Der Rhein von Bingen
nach Koblenz (5)
Eine
Radtour von der Nahemündung in Bingerbrück zur Moselmündung in Koblenz.
Auch wenn es am Rhein wegen der
den Strom begleitenden Straße und Eisenbahnlinien bisweilen ziemlich laut
werden kann, ist dieser große deutsche Strom für Radreisende doch immer
ein Erlebnis. Beginnen wir unsere Radtour also in Bingen, wo wir nach der
Tour auf dem Naheradweg übernachtet haben.
Nach
Bacharach
Von
unserem Quartier nahe der Burg Klopp in Bingen rollt das Rad von ganz
alleine wieder hinab an die Nahe, die wir über die Brücke Richtung Bingerbrück
queren. Hier gilt es gleich, aufzupassen: Man muss den Radweg an der
Ostseite der Brücke nehmen, denn sonst landet man beim Bahnhof, von wo
aus man nicht mehr auf den Rheinradweg kommt. Denn ein großer, eingezäunter
Park, der erst nach Zahlung eines Eintrittsgeldes betreten werden kann,
verhindert dies.
Nun
beginnt die wundervolle Burgentour, vorbei am Binger Mäuseturm.
Begleitet werden wir dabei vom Tuckern der Rheinschiffe und den
Lautsprecherdurchsagen auf den Touristendampfern. Über Trechlingshausen
grüßt Burg Rheinstein und kurz darauf Burg Reichenstein
weit ins Rheintal hinaus. Das Niederwalddenkmal hoch über Assmannshausen
verschwindet hinter uns. Burg Sooneck, Heimburg, Ruine Fürstenberg und
die Burg Stahleck über dem malerischen Weinort Bacharach sind
linksrheinisch unsere Wegemarken.
Bacharach,
welch eine Perle von Ort. Hier sollte man sich ein wenig aufhalten und
auch einmal die Seitengassen erkunden. Dann stößt man ebenso auf das
alte Rathaus wie auf den berühmten Malerwinkel. Natürlich sollte man
unbedingt in einem der vielen romantischen Weinlokale einkehren und das
Flair dieses Ortes aufsaugen.
Hotels
rund um Rüdesheim
Auf
der Homepage der Stadt Bacharach findet sich dieses berühmte
Gedicht von Clemens von Brentano über die „Lorelay“:
„Zu
Bacharach am Rheine
wohnt eine Zauberin.
Die war so schön und feine
Und riß viel Herzen hin.“ Quelle
Die
uralte Stadt Bacharach, in welcher die Zeit auch heute noch still zu
stehen scheint, hat die Reisenden schon immer besonders berührt. Dieses
einzigartige Panorama von Rheinengtal, altem Gemäuer, Wehrtürmen,
winkeligen Gassen, Wernerkapelle und Burg; dieses mittelrheinische Kleinod
versetzte schon zu allen Zeiten die Seele der Besucher „in eine freudige
Aufruhr“ und Gefühle sowie Gedanken in einen „träumerischen
Zustand“. Quelle:
www.bacharach.de
Nach Oberwesel
Gut
gelaunt radeln wir weiter. Unterhalb der Ruine Nollig taucht bald
am anderen Rheinufer Lorch auf und kurz darauf unter der Burg
Gutenfels das Weinstädtchen Kaub hinter der berühmten Rheinpfalz,
die hier den Strom beherrscht.
Die
Burg Pfalzgrafenstein, auch Die Pfalz bei Kaub genannt, wurde von
dem Pfalzgraf im Rhein bei Kaub
als Zollwache errichtet, um ein Überfahren der gegenüber gelegenen
rechtsrheinischen Zollstelle in Kaub zu verhindern. Wegen dieser
Zweckbestimmung hat die Burg anders als andere Burgen am Mittelrhein nie
Wohnzwecken gedient. Sie entstand im Laufe der Jahre aus einem von Ludwig
dem Bayern 1326 bis 1327 errichteten Turm.
Bei
Wikipedia heißt es dazu: „Pfalzgrafenstein gehört neben der Marksburg
und der Burg Boppard
zu den wenigen nie zerstörten Burgen im Oberen Mittelrheintal. Hinzu
kommt, dass die Anlage nie stark verändert wurde …Erst 1867, nachdem
beide Rheinseiten preußisch geworden waren, verließen die letzten
Zollbeamten die Insel.“ Quelle
Der
nächste sehenswerte Ort auf „unserer“ Rheinseite ist Oberwesel,
die „Stadt der Türme und des Weines“, wie sie von ihren knapp
3000 Einwohnern genannt wird. Vom Weinbau kündet ein riesiges Weinglas
vor dem Rathaus der Stadt.
Oberwesel
liegt im „Oberen Mittelrheintal“ das zum UNESCO-Welterbe zählt.
Die Stadtmauer mit ihren 16 Wehrtürmen ist eine Attraktion für
Touristen, da sie teilweise begangen werden kann. Oberwesel wird nicht nur
von der 1375 fertig gestellten rötlichen Liebfrauenkirche überragt,
sondern vor allem von Schloss Schönburg, einer Rheinburg aus dem
12. Jahrhundert. Quelle
Vorbei
am berühmten Loreleyfelsen erreichen wir St. Goar, von wo
gerade eine Fähre nach St. Goarshausen ablegt, das von der nicht
minder bekannten Burg Katz überragt wird. Überhaupt jagt auf
dieser Rheinetappe ein Höhepunkt den nächsten. In St. Goar lohnt es sich
übrigens allein schon wegen der tollen Aussicht, einmal in der
Jugendherberge zu übernachten, die direkt unter der Burg Rheinfels liegt.
Flucht vor dem Regen
Leider verdüstert sich nun der Himmel zusehends, schon im vor allem an
den Wochenenden weinseligen Boppard beginnt es zu regnen. Und immer
mehr Wasser fällt aus den grauen Wolken, die inzwischen das ganze
Rheintal im Griff haben, als wollten sie nie mehr weichen. Daher kehren
wir fluchtartig beim Campingplatz Osterspai ein, wo wir über eine Stunde
warten, ehe der Regen wieder nachlässt. Der Campingplatz heißt
ausgerechnet „Sonneneck“.
So
sputen wir uns, das Tagesziel Koblenz zu erreichen, denn der Regen
setzt wieder ein. Die Lahnmündung bei Lahnstein und Burg
Stolzenfels liegen bald hinter uns. So betreten wir nach 68 km gegen
14 Uhr den Koblenzer Bahnhof und buchen die Heimreise. Damit hat sich der
Kreis geschlossen:
Die
Radtour entlang der Flüsse Mosel, Saar, Nahe und Rhein ist zuende.
Koblenz
ist übrigens eine kreisfreie Stadt und gehört zu Rheinland-Pfalz. Sie
ist mit ihren rund 107.000 Einwohnern nach Mainz und Ludwigshafen die
drittgrößte Großstadt dieses Bundeslandes.
Fotos
zu den Etappen dieser Radtour finden Sie auf den im Anschluss an die
Tourenberichte genannten DVDs. Zahlreiche Fotos von der Rheintour sind außerhalb
auf der DVD „Von Altenbeken nach Bingen“ enthalten.
Bilder
von Koblenz, einem idealen Ausgangs- oder Endpunkt von Radtouren in dieser
weinseligen Gegend zeigt die DVD „Lahn & Mosel“.
Hotels
am Rhein - Hotels
in Koblenz
Teil
1: Moselradweg - von Hatzenport zur Saarmündung bei Konz
Teil
2: Saar-Radweg - von Konz nach Saarbrücken und Güdingen
Teil
3: Saar-Nahe-Höhenradweg - von Güdingen nach Oberthal an der
Nahequelle
Teil
4: Der Naheradweg
- von der Quelle zur Mündung in Bingen
Teil
5: Der Rhein - von Bingen bis Koblenz
zurück zur Hauptseite
|