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Radtour an Mosel, Saar,
Nahe und Rhein (3)
Die schönsten Ausblicke hat man von oben, klar doch. Aber erstmal
hinkommen. Bei Güdingen kurz hinter Saarbrücken beginnt der rund 70 km
lange Saar-Nahe-Höhenradweg. Und er endet an der Nahequelle bei Oberthal.
Von Saarbrücken über Güdingen nach Oberthal
Wir wussten es ja, dass
der Saar-Nahe-Höhenradweg, kurz: SNH, eine Tour für „sportlich
Ambitionierte“ darstellt. Aber dass es so dicke kommen würde, haben wir
nicht geahnt. Über die ganze Strecke von rund 70 km gesehen, sind satte
500 Höhenmeter zu überwinden; immerhin 250 Höhenmeter geht es wieder
bergab. Also nichts für schlappe Typen, schon gar nicht, wenn 20 Kilo
Gepäck das Rad nach unten ziehen.
Hotels
am SNH
Aber fangen wir vorne
an. 8.45 Uhr Aufbruch von der ausgezeichneten Jugendherberge Saarbrücken.
Wir radeln bis Güdingen entlang der Saar, bis wir endlich diese
laute Autobahn, die uns beharrlich die letzten rund 50 km verfolgt hat,
abhängen können. Es wird ruhiger. In Güdingen führt uns die Wegweisung
im Kreis herum. Ein älteres Ehepaar, dass wir fragen, gerät ob der
Wegbeschreibung in Streit. Mit Hilfe der Karte finden wir selbständig die
richtige „Ausfahrt“. Einfach geradeaus über die Bahnschranken und
dann am nächsten Wegweiser rechts!
Ab Fechingen
geht es auf einem behutsam ansteigenden Weg durch den kühlenden Wald. Ab
und zu mal ein paar Häuser, die durch die Bäume zu sehen sind. Wie die
Ortschaften heißen, wird ja auf Radwegen leider nur selten angezeigt. Ein
stilles Tal, Schatten, asphaltierte Wege. Was will das Radlerherz mehr? Lässt
sich gut an der Tag.
Aber dann beginnt das,
was wir am Abend als den "Tag der Berge und Täler" bezeichnen
werden. Ein Schild sagt uns 8,4 km hinter Güdingen: Von nun an geht es
bergauf, und zwar genau 70 Höhenmeter. Kurz darauf passieren wir den Flughafen
Saarbrücken in Ensheim, der auf dem Hochplateau liegt. Wir biegen
wieder in einen Waldweg ein, der uns nach einem längeren Anstieg auf
einem alten Römerweg nach Heckendahlheim führt.
Wieder heißt es: 40 Höhenmeter auf 800 Metern! Das bedeutet: schieben.
Und so geht es den ganzen Tag über. Beim Bäcker in Biesingen,
dessen spitzer Kirchturm schon von weitem zu sehen ist, stärken wir uns
nach 30 zurück gelegten Kilometern.
Anschließend mehr als 4 km bergab ins Alschbachtal und nach Alschbach.
Eine tolle Abfahrt in wunderschöner Landschaft. Weiter geht`s nach Blieskastel,
einem lang gezogenen Barockstädtchen. Mitten drin steht die Pfarrkirche
St. Mauritius, erbaut 1958-1960 und ausgestattet mit kunstvollen
Glasfenstern. In die Altstadt mit weiteren Sehenswüdigkeiten geht es
immer bergauf. Wer Zeit und Lust hat, kann einen Abstecher zu dem mit
sieben Metern größten Menhir des mitteleuropäischen Raumes, dem Gollenstein,
unternehmen.
Hotels
rund um Kirkel
Der Weg nach Kirkel
führt durch einen verwunschenen Wald mit markanten, teilweise bizarren
Felsformationen. Einmal hätten wir uns fast verfahren, weil der mit Grünspan
überzogene Wegweiser schlecht platziert war – was übrigens öfter
vorkam auf dem alles in allem hervorragend ausgeschilderten SNH-Radweg. In
Kirkel grüßt die Burg von einem Felsen. Das Geschrei fröhlicher
Kinder von der Turmspitze erfüllt das Tal. Die Felsenburg
liegt 307 m über NN. Der nächste Fluss ist die Blies, die in etwa 5 km
Entfernung östlich der Burg durch die zur gleichen Gemeinde gehörigen
Ortsteile Limbach und Altstadt fließt. Der Bliesradweg zweigt von unserer
Route ab. Quelle
Bald unterqueren wir die Autobahn A 8, nehmen mangels eines Radwegweisers
gleich die nächste Überführung an der ersten Brücke und radeln am
Solarbad von Limbach vorbei nach Niederbexbach. In Bexbach
gibt es das Saarländische
Bergbaumuseum, wo die Besucher sogar unter Tage einfahren können.
Verfahren vor
Neunkirchen
Nächstes Ziel ist Neunkirchen, dessen Ellenfeld-Stadion ich noch
von frühen Fußball-Reportagen in Erinnerung habe. Doch Neunkirchen wird
zum Fiasko. An einem Kreisel, den wir nach der Fahrt auf einer lebensgefährlichen
Straße erreichen, fehlt jegliche Wegweisung bezüglich des Saar-Nahe-Höhenradwegs.
Daher folgen wir, die Richtung zum Kraftwerk einschlagend, einem kleinen
Schild mit der Bezeichnung „Radweg NK“. Doch dieser Weg führt hoch in
die Berge, nach Ende des Asphalts auf Schotter. Das kostet richtig Kraft.
So umgehen wir Neunkirchen und landen nach anstrengendem Aufstieg
direkt in Wiebelskirchen. Zur Stärkung müssen jetzt erst einmal
Spaghetti bei einer längeren Pause verzehrt werden. Auf diese Weise haben
wir Neunkirchen verpasst, wo auf Themenradwegen die Industriegeschichte
der Stadt nacherlebt werden kann. Schade drum!
So können wir uns nur auf der Homepage der Stadt Neunkirchen
informieren, wo zu lesen steht:
"Der Landkreis Neunkirchen, im Herzen des Saarlandes gelegen und
einstige Hochburg der saarländischen Schwerindustrie, hat sich seit der
Stilllegung der Neunkircher Hütte im Jahr 1982 gewandelt.
Längst sind rauchende Schlote und verrußte Ortszentren Vergangenheit,
lediglich einige sehenswerte Industriedenkmäler erinnern noch an die
ruhmreiche Zeit von Kohle und Stahl. Die Farbe ,Grün´ hat Einzug
gehalten in unserer Region, und zahlreiche Wander- und Radwege laden zu
sportlichen Aktivitäten in der freien Natur ein.
Neun Rosengärten – vom kleinen Privatgarten bis hin zum
Barockrosengarten – haben dem Landkreis den bundesweit einmaligen Titel
„Rosenkreis“ eingebracht. ...
Während bis in die 80er Jahre viele Menschen unter erschwerten
Bedingungen in der einstigen Hüttenindustrie arbeiten mussten, erinnern
heute interessante Relikte dieser Industriekultur an vergangene
Zeiten." Quelle
Ab Wiebelskirchen
jetzt geht es erst richtig los! "110 m auf 2,2 km" steht auf dem
grünen Schild, das wir ja nun schon gut kennen. Immerhin haben wir nun ja
auch die Wegweisung des SNH wiedergefunden. Anstieg um Anstieg kämpfen
wir uns weiter in Richtung unseres Tagesziels Oberthal, das einfach
nicht näher kommen will. Die Route führt u.a. durch das
Naturschutzgebiet Oberthaler Bruch.
Nach fast 82 Kilometern erreichen wir endlich unser Quartier in Oberthal-Gronig. Ein extrem harter Tag liegt hinter uns. Jetzt kann es
eigentlich nur noch leichter werden. Bis zur erhofften Genießertour an
Nahe und Rhein fehlen jedoch noch einige Anstiege. Und auch die haben es,
wie im nächsten Teil dieses Reisereports zu lesen ist, in sich.
Hotels
am SNH (Nohfelden, Oberthal ...)
verwendete Fahrradkarte:
Saarland-Mosel
BVA-Karte 19
Teil
1: Moselradweg - von Hatzenport zur Saarmündung bei Konz
Teil
2: Saar-Radweg - von Konz nach Saarbrücken und Güdingen
Teil
3: Saar-Nahe-Höhenradweg - von Güdingen nach Oberthal an der
Nahequelle
Teil
4: Der Naheradweg
- von der Quelle zur Mündung in Bingen
Teil
5: Der Rhein - von Bingen bis Koblenz
Quartiere
siehe Teil 1
Die DVD zur Tour
Saar und Saar-Nahe-Höhenweg
Infos
und bestellen
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Kurz hinter Saarbrücken fahren wir zwischen Autobahn und Saar. Bald wird
es wieder ruhiger.

In Güdingen beginnt der
Saar-Nahe-Höhenradweg, den der Umriss des Saarlands markiert.

Solche
Schilder begleiten uns auf dem Weg. Da heißt es meistens: absteigen und
schieben! 
Schattige
Waldwege und asphaltierte Wirtschaftswege wechseln sich ab. Der
Autoverkehr ist meistens weit entfernt. 
Die
Burg von Kirkel. 
An
einem Kreisel am Kraftwerk fanden wir keinen SNH-Wegweiser mehr und
folgten diesem Schild. Folge: Ein langer, langer und steiler Anstieg,
zuletzt auf grobem Schotter. 
Eine
reizende Landschaft, die vom Radler mit Gepäck eine sehr gute Kondition
erfordert.
Auch die nicht asphaltierten
Wege lassen sich durchweg gut befahren. 
Von
den Höhen kann man weit übers Land schauen. 
Der Bergbau hat diese Gegend lange geprägt - hier
Erinnerungsstücke in Oberthal.
Landschaftsfotos und
Radtourenbilder hier 
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