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10/2009 Auf den
Spuren der DDR-Zeit
in Berlin |
Einträge
für Zimmervermieter |
Platz für Werbung Hotels in Berlin |
Zwischen 2000 und 2006 wurde der Mauerradweg offiziell in Betrieb genommen, der während unserer Tour noch unbeschildert war. Auf der Berlin-Homepage lesen wir:
"Der Berliner Mauerweg ist ausgeschildert; in regelmäßigen Abständen helfen Übersichtspläne bei der Orientierung. Außerdem erhält man an mehr als 40 Stationen mehrsprachige Informationen über die Teilung Deutschlands, den Bau und den Fall der Berliner Mauer."
Vom
Berliner Ostbahnhof nach Rudow, 21 km
Die Mauer, die Berlin 28 Jahre lang trennte, hat mich schon immer angezogen und zugleich abgestoßen. Vermutlich lag es an der Absurdität eines solchen Bauwerks an sich. Denn welcher normal denkende Mensch käme schon auf die Idee, Nachbarn,
Freunde und Verwandte von einem auf den anderen Tag durch Beton, Stacheldraht und Minen voneinander zu
trennen.
Doch wie die meisten
Touristen bekam auch ich als Berlin-Besucher
damals nur wenige Meter Mauer zu sehen: Bernauer Straße und Nordbahnhof, Brandenburger Tor, Potsdamer Platz, Zimmerstraße und
Checkpoint Charlie - das waren und sind wohl die berühmtesten dieser Orte mit tragisch verlaufener Biografie.
So war es im Jahre 2003 an der Zeit, die ehemalige Grenze mit dem Fahrrad abzuradeln und zu sehen, was davon noch übrig ist.
Kurzum: wenig Mauer, aber trotz der vergangenen Zeit noch gelegtnlich erkennbarer Grenzstreifen, in dem sich die Natur häufig immer noch völlig frei entfalten kann.
Wie meistens, dient uns die Bahn als Zubringer. So steigen wir sechs Radler an einem nebligen und kalten, aber trockenen Märztag in einen der Regionalexpresszüge von Burgdorf nach Hannover, steigen um in den zuschlagpflichtigen IC, wechseln in Magdeburg wiederum in einen Regionalexpress und erreichen schließlich nach gut vier Stunden Berlin.
Direkt am Ostbahnhof, dem ehemaligen Ost-Berliner
Hauptbahnhof, der auch schon Frankfurter und Schlesischer Bahnhof hieß, beginnt die berühmte
Eastside Gallery, ein gut 800 Meter langes, von Künstlern bemaltes Mauerstück. Die Hälfte davon wurde restauriert, der andere Teil der vielfach beachtlich gelungenen Kunstwerke verfiel
dem blassen Farbentod.
So radeln wir gemütlich entlang der Mauer, passieren das berühmte Bild des Mauer-durchbrechenden Trabant 600 und gelangen an die in neuer Pracht erstrahlende
Oberbaumbrücke. Jahrelang hat dieser imponierende Backsteinbau im Dornröschenschlaf gelegen. Jetzt ist er wieder Bindeglied zwischen S-Bahnstation Schlesisches Tor, 28 Jahre lang Endstation (Linie 1!), und dem S-Bahnhof Warschauer Straße.
Entlang der verkehrsreichen Schlesischen Straße führt die Fahrt über Landwehrkanal und Flutgraben, danach gleich rechts ab in die gleichnamige Straße.
Nach dem hervorragend illustrierten und mit detailreichen Beschreibungen glänzenden Bikeline-Radwanderführer ist es meistens kein Problem, den rechten Weg zu finden. Zudem sind am ehemaligen Mauer-Standort auf fast 50 km des Stadtgebietes Pflastersteine in den Boden eingelassen.
Im Schlesischen Busch stoßen wir auf den ersten Wachturm, einer der wenigen, die stehen geblieben sind.
Bald gelangen wir auf die Kiefholzstraße, die uns aus Treptow hinaus führt. Ein neuzeitliches Mauerdenkmal signalisiert: Hier rechts abbiegen. Entlang des Heidekampgrabens fahren wir auf dem meistens ziemlich holprigen und im März mangels Grün trostlos erscheinenden Mauerstreifen bis zur
Sonnenallee. Der gleichnamige Film von Detlev Buck entstand allerdings nicht am Originalschauplatz, sondern vollständig im Studio Babelsberg. Die umfangreichen Bauten gehören heute zur Studiotour der Touristen.
Nun führt der Weg um ein paar Ecken auf die Britzer Allee. Den Weg durch die Siedlung Dalheim finden wir nicht, sondern radeln die Britzer bis zum Ende. Rechts über die
Späthstraße, wie von der Karte gefordert, geht nicht, weil hier kräftig gebaut wird. So weichen wir nach links aus und biegen bald rechts in den Ligusterweg ein, der durch eine Kleingartenkolonie führt.
An der Johannisthaler Straße geht's nach rechts bis zur Brücke und dann südostwärts entlang des Teltowkanals über Neukölln nach Rudow, wo wir unser Quartier gebucht haben. An der Ecke
Rudower Straße/Neudecker Weg bietet sich ein Stück übrig gebliebener, aber teilweise gelöcherter Hinterlandmauer für ein Foto regelrecht an.
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Wird dieses Relikt einer unseligen Zeit bald dem Neubau der Teltowkanal-Autobahn A 113 weichen müssen?
Baustellen gibt es in Berlin übrigens noch jede Menge, auch auf der Route des Mauerradweges, so dass man flexibel sein muss und ein bisschen Karte lesen können sollte.
Am Abend dieses ersten Tages haben wir schon einen kleinen Eindruck gewonnen, wie hier im von der Grenze einst halb umschlossenen
Rudow das Leben einst gewesen sein muss: ziemlich in eine Richtung orientiert - nämlich einseitig nach Norden.
Radwanderführer Berliner Mauer
Teil
2: Von Rudow nach Geltow
Teil
3: Von Geltow nach Hohen Neuendorf
Teil
4: Von Hohen Neuendorf zum Ostbahnhof
Spickzettel
Route: Mauerradweg Berlin
(Rundkurs)
Start/Ziel: viele Einstiegsmöglichkeiten an S-Bahnhöfen und
Bahnhöfen der DB
Bahnanreise: z.B. Berlin Haupt- o. Ostbahnhof
Länge: 160 km
Schwierigkeit: flach (siehe Bericht), verläuft oft auf dem
ehemaligen Zollweg (West-Berlin) oder auf dem so genannten Kolonnenweg
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
mit Karte
Radwanderführer: siehe unten

East Side Gallery: der Mauern brechende Trabant 600.

Zwischen Mauern in die Freiheit - ein anderes berühmtes Motiv aus der East Side Gallery.

Die Oberbaumbrücke war 28 Jahre lang unpassierbar.

Wachturm im Schlesischen Busch.

Mauerrest bei Rudow (fotografiert vor dem Schnellstraßenbau).
Weitere
Fotos zu Berlin und zum Mauerradweg hier
Links
Mauer
historisch
Diaschau
zur Berliner Mauer mit historischen Fotos
Berliner Mauer
Mauerradweg
Tourenbericht
Berliner Mauerweg (Wiki)
Mauer im Luftbild 1989