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Autor: Dieter Hurcks Copyright 11/2012

Von den Quellen bei Hövelhof durchs Münster- und Emsland nach Emden.
Teil 2: Nach Meppen. 

Der Emsradweg beginnt bei den Quellen in der Moosheide nahe Hövelhof, zwischen Paderborn und Bielefeld am Fuße des Teutoburger Waldes, und endet in Emden. Die Gesamtstrecke beträgt rund 375 Kilometer und ist in vier bis sechs Tagen gut zu bewältigen. Beste Reisezeit: Mitte April bis Ende Juli, wenn der Mais noch nicht die Sicht einschränkt. Tipp: Wer noch einmal gut 65 km fährt, kann die Tour mit einen Ausflug nach Norderney verlängern. Teil 1 - Teil 3

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Emsradweg (2)

Von Telgte über Münster nach Meppen

Wer Telgte erkundet hat, steht nun vor der Entscheidung: Machen wir noch einen Abstecher nach Münster oder bleiben wir auf dem ausgewiesenen Emsradweg?
Von Telgte nach Münster sind es nur rund 16 km. Wer die heimliche Hauptstadt Westfalens, die quirlige Universitätsstadt und altehrwürdige Bischofsstadt noch nicht kennt, sollte diesen Abstecher unbedingt unternehmen. Es lohnt sich.  

Abstecher nach Münster

Der ausgeschilderte Weg nach Münster verläuft ab Innenstadt vorbei am Telgter Bahnhof und, auf der Route des R1, durch die bäuerlich geprägte Landschaft immer schön flach strikt westwärts. Bei der malerischen Pleistermühle überquerte der Weg die Werse, anschließend Eisenbahn und Schnellstraße (B 51) sowie den Dortmund-Ems-Kanal und führt durch den Stadtteil Mauritz direkt ins Zentrum. Für Münster braucht man Zeit, weshalb der Radler natürlich mindestens eine Übernachtung einplanen sollte. Sehr schön gelegen ist z.B. das Jugendgästehaus am Aasee, wo sich - direkt in Sichtweite - ein Sommerabend besonders intensiv am Jagdhafen genießen lässt. Es gibt aber auch einige erschwingliche Pensionen, bei denen man jedoch in der Regel frühzeitig buchen sollte.

Münsters "gute Stube" am Abend: Prinzipalmarkt mit Rathaus.

Auf der sehr informativen Homepage von Deutschlands Fahrrad-Hauptstadt lesen wir: "Münsters Mauern haben schon viel gesehen und könnten viel erzählen: Die Stadt war seit dem Frühmittelalter Domstadt mit Marktrecht, später Residenz- und dann Provinzialhauptstadt und Sitz vieler bedeutender Institutionen und Mächtigen - nicht zuletzt im prächtigen Schloss aus Johann Conrad Schlauns Zirkel.

In Münster wurde 1648 ein Teil des Westfälischen Friedens zur Beendigung des 30-jährigen Krieges geschlossen. Hier begründeten die Täufer ihr Reich, das schließlich in eine Schreckensherrschaft über- und 1535 unterging. Die heute sehr große Universität wurde 1773/80 ins Leben gerufen." Quelle und mehr

Mehr über Münster finden Sie auch in meinem Radreisebericht über die 100-Schösser-Route, die Deutsche Fußball-Route und bei Wikipedia.

Einmal um Münsters Altstadt radelt man auf der Promenade.

Aus Münster heraus und zurück zum Emsradweg findet man leicht über die Promenade, den Grüngürtel, der die gesamter Altstadt umschließt und unbedingt einmal ganz erradelt werden sollte. Am nordwestlichen Eck dieser Promenade trifft man auf den Radweg nach Handorf, der den Radler an den Dortmund-Ems-Kanal mit seiner großen Schleuse bringt. Dann einfach nach Norden weiter fahren - und schon ist bei Gelmer der Emsradweg wieder erreicht.  

Weiter auf dem Emsradweg

Wer Münster links liegen lässt, folgt ab Telgte der Beschilderung des Emsradwegs. Links der Ems verlässt dieser das nette Städtchen und bald auch die Ems. Am Haus Langen sollte man kurz verweilen, hinter dem die stark mäandrierende Bever sich in die Ems ergießt. Ein schönes Anwesen mit ehemaligem Herrenhaus und doppelter Wassermühle. Die Bever entsteht durch den Zusammenfluss des 4,3 km langen Salzbaches und des 12 km langen Süßbaches östlich von Schloss Harkotten bei Füchtorf. Mehr über Haus Langen und Bever bei Wikipedia.

Die Wassermühle bei Haus Langen ist eine der markantesten, typisch münsterländischen Doppelanlagen, bestehend aus Öl- und Kornmühle. Auf der rechten Straßenseite liegt das Rittergut Haus Langen, gebaut auf einer Ringwallanlage aus germanischer Vorzeit. Die Burg hat ihren Namen von den "Edlen Rittern von Langen", die in einer Urkunde bereits im 12. Jh. als Lehnsherren des Bischofs von Münster erwähnt werden. Heute steht noch eines der Torhäuser mit Nebengebäuden aus späterer Zeit. Quelle und mehr: Kreis Warendorf.

Kurz hinter Haus Langen zackt der Weg kurz nach Süden, um anschließend einen Bogen um den Josefsee zu schlagen und kurz vor Vadrup über die Bahnstrecke hinweg wieder westwärts zu verlaufen. Hinter Fuestrup befindet sich der ursprüngliche Kanal mit der historischen „Alten Kanalüberführung“. Parallel dazu wurde eine weitere Kanalstrecke mit Yachthafen erbaut, über die heute der Schiffsverkehr abgewickelt wird.

Bei Wikipedia erfahren wir: Die Kanalüberführung bei Münster-Gelmer ist ein bedeutendes Industriedenkmal aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Es ermöglichte die Überführung der „Alten Fahrt“ des Dortmund-Ems-Kanals über die Ems in unmittelbarer Nähe von Gelmer. Aufgrund der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen zum 1. Januar 1975 befindet sich das Bauwerk seitdem zu einem Teil auf dem Gebiet der Stadt Münster, zum anderen Teil auf dem der Stadt Greven, da seitdem die Ems die Stadtgrenze in diesem Bereich darstellt. Quelle und mehr

 

Nach Emsdetten

Zwischen den Kanaltrögen geht die Fahrt kurz nach Südwesten und über die Brücke nach Gittrup, weiter - vorbei an den Bockholter Bergen - über Gimbte und über die A 1 weiter nach Greven.

Vor Abbiegen auf den Radweg an der B 219 entdeckt der aufmerksame Radwanderer ein Hinweisschild auf die ehemalige Burg Schöneflieth, von der noch ein paar Grundmauern zu sehen sind. Bei Wikipedia erfahren wir einiges über die bewegte Geschichte: „Die Burg Schöneflieth war eine ehemalige Raubritterburg und im späteren Verlauf eine Zollstelle. Sie lag an einer strategisch günstigen Position am südlichen Ufer der Ems. Neben ihrer wichtigen Funktion als Zollstelle war sie von besonderer Bedeutung bei mehreren historischen Ereignissen. An die Burg selbst erinnern nur noch die Rekonstruktion der Brücke über den Wassergraben sowie die Markierung der Grundmauern der Vorburg.“ Quelle und mehr

In Grevens City kann man gut einkehren, etwa beim Bäcker oder in einem Café oder Biergarten.

Greven hat rund 36.000 Einwohner und liegt im Kreis Steinfurt. Noch vor der Stadt mündet übrigens die aus Münster kommende Aa in die Ems. Auf Höhe Greven verläuft der Emsradweg mal wieder ein Stück entlang seines Namensgebers.

Auch Greven lebte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von der Textilindustrie. Diese Zeit spiegelt sich im Stadtbild wider, wo neben die Ackerbürgerhäuser gründerzeitliche Villen treten.

Ein Zeugnis der Industriekultur jener Zeit findet sich mit der Grevener Baumwollspinnerei (GBS). Sie ist heute ein viel besuchtes Kultur- und Bildungszentrum (Ballenlager, Kulturschmiede).

Bei Wikipedia erfahren wir: Zur Zeit der Sachsen liegt Greven an der nördlichen Spitze des Dreingaus. Zu diesem Zeitpunkt scheint es rund um den Ort verschiedene bäuerliche Anwesen gegeben zu haben. Das Freilichtmuseum „Sachsenhof“ in Greven-Pentrup ist die Konstruktion eines Anwesens, das im münsterschen Stadtteil Gelmer ausgegraben wurde. Seit Beginn der Sachsenkriege (772–804) sind fränkische Siedler nachweisbar. Emsradweg in Greven

Spuren der Sachsen dokumentiert der Sachsenhof.

Beim Sachsenhof handelt es sich um die Nachbildung eines Gehöfts aus der Zeit um 800 n. Chr., wo experimentelle Archäologie eine große Rolle spielt. Die Dorfkirche im Ortsteil Gimbte hat den ältesten Taufstein des Münsterlandes aus dem 12. Jahrhundert.  Quelle und mehr

Der Emsradweg führt direkt am Sachsenhof vorbei, in den man unbedingt einen Blick hineinwerfen sollte, wenn man sich ein wenig für Geschichte interessiert. Ab Pentrup wird die Besiedlung dünner, der Ackerbau dominiert. Bei Saerbeck bietet sich ein kurzer Abstecher zum Kornbrennerei-Museum an. Bis 1976 war diese Brennerei in Betrieb. Als einzige von ehemals drei Saerbecker Kornbrennereien ist sie vollständig erhalten. Geöffnet sonntags von 11 bis 12.30 Uhr. Info

Bis Emsdetten ist es nun nur noch ein Katzensprung. Über die Hansestraße gelangt man direkt ins Zentrum dieser gut 35.000 Einwohner zählenden westfälischen Stadt, die sich vom Dorf der Wannenmacher zur Textilstadt und dann zum westfälischen Jutezentrum entwickelte. Den Marktplatz schmückt ein künstlerisch gestalteter Brunnen, an dem es einiges zu entdecken gibt: der Morgentaubrunnen. Doch wie überall in der Region begann auch hier schon Mitte des 20. Jahrhunderts der Strukturwandel von der krisengefährdeten Textilindustrie weg zu innovativen neuen Industriezweigen. Einige Unternehmen haben jedoch mit ganz speziellen Produkten die Zeiten überdauert.

Sehenswert: Im Wannenmacher-Museum ist die Geschichte eines alten, fast vergessenen Handwerks zu sehen, das jahrhundertelang das wirtschaftliche Leben der Ortes bestimmte. Das 1993 wiedereröffnete August-Holländer-Museum zeigt die Geschichte Emsdettens vom Beginn der Industrialisierung bis zur Stadtwerdung 1938. Quelle und mehr  

Rheine: Blick von der Eisenbahnbrücke über die Ems - mit Kirche St. Antonius. 

Nach Rheine und Lingen

Rund 24 km sind es nun noch bis nach Rheine (76.000 Einwohner). Unterwegs radeln wir, etwa ab dem Dorf Bocholt, entlang einer Perle der Natur: "Die Elter Dünen - auch Elter Sand genannt - sind zum größten Teil bewaldet. Vor allem Eichenmischwälder mit Lichtungen und Totholz sind Lebensraum vieler Tierarten. Historische Wallhecken durchziehen heute die Wälder und bereichern die Landschaft. Feuchtere Dünentäler werden als Grünland genutzt. Dort kommen Pflanzen vor, die anderorts durch intensive Bewirtschaftung selten geworden sind." Quelle und mehr

Bald ist das westfälische Rheine erreicht. Die über 250 Jahre alte Emsmühle, ein Natursteinbauwerk, das Apothekermuseum und die Museumsbahn gehören hier zu den Attraktionen. Das TaT, das Transferzentrum für angepasste Technologien, stellt in Form eines Technologieparks elf in ökologischer Bauweise errichtete Gebäude vor sowie ein drehbares Solarhaus.

Einen schönen Blick über die Ems auf Rheine und seinen markanten Kirchturm hat der Radler, wenn er vor Erreichen der Stadt neben der Eisenbahn das Emstal überquert. Anschließend geht es eng an den Fluss angelehnt direkt ins Zentrum. Auf dem historischen Marktplatz neben der Stadtkirche lässt sich trefflich pausieren.

Im touristischen Angebot ist ein Rundgang mit 21 ausführlich beschriebenen Stationen. Die im nördlichen Zipfel Nordrhein-Westfalens gelegene Stadt war einst Kreuzung zweier frühgeschichtlicher Fernwege. Es waren dies der Hellweg vor dem Sandforde und die Friesische Straße. Der Hellweg führte von den Ijsselstädten in den heutigen Niederlanden über Rheine nach Bremen und in die ostwestfälische Region um Minden sowie nach Paderborn. Die durch Rheine führende Friesische Straße ist einer der sieben, von Karl dem Großen urkundlich bestätigten, Fernhandelswege für den Handel der Friesen mit dem Binnenland. Sie führte vom friesischen Emden an der Nordsee über das westfälische Münster weiter in südliche Richtung.

Rheine kann auf eine aufregende Geschichte zurückblicken, unter anderem im Zusammenhang mit der Reformation. Ausführlich berichtet darüber Wikipedia hier: Quelle und mehr

Kloster Bentlage

Kurz hinter Rheine, nach erneutem Überqueren der Bahnlinie, passieren wir das Schloss Kloster Bentlage. Erstmals erwähnt wird Binutloga (Bentlage), Ort der späteren Klostergründung, in dem von der Benediktinerabtei Werden (bei Essen) erstellten Werdener Heberegister aus dem Jahr 890, das die dem Kloster abgabepflichtigen Güter auflistet. 1978 erwarb die Stadt Rheine die Gebäude und die umliegenden Ländereien. 1990 begann der Wiederaufbau des Komplexes, der zahlreiche für die Geschichtsforschung wertvolle Funde zu Tage brachte. Die Wiederaufbauarbeiten konnten im Jahr 2000 zum Abschluss gebracht und das Klosterschloss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. ... Heute dient Kloster/Schloss Bentlage kulturellen Zwecken. Es birgt ein Museum, welches die Kunst- und Kulturgeschichte Westfalens vom Mittelalter bis zur Gegenwart dokumentiert. Höhepunkt dieser Ausstellung sind zwei Reliquienschreine, die in ihrem Erhaltungszustand im deutschsprachigen Raum einzigartig sind.  Quelle und mehr

Auf dem Weg gen Salzbergen, Landkreis Emsland (Niedersachsen), liegt die von der Salzgewinnung kündende „Saline Gottesgabe“ am Wegesrand. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für den Fotografen. Auf der Homepage des Klosters Bentlage lesen wir: „Salz, das >weiße Gold< aus Bentlage, war jahrhundertelang ein überaus begehrtes Handelsgut, welches auf der Salzstraße zum Salzhof in die Bischofsstadt Münster transportiert und von dort weiter verhandelt wurde. ... Aus der Blütezeit der Salzgewinnung stammt die umfängliche Salinenanlage mit dem einst fast 300 Meter langen Gradierwerk, die erste derartige Anlage in Westfalen. ... Die bis heute erhaltenen und renovierten Gebäude der Saline Gottesgabe bilden ein in der weiten Region einmaliges Ensemble, das zu den zu den ältesten technischen Kulturdenkmalen in Westfalen aus vorindustrieller Zeit gehört.“  Quelle und mehr

Ab Salzbergen, das mit einem Feuerwehr-Museum aufwarten kann, führt der Emsradweg nun durch Feld und Wald, selten nur nah an der Ems entlang. Salzbergen ist heute Industriestandort mit vielen Industriebetrieben, vor allem aus den Bereichen Windenergie, Erdöl, Maschinenbau und Textil. Zwischen Eisenbahnlinie und Ems radeln wir nordwärts durch eine unaufgeregte Landschaft. Ur- und frühgeschichtliche Hünengräber zeugen von der frühen Besiedelung der Gegend. Von Emsbüren, links des Radweges gelegen, sind es nur noch knapp 20 km bis Lingen. In Emsbüren gibt es, südlich des Heimathofes, einen sehenswerten Kräutergarten. Enkings Mühle, ein Galerieholländer, kann auch von innen besichtigt werden. Dort gibt es auch einige westfälische Spezialitäten...

Der Emswasserfall Hanekenfähr

Auf dem weiteren Weg nach Lingen passieren wir den Emswasserfall Hanekenfähr. Ein interessanter Platz, kreuzen sich doch ganz in der Nähe die drei Wasserläufe Ems, Dortmund-Ems-Kanal (DEK) und Ems-Vechte-Kanal.  Ausflugsboote und Linienschiffe laden zu Touren auf dem Wasser von der Innenstadt bis in das südliche Emsland ein. Klar, dass auch die Gastronomie an diesem markanten Ort gut vertreten ist. Foto - Quelle und mehr

Entlang des DEK radeln wir nach Lingen hinein. Die Stadt zählt rund 56.000 Einwohner und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, die sich auch in den vielen schönen Giebelhäusern dokumentiert. Schon von weitem erkennt man das noch aktive Atomkraftwerk.

Lingen in Niedersachsen 

Erstmals aktenkundig wurde Lingen (Ems) im Jahr 975. Kaiser Otto II. übertrug damals dem Bischof Ludolf von Osnabrück verschiedene im heutigen Stadtteil Altenlingen gelegene Güter als Lehen. Das heutige Lingen sollte man unbedingt bei einer kleinen Stadtrundfahrt oder zu Fuß erkunden. Die Alte Posthalterei, das Haus Am Markt 20 - es zeigt den Einfluss zahlreicher Verbindungen zu den Niederlanden - und der Bahnhof gehören zu den Sehenswürdigkeiten. Das historische Rathaus (1663) am Marktplatz nimmt städtebaulich eine dominierende Stellung ein. Es dokumentiert das städtische Selbstbewusstsein vergangener Jahrhunderte. Was es sonst neben Lateinschule, Pulverturm und Wasserturm alles noch in Lingen zu sehen gibt, lesen Sie auf der gut gemachten Homepage der Stadt.  

Höltingmühle in Meppen: Wo die Hase in den DEK fließt.

Nach Meppen

Aus der Stadt Lingen hinaus führt die Fahrt zunächst ein Stück entlang des DEK, um hinter Reuschberge ins flache Land abzuzweigen. Ackerbau und Viehzucht haben uns wieder und prägen das Landschaftsbild. Hinter Holthausen biegt der Radweg Richtung Speicherbecken Geeste, das wir halb umrunden. An der Nordspitze befindet sich ein Restaurant mit schönem Biergarten und ebensolchem Ausblick.

Wenig spektakulär führt uns der Emsradweg nun weiter nordwärts. Vorbei an Groß Hesepe (mit Emsland-Moormuseum und Trinkwasser-Erlebnispfad) und durch Klein Hesepe sowie Rühle nähern wir uns Meppen, wo DEK und Ems sich vereinen. Eine Hubbrücke sorgt dafür, dass auch große Kanalschiffe freie Durchfahrt vom Kanal in die Ems haben. Die Höltingmühle markiert die Landzunge wischen DEK und Hase. Hier sind wir 2011 auf dem Hase-Ems-Radweg angekommen. In Meppens Fußgängerzone pulsiert das Leben. Hier kann man im Anblick des schmucken Rathauses gut einkehren und sich für die Weiterfahrt stärken. Sehenswert sind u.a. die barocke Gymnasialkirche, die klassizistische Arenbergische Rentei (beherbergt das Stadtmuseum) und das Rathaus mit dem Renaissancegiebel.

Lohnenswert ist eine Rundtour um den Meppener Stadtwall, der 1360 erbaut wurde und sich wie ein Ring um den Stadtkern zieht. Hier nutzt mancher Radler sogar die Ruhe für ein Nickerchen. Wir mussten die Tour hier wetterbedingt leider abbrechen. Aber eines ist klar: Fortsetzung folgt.

Weiter nach Emden

Von Meppen nach Emden beträgt die Radelstrecke auf dem Emsradweg noch 125 km. Die versprechen richtig interessant zu werden, wobei der Radweg mal nahe der Ems, der Alten Ems und mal entlang des DEK verläuft. Über die Schifferstadt Haren, natürlich mit Schiffashrtsmuseum, Lathen, Dörpen und Rehde führt die Tour nach Papenburg, entlang der durch die Schiffsüberführungen der Meyer-Werf hier besonders prominente Ems weiter nach Weener und Leer. Das Emssperrwerk und schließlich die Hafenstadt Emden bilden den Abschluss dieser am Fuß des Teutoburger Waldes begonnen Tour. Für Emden sollte man sich Zeit nehmen: Es gibt viel zu sehen!

Hier endet nun die Radtour – wer noch Reserven für 65 km hat, kann einen Abstecher zur Nordseeinsel Norderney unternehmen. Auf Norderney kann man wunderbar die Seele baumeln lassen und auch einiges erleben. Nach so einer langen Radtour hat man ein wenig Erholung verdient und kann die Zeit auf der Insel richtig genießen. Warum also nicht ein paar Tage Urlaub am Ende der Radtour einplanen? Besonders schön sind die Ferienhäuser vor Ort. Man kann einfach „Ferienhaus Norderney“ im Internet suchen oder direkt über norderney-zs.de passende Objekte anschauen und buchen. Auf der Insel kann man Reitausflüge unternehmen, Kitesurfen, Strandsegeln und viele weitere sportliche Aktivitäten ausprobieren. Mit etwas Glück hat man die Möglichkeit, Kegelrobben und Seehunde zu beobachten. Außerdem gibt es einige interessante Museen, und das bade:haus norderney ist ebenfalls einen Besuch wert.

Am besten gelangt man nach Norderney von Norddeich aus. Denn in Norddeich befindet sich ein Personenhafen, von dem aus regelmäßig Fähren nach Norderney angefahren werden. Die Strecke von Emden nach Norddeich liegt auf dem Nordseeküsten-Radweg und ist ca. 65 km lang. Um Wartezeiten zu vermeiden, sollte man die Fährzeiten wissen. Für Norderney empfiehlt es sich, vorher eine Unterkunft zu buchen. Auch dort kann man in einer Jugendherberge übernachten. Natürlich findet man auch erholsamere Unterkünfte auf der Insel Norderney.

Etappen/Entfernungen
Quellen-Hövelhof 6 km, Rietberg +29, Rheda-Wiedenbrück +10, Marienfeld +19, Warendorf +30, Telgte +19, Greven +33, Rheine +42, Lingen +38, Meppen +38, Haren +18, Papenburg +50, Leer + 27, Emden +31 km

Emsradweg Teil 3 - Untere Ems - von Emden nach Rheine; Emsradweg Teil 1 - Emsradweg Teil 2

Anschlusstour ab Meppen: Hase-Ems-Radweg 


Radwanderführer

Der Bikeline-Radwanderführer enthält zusätzlich eine Beschreibung der Route entlang des Dortmund-Ems-Kanals (DEK) von Dortmund bis zur Ems bei Münster (Gelmer). Darin enthalten ist auch Münster. Der Führer von Publicpress bindet Münster von Telgte aus an, zum Großteil über den R 1.

 

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Blick auf Telgte über die Ems.



Die bekannte Telgter Wallfahrtskapelle.

Abendstimmung: Yachthafen an Münsters Aasee.

Schön zu radeln: Am Dortmund-Ems-Kanal in Münster.

Ab Telgte geht es zunächst direkt an der Ems entlang gen Westbevern.

Haus Langen bei Westbevern hat eine doppelte Wassermühle.

Gimbte mit dem in einer ehemaligen Knabenschule eingerichteten Hotel Kaltefleiter.

Am Radweg bei Greven liegen die Reste der Burg Schöneflieth.

Die Ems bei Greven.

Seit 2001 empfängt der „Völkerball“, eine sechs Meter hohe Skulptur mit einer Erdkugel aus 16 farbig gestalteten Figuren, alle Menschen am Kreisel. Er verkörpert die Grevener Leitidee „Alle Menschen sind ein Volk“.

Blick nach Rheine mit Kirche St. Dionysius - vom Bahnhof aus gesehen.

Altstadtbummel durch Rheine. Links: Das Beilmannsche Haus am Rheiner Marktplatz. Es gibt Zeugnis vom Stadtbrand 1647.

 

Der WDR ist in Rheine in einem schönen Giebelhaus in der Marktstraße untergebracht.

Der Bahnhof in Lingen.

Gemütlich: Lingens Fußgängerzone.

Lingener Rathaus am Marktplatz mit Brunnen.

Speicherbecken Geeste mit Restaurant am Nordufer.

Steingarten in Rühle kurz vor Meppen.

Meppens Rathaus mit Gymnasialkirche (links) ...

... und nochmal aus anderer Perspektive.

Zusammentreffen von Ems und Dortmund-Ems-Kanal in Meppen.


Video-Trailer bei YouTube

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Schönes Video über den unteren Teil