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Autor: Dieter Hurcks Copyright 5/2011

Von Löningen nach Lingen. 
Die dritte Etappe des Hase-Ems-Radweges führt uns von Löningen nach Lingen.  Übersicht - Teil 1 - Teil 2

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Deutschland

Hase-Ems-Radtour (3)

Zwei-Flüsse-Rundtour im Osnabrücker
Land und im Emsland

Eine rund 330 km lange Tour über vier bis sechs Tage ist die Hase-Ems-Tour. Die dritte Etappe führt, oftmals dicht entlang der Hase, von Löningen nach Lingen.

Übernachten am Hase-Ems-Radweg

3. Tag: Löningen-Lingen, 88 km
Strecke in Google Earth - KMZ

9 Uhr Aufbruch beim Quartier in Borkhorn. Die rührige Frau Diekmann hat uns ein umwerfendes Frühstück kredenz und uns mütterlich versorgt. Gut gestärkt radeln wir nochmal nach Löningen hinein: Fotos schießen, einkaufen. Ein Blick in die riesige Halle der Kirche mit dem weithin sichtbaren Turm beeindruckt: die größte freitragende Halle Deutschlands.

Vorbei an St. Vitus gen Süden erreichen wir schnell die Hase-Brücke und sind wieder auf dem Hase-Ems-Radweg. Der Fluss ist zwar über weite Strecken kanalisiert und eingedeicht, bietet aber dennoch viele Reize. Nun schlängelt er sich durch das flache Land gen Südwesten. Gut für uns, denn der kräftige Wind weht noch aus Nordosten und schiebt unser fröhliches Trio durch die aufblühende Landschaft. Radtour in den Mai entlang Rapsfeldern (hier eher selten), vorbei an zahlreichen Biogasanlagen und frisch eingesäten Feldern. Wie wird es hier aussehen, wenn erst der Mais hochgeschossen ist?

Kurzer Fotostopp an der Aselager Mühle, vorbei an Herzlake und durch die Feldmark nach Haselünne - die „Korn- und Hansestadt“. Ein großer Freizeitsee mit Campingplatz liegt am Wegesrand. Im sehr verkehrsreichen Ort, wo Kirche und Berentzen-Turm markante Ziele für den suchenden Blick sind, kehren wir beim Bäcker ein. Doch der Verkehrslärm im "staatlich anerkannten Erholungsort" stört und trägt wesentlich zur Verkürzung unseres Aufenthaltes bei. Bald haben uns Feld und Wald im Hasetal wieder.

Namen größerer Städte tauchen auf: Hamm und Lehrte. So heißen die beiden kleinen Ansiedlungen am Wege, die wir passieren. Vorbei an Hofe und Bokeloh mit seiner auf hohem Fels thronenden historischen, über 1000 Jahre alten Kirche St. Vitus geht es gen Meppen. Die breite Hase begleitet den Radweg durch den Wald – ein Leckerbissen für Naturfreunde.

Römerlager in Bokeloh 
Unmittelbar an der Hase, drei Kilometer östlich von Meppen und einen Kilometer südlich von Bokeloh, war man sich im Jahr 1888. sicher, ein Römerlager gefunden zu haben. Man benannte es Wekenborg nach der dortigen Flur. Man ging davon aus, dass das Römerlager oder Kastell aus der älteren Periode der römisch-germanischen Kriege (16 v. Chr.–16 n.Chr.) stammte.

Die Hase hatte früher einen anderen Verlauf und umschloss das Lager an den Seiten. Nur im Nordosten musste es durch zusätzliche Wälle und Gräben stärker gesichert werden.

Erkannt wurde eine Wallanlage, die ein Quadrat bildete mit einer Seitenlänge von rund 200 Metern. Über den römischen Ursprung und dass es sich um ein Marschlager gehandelt hatte, gab es bei den beteiligten Forschern keinen Zweifel, weil nicht nur die Art und Konstruktion der Wälle darauf hinwies, sondern auch ein mutmaßlicher römischer Heerweg in nur einem Kilometer Entfernung vorbeiführte. Quelle und mehr

Meppen an Hase und Ems
In Meppen, einer Stadt mit rund 35.000 Einwohnern, wird gerade der Wochenmarkt abgebaut. Meine Mitradler legen eine verdiente Pause ein, während ich per Rad die Stadt entdecke. Hier mündet die Hase in den Dortmund-Ems-Kanal, in den wiederum nur wenige hundert Meter weiter die Ems fließt. Aus dem Haseradweg wird hier der Emsradweg, dem wir bald folgen sollten.

Meppens Homepage ist zu entnehmen: „Am westlichen Rand Niedersachsens, nur knapp 20 Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt, liegt die alte Festungsstadt Meppen, deren geschichtliche Wurzeln mehr als 1200 Jahre zurückreichen.

Wahrzeichen der Stadt - damals wie heute - ist das Historische Rathaus (Foto), dessen Untergeschoss aus mächtigen Findlingen aus dem Jahr 1408 stammt.“ Quelle

Markant ist auch die farbkräftige Gymnasialkirche des Jesuitenkollegs mit polygonalem Chor und Dachreiter mit abgetreppter Haube. Diese Kirche wurde 1743 bis 1746 nach einem Plan des damaligen Pater Superiors Karl Immendorf gebaut.

Meppens 1360 erbauter Stadtwall ist weder rund noch oval, wie in anderen Städten, sondern zackt regelrecht um die Innenstadt. Hierbei handelt es sich um die Reste einer Stadtbfestigung. Auf Meppens Homepage lesen wir: „Die zuletzt sternförmige Bastionärfestung ist noch heute rund um die Altstadt erkennbar. Während der eigentliche Verteidigungswall 1762 geschleift wurde, steht der einstige Gegenwall, die sogenannte "Contrescarpe" mit ihrem jahrhundertealten Baumbestand, ursprünglich als Hochwasserschutz erhalten, inzwischen unter Denkmalschutz und lädt zu innerstädtischen Spaziergängen, z. B. auf der Stadtwallroute der Meppener Kulturmeile, ein.“

Riesige Buchen und andere mächtige Bäume könnten sicher manche Geschichte erzählen. Gegenüber der Höltingmühle, die genau an der Landspitze zwischen Hase und Kanal steht, bietet sich ein schattiges Plätzchen zum Verweilen. Bei der Mühle handelt es sich um einen „Wallholländer mit Windrose und Segelflügeln. Die vermutlich 1639 erbaute Mühle wurde durch den Hölting-Bürgerschützenverein von einem Müller nahe Bockhorn (Kreis Friesland) aus Anlass des 600-jährigen Stadtjubiläums gekauft, in Eigenarbeit der Vereinsmitglieder abgebaut, verschifft und in den Jahren 1959/60 an dieser Stelle wieder aufgebaut.“ Quelle und mehr

 

Weiter nach Lingen

Von Meppen, dem nordwestlichen Eckpunkt dieser Radtour, folgen wir nun also dem Emsradweg gen Süden gen Lingen. Die Ems bekommt man allerdings selten zu Gesicht, und die Landschaft wirkt mir zu aufgeräumt. Riesige Felder, kaum Hecken. Der heftige Wind bläst einem bisweilen den aufgewirbelten fruchtbaren Boden ins Gesicht. Zu allem Überfluss dreht er auch noch nach Ost bzw. sogar nach Südost, so dass wir einige Passagen bei vollem Gegenwind radeln müssen. Zum Glück sind die Temperaturen angenehm.

Radweg und Radwanderführer weichen bei Klein Hesepe wieder voneinander ab, was aber kein Problem ist, da der Weg bestens ausgeschildert ist. Am Speicherbecken Geeste pausieren wir noch einmal. Die Wellen erreichen schon nordsee-ähnliche Ausmaße. Im Schutz der Dünen radeln wir weiter und erreichen schließlich gegen 18 Uhr über die Kanalbrücke nach Lingen. Die angefragten Pensionen waren alle ausgebucht, so dass wir uns in der etwas weit draußen gelegenen Jugendherberge einquartierten.  

Porträt Lingen 
Lingen ist die größte Stadt des Emslandes. und bietet allerhand Sehenswertes. Auf der Homepage der Stadt ist zu lesen: „Das historische Rathaus am Marktplatz nimmt städtebaulich eine dominierende Stellung ein. Es dokumentiert das städtische Selbstbewusstsein vergangener Jahrhunderte.
Das Rathaus wurde 1555 am alten Platz neu errichtet und 1663 umgebaut. An Stelle der heutigen Freitreppe befand sich ursprünglich eine offene Gerichtslaube. Im Giebelfeld ist das Lingener Stadtwappen mit den drei Türmen zu sehen. Aus dem Glockenturm erklingt ein von den Kivelingen gestiftetes Glocken- und Figurenspiel.
Im Jahre 2001 konnten umfangreicher Umbau- und Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden.“
Quelle und mehr

 

Teil 1 - Teil 2 - Übersicht

Etappen
1. Melle-Osnabrück 67 km
2. Osnabrück-Löningen 103 km
3. Löningen-Lingen 88 km
4. Lingen-Osnabrück 105 km

Natürlich können auch kürzere Etappen gewählt werden. Gute Eisenbahnanbindung, dadurch Einstieg/Ausstieg fast überall möglich.

 

Homepage Hasetal-Touristik

Radwanderführer
 




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Hase bei Forwick.



Die Aselager Mühle gehört zu einem Romantik-Hotel.



St. Vincentis in Haselünne: „Korn- und Hansestadt“.



Altes Gasthaus gegenüber der historischen Kirche in Bokeloh.

Meppen: Höltingmühle an der Hasemündung in den Dortmund-Ems-Kanal.



Gymnasialkirche und Residenz des Jesuitenkollegs im 18. Jh. in Meppen.




Hier vereinen sich Ems und Dortmund-Ems-Kanal in Meppen.




Ems-Radweg: Schöner Bauerngarten in Rühle.

Südliches Flair am Speicherbecken Geeste bei Lingen.



Dortmund-Ems-Kanal in Lingen.

Rathaus Lingen.

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