Mecklenburg
per Rad entdecken (4)
Eine
Radtour von Hannover zum Schweriner See und weiter nach Ludwigslust
Sonntag
morgen, der letzte Radeltag ist angebrochen. In der Jugendherberge
herrscht allgemeine Aufbruchstimmung, denn das lange Vatertagswochenende
geht zur Neige. Unser Tagesziel ist Ludwigslust, von wo wir per Bahn
wieder heim fahren wollen.
Von
Flessenow
nach Ludwigslust
Die
Nacht in der
Jugendherberge
Flessenow
verlief ruhig.
Zwar war die Bettwäsche kleiner als das Bett, und das 80 x 80 Kopfkissen
passte auch nicht recht in den kleineren bezug, aber der Herbergsvater war
nett und hatte die typisch mecklenburgische Bierruhe. Dass es Meeeecklenburg
heißt und nicht Mekkklenburg, sollte eigentlich jeder Besucher
dieser reizvollen Region wissen.
Nun
heißt es Abschied nehmen von diesem herrlichen Gewässer, von dessen Ufer
wir uns am Abend vorher erst lösen konnten, als der Magen zu knurren
begann, und über das der Wissensdatenbank Wikipedia folgendes zu
entnehmen ist:
Der
Schweriner See ist ein See in Westmecklenburg zwischen Schwerin und Bad
Kleinen. Geomorphologisch ist er als Gletscherzungensee der Weichsel-Eiszeit
zu bezeichnen.
Der
See ist 21 Kilometer lang und bis zu sechs Kilometer breit mit einer Fläche
von 61,54 km². Damit handelt es sich um den zweitgrößten norddeutschen
See nach der Müritz und den viertgrößten deutschen See insgesamt. Das
durchschnittliche Niveau liegt bei 37,8 m ü. NHN.
Der
Schweriner See ist von kleineren Seen umgeben und fließt südlich durch
den Störkanal
und die Elde zur Elbe ab. Nördlich besteht durch den Wallensteingraben
eine Verbindung nach Wismar, die durch geübte Paddler befahrbar ist. Der
See liegt westlich der Nordsee-Ostsee-Wasserscheide. In der Mitte ist er
durch den Paulsdamm in Außen- und Innensee geteilt. Im Außensee befinden
sich die Inseln Lieps und Horst, im Innensee die Inseln Kaninchenwerder
und Ziegelwerder. Der gesamte Schweriner See ist als Bundeswasserstraße
ausgewiesen.
Quelle: Wikipedia
Noch einmal radeln wir die Uferstraße entlang des Schweriner Sees. Die
Stille an diesem Sonntagmorgen wird nur gelegentlich von einem
vorbeifahrenden Auto unterbrochen. Die Strecke bis Rampe ist schnell
geschafft, danach geht es weiter Richtung Leetzen. In Rampe
müssen wir auf der Straße fahren, was einem anscheinend ziemlich
aggressiven Autofahrer nicht passt. Laut hupend rast er genau um 9.30 Uhr
an diesem 24. Mai 2009 nur 40 cm an meiner linken Pedale und ebenso der
des Mitradlers vorbei - so schnell, dass ich - auch aufgrund des Schrecks
- nur einen Teil der Autonummer (? - NA 214) notieren konnte. Schade, denn
dieses gemeingefährliche Verhalten hätte mit Sicherheit eine saftige
Strafe nach sich gezogen.
Kurz darauf beginnt wieder der Radweg, der uns nun in Sichtweite der Stadt
Schwerin, von wo die vergoldete Kuppel des Schlosses angesichts des
herrlichen Sommerwetters freundlich herüberzwinkert, nach Raben
Steinfeld. Dort symbolisiert ein Brunnen auf einem Kreisel den Namen
des Ortes mit Raben und großen Findlingen - anscheinend eine steinreiche
Gegend. Mauern aus Natursteinen und ein Findlingsgarten dokumentieren
dies. Dieser Steingarten wurde als Außenstandort der Bundesgartenschau
2009 eingerichtet.

Häuser mit interessanten Mustern nach
englischem Vorbild findet man in Görslow.
Raben und Steine
Raben Steinfeld wurde erstmals urkundlich am 11. Januar 1410 erwähnt.
Aber bereits 1160 befand sich hier eine deutsche Burg. Der Namen setzt
sich aus "Raben" von der Familie von Raben und
"Steinfeld" von den sehr steinigen Feldern der Umgebung (Endmoräne)
zusammen. Quelle: Wikipedia
Neben der Störwasserstraße, einem kleinen Kanal, fahren wir
weiter. Ab und zu überholen wir ein dahin tuckendes Schiff, bis wir Plate
erreichen, wo zwei Tage vorher ein Unwetter getobt und auf einer Fläche
von 200 x 200 Metern große Schäden angerichtet hatte. Bald darauf kommen
wir nach Banzkow, wo eine Reihe von Booten darauf wartet, dass die
Hubbrücke geöffnet wird. Neben der Brücke gibt es eine Gaststätte mit
Biergarten, wo wir unserer Durst bekämpfen können.
Die
Gemeinde Banzkow liegt im Landschaftsschutzgebiet Lewitz.
Im Süden befindet sich das Feuchtgebiet Mirower Torfmoor. Zu Banzkow gehört
der Ortsteil Mirow.
Überragt wird der Ort Banzkow von der auch im Wappen verewigten Galerieholländerwindmühle
aus dem Jahr 1874.
Eine Besonderheit wird an den Banzkower Ortseingängen bis Jahresende 2007
eingerichtet. Zusammen mit Wismarer Architekturstudenten wurden Ideen für
die Gestaltung der Ortszufahrten entwickelt. Bereits eingerichtet ist ein
stilisierter Weidezaun
mit Torgriff, der die Straße aus Richtung Mirow überspannt und aus
Richtung Hasenhäge ist ein Türband
aufgestellt worden. Der Weidezaun vermittelt die Verbundenheit der
Dorfgeschichte mit der Viehzucht und Weidewirtschaft, das Türband weist
auf die Schmiedekunst hin.
Beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, an dem insgesamt 3625
Gemeinden teilnahmen, konnte Banzkow 2007 eine der acht
Goldmedaillen erringen. Quelle: Wikipedia
Auf
guten Wegen sind wir bislang zügig vorangekommen. Das soll auch bis
Ludwigslust so bleiben. Über Goldenstädt radeln wir auf dem
Radfernweg Elbe-Ostsee nach Friedrichsmoor, wo man beim Schloss ebenfalls
eine Rast einlegen kann.
Schloss
Friedrichsmoor bei Neustadt-Glewe
1780
wurde die Dreiflügelanlage im Fachwerkstil als Jagdschloß für Herzog
Friedrich von Mecklenburg-Schwerin nach Plänen von Johann Christoph
Heinrich von Seydewitz erbaut. Unter Herzog Friedrich Franz I. wurde die
Anlage 1791 vollendet. Im Gartensaal findet man eine gedruckte farbige
Bildtapete, die ursprünglich im Schloß Friedrichsthal angebracht war.
Nach 1945 wurde das Schloß als Forstamt genutzt und später für eine
Zweigstelle der Universität Rostock. Nach 1990 zogen kurzzeitig eine
Gaststätte und eine Pension in das Gebäude. Quelle: www.gutshaeuser.de
Von
Friedrichsmoor radeln wir nicht, wie ursprünglich geplant, über Neustadt-Glewe,
weil der zunehmende Gegenwind uns zu schaffen macht. Auf einer schmalen,
beidseitig baumbestandenen schnurgeraden Straße überqueren wir wieder
die A 24, zuckeln durch Tuckhude und immer weiter geradeaus bis zur
Straße nach Ludwigslust.
Neustadt-Glewe: Mit der mittelalterlichen Burg, dem Schloss, der
idyllisch gelegenen Stadtkirche, dem restaurierten Rathaus und zahlreichen
Fachwerkhäusern bietet die rund 7000 Einwohner zählende Stadt ihren
Besuchern manch altes Kulturgut. Grund genug, diese Stadt beim nächsten
Mal zu besuchen - diese Mecklenburg-Radtour wird bestimmt nicht unsere
letzte sein.
Zur Mittagszeit erreichen wir Ludwigslust. Sehenswert ist das dortige
Schloss, das repräsentative Residenzschloss der mecklenburgischen Herzöge.
Die historisch ausgestatteten Räume im Schloss geben dem Besucher einen
Einblick in die höfische Kunst und Wohnkultur des 18./19. Jahrhunderts.
Quelle: www.stadtludwigslust.de

Schloss Friedrichsmoor.

Kleine Straße, große Bäume: Weg nach Tuckhude.
Teil
1: Von Burgdorf bei Hannover nach Zarrentin am Schaalsee
Teil
2: Von Zarrentin zum Schweriner See
Teil
3: Schwerin und der Schweriner See
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Kanäle verbinden die Seen, sehr zur Freude der vielen Skipper.

Der kräftige Wind hat dafür gesorgt,
dass sich um Ufer des Schweriner Sees Schaumkronen bilden. Hier bei Rampe.

Jugendherberge
Flessenow. 
Abendstimmung
am Schweriner See bei Flessenow.
Abahrt von Retgendorf zum See
hinunter. 
Kanal
bei Raben Steinfeld. 
Für Wassersportler ist dieser Kanal ein
Eldorado.

Reetdachhaus
in Banzkow. 
Die
Lewitz-Mühle beherbergt heute ein Hotel.
 Nagelneue
Radwege erleichtern das Fortkommen.

Dorf bei Neustadt-Glewe: Tuckhude.

Heimfahrt ab Bahnhof Ludwigslust.
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