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Autor: Dieter Hurcks Copyright 8/2009

Etappe 2: Von Frankenberg nach Fritzlar
Die Eder ist der längste Nebenfluss der Fulda und bietet Radlern eine naturnahe Route sowie viele städtische Kleinode. Teil 3 - Teil 1

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Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Entlang der Eder in die
Dom- und Kaiserstadt

Die zweite Etappe unserer Radtour entlang des Ederradwegs und rund um den Edersee führt uns in die historische Dom- und Kaiserstadt Fritzlar. 

Übernachten am Ederradweg

Pünktlich um 9 Uhr brechen wir zu dieser zweiten Etappe unserer Eder-Radtour auf, die uns nach Fritzlar führen soll. Gleich nach der Ederbrücke verlieren wir die Orientierung. Schild übersehen oder keines da? Egal, ein Radler weist uns den rechten Weg durch die Straße Fütterhof und eine Kleingartenkolonie aus der Stadt hinaus. 

Nun geht es bis kurz vor Viermünden an einer viel befahrenen Bundesstraße, der B 252, entlang. Dort überqueren wir Eder und Bahn und radeln nun gut abgeschattet am Waldrand parallel zu den Gleisen nach Ederbringhausen. Der Weg ist nicht asphaltiert, aber gut zu befahren und bis auf kleinere Anstiege eben.



Auffällig ist, dass uns trotz der Ferienzeit in Hessen kaum Radler entgegen kommen, schon gar keine mit großem Gepäck auf längerer Tour wie wir.

Nach 16 km bewältigen wir einen längeren Anstieg, gleich darauf folgen wir der Empfehlung eines dort zu recht aufgestellten Schildes „Radfahrer schieben“ und schieben vorsichtig das Rad den steilen Waldweg hinab. Durch den Regen der Nacht ist der Weg zudem ziemlich rutschig. Kurze Pause am Pegel Schmittlotheim, das über eine Brücke zu erreichen ist. Noch ein Stück weiter entlang den Gleisen, dann radeln wir nach Kirchlotheim hinein. Kurz darauf, bei Ochsenbühel, muss der Radler sich nun entscheiden, ob er den mit wenig Wasser gefüllten Ederstausee nördlich oder südlich umrunden will. 20 km haben wir bis dahin zurück gelegt.

Südlich um den Edersee
Wir nehmen die südliche Variante, die rund 26 km lang sein soll, und werden gleich mit einer etwa 800 m langen Steigung konfrontiert. Ein freier Blick aufs Wasser ist selten, meist verdecken Bäume und Büsche die Aussicht. So geht es fast die ganze Zeit auf und ab, häufig auf Waldwegen, bis wir Asel-Süd erreichen. Von dort kann, wer möchte, auf einer kleinen Fähre ans andere Ufer hinübersetzen. Auf einer Liegewiese pausieren wir, es gibt weder einen Tisch noch Bänke, um das Pausenbrot stilgerecht zu genießen. Dafür jede Menge Wohnwagen und Autoverkehr auf schmaler Straße.

Der Edersee (oder Ederstausee) ist mit 11,8 km² Wasseroberfläche und mit 199,3 Mio. m³ Stauraum der flächenmäßig zweit- und volumenmäßig drittgrößte Stausee in Deutschland und befindet sich am Fulda-Zufluss Eder hinter der Edertalsperre bei der Kernstadt von Waldeck im Landkreis Waldeck-Frankenberg (Nordhessen).

Zweck der Talsperre ist in erster Linie die Wasserbereitstellung für die Bundeswasserstraßen Oberweser und Mittellandkanal. Daneben dient sie auch dem Schutz der Unterlieger gegen kleine und mittlere Hochwasserereignisse und wird zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt. Quelle: Wikipedia

Bei Bringhausen gibt es Camping im großen Stil, bei Rehbach genießen wir von einer Anhöhe endlich einen weiten Blick über den See, der natürlich mit einem längeren Anstieg erkauft werden musste. Ein Ausflugsdampfer zieht seine Wellenspur ins Wasser der Talsperre, deren Staumauer wir über eine Variante, sprich: Abkürzung, erreichen. Sie führt von Rehbach vorbei am Ausflugslokal Dornröschenshöh (lecker Waffeln!) über Hemfurth-Hofacker, dann links und wieder rechts (nicht Richtung Ederseeheim!) direkt zur Staumauer, die im Bikeline etwas verwirrend als Talsperre bezeichnet ist. Die Mauer erblickt man, wenn man noch hoch über ihr steht, weshalb sich aus der Perspektive ein tolles Foto machen lässt.

Auch diese Staumauer ist während des 2. Weltkrieges zerstört worden. Mehr dazu bei Wikipedia, wo auch einiges zur nahe gelegenen Touristenattraktion Schloss Waldeck zu erfahren ist.

Über die Mauer erreicht man die Landstraße 306, die nach Waldeck mit seinem bekannten Schloss führt. Dabei handelt es sich um eine Burganlage aus dem 12. Jahrhundert im Stadtgebiet. Sie liegt auf einem steilen, felsigen und zugleich an seinen Hängen bewaldeten 381 m hohen Berg, am Ortsrand der Waldecker Kernstadt (Stadtteil Waldeck). Auf der Terrasse sind zwei Kanonen aus Lüttich von 1862 aufgestellt, die im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 eingesetzt wurden. Daneben haben Schüler des Lehrbauhofs Korbach einen Pranger mit Halseisen (genannt Kaak) nachgebaut, der heute eine Touristenattraktion ist. mehr

Von der Staumauer aus lassen wir das Rad bergab rollen, begegnen zwei Draisinen, die dort gemietet werden können, und radeln am Naturschutzgebiet Affolderner See nach Affoldern. Linker Hand ist in der Ferne ein riesiges Solarfeld zu sehen. In Mehlen ist bereits ein Weg nach Bad Wildungen ausgeschildert, wir aber folgen weiter dem Ederradweg.

Ausflug nach Bad Wildungen 
Nach gut 56 km queren wir bei der Eder-Mühle neben einer kleinen Kirche eine Straße und radeln nun parallel zum Fluss südostwärts bis Wega. Von dort sind es etwa 4,5 km bis Bad Wildungen, einer hübschen Fachwerkstatt. Es geht zunächst nur sanft bergan, nur das letzte Stück zur Altstadt (links der Autostraße) ist etwas steiler, aber kein Vergleich zu Bad Berleburg. Leider regnet es auch hier wieder mal, so dass wir unter einem großen Sonnenschirm bei einer Tasse Kaffee Zuflucht suchen.

Hübsche Fotomotive wie die vielen bunten Fachwerkhäuser und das 1258 erstmals erwähnte Rathaus bieten sich an. Der klassizistische Bau entstand Mitte des letzten Jahrhunderts und wurde zur Erweiterung der Stadtverwaltung mit zwei grundlegend sanierten Fachwerkhäusern und einem Neubau verbunden. Gleich dahinter ragt der massige Turm der Stadtkirche in den Himmel. Ihr Bau begann Mitte des 13. Jahrhunderts. Der Innenraum beherbergt das berühmte Altarbild von Conrad v. Soest (1403 fertiggestellt). Quelle: www.badwildungen.de

Die Stadt hat etwa 17.700 Einwohner und liegt an den Ausläufern des Kellerwalds im so genannten Ferienland Waldeck (Waldecker Land). Ende der 1990er Jahre wurde der Kurpark der Stadt Bad Wildungen nach Westen hin durch eine naturnahe „grüne Brücke“ mit dem benachbarten Kurpark Reinhardshausen zu einem Großkurpark verbunden, der nun mit einer Fläche von 50 Hektar als der größte Kurpark Europas angesehen werden kann. Darin sind neben Wanderwegen sowie Joggingstrecken auch Terrain-Kur-Wege für Herz- und Kreislaufpatienten beschildert. Quelle und mehr 



Nach Fritzlar geht es aber dennoch ganz schön hoch - bei Regen auf glitschigem Pflaster.

Flotte Fahrt nach Fritzlar
Zurück nach Wega rollt das Rad fast von alleine. Über Mandern nähern wir uns schnell Fritzlar, der alten Dom- und Kaiserstadt, die wir nach einem anstrengenden Anstieg auf regennassem, glitschigen Pflaster durch das Wintertor erreichen. Der Winterturm ist 25 Meter hoch und hat Schießscharten in verschiedene Richtungen. Der Name ist vermutlich von den Winzern abgeleitet, die – wie auf der Homepage der Stadt zu lesen ist – „durch dieses Stadttor ihre Weinberge an den Südhängen der Stadt erreichten.“

Herausragend ist im wahrsten Wortsinn der Dom St.-Peter. Nach der Zerstörung Fritzlars im Jahre 1079 entstand eine dreischiffige, flachgedeckte Basilika mit einer der ersten echten Zweiturmfassaden nördlich des Mains. Dominiert wird das mächtige Bauwerk durch die Formensprache von Romanik und Gotik. So ist der Fritzlarer Dom eines der schönsten Beispiele für die "Übergangszeit" der beiden Baustile in Deutschland.

Ebenso markant wie der Dom ist der Graue Turm, der laut Homepage der Stadt „größte erhaltene städtische Wehrturm Deutschlands. Hufeisenförmig gebaut, misst er an der geraden Innenseite 10,5 Meter. Stattliche 38 Meter ragt er in den Himmel.“

Ein Schmuckstück ist der Marktplatz mit seinen Fachwerkhäusern  und dem Rolandsbrunnen. Die Rolandfigur in Fritzlar trägt einen Schild, auf dem der Doppeladler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zu sehen ist. Dies bedeutete, dass Markt und Gerichtsbarkeit der Stadt Fritzlar dem ganz besonderen Schutz des Kaisers unterstanden. Quelle und mehr: www.fritzlar.de

Prächtiges Fachwerk schmückt Fritzlar.


Die Etappen


1. Etappe: Von Lützel nach Frankenberg 89 km

2. Etappe: Von Frankenberg nach Fritzlar 80 km

3. Etappe: Von Fritzlar nach Guxhagen (Mündung) 34 km

4. Etappe: Fuldaradweg von Guxhagen nach Hann. Münden 50 km

Die DVD zum Ederradweg

 Trailer bei YouTube

 

verwendeter Radreiseführer:

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Bis auf wenige Lücken bestens ausgeschildert: Der Ederradweg.

Naturnahe Ruhebank bei Ederbringhausen.

Der Ederpegel bei Schmittlotheim.

Schöner Ausblick von der Brücke in Schmittlotheim.

Edersee bei Bringhausen.

Schöne Aussicht auf Ederschiff vor Scheid.

Die Staumauer aus erhöhtem Blickwinkel.

Blick von der Staumauer ins Tal. 



Draisine am Affolderner See.



Rathaus und Stadtkirche: Malerisches Bad Wildungen.



Bei Mandern: Das Land wird flacher.



Das alte Kaufhaus in Fritzlar mit Rolandsbrunnen.


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