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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2009

Der Saar-Nahe-Höhenradweg 
Der Saar-Nahe-Höhenradweg ist nichts für Weicheier. Denn hier gilt es, eine ganze Reihe von Steigungen zu bezwingen. Schöne Aussichten!
Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5

Einträge für
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Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Radtour an Mosel, Saar, Nahe und Rhein (3)
 
Die schönsten Ausblicke hat man von oben, klar doch. Aber erst einmal hinkommen. Bei Güdingen kurz hinter Saarbrücken beginnt der rund 70 km lange Saar-Nahe-Höhenradweg. Und er endet an der Nahequelle bei Oberthal.

Von Saarbrücken über Güdingen nach Oberthal

Wir wussten es ja, dass der Saar-Nahe-Höhenradweg, kurz: SNH, eine Tour für „sportlich Ambitionierte“ darstellt. Aber dass es so dicke kommen würde, haben wir nicht geahnt. Über die ganze Strecke von rund 70 km gesehen, sind satte 500 Höhenmeter zu überwinden; immerhin 250 Höhenmeter geht es wieder bergab. Also nichts für schlappe Typen, schon gar nicht, wenn 20 Kilo Gepäck das Rad nach unten ziehen.

Aber fangen wir vorne an. 8.45 Uhr Aufbruch von der ausgezeichneten Jugendherberge Saarbrücken. Wir radeln bis Güdingen entlang der Saar, bis wir endlich diese laute Autobahn, die uns beharrlich die letzten rund 50 km verfolgt hat, abhängen können. Es wird ruhiger. In Güdingen führt uns die Wegweisung im Kreis herum. Ein älteres Ehepaar, dass wir fragen, gerät ob der Wegbeschreibung in Streit. Mit Hilfe der Karte finden wir selbständig die richtige „Ausfahrt“. Einfach geradeaus über die Bahnschranken und dann am nächsten Wegweiser rechts!

Ab Fechingen geht es auf einem behutsam ansteigenden Weg durch den kühlenden Wald. Ab und zu mal ein paar Häuser, die durch die Bäume zu sehen sind. Wie die Ortschaften heißen, wird ja auf Radwegen leider nur selten angezeigt. Ein stilles Tal, Schatten, asphaltierte Wege. Was will das Radlerherz mehr? Lässt sich gut an der Tag.

Aber dann beginnt das, was wir am Abend als den "Tag der Berge und Täler" bezeichnen werden. Ein Schild sagt uns 8,4 km hinter Güdingen: Von nun an geht es bergauf, und zwar genau 70 Höhenmeter. Kurz darauf passieren wir den Flughafen Saarbrücken in Ensheim, der auf dem Hochplateau liegt. Wir biegen wieder in einen Waldweg ein, der uns nach einem längeren Anstieg auf einem alten Römerweg nach Heckendahlheim führt. 
Wieder heißt es: 40 Höhenmeter auf 800 Metern! Das bedeutet: schieben. Und so geht es den ganzen Tag über. Beim Bäcker in Biesingen, dessen spitzer Kirchturm schon von weitem zu sehen ist, stärken wir uns nach 30 zurück gelegten Kilometern. 

Anschließend mehr als 4 km bergab ins Alschbachtal und nach Alschbach. Eine tolle Abfahrt in wunderschöner Landschaft. Weiter geht`s nach Blieskastel, einem lang gezogenen Barockstädtchen. Mitten drin steht die Pfarrkirche St. Mauritius, erbaut 1958-1960 und ausgestattet mit kunstvollen Glasfenstern. In die Altstadt mit weiteren Sehenswüdigkeiten geht es immer bergauf. Wer Zeit und Lust hat, kann einen Abstecher zu dem mit sieben Metern größten Menhir des mitteleuropäischen Raumes, dem Gollenstein, unternehmen.

 

Der Weg nach Kirkel führt durch einen verwunschenen Wald mit markanten, teilweise bizarren Felsformationen. Einmal hätten wir uns fast verfahren, weil der mit Grünspan überzogene Wegweiser schlecht platziert war – was übrigens öfter vorkam auf dem alles in allem hervorragend ausgeschilderten SNH-Radweg. In Kirkel grüßt die Burg von einem Felsen. Das Geschrei fröhlicher Kinder von der Turmspitze erfüllt das Tal. Die Felsenburg liegt 307 m über NN. Der nächste Fluss ist die Blies, die in etwa 5 km Entfernung östlich der Burg durch die zur gleichen Gemeinde gehörigen Ortsteile Limbach und Altstadt fließt. Der Bliesradweg zweigt von unserer Route ab. Quelle

Bald unterqueren wir die Autobahn A 8, nehmen mangels eines Radwegweisers gleich die nächste Überführung an der ersten Brücke und radeln am Solarbad von Limbach vorbei nach Niederbexbach. In Bexbach gibt es das Saarländische Bergbaumuseum, wo die Besucher sogar unter Tage einfahren können.

Verfahren vor Neunkirchen

Nächstes Ziel ist Neunkirchen, dessen Ellenfeld-Stadion ich noch von frühen Fußball-Reportagen in Erinnerung habe. Doch Neunkirchen wird zum Fiasko. An einem Kreisel, den wir nach der Fahrt auf einer lebensgefährlichen Straße erreichen, fehlt jegliche Wegweisung bezüglich des Saar-Nahe-Höhenradwegs. Daher folgen wir, die Richtung zum Kraftwerk einschlagend, einem kleinen Schild mit der Bezeichnung „Radweg NK“. Doch dieser Weg führt hoch in die Berge, nach Ende des Asphalts auf Schotter. Das kostet richtig Kraft. So umgehen wir Neunkirchen und landen nach anstrengendem Aufstieg direkt in Wiebelskirchen. Zur Stärkung müssen jetzt erst einmal Spaghetti bei einer längeren Pause verzehrt werden. Auf diese Weise haben wir Neunkirchen verpasst, wo auf Themenradwegen die Industriegeschichte der Stadt nacherlebt werden kann. Schade drum!

So können wir uns nur auf der Homepage der Stadt Neunkirchen informieren, wo zu lesen steht: 
"Der Landkreis Neunkirchen, im Herzen des Saarlandes gelegen und einstige Hochburg der saarländischen Schwerindustrie, hat sich seit der Stilllegung der Neunkircher Hütte im Jahr 1982 gewandelt.

Längst sind rauchende Schlote und verrußte Ortszentren Vergangenheit, lediglich einige sehenswerte Industriedenkmäler erinnern noch an die ruhmreiche Zeit von Kohle und Stahl. Die Farbe ,Grün´ hat Einzug gehalten in unserer Region, und zahlreiche Wander- und Radwege laden zu sportlichen Aktivitäten in der freien Natur ein.

Neun Rosengärten – vom kleinen Privatgarten bis hin zum Barockrosengarten – haben dem Landkreis den bundesweit einmaligen Titel „Rosenkreis“ eingebracht. ... 
Während bis in die 80er Jahre viele Menschen unter erschwerten Bedingungen in der einstigen Hüttenindustrie arbeiten mussten, erinnern heute interessante Relikte dieser Industriekultur an vergangene Zeiten." Quelle

Ab Wiebelskirchen jetzt geht es erst richtig los! "110 m auf 2,2 km" steht auf dem grünen Schild, das wir ja nun schon gut kennen. Immerhin haben wir nun ja auch die Wegweisung des SNH wiedergefunden. Anstieg um Anstieg kämpfen wir uns weiter in Richtung unseres Tagesziels Oberthal, das einfach nicht näher kommen will. Die Route führt u.a. durch das Naturschutzgebiet Oberthaler Bruch.

Nach fast 82 Kilometern erreichen wir endlich unser Quartier in Oberthal-Gronig. Ein extrem harter Tag liegt hinter uns. Jetzt kann es eigentlich nur noch leichter werden. Bis zur erhofften Genießertour an Nahe und Rhein fehlen jedoch noch einige Anstiege. Und auch die haben es, wie im nächsten Teil dieses Reisereports zu lesen ist, in sich.




verwendete Fahrradkarte:
Saarland-Mosel BVA-Karte 19

 

Teil 1: Moselradweg - von Hatzenport zur Saarmündung bei Konz

Teil 2:  Saar-Radweg - von Konz nach Saarbrücken und Güdingen

Teil 3:  Saar-Nahe-Höhenradweg - von Güdingen nach Oberthal an der Nahequelle

Teil 4: Der Naheradweg - von der Quelle zur Mündung in Bingen

Teil 5: Der Rhein - von Bingen bis Koblenz

Quartiere siehe Teil 1



Die DVD zur Tour

Saar und Saar-Nahe-Höhenweg

 

Infos und bestellen



Kurz hinter Saarbrücken fahren wir zwischen Autobahn und Saar. Bald wird es wieder ruhiger.

In Güdingen beginnt der Saar-Nahe-Höhenradweg, den der Umriss des Saarlands markiert.

Solche Schilder begleiten uns auf dem Weg. Da heißt es meistens: absteigen und schieben!

Schattige Waldwege und asphaltierte Wirtschaftswege wechseln sich ab. Der Autoverkehr ist meistens weit entfernt.

Die Burg von Kirkel.

An einem Kreisel am Kraftwerk fanden wir keinen SNH-Wegweiser mehr und folgten diesem Schild. Folge: Ein langer, langer und steiler Anstieg, zuletzt auf grobem Schotter.

Eine reizende Landschaft, die vom Radler mit Gepäck eine sehr gute Kondition erfordert.

Auch die nicht asphaltierten Wege lassen sich durchweg gut befahren.

Von den Höhen kann man weit übers Land schauen.



Der Bergbau hat diese Gegend lange geprägt - hier Erinnerungsstücke in Oberthal.

 

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