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| Autor: Dieter Hurcks Copyright 3/2010 Von
Hannover nach Hamburg. |
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Leine-Heide-Radweg NordVon Bad
Fallingbostel nach Hamburg Übernachten am Leine-Heide-Radweg Walsrode/Fallingbostel Nach
Schneverdingen Schreck
in der Morgenstunde: Mein Mitradler hat muskuläre Probleme und kann nicht
weiter. So mache ich mich alleine auf die zweite Tagesetappe, besuche
zuvor aber noch das tags zuvor verpasste Lönsgrab,
das in einer lieblichen kleinen Heidelandschaft liegt. Östlich von Bad Fallingbostel befindet sich ein großer Nato-Truppenübungsplatz. Der Leine-Heide-Radweg führt nun gen Nordosten. Nach einer längeren Steigung, vorbei am sehenswerten Hof der Heidmark, verlasse ich die Stadt gen Adolfsheide und rolle bald durch Dorfmark mit seiner markanten St. Martinskirche von 1708. Die Weite der Landschaft und die Stille sind wahrlich erholsam. In Allerhop quert der Radweg die Trasse der Heidebahn, mit der man direkt nach Hannover fahren kann. Nun wird die Landschaft wildromatisch. Wälder und Wiesen, das Tal der Böhme, das Gut Fuhrhop. Meistens verläuft ein gut befahrbarer Radstreifen neben den Feld- und Waldwegen, so dass man ganz gut voran kommt. Bald ist das quirlige Soltau erreicht.
Kurz
hinter dem Hof Falshorn – 34
km sind ab Bad Fallingbostel zurück gelegt -, einem mitten im Wald
gelegenen stattlichen Gehöft, liegt links am Wege der „Friedrich Toedter Steingarten“. Findlinge aller Größen sind
hier liebevoll zu einem ansehnlichen Ensemble zusammen gestellt worden.
Ein paar Kilometer weiter liegt rechts des Weges der Schäferhof,
eine beeindruckende Anlage heidetypischer Bauten. Sage nur einer, die
Heide wäre langweilig. Die
Anlage des Schäferhofs wird übrigens von einem 1976 von Bürgern gegründete
Verein unterhalten, der sich „um Maßnahmen des Naturschutzes und der
Landschaftspflege auf Heide- und Moorflächen sowie der Schaffung von Rückzugsgebieten
für bedrohte Tierarten“ bemüht. Er unterhält eine Gebrauchsherde von
etwa 350 Muttertieren mit Lämmern. Auf
der Homepage heißt es: „Der gemeinnützige Verein ist Eigentümer der
Herde und hat den Schäfer angestellt. Alle zusätzlich anfallenden
Arbeiten werden von den Mitgliedern und dem Vorstand in der Freizeit
geleistet.“ Quelle
Nach
etwa zwei Kilometern Fahrt ist das Schnuckendorf
Neuenkirchen erreicht. Die Wegeführung nach Schneverdingen zackt mehrfach und berührt Dörfer wie Sprengel
mit der stattlichen Mühle, Schülern
und Wieckhorst. Vor allem im Mai, wenn es blüht, ist das Pietzmoor
südlich von Schneverdingen
eine Augenweide. Von dort ist es nicht mehr weit in den Ort. Beim Bäcker
im Zentrum kann man draußen sitzen und Kaffee und Kuchen genießen. Die
Stärkung ist auch notwendig, denn bald darauf ist Schluss mit schönen
Asphaltwegen: Es geht ins Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit endlosen
Sand- und Schotterwegen. Die
Heide blüht kaum Von
Schneverdingen radle ich laut
Karte vorbei an Sportplatz und Schwimmbad genau ostwärts. Bald darauf
beginnt das Heidegebiet, wie man es aus dem Bilderbuch kennt. Es ist
Freitag: Das Wochenende hat für viele schon begonnen. Und so wird es auf
manchen Heidewegen eng. Die Touristen sind vielfach enttäuscht, weil die
Heide wegen der Trockenheit im Juli kaum blüht, auf großen Flächen
sogar völlig vertrocknet ausschauen. Der LH-Radweg ist ausgeschildert,
doch die kleinen Schilder stehen auf der falschen Seite des Weges, nämlich
neben den Sandwegen für die Kutschen, und sind leicht zu übersehen.
Vorbei an dem in der Karte eingezeichneten Schafstall erreiche ich die Bundesstraße
3. Kein Hinweisschild mehr, geradeaus ist der auf der Karte
eingezeichnete Weg versperrt. Was also tun? Ich radle entlang der Bundesstraße nach Norden und biege in den nächsten Vertrauen erweckenden Waldweg ein. Links biegt ein Sandweg nach Niederhaverbeck ab, wohin ich auch will. Doch der ist kaum zu befahren. Ich nehme den Schotterweg durch die Hohe Heide und treffe an dessen Ende auf Radfahrer. Die geben mir einen Tipp, wie ich nach Niederhaverbeck gelange. Der Weg sei „gar nicht mal so schlecht“. Doch die Leute hatten kein Gepäck. Und so rumple ich über Stock und Stein, gelange an einen Pfahl mit ehemals drei hölzernen Wegweisern. Der nach rechts ist abgebrochen und verschwunden. Anscheinend schon seit langem. Aber nur dieser Weg kann der richtige Weg sein, sagen mir meine sicherheitshalber mitgenommene Radwanderkarte 1:100.000 und mein unentbehrlich gewordener Kompass.
Der
Weg wird sandiger, steiler und schmaler. Weiter geht´s trotzdem – oder
erst recht. Ich erreiche eine Waldkante und blicke über ein
faszinierendes Tal, vermutlich das der Wümme.
Kein Mensch, kein Haus, keine Straße ist zu sehen. Nach kurzer
Verschnaufpause fahre ich vorsichtig weiter. Es geht leicht bergab – und
plötzlich öffnet sich der Wald und ich sehe vor mir einen breiten Weg.
Und dazu gleich zwei Wegweiser: Niederhaverbeck
1,8 km. Ohne
meinen Kompass wäre ich vermutlich längst umgekehrt. Aber nun radelt es
sich endlich wieder besser. In Niederhaverbeck
kehre ich – nach über 68 km Tagesstrecke - erstmal ein und feiere meine
Rückkehr in die Zivilisation. Radreisen wird manchmal halt auch zum
Abenteuer. Der Wegweiser nach Wilsede (3,9 km) und Undeloh (8,1 km) zeigt in den Wald, was schlecht stimmen kann. Ich nehme die Straße, die bald zu einem Sandweg wird. Zahlreiche Pferdekutschen sind unterwegs und jede Menge Wanderer. Die Landschaft links und rechts ist schon beeindruckend und zwingt immer mal wieder zum Anhalten und genießen. In Wilsede und, noch extremer, in Undeloh ist der Bär los: Touristen ohne Ende, natürlich meistens per Auto oder Bussen angereist. Sie schwärmen aus, insbesondere rund um den fast 170 Meter hohen Wilseder Berg und bescheren den Gastronomen ein Riesengeschäft. Vielerorts ist noch Ferienzeit.
In Undeloh liegt die St.-Magdalenen-Kirche am Wege. Sie „ist nach Maria Magdalena benannt, einer der ersten Jüngerinnen Jesu“ und „stellt sich dem Betrachter als eine der typischsten und ältesten kleinen Heidekirchen dar. Erste urkundliche Erwähnung des Ortes vor 1188, um diese Zeit ist wohl auch die Kirche gebaut worden.“ Quelle
Raus
aus dem Heidesand Ab
Undeloh bekomme ich wieder Asphalt unter die Räder. Es geht zunächst
immer leicht bergauf über den Hingstberg nach Wesel.
Entlang einer Straße radle ich nach Schierhorn,
folge dem Bogen über Holm nach
Thelsdorf und dem Anstieg zur Seppenser
Wassermühle, einem verfallenden Bauwerk an einem See. Kurz vor
Seppensen befindet sich der Alaris Schmetterlingspark. Kurz
darauf traue ich einem mickrigen Rechtspfeil, der ohne jede weitere Erläuterung
ins Unterholz führt, nicht und bleibe auf der Straße. So verliere ich
den Leine-Heide-Radweg nach Buchholz
in der Nordheide. Die Straße führt durch einen Tunnel unter der
Eisenbahntrasse hindurch. Obwohl ich längst wieder auf dem LH-RW sein müsste,
ist kein Hinweis darauf zu finden. Erst hinter dem Hotel-Restaurant Zur
Eiche an der Steinbecker Straße steht wieder ein Hinweisschild. Ich kehre
kurz ein und erlebe mit, wie mit dem üblichen Hallo eine große Gruppe
des ADFC Dreieich einquartiert wird. „Wir fahren mit GPS“, erzählt
mir einer und klagt dazu über viele holprige Wege. Kilometerlange
Fahrten durch Wälder bin ich ja durch die Tour auf dem Hessischen
Fernradweg R 4 gewohnt. So schrecken mich auch die gut acht Kilometer
durch den Stuvenwald nicht sonderlich, zumal der Untergrund meistens gut
befahrbar ist. In Sottorf knurrt der Magen und ich verdrücke eine
Bockwurst. Der Mann am Tisch nebenan erklärt mir ausführlich und gleich
gefühlte fünf bis sieben Mal, wie ich zu meinem Quartier in Harburg
gelange. Immerhin: Die Wegebeschreibung ist exakt und über das
Autobahndreieck HH-Südwest gelange ich ruckzuck nach Appelbüttel,
von wo es nur noch ein Katzensprung ist. Wieder zurück Richtung Hannover fuhr ich auf dem Ilmenauradweg. Links Allerradweg
– von Celle nach Verden Im
Land des Hermann Löns - über
Walsrode und Soltau ins Herz der Lüneburger Heide: nach Schneverdingen http://www.lueneburger-heide.de
Leine-Heide-Radweg:
Hannover-Leinefelde-Worbis Süd Leine-Heide-Radweg: Leinefelde-Hannover Radwanderführer
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Karte
und offizielle Homepage des
Schäferhof bei Neuenkirchen.
Hinter Schneverdingen geht es in die Heide - die Beschilderung ist hier noch in Ordnung.
Typische Heidelandschaft bei Wilsede.
Schnuckenherde mit Schäfer ....
...
und Schafstall.
Kutschfahrten sind der Hit.
Wo
viele Wege sich kreuzen, kann man schon mal die Orientierung verlieren.
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