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Autor: Dieter Hurcks Copyright 3/2010

Von Hannover nach Hamburg. 
Der ehemalige Leineradweg wurde 2009 um die Strecke durch die Lüneburger Heide nach Hamburg erweitert. Die Gesamtstrecke beträgt nun 410 km. Teil 3 beschreibt die Route von Bad Fallingbostel nach Hamburg. Teil 2 - Teil 1

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Leine-Heide-Radweg Nord

Von Bad Fallingbostel nach Hamburg
 
Ab Walsrode und Bad Fallingbostel beginnt allmählich die Heidelandschaft so auszusehen, wie man sie aus dem Bilderbuch kennt. Entsprechend sind auch die Wege großenteils naturbelassen und stellen hohe Anforderungen an Fahrrad und Fahrer. Doch trotz einiger Steigungen kommt man meistens besser voran als erwartet ...

 

Nach Schneverdingen

Schreck in der Morgenstunde: Mein Mitradler hat muskuläre Probleme und kann nicht weiter. So mache ich mich alleine auf die zweite Tagesetappe, besuche zuvor aber noch das tags zuvor verpasste Lönsgrab, das in einer lieblichen kleinen Heidelandschaft liegt.

Östlich von Bad Fallingbostel befindet sich ein großer Nato-Truppenübungsplatz. Der Leine-Heide-Radweg führt nun gen Nordosten. Nach einer längeren Steigung, vorbei am sehenswerten Hof der Heidmark, verlasse ich die Stadt gen Adolfsheide und rolle bald durch Dorfmark mit seiner markanten St. Martinskirche von 1708. Die Weite der Landschaft und die Stille sind wahrlich erholsam. In Allerhop quert der Radweg die Trasse der Heidebahn, mit der man direkt nach Hannover fahren kann. Nun wird die Landschaft wildromatisch. Wälder und Wiesen, das Tal der Böhme, das Gut Fuhrhop. Meistens verläuft ein gut befahrbarer Radstreifen neben den Feld- und Waldwegen, so dass man ganz gut voran kommt. Bald ist das quirlige Soltau erreicht.



Ein schöner Steingarten bei Neuenkirchen.

Kurz hinter dem Hof Falshorn – 34 km sind ab Bad Fallingbostel zurück gelegt -, einem mitten im Wald gelegenen stattlichen Gehöft, liegt links am Wege der „Friedrich Toedter Steingarten“. Findlinge aller Größen sind hier liebevoll zu einem ansehnlichen Ensemble zusammen gestellt worden. Ein paar Kilometer weiter liegt rechts des Weges der Schäferhof, eine beeindruckende Anlage heidetypischer Bauten. Sage nur einer, die Heide wäre langweilig.

Die Anlage des Schäferhofs wird übrigens von einem 1976 von Bürgern gegründete Verein unterhalten, der sich „um Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege auf Heide- und Moorflächen sowie der Schaffung von Rückzugsgebieten für bedrohte Tierarten“ bemüht. Er unterhält eine Gebrauchsherde von etwa 350 Muttertieren mit Lämmern.

Auf der Homepage heißt es: „Der gemeinnützige Verein ist Eigentümer der Herde und hat den Schäfer angestellt. Alle zusätzlich anfallenden Arbeiten werden von den Mitgliedern und dem Vorstand in der Freizeit geleistet.“ Quelle  

Mühle Sprengel

Nach etwa zwei Kilometern Fahrt ist das Schnuckendorf Neuenkirchen erreicht. Die Wegeführung nach Schneverdingen zackt mehrfach und berührt Dörfer wie Sprengel mit der stattlichen Mühle, Schülern und Wieckhorst. Vor allem im Mai, wenn es blüht, ist das Pietzmoor südlich von Schneverdingen eine Augenweide. Von dort ist es nicht mehr weit in den Ort. Beim Bäcker im Zentrum kann man draußen sitzen und Kaffee und Kuchen genießen. Die Stärkung ist auch notwendig, denn bald darauf ist Schluss mit schönen Asphaltwegen: Es geht ins Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit endlosen Sand- und Schotterwegen.

Die Heide blüht kaum

Von Schneverdingen radle ich laut Karte vorbei an Sportplatz und Schwimmbad genau ostwärts. Bald darauf beginnt das Heidegebiet, wie man es aus dem Bilderbuch kennt. Es ist Freitag: Das Wochenende hat für viele schon begonnen. Und so wird es auf manchen Heidewegen eng. Die Touristen sind vielfach enttäuscht, weil die Heide wegen der Trockenheit im Juli kaum blüht, auf großen Flächen sogar völlig vertrocknet ausschauen. Der LH-Radweg ist ausgeschildert, doch die kleinen Schilder stehen auf der falschen Seite des Weges, nämlich neben den Sandwegen für die Kutschen, und sind leicht zu übersehen. Vorbei an dem in der Karte eingezeichneten Schafstall erreiche ich die Bundesstraße 3. Kein Hinweisschild mehr, geradeaus ist der auf der Karte eingezeichnete Weg versperrt. Was also tun?

Ich radle entlang der Bundesstraße nach Norden und biege in den nächsten Vertrauen erweckenden Waldweg ein. Links biegt ein Sandweg nach Niederhaverbeck ab, wohin ich auch will. Doch der ist kaum zu befahren. Ich nehme den Schotterweg durch die Hohe Heide und treffe an dessen Ende auf Radfahrer. Die geben mir einen Tipp, wie ich nach Niederhaverbeck gelange. Der Weg sei „gar nicht mal so schlecht“. Doch die Leute hatten kein Gepäck. Und so rumple ich über Stock und Stein, gelange an einen Pfahl mit ehemals drei hölzernen Wegweisern. Der nach rechts ist abgebrochen und verschwunden. Anscheinend schon seit langem. Aber nur dieser Weg kann der richtige Weg sein, sagen mir meine sicherheitshalber mitgenommene Radwanderkarte 1:100.000 und mein unentbehrlich gewordener Kompass.

Wümmetal

Der Weg wird sandiger, steiler und schmaler. Weiter geht´s trotzdem – oder erst recht. Ich erreiche eine Waldkante und blicke über ein faszinierendes Tal, vermutlich das der Wümme. Kein Mensch, kein Haus, keine Straße ist zu sehen. Nach kurzer Verschnaufpause fahre ich vorsichtig weiter. Es geht leicht bergab – und plötzlich öffnet sich der Wald und ich sehe vor mir einen breiten Weg. Und dazu gleich zwei Wegweiser: Niederhaverbeck 1,8 km.

Ohne meinen Kompass wäre ich vermutlich längst umgekehrt. Aber nun radelt es sich endlich wieder besser. In Niederhaverbeck kehre ich – nach über 68 km Tagesstrecke - erstmal ein und feiere meine Rückkehr in die Zivilisation. Radreisen wird manchmal halt auch zum Abenteuer.

Der Wegweiser nach Wilsede (3,9 km) und Undeloh (8,1 km) zeigt in den Wald, was schlecht stimmen kann. Ich nehme die Straße, die bald zu einem Sandweg wird. Zahlreiche Pferdekutschen sind unterwegs und jede Menge Wanderer. Die Landschaft links und rechts ist schon beeindruckend und zwingt immer mal wieder zum Anhalten und genießen. In Wilsede und, noch extremer, in Undeloh ist der Bär los: Touristen ohne Ende, natürlich meistens per Auto oder Bussen angereist. Sie schwärmen aus, insbesondere rund um den fast 170 Meter hohen Wilseder Berg und bescheren den Gastronomen ein Riesengeschäft. Vielerorts ist noch Ferienzeit.

St. Magdalena Undeloh

In Undeloh liegt die St.-Magdalenen-Kirche am Wege. Sie „ist nach Maria Magdalena benannt, einer der ersten Jüngerinnen Jesu“ und „stellt sich dem Betrachter als eine der typischsten und ältesten kleinen Heidekirchen dar. Erste urkundliche Erwähnung des Ortes vor 1188, um diese Zeit ist wohl auch die Kirche gebaut worden.“ Quelle + mehr

Typischer Heideradweg

Raus aus dem Heidesand

Ab Undeloh bekomme ich wieder Asphalt unter die Räder. Es geht zunächst immer leicht bergauf über den Hingstberg nach Wesel. Entlang einer Straße radle ich nach Schierhorn, folge dem Bogen über Holm nach Thelsdorf und dem Anstieg zur Seppenser Wassermühle, einem verfallenden Bauwerk an einem See. Kurz vor Seppensen befindet sich der Alaris Schmetterlingspark.

Kurz darauf traue ich einem mickrigen Rechtspfeil, der ohne jede weitere Erläuterung ins Unterholz führt, nicht und bleibe auf der Straße. So verliere ich den Leine-Heide-Radweg nach Buchholz in der Nordheide. Die Straße führt durch einen Tunnel unter der Eisenbahntrasse hindurch. Obwohl ich längst wieder auf dem LH-RW sein müsste, ist kein Hinweis darauf zu finden. Erst hinter dem Hotel-Restaurant Zur Eiche an der Steinbecker Straße steht wieder ein Hinweisschild. Ich kehre kurz ein und erlebe mit, wie mit dem üblichen Hallo eine große Gruppe des ADFC Dreieich einquartiert wird. „Wir fahren mit GPS“, erzählt mir einer und klagt dazu über viele holprige Wege.

Lange Walddurchfahrt

Kilometerlange Fahrten durch Wälder bin ich ja durch die Tour auf dem Hessischen Fernradweg R 4 gewohnt. So schrecken mich auch die gut acht Kilometer durch den Stuvenwald nicht sonderlich, zumal der Untergrund meistens gut befahrbar ist. In Sottorf knurrt der Magen und ich verdrücke eine Bockwurst. Der Mann am Tisch nebenan erklärt mir ausführlich und gleich gefühlte fünf bis sieben Mal, wie ich zu meinem Quartier in Harburg gelange. Immerhin: Die Wegebeschreibung ist exakt und über das Autobahndreieck HH-Südwest gelange ich ruckzuck nach Appelbüttel, von wo es nur noch ein Katzensprung ist.

Wieder zurück Richtung Hannover fuhr ich auf dem Ilmenauradweg.

 

Links

Allerradweg – von Celle nach Verden

Im Land des Hermann Löns - über Walsrode und Soltau ins Herz der Lüneburger Heide: nach Schneverdingen

http://www.lueneburger-heide.de mit Heideblütenbarometer

http://www.leineheideradweg.de

Infos und Bilder vom Lönsgrab

Leine-Heide-Radweg: Hannover-Leinefelde-Worbis Süd
Leine-Heide-Radweg: Hannover-Bad Fallingbostel Mitte

GPX-Datei
meiner Tour - Tour bei Google Earth (muss auf Ihrem PC installiert sei - Download hier)

Leine-Heide-Radweg: Leinefelde-Hannover

Radwanderführer

  

 

Karte und offizielle Homepage des
Leine-Heide-Radwegs


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Karte und offizielle Homepage des
Leine-Heide-Radwegs
- Flyer mit Karte



Lönsstein in Tietlingen mehr zu Löns



St.-Martins-Kirche in Dorfmark.

Schäferhof bei Neuenkirchen.

Hinter Schneverdingen geht es in die Heide - die Beschilderung ist hier noch in Ordnung.



Nach Irrungen und Wirrungen wieder in der Zivilisation: Niederhaverbeck.

Typische Heidelandschaft bei Wilsede.

Schnuckenherde mit Schäfer ....

... und Schafstall.



Undeloh ist eine Touristenhochburg in der Heide.



Hier gibt es Schnuckschnack für Touristen.

Kutschfahrten sind der Hit.

Wo viele Wege sich kreuzen, kann man schon mal die Orientierung verlieren.



Buchholz: Heimatmuseum in der Nordheide.



Lange Walddurchfahrt: Hinter Buchholz geht es etwa 8 Kilometer durch den Stuvenwald.



Kurz vorm Ziel: der Lärm der Großstadt Hamburg.

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