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Autor: Dieter Hurcks Copyright 10/2017

Vom westfälischen Münster nach Osnabrück. 
Die Friedensroute zwischen Münster und Osnabrück hat einen historischen Hintergrund, den man bei der rund 200 Kilometer langen Radtour vor Ort kennenlernen kann.

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Friedensroute

Von Münsters Rathaus nach Osnabrück.

Hin und zurück sind es nur knapp 200 Kilometer durchs Teutoburger-Wald-Vorland und die reizvolle münsterländische Parklandschaft. So kann man die Friedensroute zwischen Münster und Osnabrück gut an einem verlängerten Wochenende per Fahrrad kennenlernen. Oder man erweitert die Tour: etwa um den Hase-Ems-Radweg ab Osnabrück oder um den Europaradweg 1 (D-Route 3) ab oder nach Münster.

 

Auf historischen Pfaden

Auf den Spuren der Friedensreiter, die einst zwischen Münster und Osnabrück pendelten, um  Daten auszutauschen, wie man heute sagen würde, verläuft die rund 200 km lange Friedensroute. Sie erinnert an die Beendigung des Deißigjährigen Krieges im Jahre 1648 durch drei Einzelverträge. Die Tour kann zum einen als Rundtour gefahren werden, zum anderen ganz individuell auch nur abschnittweise - je nach Lust, Laune und Wetterlage.

Anstelle der Rösser, mit denen die Friedensreiter von 1643 und 1648 die Nachrichten zwischen den Lagern überbrachten, befahren jetzt Räder die ehemalige Reichspostlinie. Die Wegequalität ist überwiegend ebenso vorbildlich wie die Ausschilderung. Das Logo mit dem grünen Friedensreiter auf weißem Grund begleitet uns auf dieser Tour, die vor Osnabrück durchaus einige Anforderungen an den Radler stellt. Im Münsterland dagegen ist das Land flach.

Übrigens haben die Städte Münster und Osnabrück 2015 das Europäisches Kulturerbe-Siegel für ihre Rathäuser als „Stätten des Westfälischen Friedens“ erhalten.

Start in Münster

Wir beginnen unsere Tour am Rathaus von Münster. Die Universitätsstadt und Beamtenstadt ist per Bahn ebenso gut zu erreichen wie das Pendant Osnabrück. Den Friedenssaal sollte man, wenn es die Zeit erlaubt, unbedingt mal besuchen und sich auf die Historie dieser Route einstimmen.

Bekanntheit erlangte Münsters Rathaus während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden in Münster und Osnabrück, der den Dreißigjährigen Krieg in Europa beendete. Zugleich ist es der Geburtsort der modernen Niederlande, da mit dem Frieden von Münster während des Kongresses am 15. Mai 1648 auch der 80-jährige Spanisch-Niederländische Krieg beendet wurde.

Die reich verzierte Fassade aus Baumberger Sandstein im Stil der Gotik ragt mit einer Höhe von 31 m hoch über das eigentliche Dach des Rathauses hinaus. Fabio Chigi, päpstlicher Friedensvermittler während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden, schrieb über sie: „Der Giebel des prachtvollen Rathauses ragt weit über die anderen Dächer hinaus und berührt scheinbar fast den Himmel“.

Quelle und mehr: Rathaus Münster

 

Das ist Münster

Münster ist eine kreisfreie Stadt mit rund 310.000 Einwohnern und Sitz eines katholischen Bischofs. 799 gründete Papst Leo III. bei seinem Treffen mit Karl dem Großen das Bistum Münster sowie die Diözesen Osnabrück, Minden und Paderborn. Neben dem Dom gehört die Lambertikirche am Prinzipalmarkt zu den Sehenswürdigkeiten. Im Turm hängen drei Körbe, in denen im Jahr 1535 drei gefolterte und hingerichtete Täufer aufgehängt wurden.

Bekannt ist Münster auch als Fahrradstadt sowie für seine nach dem Zweiten Weltkrieg zu Teilen rekonstruierte historische Altstadt. 2015 zählte man bereits 61.441 Studenten, was sich im Stadtbild nicht übersehen lässt. Am Aasee und vor allem auf der die Altstadt komplett umschließenden Promenade herrscht ein reger Radfahrverkehr.

Quelle und mehr über Münster: Wikipedia 

 

Nach Telgte und Glandorf

Erstes Ziel auf dem rund 90 km langen Weg nach Osnabrück ist Telgte, das wir auf der Europaroute 1 (D-Route 3) bald erreichen. Hier verläuft auch die Deutsche Fußballroute NRW, der wir auch in Lienen und Lengerich, in Greven und Glandorf begegnen.

In Telgte, einem bedeutenden Wallfahrtsort, sollte man sich unbedingt die berühmte Wallfahrtskapelle anschauen. Die Wallfahrtskapelle beherbergt das Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes, das um 1370 entstanden ist.

Die knapp 20.000 Einwohner zählende Stadt ist nicht nur als Wallfahrtsort (große Marienwallfahrt von Osnabrück nach Telgte – Telgter Wallfahrt) bekannt, sondern auch durch eine Erzählung von Günter Grass („Das Treffen in Telgte“).

Quelle und mehr über Telgte: Wikipedia

Von Telgte radeln wir auf tischebenem Gelände, bisweilen zwischen Maisfeldern wie in einem Tunnel, nach Ostbevern. Dort gibt es einige Sehenswürdigkeiten, darunter das Wasserschloss Loburg, das heute das Gymnasium Johanneum mit Johannes-Kirche beherbergt, und die Donatusstatue. Diese stammt aus der Zeit um 1750. Im 19. und 20. Jahrhundert war sie eine Segensstation der örtlichen Hagelprozession. 
Quelle und mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostbevern 

Nach einer ausgiebigen Pause beim Bäcker in Ostbevern erreichen wir hinter Schwege mit der markanten Kirche St. Marien bald Glandorf, das bereits zu Niedersachsen gehört. Von dort stammt auch der bekannte Handballspieler Holger Glandorf. Glandorf grenzt im Osten an Bad Iburg und Bad Laer, die wir auf unserer Weiterfahrt passieren. Eine Galeriewindmühle nach holländischer Bauart ist das Wahrzeichen von Glandorf. Sie wurde im Jahre 1840 in Betrieb genommen und war bis 1960 im Dienst. Seit 2000 wird der Innenraum der Mühle als Standesamtszimmer genutzt. 
Quelle und mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Glandorf

Gleich hinter Glandorf fahren wir durch ein Waldgebiet mit einer durch Sand- und Kiesabbau entstandenen idyllischen Seenplatte, den Heideseen bei Hardensetten, in denen schon 15 Menschen ertrunken sind. Also besser nicht reinspringen ...

Die Gruppe „Friedens“-Reiterinnen, die uns auf dem mit wassergefüllten Schlaglöchern bestückten Waldweg entgegenkommen, hat mit ihren Vierbeinern hier weniger Probleme mit dem Vorwärtskommen, als wir Radler auf zwei Rädern. Der Boden ist ziemlich glitschig und das Fahren erfordert hohe Konzentration.

 

Durchs Osnabrücker Land

Bald erreichen wir Bad Laer, ein kleines Sole-Heilbad mit großer, tausendjähriger Geschichte und über 9.000 Einwohnern. Das Wahrzeichen Bad Laers ist der frühromanische Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Marien. Im Osnabrücker Raum ist der Bad Laerer Kirchturm der einzige mittelalterliche Turm, der keine Spitze, sondern ein Satteldach mit Treppengiebel besitzt. Es wurde dem aus dem 11. Jahrhundert stammenden Wehrturm im 13. Jahrhundert aufgesetzt.

Das Zentrum von Bad Laer, das als Doppelrundling in Form einer liegenden Acht auf einer Kalksinterplatte besiedelt wurde, besteht aus einer heute noch an der Bebauung erkennbaren Kirchhofsburg. Dem Rundling der Kirchhofsburg schließt sich der zweite Rundling mit dem Thieplatz, dem Zentrum profaner Bebauung, an. Abgesehen von wenigen Neubauten konnte der Ortskern ein überwiegend historisches Bild mit ansprechenden Fachwerkbauten bewahren.
Quelle und mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Laer

Kirche St. Marien Bad Laer

Von Varus111 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9687227

Nun sind es über Glane nun nur noch knapp zehn Kilometer bis Bad Iburg - allerdings in allmählich wellig werdendem Gelände. Am Ortseingang des 10.600 Einwohner zählenden Städtchens folgen wir versehentlich einem nach links weisenden Radwegweiser, den wir nach einer Rundfahrt durch den Ortskern bald darauf wiedersehen. Geradeaus geht die Friedensroute weiter nach Hagen am T. W. und über Hasbergen (knapp 11.000 Einwohner) nach Osnabrück.

Bad Iburg ist ein staatlich anerkannter Kneipp-Kurort. Das Schloss hoch über der Stadt ist schon von weitem zu sehen und war samt der angeschlossenen ehemalige Benediktinerabtei über sieben Jahrhunderte die Residenz der Osnabrücker Bischöfe.

Ab nun wird die Tour steigungsreich. Denn der Teutoburger Wald bedeckt etwa die nördliche Hälfte Bad Iburgs. Die Stadt ist eine der waldreichsten Kommunen im westlichen Niedersachsen. Iburg ist Sitz eines Uhrenmuseums. Das 9 km entfernte Hagen war um 1900 eines der bedeutendsten Kirschanbaugebiete Deutschlands. Heute stehen auf dem Gemeindegebiet noch etwa 2000 Süßkirschbäume.
Quelle und mehr über Bad Iburg: Wikipedia

 

Osnabrück

Die niedersächsische Universitätsstadt an der Hase hat rund 160.000 Einwohner und rund 25.000 Studenten. Osnabrück liegt im „Entenschnabel“ an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen und im Schnittpunkt europäisch wichtiger Wirtschaftsachsen. Dadurch konnte sich die Stadt zu einem bedeutenden Logistikzentrum entwickeln. Durch die Stadt verläuft der Hase-Ems-Radweg.

Osnabrück ist bundesweit die einzige Großstadt, die in einem Naturpark liegt. So umschließt der Natur- und Geopark TERRA.vita die Stadt, reicht aber auch hinein bis in das Stadtgebiet. Osnabrück befindet sich im Osnabrücker Hügelland, das im Norden durch das Wiehengebirge, im Süden durch den Teutoburger Wald begrenzt wird. Die Ausläufer prägen die Stadt unmittelbar, da sich eine Vielzahl von Erhebungen in Osnabrück befindet, was man beim Radeln deutlich zu spüren bekommt. Die höchste ist der Piesberg mit 188 m, der für seinen ehemaligen Steinkohleabbau und das Industriemuseum bekannt ist.

Das Bild der Innenstadt ist von Kirchen (Turmhöhen bis zu 103,5 Meter, St. Katharinen) geprägt. Im nördlichen Teil der Innenstadt, zwischen der Kathedrale Dom St. Peter und Heger Tor, erstreckt sich die historische Altstadt mit dem Rathaus des Westfälischen Friedens. Hier finden sich viele Gebäude des Klassizismus wie das 1813/1814 Haus Tenge, Sieben Türme, eine Wallanlage und zwei Mauern säumen den Stadtring, der ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigungen ist.

Das Osnabrücker Rathaus ist das Wahrzeichen der Stadt. Es wurde 1512 nach 25-jähriger Bauzeit im spätgotischen Stil fertiggestellt. In diesem Rathaus wurde 1648, neben dem Münsteraner Rathaus, der Westfälische Friede ausgehandelt. Im Friedenssaal hängen heute 42 Porträtgemälde von den Herrschern sowie europäischen Gesandten aus jener Zeit. In der Schatzkammer ist eine Nachbildung der Friedensurkunde von 1648 zu sehen. Hier endet auch unsere Tour.
Quelle und mehr über Osnabrück: Wikipedia

 

Zurück nach Münster

Wer mit dem Fahrrad nach Münster zurück radeln will, hat gut 120 km vor sich. Die Strecke nach Bad Iburg ist ja schon bekannt. Von dort führt die ausgeschilderte Route zunächst nordwestwärts entlang des Teutoburger Waldes nach Tecklenburg, ehe sie nach Süden schwenkt und über Ladbergen und Greven an der Ems zurück nach Münster führt. In Greven trifft der Radler wieder mal auf den Emsradweg, auf den wir schon bei Telgte gestoßen sind.

 

Etappen/Entfernungen

Orte und Entfernungen: http://friedensroute.de/orte/

GPS-Tracks fürs Fahrrad-Navi: Auf der Homepage der Friedensroute
http://friedensroute.de/gps/ kann man sich die GPS-Tracks zu den vier ausgewählten Etappen herunterladen.

Die Westroute (ca. 115 km):

- von Münster nach Ladbergen über Greven, ca. 45 km
- von Ladbergen nach Bad Iburg über Tecklenburg, Lengerich und Lienen, ca. 43 km
- von Bad Iburg nach Osnabrück über Hagen a.T.W. und Hasbergen, ca. 27 km

Die Ostroute (ca. 90 km):
- von Münster nach Bad Iburg über Telgte, Ostbevern, Glandorf und Bad Laer, ca. 60 km
- von Bad Iburg nach Osnabrück wie Westroute, ca. 27 km  

Unterkunftssuche

In Münster ist es nicht immer einfach, ein erschwingliches Zimmer zu finden. Vorzubuchen ist oft empfehlenswert. Quartieradressen findet man u.a. hier:

www.muensterland-tourismus.de/5183/Friedensroute und hier:

http://friedensroute.de/service/übernachten/ 

Direkt am Aasee und nicht weit vom Stadtzentrum entfernt liegen u.a. das Jugendgästehaus (eine nicht ganz billige moderne Jugendherberge) und das Hotel „agora: am Aasee“.

Infos und Karte

Radwanderführer

 

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Spickzettel
Route:
Friedensroute Münster-Osnabrück
Start/Ziel:
Münster-Osnabrück-Münster 
Bahnanreise:
Münster, Osnabrück u.a.
Länge:
ca. 200 km - Etappen
Schwierigkeit: leicht; am Teutoburger Wald einige Steigungen (siehe Bericht) 
Übernachten: Adressen siehe unten
Internet: offizielle Homepage www.friedensroute.de 
Wikipedia
Radwanderführer

Der Friedensreiter (links in der Mitte) begleitet 
uns auf der Friedenstour sehr zuverlässig.

Los geht's am Rathaus in Münster.

Der Paulusdom in Münster am Abend ...

Wilsberg-Schauplatz an der Überwasserkirche

Wir radeln auf der Warendorfer Straße und 
biegen an diesem Radwegweiser ab in die 
herrliche Landschaft des Münsterlandes.

Flach und mit Hecken, Baumgruppen und Wald bewachsen: So präsentiert sich die Parklandschaft des Münsterlandes. Zwischen August und Oktober versperrt aber bisweilen der Mais die Sicht.

Kirche in Schwege bei Glandorf

Glandorf mit Kirche St. Johann

Fachwerkhaus in Glandorf mit zwei Rössern,
die gegenläufig springen

Künstliche Seenplatte hinter Glandorf ...

Die Hügel des Teutoburger Waldes sind bei
Glane schon zu sehen.

Und auch die Burg über Bad Iburg.

Hier zweigt die Route zurück nach Münster ab -
ebenso wie die Weiterfahrt nach Osnabrück.

Am Ziel: das Rathaus in Osnabrück

Osnabrücks Theater

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