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Autor: Dieter Hurcks Copyright 9/2018

Fünf Flüsse - ein schönes Radelerlebnis
Die romantische Radtour am Fünf-Flüsse-Radweg in Bayern verbindet gleich fünf Flusstäler, von denen ein jedes anders ist und seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Charme besitzt. Die Donau ist wohl jedem ein Begriff. Die Altmühl – und damit verbunden das idyllische Altmühltal – vielen ebenso. Doch wer kennt Pegnitz, Vils und Naab? Sie sind wahre Geheimtipps, weit abseits ausgetretener Touristenpfade. Quelle und mehr

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Fünf-Flüsse-Radweg Bayern

Oberpfalz, Donau und Franken auf einem reizvollen Rundkurs per Pedale entdecken

Der Fünf-Flüsse-Radweg gehört zu den schönsten Radrundwegen in Deutschland. Insbesondere natürlich für all jene, die gerne am Wasser in die Pedale treten. Bei einer Länge von etwa 330 km ist er gut in fünf bis sechs Tagen zu bewältigen. Besonders lobenswert ist die hervorragende Ausschilderung sowie die durchweg gute Wegequalität, von der Radler etwa in vielen Regionen Niedersachsens nur träumen können. Aber lesen Sie selbst, welche Erfahrungen der Autor im September 2018 auf dieser Route gemacht hat.

Wegen der guten Zugverbindung ab Hannover habe ich Nürnberg als Ausgangspunkt gewählt. Schon gegen 13 Uhr kam ich in Nürnberg an, wo die Rundtour ein paar Tage später auch enden sollte. Aber da das Wetter so schön war, hängte ich noch die Tour an den Main bei Bamberg dran und radelte auf dem Mainradweg bis Würzburg weiter.

1. Etappe: Nach Neumarkt in der Oberpfalz

Nach Ankunft am Nürnberger Hauptbahnhof, dessen Fahrstühle für Fahrräder zu kurz sind und der nicht einmal Schieberinnen bietet, so dass man die Treppe hinunter (und hinauf) holpern oder tragen muss, suchte ich am Ausgang vergeblich nach einem Radwegweiser. Verlässt man die Bahnhofshalle am Stadteingang, wendet man sich nach rechts (Osten) und erreicht über die Bahnhofstraße die Bauvereinsstraße, an der entlang der Fünf-Flüsse-Radweg nach Süden verläuft. Ich bin am Südausgang aus der Halle gelangt und habe den Kurs mit Navihilfe und einigem Zickzackfahren auch bald gefunden und beim ersten Radwegweiser hörbar aufgeatmet.

Die Fahrt bis Langwasser ist wegen des starken Verkehrs auf der B 8 nicht so angenehm. Nach 12 km Strecke geht es endlich rechts ab in ruhigere Zonen: zum Steinbrüchlein-Wald und durch den Lorenzer Reichswald bis Worzeldorf. Dort galt es, zwei kleinere Schauer zu überstehen, ehe der Weg idyllisch wurde: Bis kurz vor Neumarkt in der Oberpfalz folgte der Fünf-Flüsse-Radweg nun dem Ludwig-Donau-Main-Kanal. Immer wieder wurde auf gut lesbaren Schautafeln die Geschichte dieses für die damalige Zeit epochalen Bauwerks dokumentiert, das sich allerdings für den Erbauer nicht rentierte.

Der Ludwigskanal – wie er auch kurz genannt wird (oder regional „Alter Kanal“) - war im 19. und 20. Jahrhundert eine 172,4 km lange Wasserstraße zwischen der Donau bei Kelheim und dem Main bei Bamberg. 100 Schleusen, teilweise in den Flüssen
Altmühl und Regnitz, bewältigten insgesamt einen Höhenunterschied von 264 Metern. Nachfolger des 1950 aufgelassenen Kanals ist der 1960 bis 1992 errichtete Main-Donau-Kanal. Zwischen Beilngries und Nürnberg ist der Ludwig-Donau-Main-Kanal im historischen Umfang und mit einigen Funktionen weitgehend erhalten. - mehr über den LDM-Kanal

Das Quartier, ein Landgasthof im 5 km von Neumarkt, der Großen Kreisstadt in der Oberpfalz,  entfernten Ortsteil Pölling, bot kein Essen an. Einzige Möglichkeit: das Sportlerheim. Zudem ließ sich das Fenster meines Zimmers nicht richtig verschließen, so dass der Lärm der nahen  Bahnlinie Nürnberg–Neumarkt–Regensburg mit regem nächtlichen Güterzugverkehr trotz Ohrenstöpseln an einen erholsamen Schlaf nicht denken ließ. Und das ausgerechnet vor der zweitlängsten Etappe dieser Tour.

Neumarkt hat rund 40.000 Einwohner und sage und schreibe 45 Stadtbezirke bzw. Ortsteile. Kurz vor Kriegsende wurde Neumarkt durch zwei Luftangriffe am 23. Februar 1945 (Operation Clarion) und am 11. April 1945 größtenteils zerstört. Beim Wiederaufbau gelang es, den historischen Charakter der Altstadt zu bewahren. Quelle und mehr: Wikipedia


2. Etappe: Nach Kelheim-Weltenburg
Von Neumarkt, das laut und wenig einladend auf mich wirkte, radelte ich vorbei an Stauf und durch Wald am Staufer Berg gen Berngau. Ein breiter, exquisiter Radweg neben der Straße erlaubte eine flotte Abfahrt. Richtig was zum Wachwerden! Über Mittelricht und Thundorf ist bald Freystadt mit seiner stattlichen Wallfahrtskirche Maria Hilf erreicht. Ab Sulzkirchen verläuft der Fünf-Flüsse-Radweg nun am Main-Donau-Kanal und erreicht Berching.

Die Stadt Berching nennt sich „Kleinod des Mittelalters“ und ist bekannt durch eine sehr gut erhaltene Altstadtmauer mit vier Stadttoren und dreizehn Türmen. Sehenswert sind der Chinesenturm, der Pulverturm und der Neumarkter Torturm im ältesten Teil, der sogenannten Vorstadt.

Vorbei am Kloster Plankstetten, einer Abtei der Benediktiner in der Diözese Eichstätt, führt die Route ins Städtchen Beilngries, von wo aus der Radweg nun die malerische Altmühl begleitet. Über Köttingwörth geht's nach Dietfurt, wo ich eine Pause einlege. Schönes Städtchen mit allerhand Sehenswertem. Das Rathaus stammt aus dem Jahr 1479.

Am Radweg reihen sich nun auf 40 km Stationen des Archäologieparks Altmühltal, etwa ein eisenzeitliches Dorf direkt neben den Radroute. Hier lohnt es sich, einmal reinzuschauen. Der größte Archäologiepark Europas ist jederzeit kostenfrei zugänglich. Hinter Riedenburg (etwa 6000 Einwohner) am Fuße der Rosenburg und der beiden Ruinen Rabenstein und Tachenstein  grüßt ein paar Kilometer weiter spektakulär die Burg Prunn von einem Felssporn hoch über dem Kanal. Da fragt man sich: Wie haben die Erbauer das zu damaliger Zeit überhaupt geschafft, dieses Gebäude an der Stelle zu errichten? Die Burganlage kann kostenpflichtig besichtigt werden. Von ihrem Burghof bietet sich ein guter Blick über das Altmühltal mit dem Main-Donau-Kanal. Mit dem Rad hochzufahren, erfordert allerdings einiges an Kondition und sportlichem Ehrgeiz. - Eine Attraktion in Riedenburg ist das Kristall-Museum mit der größten Bergkristallgruppe der Welt (7,6 t).
Übrigens: An dem Felsen unterhalb der Burg darf geklettert werden. Dort gibt es zwölf Routen im Felsen mit teilweise etwas anspruchsvoller Absicherung. Wegen Vogelbrut ist der Felsen jährlich vom 1. Februar bis 30. Juni gesperrt.

Auf der Burg wurde im Jahr 1992 der Jugendfilm TKKG - Drachenauge gedreht. Im Film diente die Burg als Kulisse der Schreckensburg des Ritters Albrecht von Zehrenstein. Quelle und mehr - mehr zur Burg Prunn bei Wikipedia

Die originelle Holzbrücke bei Essing signalisiert mir, dass Kelheim nicht mehr weit ist. Nach der nächsten Biegung des Main-Donau-Kanals taucht die Befreiungshalle hoch, unterhalb derer die Schiffe vom Kanal in die Donau wechseln. Viele Schiffe habe ich allerdings dort nicht gesehen. Mein Zielort Kloster Weltenburg – eine Benediktinerabtei - wird wegen des herrschenden Niedrigwassers gerade nicht bedient, so dass ich zu meinem Quartier im Ort Weltenburg zwangsläufig den Weg über die Berge des Donaudurchbruchs nehmen muss. Dieser ist mit einem etwa dreieinhalb Kilometer langen Anstieg verbunden. Der parallel verlaufende Radweg durch den Wald ist eher etwas für Mountainbiker.

Donaudurchbruch

Nach Erreichen des Quartiers wandere ich entlang der Donau und steil aufragender Kalksteinfelsen zum Kloster, genieße nach 105 km das verdiente Klosterbier und kehre auf dem Rückweg zum Ort Weltenburg im Klosterkrug ein, wo man gut essen kann. Wie lange noch? Das Gaststättensterben hat auch Bayern erreicht, vielfach sind Probleme mit Nachfolgern sowie fehlendes Personal die Ursachen, wie mir erzählt wird.

Kloster Weltenburg

Tipp: Zum Kloster fahren auch kleine Schiffe (6 Euro pro Person mit Fahrrad) durch den Donaudurchbruch. Das habe ich vorher leider nicht gewusst. Und vom Ort Weltenburg aus kommend kann man außerdem mit einer kleinen Fähre übersetzen, was ich am nächsten Morgen auch tun will.

Wegen seiner direkten Lage an der Donau ist der Gebäudekomplex des Klosters stark hochwassergefährdet, wie die Hochwassermarken deutlich signalisieren. Das Wasserwirtschaftsamt Landshut realisierte daher einen Hochwasserschutz für das Kloster, der am 12. Oktober 2006 feierlich eingeweiht wurde.



3. Etappe: Nach Regensburg
Gesagt, getan, auf zum Fähranleger: Für 1,50 Euro samt Fahrrad setzt der Fährmann uns zwei Radler nach Michelsberg über. Zunächst führt die kleine Straße ostwärts am Ufer entlang und eröffnet schöne Blicke aufs Kloster Weltenburg, das zur Bayerischen Benediktinerkongregation gehört und offizielle Abtei zum heiligen Georg heißt. Dann muss man sich entscheiden: Straße oder Waldweg? Beide bringen einen nach Kelheim oder vorher noch, wenn man will, hinauf zur Befreiungshalle. Ich nehme die Straße und erreiche nach kurzer Fahrt auf hervorragender Piste und bei wenig Autoverkehr den Abzweig zur Befreiungshalle. Von dort ist ein Anstieg zu bewältigen, der mit einer tollen Aussicht ins Donautal belohnt wird. Gesamtstrecke: 7 km.
Errichtet wurde die Befreiungshalle im Andenken an die gewonnenen Schlachten gegen Napoleon während der Befreiungskriege in den Jahren von 1813 bis 1815. Auftraggeber des Baus war König
Ludwig I. von Bayern.

 
Ende des Ludwig-Donau-Main-Kanals in Kelheim

Hinunter geht es entsprechend flott nach Kelheim (ca. 16.800 Einwohner) und zum Donauradweg links des Stroms, wo einst der bereits beschriebene Ludwigskanal endete.

Über Kelheimwinzer radle ich nach Kapfelberg, wo nach dem Yachthafen ein Biergarten mit Donaublick zur Pause einlädt. Kurz vor Bad Abbach wechselt der Radweg auf die rechte Seite hinüber und verläuft nun flussnah bis Regensburg. Unterwegs gibt es einen kurzen Regenschauer an einem idyllischen Altwasser bei Hernsaal. Streckenweise radelt man auf noch akzeptablen Schotterwegen.

An der Naab-Mündung erkunde ich schon mal die Möglichkeiten für den nächsten Tag. Denn ab hier führt der Fünf-Flüsse-Radweg nach Westen weiter, ich muss also die paar Kilometer von Regensburg wieder zurück radeln. Man kann entweder am rechten Donauufer zur Eisenbahnbrücke fahren und dort über den Strom setzen oder auf der linken Seite neben der nicht allzu lauten B8 bis zur Wallfahrtkirche Maria Hilf fahren.

In Regensburg angekommen, beziehe ich mein kleines Zimmer mit winzigem, immerhin schalldämmendem Klappfenster in der riesigen und entsprechend lauten Jugendherberge, die zudem an der stark befahrenen Brücke über die Donau und dem Zubringer zur Stadt liegt. Das Fahrrad kommt in eine Garage am anderen Ende des Geländes.

Regensburg-Rundgang
Dann beginnt mein Fußmarsch durch Regensburg. Endlich habe ich mal Zeit, diese interessante Stadt mit der „Steinernen Brücke“, einer Touristenattraktion par excellence, ausführlich zu erkunden. Der Kirchturm lässt sich leider nicht besteigen. Aber auch sonst gibt es eine Menge zu sehen und zu erleben, zumal gerade das Stadtfest „Kulturpflaster“ mit tollen Künstlern und Akrobaten läuft. Einer lebt mit seinem Vogel auf einem Trampolin und vollführt die lustigsten Kunststücke. Die Zuschauer sind begeistert. Ich schaue lange zu. Ein tolles Erlebnis! weiterlesen

Regensburg von oben kann man aber dennoch erleben: Der Nordturm der Dreieinigkeitskirche bildet zusammen mit einigen Exponaten auf der Westempore ein kleines Museum zur Geschichte und Bedeutung der Kirche. Im Sommerhalbjahr kann man  den achtstöckigen Nordturm besteigen und vom Umgang des Turms auf die Regensburger Altstadt, den Dom und weit hinein ins Hinterland blicken.

Regensburg gilt als die besterhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands und ist seit 2006 UNESCO-Welterbe. In Regensburg gibt es römische, romanische und gotische Baugeschichte zu betrachten. Sehenswert sind Reste der Stadtbefestigung ebenso wie das Wohn- und Sterbehaus des Mathematikers Johannes Kepler in der Keplerstraße. Dort gibt es auch ein Museum.
Mehr über Regensburg - Wikipedia  - Video bei YouTube

4. Etappe: Nach Amberg
An diesem Tag verlasse ich Regensburg nicht, ohne die angeblich schmalste Gasse der Welt zu besuchen: das Kuhgässel. Sie ist leicht zu finden, da sie linker Hand vom Radweg fast am Ortsausgang liegt. Das Kuhgässel ist derartig schmal, dass die Legende glaubhaft klingt, nach der ein Rind hier einen Bäckerjungen an der Hauswand zu Tode gedrückt haben soll.

An der nächsten Brücke wechsle ich ans andere Ufer und rolle auf toller Piste ostwärts. Von der Naab-Mündung (8 km ab Regensburg) aus führt der insgesamt 89 km lange Naabtal-Radweg  nun ufernah nach Westen. Etterzhausen und Pielenhofen werden durch ihre Kirchen dominiert. Auch von Duggendorf sieht man zuerst das Gotteshaus. Ein kleines Wasserkraftwerk und die Schlossresidenz in Heitzenhofen markieren den Weg nach Kallmünz, der „Perle des Naabtals“. Auf einem Felsvorsprung des Schlossbergs befinden sich die Ruinen der alten Burg Kallmünz, einer von weitem sichtbaren Landmarke zwischen Naab und Vils.
 
Bis auf ein kurzes holpriges Stück im Wald waren die Wege an der Naab gut zu befahren. Der Markt Kallmünz ist nach 32 km erreicht und damit auch das Ende der Naab-Etappe. Ab Kallmünz folgt der Fünf-Flüsse-Radweg nun dem Lauf der Vils, die mich bis Amberg begleiten wird. Ich mache aber erst mal eine kleine Rundfahrt, ehe ich beim Bäcker in der Ortsmitte eine Rast einlege.
Das malerische, mittelalterliche Ortsbild von Kallmünz wird durch alte Häuser geprägt, die unter einem Felsvorsprung an den Burgfels gebaut sind. Aufgrund seiner Lage zwischen zwei Flüssen und dem steil aufragenden Burgberg wird der Ortskern regelmäßig von Überflutungen heimgesucht. Die Maler Wassily Kandinsky und Gabriele Münter wurden hier während der Sommerfrische 1903 zu einem Paar. Der Ort ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein Anziehungspunkt für eine kleine Künstlerkolonie. Über die Naab führt die spätmittelalterliche Steinerne Brücke (1549 bis 1558 erbaut), die im 18. Jahrhundert durch einen Eisgang beschädigt und 1945 durch die Wehrmacht gesprengt wurde.
Quelle und mehr über Kallmünz: Wikipedia 

Nächstes Ziel ist das rund 32 km entfernte Theuern kurz vor Amberg. Links des Radwegs weisen kilometerweit Schilder auf ein militärisches Sperrgebiet hin. In der Oberpfalz gibt es zwei Truppenübungsplätze (Grafenwöhr und Hohenfels) samt Flugplatz, von dem gelegentlich ein Höllenlärm ausgeht. Ich passiere die Kunst am Wege in Schmidmühlen, den Ort Rieden sowie Ensdorf mit seinem Kloster, einer ehemaligen Benediktinerabtei (1121 bis 1556).

Schmidmühlen liegt am Jurasteig, einem beliebten Wandergebiet. Das Obere Schloss, das auch als Rathaus genutzt wird, sieht man vom Radweg. Es war ursprünglich als Wasserburg der Herren von Schmidmühlen errichtet worden und hat um 1600 die heutige Form erhalten. 

Vorbei geht die Tour an Wolfsbach nach Theuern, einem Ortsteil von Kümmersbrück. Am Wege liegt ein schöner Biergarten. Von dort blickt man über den Ort, dessen Attraktionen ein Strommuseum sowie ein Bergbau- und Industriemuseum bilden. Das Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern ist ein überregional bedeutendes Museum, das den Bergbau und die Industrie des gesamten ostbayerischen Raumes erforscht und dokumentiert. Die Oberpfalz war von jeher ein Zentrum der Eisenerzförderung und lange Standort von Eisenhütten, wie der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg, sowie von Schachtanlagen.



Ein Ruhetag in Amberg

Nach 74 km erreiche ich mein Tagesziel Amberg. Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Oberpfalz zählt zur Metropolregion Nürnberg. Sie gehört zum Verbund „Bayerische Eisenstraße“, die zwischen Pegnitz und Regensburg historische Industrie- und Kulturdenkmäler verbindet.

Amberg nahm seit dem Mittelalter eine europaweit zentrale Rolle im Bergbau ein. In den umliegenden Stollen wurde Eisen abgebaut, durch das die Stadt sehr reich wurde. Die heute noch teils erhaltene mehrere Kilometer lange Stadtbefestigung aus dem Spätmittelalter mit ihren über 100 Türmen wurde durch das erwirtschaftete Geld aus Eisenerzbergbau, Eisenverarbeitung und Eisenhandel finanziert. In der Altstadt wurden Schlacken als Spuren früher Eisenbearbeitung gefunden.

Amberg hat gut 42.000 Einwohner und dem Besucher eine Menge zu bieten wie das Kurfürstliches Schloss mit „Stadtbrille“, das Kurfürstliches Zeughaus, eine gut erhaltene Stadtmauer mit Stadtgraben und den Marktplatz mit gotischem Rathaus. Die Stadtbrille ist das Wahrzeichen von Amberg. Der dritte Bogen links wurde erst vor wenigen Jahren „wiederentdeckt“. Links grenzt das kurfürstliche Schloss an, rechts das Zeughaus. Die Stadt wird überragt von der fast 92 Meter hohen Basilika St. Martin. Sie wurde von 1421 an als Bürgerkirche im gotischen Stil erbaut.

Die Wallfahrtskirche Maria Hilf auf dem nahe Mariahilfberg wurde als Dank an die Heilige Maria nach der Heimsuchung durch die Pest (1633/34) im Stile des Barock erbaut und 1711 geweiht. Vom Berg hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt.
Quelle und mehr über Amberg: Wikipedia

Dazu gibt es in Amberg mehrere ehemalige Klöster und als Besonderheit das Luftmuseum. Seit der Gründung des Luftmuseums im Klösterl am Eichenforst 2006 durch den Künstler Wilhelm Koch ist Amberg Luftkunstort. Gezeigt werden Exponate, die technisch mit Luft arbeiten oder betrieben werden, sowie Kunst-, Design- und Architekturobjekte, die sich mit dem Thema Luft auseinandersetzen.

Bei meinem Besuch fand gerade an diesem Wochenende die Amberger Luftnacht mit vielen künstlerischen Darbietungen statt. Bei dem tollen Wetter strömten Zehntausende von Menschen in die Innenstadt, um sich die zahlreichen Veranstaltungen anzusehen. Viele unternahmen eine Plättenfahrt auf der Vils, eine Bootspartie mit einem flachen Kahn. Die Fahrt in einem Vilskahn wie aus früherer Zeit führt durch das ehemalige Landesgartenschaugelände.

Homepage der Stadt und Tourismus Amberg


5. Etappe: Nach Nürnberg
Von Amberg führt der Fünf-Flüsse-Radweg zunächst entlang der Sulzbacher Straße und durch Poppenricht nach Sulzbach-Rosenberg. Unterwegs kommt man an der Maxhütte vorbei. Einen Blick in den Schlosshof von Rosenberg sollte man riskieren, ehe es wieder ins Grüne geht und der Autoverkehr hinter uns bleibt. Ein paar Steigungen sind bis Neukirchen und Etzelwang zu bewältigen, die aber durchaus im Rahmen liegen und nicht so dramatisch sind wie im Radwanderführer angekündigt. Etzelwang besitzt übrigens eine Simultankirche, in der Katholiken und Protestanten bis 1967 gemeinsame Gottesdienste abhielten.
Bei Hohenstadt mündet der den Radweg begleitende Hogenbach in die in diesem Tal stark mäandrierende Pegnitz, die ich in Hersbruck erstmals aus der Nähe zu Gesicht bekomme und die uns nun ein ganzes Stück begleiten wird. Hersbruck ist ein schmuckes Städtchen, das man sich näher anschauen sollte. Im um das Jahr 1517 neu erbauten Schloss an der Pegnitzbrücke residiert heute das Amtsgericht. Quelle und mehr: Wikipedia 

Hinter Lauf an der Pegnitz wird das Gebiet städtisch und der Autoverkehr rückt näher. Das historische Industriegut Hammer, wo über 600 Jahre lang unter anderem Messinghämmer hergestellt wurden, lohnt einen Aufenthalt. Bereits im 14. Jh. (1372) befand sich in Hammer eine Mühle aus der sich nach und nach ein Industriegut entwickelte. Aus dem Jahr 1492 ist überliefert, dass sich neben der Mühle auch ein Messinghammer befand. mehr auch bei Wikipedia

Am Wöhrder See in Nürnberg, den die Pegnitz durchfließt, gibt es eine letzte ruhige Phase, ehe den Radler der Lärm der Großstadt einholt. Mangels Ausschilderung frage ich mich zur Jugendherberge auf der Burg durch, wo ich für 75 Euro ein Einzelzimmer gebucht habe. Per Fahrstuhl geht es in diesem modernen Gästehaus in den sechsten Stock. Als ich durchs Fenster schaue, liegt mir die ganze fränkische Großstadt Nürnberg zu Füßen – ein toller Ausblick, den ich in der Abenddämmerung nach einer anstrengenden Rundwanderung durch die Altstadt noch einmal voll auskoste.

Nürnberg, das an der Burgenstraße liegt, ist die zweitgrößte Stadt Bayerns. Seit dem 1. Januar 2018 führt die Burgenstraße nur noch von Mannheim bis nach Bayreuth und hat eine Gesamtlänge von rund 770 Kilometern. Davor endete sie erst in Prag.

Das Stadtbild Nürnbergs ist von mittelalterlicher Architektur wie den Festungsmauern und Türmen der Altstadt geprägt. Die Stadtmauer ist 5 km lang. Am Nordrand der Altstadt erhebt sich über den roten Ziegeldächern die eindrucksvolle Kaiserburg. Auf dem Hauptmarkt im Stadtzentrum befinden sich der teilweise vergoldete, mehrstufige Schöne Brunnen und die gotische Frauenkirche aus dem 14. Jahrhundert. Am Brunnen findet der berühmte Christkindlmarkt statt.
Quelle und mehr: Nürnberg - Sehenswürdigkeiten in Nürnberg
Wikipedia

In Nürnberg schließt sich der Kreis einer abwechslungsreichen Radtour durch einen Teil Bayerns, der mir bis dahin teilweise unbekannt war. Dass meine Tour etwa vierzig Kilometer länger war als im Radwanderführer angegeben, lag an freiwilligen Umwegen und einigen etwas abseits der Strecke gelegenen Quartieren. Fazit der Radtour auf dem Fünf-Flüsse-Radweg in Bayern: unbedingt empfehlenswert!

Tipp: Wer noch Lust, Zeit und gutes Wetter hat, dem sei die Weiterfahrt auf dem Regnitz-Radweg und am Main-Donau-Kanal nach Bamberg und der anschließende Main-Radweg empfohlen.  

Etappen (361 km)

Nürnberg bis Neumarkt i. d. Oberpfalz 50 km – Übernachtung in Pölling (= Hölling wegen des Lärms der Eisenbahn)

Neumarkt-Kelheim-Weltenburg 105 km, weil das Schiff wegen Niedrigwassers und ich über den großen Berg musste (sonst ca. 95 km) – Übernachtung in Weltenburg

Kelheim-Regensburg 50 km – Übernachtung in der Jugendherberge Regensburg

Regensburg-Amberg 74 km
Amberg-Nürnberg 82 km – Übernachtung in der Jugendherberge auf der Burg mit tollem Ausblick aus dem 6. Stock über die Stadt (schön, aber mit 75 Euro fürs EZ in einer Jugendherberge schon ziemlich teuer)

 

Links
Ludwig-Donau-Main-Kanal 
Main-Donau-Kanal (auch Europa-Kanal genannt)
Donau-Radweg 
Altmühl Gunzenhausen-Kelheim 
Fünf-Flüsse-Tour an Sieg, Rhein, Ahr, Kyll und Mosel 


Weiterfahrt (246 km)

Nürnberg-Bamberg 73 km
Regnitz-Radweg bis Bischberg am Main-Donau-Kanal
Zwischen den Anhöhen der Fränkischen Schweiz und dem Steigerwald verbindet der RegnitzRadweg die Städte Bamberg, Forchheim, Erlangen, Fürth und Nürnberg auf zwei parallelen Routen. Während die 85 km lange Talroute durch Dörfer und Kleinstädte mit fränkischen Fachwerkfassaden führt, orientiert sich die kaum kürzere Kanalroute (75 km) durchgängig am Verlauf des Main-Donau-Kanals und der Regnitz. 
Quelle und mehr: Regnitzradweg - Sehenswürdigkeiten

In Eggolsheim führt ein kurzer Abstecher vom RegnitzRadweg zur begehbaren Schleuse 94. Die Schleuse des ehemaligen Ludwig-Donau-Kanals wurde trockengelegt und die Tore, mit denen der Schleusenwärter von Hand die Schleusenkammer öffnete, wurden saniert.
Karte Regnitz-Radweg

Mainradweg von Bamberg nach Würzburg (173 km)
Bamberg-Nordheim
am Main 101 km
Nordheim -Ochensenfurt 49 km
Ochsenfurt-Würzburg 23 km

Zum Weiterlesen 
Mainradweg
Bayreuth-Aschaffenburg
Main-Donau-Kanal Bamberg-Hilpoltstein  
Donau-Radweg

 

Radwanderführer

    

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Spickzettel
Route:
Fünf-Flüsse-Radweg Bayern
Start/Ziel: Nürnberg oder jeder andere Bahnhof an dem Rundkurs
Länge: 330 km; Etappen
Schwierigkeit: Der normale Kurs weist kaum nenenswerte Steigungen auf (siehe Berichte) 
Da die Route auf bestehenden Radwegen verläuft, kommt auch die Beschilderung Donauradweg - Tour de Baroque und Altmühltal- und Naabtalradweg vor
Übernachten: Quartiere bekommt man bei den Touristenbüros, beim ADFC Bett und Bike, reichlich Adressen stehen auch im Bikeline – siehe Radwanderführer
Internet: Homepage  - GPS-Tracks

Radwanderführer: siehe unten  
Infomaterial gibt es u.a. unter www.bayerischerjura.de 

Radwegweiser Fünf-Flüsse-Radweg

Ludwig-Donau-Main-Kanal

Kapelle bei Thundorf

Stadtmauer Berchings am Main-Donau-Kanal

Altmühltal bei Mühlbach

Burg Prunn

Tolle Piste: Altmühl-Radweg

Kelheim-Blick mit Befreiungshalle

Befreiungshalle

"Schmalste Gasse der Welt" in Regensburg

Naab-Mündung bei Regensburg

Kallmünz an Vils und Naab

Stadtkirche Amberg

Schloss und Stadtbrille in Amberg

Der dritte Bogen der Amberger Stadtbrille 
wurde erst in jüngerer Zeit entdeckt.

Marktplatz in Sulzbach-Rosenberg

Naab: Felsenhang bei Pommelsbrunn im 
Tal des Högenbachs, der kurz darauf in 
die Pegnitz mündet

Hersbruck: das Wassertor

Sonne nicht nur von oben

Lauf an der Pegnitz: Hersbrucker Tor

Nürnberg: Wöhrder See

Nürnberger Burg Foto: Wikipedia (Dalibri)

Sankt Sebald in Nürnberg

Nürnberger Attration: das Dürerhaus

Herausragend: Spittlertorturm in Nürnberg

Schöner Brunnen am Hauptmarkt

Nürnberg am Morgen, fotografiert aus meinem Fenster in der Jugendherberge Burg

Radtouren-DVDs - ideal für Beamerschauen
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