT Zug ins Stadtzentrum der Bergstadt
fahren! An der Strecke im Bereich Rosine/Zug, die eher gerade oder bergab
führt, gibt es einen separaten asphaltierten Radweg bis nach Freiberg.
In
Berthelsdorf haben wir an der Kirche verschnauft, ehe es auf dem Hauptweg
kurz vor der Bergkuppe rechts Richtung Zug-Freiberg weiterging. Auf
ruhiger Nebenstraße, am wunderschönen „Großen Hüttenteich“ (im
Bergbauzeiten angelegt), radelten wir nach Freiberg hinein, am
Gewerbegebiet mit vielen Solarfirmen vorbei und ins Zentrum der im 12.
Jahrhundert gegründeten Stadt. Hier wurde Silbererzbergbau betrieben.
Das
Ortszentrum mit Ober- und Untermarkt, Dom und alten Bürgerhäusern hat
uns gut gefallen.
Vom
sanierten Schloss Freudenstein waren wir enttäuscht. Es wurde von August
dem Starken ab 1566 gebaut, später als Militärmagazin und
Getreidespeicher genutzt. Heute „zieren“ ein unpassender Betonklotz im
Innenhof sowie Schießscharten (?) an vielen Fenstern das Schloss.
Freiberg hat aber eine tolle Mineralienausstellung.
Preiswert
und gut gegessen haben wir in der Stadtwirtschaft im Innenhofbiergarten.
Zelten
in Obergruna
Nachdem wir den Dom besichtigt
hatten, in dem gerade die Silbermannorgel gespielt wurde, verließen wir
die Stadt über die Tuttendorfer Straße (hier noch mal kurz den Berg
hochschieben!) Richtung Tuttendorf/Conradsdorf. An einer Gartensparte
vorbei bis zum Feld. Hier links, (nicht geradeaus zum Besucherbergwerk)
den Feldweg zum Waldesrand. An der Straße rechts nach Tuttendorf,
hinunter zur Mulde. Dann links weiter im Tal den Fluss entlang nach Halsbrücke.
Bergbauzeugen liegen am Wegesrand.
Die
Talstraße schlängelt sich entlang der Mulde nach Großschirma. Weiter
fuhren wir links über die Brücke und nach kurzem Anstieg rechts in die
Straße “Wiesenweg“. Der Feldweg geht nun leicht bergab bis Großvoigtsberg/Hohentanne.
Da es mittlerweile schon recht spät war, brauchten wir noch eine
Einkaufsmöglichkeit für die Selbstverpflegung. Diese gab es natürlich
nur am anderen Ende des Dorfes an der B101. Also bergan, raus aus dem Tal.
Nachdem dem Einkauf zurück, über die B101- Kleinvoigtsberg zur Mulde.
Nach gefährlich, steiniger Abfahrt zur Buschmühle noch ein Stück
breiter Forstweg und Straße bis Ortseingang Obergruna.
Hier
dann 200 m am linken Ufer entlang bis zu einem sehr schönen
Picknickplatz. Nach ungefähr 56 km und dem Zeltaufbau am Muldeufer haben
wir den Tag bei Rotwein und einheimischem Bier ausklingen lassen.
Infos:
www.silbernes-erzgebirge.de,
www.freiberg.de
2.
Von Obergruna nach Sermuth
Am
Morgen wurden wir von der Straße gegenüber beobachtet und fotografiert.
Ein Mitarbeiter der Gemeinde war froh, dass der 2008 gebaute Picknickplatz
von uns genutzt wurde. Wir waren beruhigt, konnten unser gemütliches Frühstück
mit heißem Kaffee an der frischen Luft genießen, dann Zeltabbau, Taschen
packen, Abfahrt gegen 11 Uhr. Den holprigen Waldwege links der Mulde
fuhren wir zurück zur Brücke Obergruna, dann auf der kaum befahrenen
Talstraße flussabwärts bis zur nächste Brücke, hier am linken Ufer
entlang. An Recycling- und Betriebsgeländen vorbei, an der
Mehrfachkreuzung rechts zur Mulde hinunter, durch den Wald unter der
Autobahnbrücke hindurch nach Nossen. Ab hier endlich mal einige
Radwegweiser.
Übernachten
an der Freiberger Mulde
Über
die Waldheimer Straße haben wir leicht bergan die Stadt verlassen. Dann
ging es eine Serpentinenstraße hinab, auf der anderen Talseite kurz
bergan, bis rechts die Straße zum Kloster Altzella führt. Gemütlich
rollten wir bergab ins Klostergelände. Nach einem kurzen Rundgang fuhren
wir durch das Romanische Tor aus dem 12. Jahrhundert weiter. Ab dem
Kloster geradeaus und mulde-abwärts auf dem Radweg links der Mulde
bleiben! Der rechte Fahrweg an der Mulde endet im Nichts.
Endlich
Radwegweiser
Nun gibt es endlich Radschilder
mit dem Logo der Mulde.
An
der nächsten Straße Marbach-Gleisberg rechts über die Brücke, dann
gleich links am rechten Ufer die ruhige Straße bis Rosswein. Der
Radausschilderung am Fluss folgend, hat uns die Flutsäule in Rosswein
beeindruckt. Sie wurde als Erinnerung an die Muldeflut im Sommer 2002
errichtet.
Der
Radwegweiser führt uns im Muldetal weiter durch Niederstriegis (hier auf
500 m Länge nur ein sehr schmaler Pfad am alten Bahndamm), Mahlitzsch und
auf gut befestigtem Weg nach Sörmitz/Döbeln. Vor dem Ort nutzten wir
einen schönen Picknickplatz für eine Rast mit Kaffee vom Campingkocher.
In
Döbeln rollten wir am rechten Ufer durch die Stadt auf gut ausgebauten
Wegen. Wer den Stadtkern mit den Bürgerhäusern und der Nikolaikirche
sehen will, fährt ans andere Ufer. Am Ortsende ist der Klosterwiesenpark
mit schönen Holzskulpturen zu bestaunen. Der Radweg führt weiter im Tal
nach Westewitz, Scheergrund (hier wurden wir vor vielerlei Tieren
gewarnt). Nach der Bahnunterführung ging es den leichten Anstieg des Hühnerberges
hinauf.
Über
15 Treppenstufen aufwärts
Leider war oben am Berg erstmal
Zwangspause, ein Gepäckträger war defekt: provisorische
Reparatur und Taschen auf die anderen verteilen. Bergab in der Aue durch
blühende Rapsfelder nach Klosterbuch. Nach Besichtigung des Klostergeländes
den Schildern folgend nach Leisnig. Von weitem waren die Stadt und Burg
Mildenstein (hier herrschte auch Kaiser Barbarossa) auf dem Berg zu sehen.
Am Busbahnhof gab es eine schöne Begegnung mit einem motorunterstützten
Radler. Er berichtete stolz vom Wiederaufbau seines gefundenen Gefährts,
später beneideten wir ihn um sein Fahrrad.
Auf
dem kürzesten Weg zum Markt und zur Burg; unsere Räder schoben wir den
Fußweg hinauf.
Am
Ende kam die böse Überraschung. Völlig kraftlos standen wir vor 15
Treppenstufen. Mit vereinten Kräften wuchteten wir die Räder hoch und
ruhten uns auf dem Marktplatz bei einem Eis und Kartengrüße schreibend
aus. Hier war auch die Reparatur im Radladen möglich.
Eine
Serpentinenstraße führt auch auf den Markt, oder man lässt die Räder
unten am Bahnhof stehen.
Leisniger
Riesenstiefel
Bergab ging es nun zur Burg und
dem „Stiefelhaus“. Hier ist der Leisniger Riesenstiefel zu bestaunen.
Ein Kleinerer in Döbeln wurde 1925 zum 600-jährigen Jubiläum der
Schuhmacherinnung angefertigt. Weiter geht’s von der Burg durch Tragnitz
nach Altleisnig. Immer gut befahrbar an der Aue entlang durch Marschwitz,
Tanndorf (hier kann man über die Mulde zum Schloss Podelwitz) und Erlln
nach Sermuth. Kurz vor dem Ziel zogen schwarze Wolken auf, aber wir hatten
uns ja vor der Tour einen Privatvermieter im Ort gebucht. Nach ca. 66 km
war uns deshalb der aufkommende Regen nach Ankunft im Quartier egal.
Infos:
www.saechsisches-burgenland.de,
Infos: Sermuth: www.grossbothen.de
3.
Von Sermuth über Colditz nach Dehnitz/Wurzen
Nach
gemütlichem Frühstück wollten wir als Abstecher das Schloss Colditz
erkunden. Das Gepäck konnten wir in der Unterkunft lassen. Also ging es
den Radschildern folgend die Zwickauer Mulde flussaufwärts Richtung
Colditz. Von weitem ein herrlicher Blick auf das Schloss.
Die
Räder blieben am Markt unterhalb des fast 1000-jährigen Gemäuers
stehen. Bei einer sehr interessanten Schlossführung (ca. 1,5 h) erfuhren
wir viel über die wechselvolle Nutzung. Hauptteil der Führung war die
Zeit als Kriegsgefangenenlager für „ausbruchswillige“ Offiziere der
Alliierten im 2. Weltkrieg.
Das
war für uns alle sehr eindrucksvoll.
Im
Bäckereicafé am Markt noch eine kurze Rast, dann ging es zurück nach
Sermuth. Dort radelten wir über eine Wiese bis direkt zur
Muldenvereinigung. Ab hier wird die Freiberger- und Zwickauer Mulde- zur
„Gesamt“-Mulde.
Entlang
der „Gesamt“-Mulde
Nach
dem dreistündigen Abstecher haben wir das Gepäck am Quartier aufgeladen,
dann ging es rechts der Mulde auf einer Nebenstraße nach Kössern. Hier
vorbei an einem schönen Jagdschlösschen, über die Mulde, dann am linken
Ufer durch Schaddel nach Nimbschen. Hier kann man mit der Fähre übersetzen
und sich die Schiffsmühle in Höfgen ansehen. Vom Kloster Nimbschen sind
nur noch die Außenmauern zu sehen. Dort wohnte Katharina von Bora als
Nonne, die spätere Frau von Martin Luther.
Weiter
ging es die Straße am Kloster vorbei zur Mulde und den Radweg links der
Mulde nach Grimma.
Die
Stadt war, wie alle anderen am Fluss, von der Flut im August 2002 schwer
beschädigt.
Schmuckstück
Grimma
Durch
die große Fluthilfe und den Wiederaufbau ist Grimma zu einem Schmuckstück
geworden. Jedes Jahr im August findet als Erinnerung die „Grimmaer
Liederflut“ statt, ein Kultur-, Musik- und Straßenfest.
Nach
einer ausführlichen Besichtigung des Ortes mit Frauenkiche (im Haus gegenüber
wuchs Ulrich Mühe als Sohn eines Kürschnermeisters auf), Göschenhaus
und Klosterkirche St. Augustin haben wir es uns im Eiskaffee gemütlich
gemacht. Vorher wurden wir am Markt von einer ehrenamtlichen Stadtführerin
angesprochen. Sie hat uns gleich begeistert von ihrer Stadt und deren
Geschichte erzählt, das fanden wir toll.
Nun
fuhren wir zur neuen Grimmer Muldenbrücke, mit dem Blick zurück zur
zerstörten Pöppelmannbrücke. In Grimma besteht übrigens Anschluss an
die Parthe-Mulde-Radroute Richtung Taucha/Leipzig.
Von
hier ab hatte ich vor der Tour den „Geheimtipp“ von einem Wurzener
Radfan bekommen, ab der Muldebrücke Grimma, rechts direkt am Fluss
entlang bis Wurzen zu fahren. Dieser Abschnitt ist der Muldentalbahnradweg,
der immer asphaltiert und 2 m breit auf der früheren Bahndammstrecke bis
nach Wurzen führt.
Also
in Grimma über die Mulde den gelben Radschildern folgen, am anderen Ufer
gleich rechts zur Mulde hinunter und unter der Brücke durch flussabwärts
den Radweg entlang. Dieser führt im breiten Tal an Dorna und Döben
vorbei, unter der Autobahnbrücke hindurch nach Nerchau und Neichen. Hier
kreuzt dann die Mulde-Elbe-Radroute den Weg. Durch Felder fuhren wir bis
kurz vor Dehnitz. Dort trifft man dann wieder auf den Muldetalradweg.
Am
ruhigen Muldeufer haben wir uns nach ca. 40 km ein lauschiges Plätzchen für
unsere Zelte gesucht. Beim Aufbau noch wunderschöne Abendsonne, aber mit
schwarzen Wolken am Horizont. Am späten Abend dann noch Regen, der aber
früh vorüber war.
Infos:
www.colditz.de, www.grimma.de,
www.wurzen.de
4.
Von Wurzen nach Glaucha und Bad Düben
Nachdem
die Zelte etwas abgetrocknet und alles verstaut waren, ging es weiter zum
nächsten Ziel. Nach 5 km waren wir in der Ringelnatzstadt Wurzen. Hier
kreuzt die Leipzig-Elbe-Radroute ein Teilstück des Jakobsweges. In der
Altstadt sind das Ringelnatzgeburtshaus, eine Ausstellung zu Leben und
Werk des Dichters im Museum, Ringelnatzbrunnen und verschiedene kleine
Stelen mit Versen und Gedichten zu bestaunen.
Im
Dom erfuhren wir einiges zur Geschichte der Stadt. Am Stadtpark vorbei
verließen wir Wurzen und blieben rechts der Mulde auf einem Asphaltradweg
neben der Straße durch Nischwitz (im Ort ein Schloss mit Park) bis zum
Abzweig links nach Canitz.
Von
Wurzen kann man auch, bis kurz vor Canitz, am linken Ufer entlangfahren,
allerdings muss vor Canitz die Mulde über eine Fußgängerbrücke mit
Treppen überquert werden. Auf Treppensteigen hatten wir keine Lust.
Durch
den Park Canitz nach Eilenburg
In
Canitz, gleich hinter dem Gasthof, befindet sich das Ensemble des „Park
Canitz“, mit seinem Themen-, Rosen-, Kräuter- und Naturgarten und
sanierten Gebäuden im Naturschutzgebiet „mittlere Mulde“. Dieses
erstreckt sich bis Bad Düben. Von Canitz ging es weiter durch Wasewitz
nach Kollau. Von hier ist ein Abstecher zur Mulde ans Kollauer Wehr möglich.
Nach einer Rast am Picknickplatz radelten wir in der Aue bis zur
Eilenburger Muldenbrücke.
Wer
hier in die Altstadt will, muss links über die Mulde. In Eilenburg steht
auf dem Berg die Burg mit Sorbenturm. Die Burgkeller sind mit Führungen
zu erkunden.
Unser
Weg führt uns aber rechts der Mulde, den Radwegweisern folgend, durch ein
Industriegebiet zur Straße nach Laußig-Bad Düben. Hier links abbiegen
und den Radweg durch ein weiteres kleines Gewerbegebiet entlang. Nach den
Getreidesilos ist dann links der Radweg nach Mörtitz, durch den Ort
hindurch führt er bis nach Gruna.
Im
Ort links kamen wir zum Fährhaus. Nach einer gemütlichen Einkehr wurden
wir vom Fährmann mir der Gierseilfähre nach Hohenprießnitz (mit schönem
Schlosspark)übergesetzt. Am anderen Ufer rechts, den Radweg flussabwärts,
geradeaus durch die Auenlandschaft bis Oberglaucha. Hinter der Kirche
erstreckt sich hier ein wunderschönes Angerdorf. Dem Radweg folgend kommt
man nach Niederglaucha, am Landgasthof vorbei zum Landhaus Böhm. Hier
wurden wir erwartet und herzlich aufgenommen. Wir luden das Gepäck ab und
machten noch einen Abstecher nach Bad Düben. Der Mulderadweg führte uns
bis kurz vor die Stadt.
Hinter
Bad Düben beginnt der „Naturpark Dübener Heide“. Nach der Muldenbrücke,
gleich links, befindet sich die Burg mit Schiffsmühle. In Düben beginnt
auch der Torgische Radweg zur Elbe.
Auf
dem Rückweg nach Glaucha nutzten wir ein Teilstück des
Radweges-Berlin-Leipzig, von Bad Düben bis Wellaune. Nun ein Stück die
B107, an der Windmühle vorbei, zurück zum Landhaus. Dort fand am Abend
ein Kräuterseminar statt, an welchem wir als Gartenbesitzer spontan
teilnahmen. Nach einem erlebnisreichen Tag schliefen wir in den duftenden
Heubetten „ wie die Murmeltiere“.
Infos:
www.naturpark-duebener-heide.com,
www.landhaus-boehm.com , www.tourismus-nordsachsen.de
5.
Von Glaucha nach Dessau
Nach
einem gemütlichen Frühstück waren wir gegen 10 Uhr startklar. Wir
fuhren, auf Grund der besseren Asphaltstrecke, die 800 m auf der Straße
nach Wellaune und dann rechts in den Ort bis zum „Kohlhaasenkrug“.
Rechts neben dem Gasthaus kommt man wieder direkt auf den Radweg
Berlin-Leipzig, Richtung Bad Düben. An der Straße links nach Schnaditz
befinden wir uns wieder auf dem Mulderadweg. Die Route führt die Straße
entlang, durch Tiefensee, hier wieder eine Windmühle, auf dem weiteren
Straßenverlauf nach Roitzschjora. Hier zweigt rechts der Mulderadweg ab
und würde auf Sandwegen entlang der Mulde gehen.
Tipp:
Alternative zu den Sandwegen
Durch
einen früheren Besuch der Region kannte ich aber eine bessere
Alternative: Von Roitzschjora die Straße weiter bis Löbnitz, durch den
Ort auf der Hauptstraße hindurch. Nach dem Ortsausgang führt ein Radweg
nach links zum Landschafspark Goitzsche. Auf einem neuen, breiten
Asphaltradweg geht es an mehreren Seen vorbei nach Pouch mit dem alten
roten Turm.
Die
ehemalige Tagebaulandschaft wurde rekultiviert und besteht aus mehreren
zusammenhängenden Seen. Der Bereich des Landschaftsparks hat ein gut
ausgebautes Radwegnetz um Bitterfeld. Allerdings muss die Natur noch viel
nachholen, um die Wunden der Braunkohlenförderung zu heilen. In Pouch
besteht Anschluss an den Lutherweg und die Radroute
„Kohle-Dampf-Licht“.
Im
Ort angekommen, kann man rechts über die Muldenbrücke und dann links am
Muldenstausee entlang radeln, allerdings auf Sandwegen. Wir blieben in
Pouch am Goitzscheseeradweg weiter bis zum „Buchdorf Mühlbeck“. Hier
vom See weg in den Ort hinein. Im Buchdorf erwartet uns eine schöne
Kirche mit Weiher um den sich die Häuser aufreihen. In allen früheren
Geschäften, Schule, Schmiede usw. befinden sich jetzt Antiquariate und
Buchläden. Dort kann man genussvoll schmökern. Lesungen finden auch im
Ort statt.
Der
Muldenstausee
Von
Mühlbeck fuhren wir auf der ruhigen Straße durch Friedersdorf zur
Staumauer des Muldenstausees. Nach der Staumauer, an der Museumslok,
gleich links den Radweg folgend an der Mulde entlang. Im Tal ging es durch
den Wald auf festen Wegen um den Steinberg nach Muldenstein. Im Ort steht
das Herrenhaus mit Klosterkirche. Am rechten Muldeufer durch den Ort führte
unser Weg über den Ortteil Roßdorf weiter zum Gut und Park Altjeßnitz.
Hier befindet man sich zum ersten Mal in einem der vielen künstlich
gestalteten Parks vom Gartenreich Dessau/Wörlitz.
Der
Park mit Irrgarten ist nur mit Eintrittsgeld zu besichtigen. Das Gutshaus
links der Straße sieht nur von vorn „gut“ aus. Von Altjeßnitz,
Richtung Wolfen, hat man Anschluss zum Fuhneradweg. Der Mulderadweg verläuft
nun auf der Straße nach Kleckewitz und Retzau. Hinter dem Ort ist links
ein separater Radweg bis zum Wald. Dort hindurch, endet dieser sandig-hügelige
Abschnitt auch wieder auf der Straße Retzau-Sollnitz. Gepäckradler können
also gleich auf der Straße bleiben.
Der
Grund der Straßenfahrt Altjeßnitz-Sollnitz ist der strenge Schutz des
Naturschutzgebietes (NSG) „Untere Mulde“ im Biosphärenreservat
Mittelelbe.
In
Sollnitz hatten wir den Radwegweiser vor dem links der Straße liegendem
See verpasst.
Nach
Dessau an die Elbe
Nach
einem weiteren kurzen Stück durch den Wald kamen wir zum Ortsteil
„Schwarzer Stamm“ von Kleutzsch. Links die Nebenstraße nach Kleutzsch
waren wir wieder auf dem Radweg. Hinter dem Ort dann links auf einem
Spurplatten- und festen, gesandeten Weg Richtung Dessau. Unter der
Autobahnbrücke hindurch bleibt man an der dann folgenden Muldebrücke am
rechten Ufer, dem Radweg zu Schloss und Garten Luisium. Nun fährt man
durch einen herrlichen, parkartig angelegten Wald mit uralten Bäumen auf
Spurplatten- oder festen Wegen zum Zentrum von Dessau. Vor der Radbrücke
zur Innenstadt zweigt der Mulderadweg weiter Richtung Luisium ab (hier
kreuzt auch der Fernweg E11) und endet an der Hauptradroute mit Elbradweg,
R1, Radroute Anhalt- Wittenberg und dem Fürst–Franz-Radweg.
Wir
wollten uns Dessau und das Georgium ansehen. Also über die Radbrücke an
der Marienkirche ins Zentrum. Wer sich für die Bauhausarchitektur
interessiert, kommt in Dessau auf seine Kosten. Wir zogen bei dem warmen
Wetter einen Bummel durch den Garten „Georgium“ mit Mausoleum
(Sakralbau) am Tiergarten vor.
Als
Ziel war eine Zeltübernachtung im Sportboothafen/Kornhaus an der Elbe
geplant. Dort haben wir kostengünstig im Gelände des Yachtclubs Dessau
gezeltet. Als Rad- und Wasserwanderer kann man allgemein in Kanu-, Ruder-,
Yacht- und Segelclubs sein Zelt aufbauen und die Sanitär- und
Duschanlagen nutzen.
Nach
ca. 60 km sind wir am Nachmittag angekommen und genossen die Atmosphäre
im Hafen und den Sonnenuntergang an der Elbe.
Infos:
www.bitterfeld-wolfen.de, www.biosphaerenreservatmittlererelbe.de,
www.dessau.de
6.
Von Dessau nach Wörlitz
In
der Nacht hatten wir „Besuch“. Johannes hatte seine Lebensmitteltüte
am Rad hängen lassen und ist durch „Knistern und Schritte“ nachts
erwacht. Als er sich aus dem Zelt getraut hatte, war die Essenstüte
runter- und aufgerissen. Im Dunkeln hat er das angebissene Brötchen und
die leer gefressene Käsepackung eingesammelt und im Zelt verstaut. Kurze
Zeit später erneute Geräusche. Er hatte die heraus gefallene offene
Schachtel Geleebananen übersehen, die sich ein Fuchs oder Marder nun hat
schmecken lassen. Diese Story hat morgens für viel Spaß gesorgt.
Johannes musste deshalb morgens erstmal zum Bäcker.
Die
Wassersportfreunde waren im Hafengelände mit der „Wässerung“ der
Segelboote beschäftigt. Ab 1. Mai ist die Bootssaison eröffnet und viele
Freizeitkapitäne starten in den Frühling.
Nach
Frühstück und Zeltabbau wollten wir nun zur Muldemündung. Am Georgium
entlang bis zur B184 und dort auf die Muldebrücke. Von der Brücke konnte
man die Mündung sehen. Vielleicht wird nach dem Ende der Baumaßnahmen
ein Weg mit Beschilderung zur Muldemündung führen? Entlang der B184 bis
zum Elbzollhaus fuhren wir dort links zur Muldenwiese hinunter, unter der
Brücke hindurch zu einem asphaltierten Fahrweg. Dieser teilt die Mulde-
und Elbwiese und ist in unserer Karte ein Stück der
„Anhalt-Wittenberg-Tour“.
Zurück
am Elbradweg war Vockerode das nächste Ziel. Vorher ging es auf dem
Elbdamm vorbei am Gasthaus „Forsthaus Leimer Berg“ durch den Park
„Sieglitzer Berg“. Die vom Fürst Franz von Dessau- Anhalt künstlich
gestalteten Parkanlagen in den Elbauen sind durch Portale erkennbar. In
Vockerode kann eine Draisinenbahn ausprobiert werden. In der Nähe gibt es
am Fürst Franz Radweg eine Biberfreianlage und das Informationszentrum
zum Biosphärenreservat Mittelelbe im Auenhaus.
Durch
blühende Fliederbüsche kamen wir am frühen Nachmittag auf dem Elbradweg
nach Wörlitz. Dort wurde alles in und auf unser Auto verstaut. Ein kurzer
Fußmarsch bis zum Park.
Nach
einem ausführlichen Parkspaziergang mit Fährfahrt waren wir begeistert.
Wörlitz als Abschluss ist eine gute Entscheidung gewesen. Bei einer
letzten Einkehr im Ort konnten wir die vielen Erlebnisse noch mal Revue
passieren lassen und danach die Heimreise antreten.
Infos:
www.woerlitz.eu
Fazit: Viel zu
entdecken!
Der
Muldenradweg ist bei unterschiedlichen Untergründen, bedingt durch die
vielen Schutzgebiete und die Naturbelassenheit, mit Trecking- und stabilen
Tourenrädern auch mit Kindern gut befahrbar. Ab Großschirma/Obergruna
gibt es keine schweren Steigungen.
Im
Gebirge sind verständlicherweise einzelne starke Anstiege vorhanden.
Der
Wechsel der verschiedenen Naturlandschaften mit Erzgebirge, hügeligem
Burgen- und Heideland, den breiten, flachen Muldenauen und dem neu
geschaffenen Goitzsche Landschaftspark sowie dem Gartenreich Dessau/Wörlitz
an der mittleren Elbe haben unseren Urlaub zu einem Erlebnis gemacht.
Die
Sachsen und Anhaltiner sind gastfreundlich, herzlich und immer offen für
ein Gespräch.
Entlang
der Strecke gibt es Bergbautradition, Burgen, Naturparks und Schlösser zu
erkunden.
Links
Muldentalradweg - vom
Erzgebirge zur Elbe
www.muldentalradweg.de
Verwendeter
Radreiseführer
-
Bikeline
„Muldentalradweg“
-
Tourismus-
und Freizeitkarte: Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Kartographischer
Werbedienst Stefan Waldenburger
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