R8 - der westlichste
Fernradweg Hessens (2)
Von Idstein im Taunus
nach Darmstadt
Ein
schöner Morgen. Um 9.10 Uhr breche ich in Idstein auf mit dem Hinweis
meines Gastgebers, ab jetzt sei alles „ziemlich flach - bis auf Münster“.
Da der R8 mitten in Idstein hervorragend ausgeschildert ist, finde ich
schnell aus dem reizenden Fachwerkstädtchen mit seinen 22.000 Einwohnern
hinaus. Eine Zeit lang verlaufen der R8 und der R6 parallel.
Ab
Dasbach geht es nun fröhlich
bergauf. Der Radler ist noch frisch und der Akku des E-Bikes voll, die
Temperatur gut erträglich. Über Ober- und Niederseelbach
geht die Fahrt nach Niedernhausen.
Da ich lange Zeit kein Schild des bislang durchweg sehr gut
ausgeschilderten Radwegs entdecken kann - weder vor noch nach
Niedernhausen - nehme ich an, dass ich irgendwo eine Abfahrt, nämlich die
nach Ober- und Niederjosbach, verpasst habe. Sei's drum, ich gelange trotzdem nach Eppstein
mit seiner alles überragenden Burg(ruine), die sogar Schauplatz eines
sommerlichen Festivals ist.
Tipp:
Wenn man gen Eppstein einbiegt,
sollte man neben der Hauptstraße weiterfahren und nicht der
Ausschilderung zum Bahnhof folgen, da man sonst kurz darauf wieder steil
hinauf schieben muss. Denn gegenüber der futuristischen Bahnbrücke gilt
es nun, die Straße an der Fußgängerampel zu überqueren. Nach ein paar
heftigen Schlenkern im Routenverlauf habe ich die Orientierung verloren
und folge blindlings den Schildern. Der Radweg bringt mich nach Lorsbach,
wo ich auch zunächst die falsche Richtung (nach Kriftel) einschlage.
Dabei wäre dies eine gute, einfacher zu fahrende Alternativstrecke nach Zeilsheim.
Die
Hauptroute des R8 verläuft nämlich über das hoch gelegene Münster. Und da geht es zwei Kilometer ziemlich steil bergauf. Ich
bin das erste Mal durchgeschwitzt - trotz E-Bike. Am Freibad ist der Wald
und wohl auch der Taunus zuende. In der Ferne sieht man die Skyline
Frankfurts und der Weg geht nun abwärts über Kelkheim
nach Zeilsheim und weiter gen Höchst
mit seiner geballten Chemie-Industrie, deren riesige Ansammlung auch noch
als „IndustriePARK“ bezeichnet wird, mit einem Park jedoch wie
erwartet keinerlei Ähnlichkeit hat und weiträumig umfahren werden muss.
Direkt am Radweg liegt die bekannte Jahrhunderthalle. Gute Ausschilderung bis zum Tagesziel Darmstadt.
Radau
von allen Seiten
Von
nun an sind Flug- und Verkehrslärm der vielen Autobahnen und Bundesstraßen
mein ständiger Begleiter. Die Route verläuft zwar durch Wald und
gelegentlich Feld, kreuzt oder tangiert aber immer wieder Autostraße. Im
Zickzack geht es nun durch den Unterwald nach Neu-Isenburg
und weiter nach Dreieich mit
seinem Schloss und der schönen Altstadt, an deren Ende jeweils ein
Stadttor steht.
Kurz
vor Dreieich führt die Strecke zunächst am Antennenpark der Flughafen-Funkanlage Langen vorbei. Direkt am Golfplatz in
Dreieich-Götzenhain (Neuhof) befinden sich auf dem höchsten Punkt der
Region die weithin sichtbaren Sendemasten und Antennen. Man hat von dort
einen schönen Blick in die Rheinebene bis hin zum Hunsrück und Pfälzer
Wald. Auf der Rückreise per Bahn hielt die S 3 Darmstadt-Frankfurt/Süd
übrigens bei der Station Flugsicherung-Langen.
In
Dreieichs schmuckem Ortsteil Dreieichenhain gibt es nach der langen
Walddurchfahrt endlich eine Gelegenheit zur Einkehr. In der Eisdiele ist
gut was los, das Angebot vielfältig.

Stadttor in Dreieichenhain.
Dreieich
hat eine Menge Sehenswertes zu bieten, wie die Homepage der Stadt verkündet:
„Vom Mittelalter bis zur Neuzeit - in Dreieich wird Geschichte nicht nur
im Fachwerkbau lebendig. Fünf ehemals eigenständige Gemeinden und Städte
… bilden seit 1977 eine facettenreiche Stadt mit herzlicher
Gastlichkeit.
Dreieichenhain
bildet das Zentrum und das kunsthistorische Schmuckkästlein, wo schon die
Mannen Karls des Großen im Wildbann der Dreieich ihren Jagdgelüsten
nachgingen. Ältestes Zeugnis ist die Burg
Hayn, deren Grundmauern aus dem 11. Jahrhundert stammen. Die
historische Altstadt mit gotischer Stadtmauer zeigt Fachwerkformen erster
Güte: Die geschnitzten Zierformen aus Eckständern und Knaggen, Feuerböcken
und Flechtrauten schmücken das Haus in der Saalgasse 3. Reste eines früheren
Adelshofes, das Spitalmeisterhaus und der Trierische Hof sind nur einige
bauliche Zitate, die herausragen.“ Quelle
und mehr
Kurz
vor Darmstadt-Arheilgen, wo ich
auch mein Quartier bestellt habe, raste ich noch einmal in einem wunderschönen
Biergarten mit kleinem Zoo, den einige stattliche Pfaue bevölkern.
Zahlreiche Radfahrer aus der Umgebung rasten hier bereits. Endlich gibt es
mal an Strecke etwas zu essen
... Bis zu meinem Quartier ist es nun nur noch ein Katzensprung.

Das
bei Darmstädtern als "Langer Ludwig" bezeichnete
Ludwigsmonument erinnert an Großherzog Ludewig I., unter dessen
Regentschaft 1820 die erste Verfassung für das Großherzogtum
Hessen verabschiedet wurde.
Darmstadt
besichtigen
Am Abend fahre ich
mit der Straßenbahn von Arheilgen zum Luisenplatz nach Darmstadt-Mitte und schaue mir einige Sehenswürdigkeiten dieser mir
bis dahin nur vom Entwicklungszentrum der Telekom her bekannten Stadt an.
Zweifellos ist die Mathildenhöhe
mit ihrem Jugendstil-Ensemble das Highlight der Sehenswürdigkeiten
Darmstadts. Nicht umsonst wird sie auch die Stadtkrone genannt. Mindestens
einen Besuch wert sind aber auch die zahlreichen Parks
und Gärten, das Residenzschloss
am historischen Marktplatz, der Luisenplatz,
die Waldspirale
von Friedensreich Hundertwasser und das neue Wahrzeichen der
Wissenschaftsstadt, das darmstadtium
von Talik Chalibi.
Seit Anfang des
19. Jahrhunderts ist der quadratische Luisenplatz mit
den eingezogenen Ecken der zentrale Platz der ehemaligen Residenzstadt. Bis
zum Zweiten Weltkrieg war er zudem das politische Zentrum des Großherzogtums
Hessens: mit dem Alten Palais (der Residenz des Großherzogs), dem
Kollegiengebäude (der Regierungssitz) und dem Ständehaus (Sitz des
Landtages).
Heute steht an der Stelle des Alten Palais das Luisencenter, in dem
Teile des Rathauses untergebracht sind. Das Kollegiengebäude ist Sitz des
Regierungspräsidenten und an Stelle des im Zweiten Weltkrieg zerstörten
Ständehauses steht heute die Hauptstelle der Sparkasse Darmstadt.
An ein bedeutendes politisches Ereignis erinnert das Ludwigsmonument in der Mitte des Platzes: an die erste hessische
Verfassung von 1820. Quelle
und mehr
Das moderne Darmstadt: Platz vor dem
Stadttheater.
Fazit:
Im Taunus gab es noch einige kräftige Anstiege, wobei man die steile
Passage nach Münster umgehen sollte. Denn außer Wald gibt es dort nicht
viel zu sehen. Der Dunstkreis Frankfurts ist von viel Lärm geprägt. Die
Waldwege sind meistens gut befahrbar, manchmal aber auch mit Schotter übersäht,
so dass höchste Aufmerksamkeit gefordert ist. Wald ist ja ganz schön,
aber ständig Wald wird langweilig. Die Beschilderung zeigt auch andere
Routen gen Darmstadt an, die man alternativ nutzen kann, wenn man des
hessischen Waldes überdrüssig geworden ist.
Von Darmstadt an
den Neckar
Nun ist, wie bei
längeren Radtouren üblich, der Tag da, an dem ich am Abend lange überlegen
muss, wo ich denn am Morgen überhaupt losgefahren bin. Denn die vielen
Eindrücke, die eine Radtour bietet, müssen erst einmal verarbeitet
werden. Darmstadt-Arheilgen war
um 9 Uhr mein Startort, ein Darmstädter Stadtteil mit Atmosphäre, aber
eben auch einer mit dem Fluglärm der Landeanflüge auf den Frankfurter
Flughafen.
Schnell
finde ich den Weg zum Jagdschloss
Kranichstein, hinter dem ich wieder auf den R8 stoße. Durch den Wald
geht die Fahrt auf leicht welligem Geläuf an Darmstadt vorbei
(Ostbahnhof!) nach Seeheim-Jugenheim
und Zwingenberg an der Bergstraße, nicht zu verweckseln mit Zwingenberg am Neckar, das ich
einen Tag später durchfahren sollte.
In
dem am Hang gelegenen Städtchen lohnt es sich, einen Abstecher von rund
500 Metern in die Altstadt zu unternehmen. Die historische Scheuergasse scheint mir ein wenig überrenoviert, jedenfalls fehlt
mir hier die Patina (mehr siehe unten).
Auf
der sehr informativen Homepage von Zwingenberg erfahren wir: Zwingenberg am Westhang des Odenwaldes hat 7000 Einwohner und ist
die älteste Stadt an der hessischen Bergstraße (Stadtrechte seit 1274).
Die Stadt am Fuße des 517 m hohen Melibokus verfügt über einen in der
baulichen Substanz und Struktur sehr gut erhaltenen Altstadtkern. Die Scheuergasse
ist erstmals um 1500 bezeugt. Sie geht auf einen landgräflichen Befehl
zurück, wonach innerhalb der Stadtmauern nicht mehr an brennbaren Vorräten
aufbewahrt werden durfte, als Mensch und Vieh innerhalb von drei Tagen und
drei Nächten "verätzen" konnten. Die Brandgefahr innerhalb der
Stadt war einfach zu groß. Der letzte verheerende Brand der
"Scheiergass" war im Jahre 1832. Dabei wurden die Scheunen auf
der Nordseite allesamt ein Raub der Flammen. Danach sind sie mit
Bruchsteinen wieder aufgebaut worden. Die Scheunen der Südseite bestanden
bis zur Renovierung aus Fachwerk. Quelle
und mehr
Seit
dem Jahr 2002 ziert die Bronzestatur des Max Teichmann (1874 - 1956) -
Buchdrucker und Herausgeber des "Bergsträßer Boten" - den östlichen
Zugang zur Scheuergasse.
40
km der Tagesetappe sind schon geschafft. Der Odenwald
bleibt links liegen, der mir bei der Radtour
auf dem Hessischen Fernradweg R4 von Bad Karlshafen nach Hirschhorn
am Neckar mit seinen vielen Höhenmetern einigen Kummer bereitet hat.
So
geht es weiter auf gut geführten und ausgeschilderten Wegen, mit ein paar
Steigungen im Wald, an Pfungstadt
vorbei, In der Nacht hatte es geregnet und die Waldwege waren teilweise
ziemlich aufgeweicht und mit Pfützen übersäht. Die Fahrt durch Bensheim-Auerbach
neben einer verkehrsreichen Straße und durch Gewerbegebiete war ziemlich
nervig. Bensheim selbst blieb links liegen.
Malerisches
Heppenheim
Ein
richtiger Höhepunkt des R8 ist Heppenheim
mit seinem tollen Fachwerkrathaus, das ich schon in vielen meiner
gesammelten Bildbände über Deutschland gesehen hatte. Und nun stehe ich
plötzlich davor und bin überwältigt von dem farbenprächtigen,
filigranen Fachwerk. In Heppenheim endet der R 8. Auf dem
ausgeschilderten Radweg "Bergstraße" kann man weiter
nach Heidelberg fahren.
Mit
26.000 Einwohnern ist Heppenheim, Hessens südlichste Kreisstadt, die
viertgrößte Stadt des Kreises Bergstraße. Die malerische Altstadt
Heppenheims wird überragt von der Starkenburg, die 1065 als erste und
wichtigste Burg der Reichsabtei Lorsch errichtet wurde. In den
Auseinandersetzungen um eine von König Heinrich IV. ausgesprochene
Schenkung des Klosters an Erzbischof Adalbert von Bremen ließ der
Lorscher Abt Udalrich die Festung bauen, die der ersten Belagerung im
Januar 1066 widerstand. Das Ende der Reichsabtei kam im 13. Jahrhundert.
Nachdem der Erzbischof von Mainz bereits 1229 die Starkenburg erworben
hatte, wurde ihm 1232 das Kloster mit allem zugehörigen Besitz, darunter
auch Heppenheim, übertragen.
Als Sitz der kurfürstlichen Verwaltung
entstand am Rand der Altstadt der Amtshof, der – wie die meisten Häuser
der Stadt – 1369 durch einen Brand zerstört und bis Ende des 14.
Jahrhunderts wieder aufgebaut wurde. Aus dieser Zeit stammt das
Engelsfresko im Kurfürstensaal, der heute zahlreichen kulturellen
Veranstaltungen einen festlichen Rahmen gibt. Auch das Museum für
Stadtgeschichte und Volkskunde ist im Amtshof untergebracht.
Das
Bild des Großen Markts wird beherrscht vom Rathaus, dessen steinerne
Erdgeschosshalle aus dem Jahr 1551 stammt. Der darüber aufragende
imposante Fachwerkbau entstand nach dem Brand des Jahres 1693, dem auch
das Rathaus zum Opfer gefallen war. Schräg gegenüber liegt die
Liebig-Apotheke, ein imposantes Fachwerkhaus vom Beginn des 18.
Jahrhunderts. In den Jahren 1818/19 war hier der später zu Weltruhm
gelangte Chemiker Justus Liebig für einige Monate als Apothekerlehrling tätig
gewesen. Quelle und mehr
Tipp:
Die gesamte Bergstraße, die Perlenkette der Städte und Gemeinden von
Darmstadt bis Heidelberg, ist seit 2007 von einem durchgängigen Radweg
erschlossen. Er ist 85 Kilometer lang und schlängelt sich entlang der
touristischen und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten der "Toskana
Deutschlands".
mehr
Ende
der R8-Beschilderung
Bislang
war der R8 an diesem Tag perfekt ausgeschildert, doch ab Laudenbach war plötzlich Schluss mit lustig. Der Laudenbacher
Ortsteil Ober-Laudenbach bildet übrigens eine hessische Enklave in
Baden-Württemberg, das anscheinend kein Interesse daran hat, die
Fahrradfahrer durch eine gute Beschilderung nach Weinheim zu leiten, das
wie mein Heimatort Burgdorf bei Hannover an der Bundesstraße 3 liegt.
Diese ist die zweitlängste Bundesstraße Deutschlands nach der B2 und
führt von Buxtehude nach weil am Rhein. Wieder was dazu gelernt …
Nur
ein winziges Schild wies irgendwann auf Weinheim
hin, das ich mit Hilfe der Befragung einiger Radfahrer und Passanten (über
die Tilsiter Straße) schließlich auch fand. Am besten fährt man nach
Kompass einfach südwärts. Weinheim hat über 43.000 Einwohner und liegt,
überragt von der Wachburg, am Berg, weshalb die Altstadterkundung einiges
an Kraft kostet. Kopfsteinpflaster und Steigungen passen einfach nicht
zusammen. Und die Schilder jagen einen rauf und runter. „Toll!!!“
Weitere Informationen finden sich hier.
Von
nun an orientierte ich mich an der Beschildung mit Ziel Heidelberg, die aber bald auch verloren ging, weshalb ich nun den
Schildern nach Ladenburg am
Neckar folgte. In dem schmucken Ort lohnt sich eine Pause in einem der Cafés,
denn auch dort gibt es sehr schöne Fachwerkhäuser.
Ladenburg
ist wohl die älteste Stadt in Deutschland rechts des Rheins und damit
eine der ersten und bedeutendsten Stadtgründungen im Land. Der Erfinder
des Automobils, Dr. Carl Benz (1844-1929), lebte von 1904 bis zu seinem
Tode in Ladenburg. Die Stadt erhielt im 9./10. Jahrhundert eine erste und
um 1200 eine erweiterte mittelalterliche Stadtmauer. Von dieser Stadtmauer
sind neben den erhaltenen Mauerzügen heute noch das Martinstor, der
Hexenturm und Teile des Pfaffenturmes besondere Merkmale und touristische
Anziehungspunkte der Stadt. Quelle und
mehr
Bis Heidelberg sind es nun, zunächst am Neckar entlang, dann weiter
landeinwärts, 17,5 km laut Wegweiser. Heidelberg gilt als eine der schönsten
Städte Deutschlands. Das harmonische Ensemble von Schloss, Altstadt und
Fluss inmitten der Berge inspirierte bereits die Dichter und Maler der
Romantik und fasziniert auch heute Millionen von Besucherinnen und
Besuchern aus aller Welt. Die Stadt der ältesten Universität
Deutschlands (1386 gegründet) blickt auf eine über 800-jährige
Geschichte zurück. Quelle und mehr
Alt Heidelberg, du Feine ...
Heidelberg:
Wenn man aus den relativ ruhigen Orten der Bergstraße kommt, empfindet
man das 150.000 Einwohner zählende Heidelberg als laut und hektisch,
kurz: „Tourismus-verseucht“. Aber diese Stadt in Baden-Württemberg zu
sehen ist einfach ein Muss. Den Blick auf das Schloss und die Alte Brücke
erhält man automatisch, wenn man dem Neckar-Radweg (eine Ausschilderung
dieses Namens habe ich dort nirgends gesehen!) folgt, wie er in der Karte
eingezeichnet ist.
Die
Vorgängerinnen der heutigen Alten Brücke bestanden aus Holz. Da sie
immer wieder durch Kriege und Hochwasser zerstört wurden, ließ Kurfürst
Karl Theodor eine Steinbrücke über den Fluss bauen (1786-1788). Auf der
Stadtseite ist das mittelalterliche Brückentor, Teil der früheren
Stadtmauer, erhalten.
Am 29. März 1945, einem der letzten Kriegstage, sprengten deutsche
Soldaten die Heidelberger Neckarbrücken und auch die Alte Brücke. Dank
einer von der Bürgerschaft lebhaft unterstützten Spendenaktion konnte am
14. März 1946 der Wiederaufbau beginnen. Am 26. Juli 1947 war die
Einweihung.
Die Denkmäler auf beiden Erkern der Brücke - Kurfürst Karl Theodor und
Pallas Athene - hat der kurpfälzische Hofbildhauer Franz Konrad Linck
geschaffen. Am Nordufer der Brücke ist der Brückenpatron Johannes
Nepomuk dargestellt.
Mehr über Sehenswertes in
Heidelberg findet sich hier.
Bis
zu meinem Ziel Hirschhorn sind
noch einige Wechsel des Flussufers erforderlich, dann habe ich nach 112 km
Tagespensum mein Ziel erreicht. Eigentlich waren nur 90 km berechnet, doch
die Umwege aufgrund schlechter oder ganz fehlender Beschilderung in
Baden-Württemberg haben sich summiert.
Der
Versuch, bei der auf vielen Werbetafeln um Gäste buhlenden Pension
„Schneewittchen“ in Hirschhorn
ein Doppelzimmer als Einzelzimmer anzumieten, wurde von einer schon
furchterregend die Haustür öffnenden Furie mit einer derartig
impertinenten Unfreundlichkeit abgewiesen, dass ich fast die Contenance
verlor und die Tür etwas lauter als üblich ins Schloss fallen ließ. Wie
ich später bei Gesprächen im Ort erfuhr, soll kurz darauf einer Radlerin
das Gleiche widerfahren sein.
Also:
Besser woanders einmieten, z.B. bei der
Pension La Belle oder beim Griechen Poseidon, wo es überdies auch ein
hervorragendes Essen gibt. Hirschhorn hat einige weitere Unterkünfte und
dazu eine gute Gastronomie zu bieten.
Hirschhorn
ist ein kleines, aber schönes Städtchen mit vielen Gassen und Gässchen,
so dass der abendliche Bummel zum Beine vertreten nach dem anstrengenden
Radeltag auch noch zur Freude wurde. Bei einem Gespräch mit Einheimischen
ging es darum, wie man denn den Tourismus in Hirschhorn weiter ankurbeln könnte.
Einige konstruktive Tipps aus meiner langen Radlerpraxis konnte ich
beitragen.
Fazit:
Trotz der abgebrochenen Wegweisung im Raum Weinheim war dieser Radeltag
insgesamt erfreulich, zumal sich der Wind zurückhielt und auch die vom
Wetterbericht angekündigten Gewitter mit Starkregen ausblieben.
zurück
zu Teil 1
Etappen
Wallau-Schönbach 54,
Idstein (Taunus) 84 km, Darmstadt 88 km
Neckar: Ladenburg/Neckar 74 km, Hirschhorn 38 km, Stuttgart
siehe Bericht zum Neckarradweg
Radwanderführer
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Gute Aussschilderung mitten
in Idstein: Dasbach heißt das nächste Ziel.

Ab Idstein fährt es sich zunächst
gut, ehe es ab Dasbach wieder aufwärts geht.

Die Burg in Eppstein.

Ab Lorsbach kann man eine
Alternativstrecke wählen, wenn man den langen und mächtigen Anstieg nach
Münster umgehen möchte.

Geschafft: In Kelkheim liegen die
Taunusberge hinter dem Radler, und in der Ferne ist die Skyline Frankfurts
im Dunst zu sehen, das weiträumig umfahren wird.

Überquerung des Mains in
Frankfurt-Höchst.

Nochmal ein Rückblick auf Frankfurt
mit einem Flugzeug im Landeanflug.

Antennen der Flugsicherung Langen.
Darmstadts Rathaus mit Ratskeller und
Biergarten.
Ab Darmstadt gibt es nur noch wenige
Steigungen.

Zwingenberg
an der Bergstraße. 
Hinter
Heppenheim endet die Beschilderung des HR8. 
Ab
Heppenheim kann man auch der Beschilderung des länderübergreifenden
Radweges "Bergstraße"
bis Heidelberg folgen. 
Weinheim
an der Bergstraße liegt schon in Baden-Württemberg. 
Blick
in die tellerflache Rheinebene bei Mannheim und Ludwigshafen. 
Im
malerischen Ladenburg erreiche ich den Neckar. 
Postkartenmotiv:
Schloss und Alte Brücke in Heidelberg. 
Touristenmagnet:
Alte Brücke Heidelberg. 
Blick
auf Neckarwestheim. 
Hirschhorn
am Neckar wird von der Burg überragt.
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