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| Autor: Dieter Hurcks Copyright 3/2010 Von
Passau nach Ulm (3): Donauwörth-Ulm |
Einträge
für Zimmervermieter |
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Auf dem Donauradweg von Donauwörth nach UlmDas Teilstück von Donauwörth nach Ulm wartet mit Natur pur ebenso auf wie mit historischen Städten. Man kann darauf gut zwei bis drei Radeltage verbringen. Von unserem Quartier in Marxheim
erreichen wir bald Zirgesheim
kurz vor Donauwörth (siehe Teil 2),
wo das frisch in leuchtendem Gelb getünchte Haus der Pension Graf nicht
zu übersehen ist. In dieser hervorragenden Pension habe ich auch schon
einmal übernachtet. Von meinem Fenster aus konnte ich direkt auf die nur
dreißig Meter am Haus vorbei fließende Donau blicken. Diesmal aber muss es weitergehen. Denn
heute sind immerhin gut 100 Kilometer zu bewältigen. Die Voraussetzungen
sind gut: Die Sonne scheint und die Tour verspricht bergfrei zu werden. Vorbei an Europas größtem
Hubschrauberwerk EUROCOPTER radeln wir durchs Donautal auf oft
superglatten Asphaltwegen, die neben der kaum befahrenen Straße angelegt
worden sind, und auf kleinen Nebenstraßen. Es geht zügig voran. Uns
fallen hinter dem Weiler Zusum
die vielen Schilder mit dem Zusatz -schwaige
auf, die meist zu einzelnen Gehöften oder Häusergruppen führen.
Der rund 4.000 Hektar große Auwald ist
sowohl für seltene Pflanzen als auch für gefährdete Tiere von großer
Bedeutung. Besonders wertvoll sind Sonderstandorte im Auwald wie die Altwässer
(u.a. als Libellenlebensraum) oder die Brennen (u.a. Lebensraum für
trockenheitsliebende Pflanzen und seltene Schmetterlinge). Quelle: www.bayern.de
Besuch
in Höchstädt Irgendwie kam uns das ganz bekannt vor
(in unserer Heimatstadt Burgdorf liegt der Fall mit Nord- und Südumgehung
ähnlich – 2009 wurde sie endlich
fertig gestellt). Plötzlich läuft ein kleiner Steppke
kreuz und quer auf der Hauptstraße herum. Passanten gaffen nur, anstatt
einzugreifen. Als ich mit dem Rad zu dem Kind hinfahren will, hat ein
Autofahrer angehalten und das Kind in seine Obhut genommen. Er schimpft
lautstark über die Gleichgültigkeit mancher Zeitgenossen. Höchstädt
hat 6.400 Einwohner. Die Stadtpfarrkirche und der Marktplatz mit
Patrizierhäusern liegen direkt am Donauradweg, der hier entlang des
Stromes mit seiner offenen Flusslandschaft durch eines der ältesten
besiedelten Gebiete Deutschlands führt. So finden sich in der Umgebung
der Stadt zahlreiche Spuren mittelsteinzeitlicher Menschen. Höchstädt
kann also auf eine rund 8000jährige Siedlungsgeschichte zurückblicken. Mit seinem massigen 65 m hohen Turm und
dem mächtigen, steilen Dach überragt der langgezogene Kirchenbau der Stadtpfarrkirche
Mariä Himmelfahrt die Stadt, beherrscht den Marktplatz und bildet den
Gegenpol zum Schloss am anderen Ende der Altstadt. Nächstes
Ziel: Dillingen Wilhelm
Bauer, der Erfinder des U-Bootes, stammt übrigens aus dieser
sehenswerten Stadt, deren barocke Pracht im Goldenen Saal zu kulminieren
scheint. Die Anfänge Dillingens gehen auf eine
alemannische Siedlung und auf eine ottonische Landesburg zurück. Die Zahl
der Sehenswürdigkeiten reicht
für einen mindestens dreitägigen Urlaub in Dillingen. Zum Beispiel die Königstraße:
gut erhaltenes Ensemble von Hausfassaden des 17. und 18. Jahrhunderts.
Oder das Alte Rathaus in der Königstraße: Es wurde um 1500 erbaut. 1827
wurde ein nachgebildeter Renaissancegiebel vorgeblendet und die Traufseite
entsprechend dekoriert. Das mit als Rathaus verwendete Haus Königstraße
38 diente als Wohnsitz von fürstbischöflichen Hofbeamten. Mitteltorturm, Schloss, Ulrichskapelle,
Franziskanerinnenkloster, Akademie für Lehrerfortbildung mit prunkvoller
Aula (Goldener Saal) und Rokokoausstattung sowie Studienkirche: Erbaut
1610 bis 1617 von Johannes Alberthal, 1750/68 im Rokokostil umgestaltet.
Die Kirche gilt als kunsthistorisch wertvollstes Bauwerk der Stadt.
Quelle: www.dillingen-donau.de
Weiter
nach Lauingen Eine besondere Zierde des Lauinger Marktplatzes
ist der Schimmel- oder Hofturm. Der auf zwei Seiten freistehende Turm ist
ca. 54 m hoch. Der Turm war von Anfang an bemalt und kann bestiegen
werden. Von oben bietet sich ein reizvoller Blick auf die Lauinger
Altstadt, den Donaulauf und die Umgebung. An den Schimmelturm
ist die „Schupfe“, eine frühere Kauf- oder Markthalle, angebaut. In
Lauingen-Faimingen besichtigen wir noch eine Römeranlage, den Apollo-Granus-Tempel,
und radeln weiter nach Westen. Bald sehen wir die weißen Wolken über
dem Kernkraftwerk Grundremmingen,
das wir ziemlich nah Richtung Offingen passieren. Es ist seit 1984 in Betrieb und erzeugt jährlich
20 Milliarden Kilowattstunden Strom; dies entspricht etwa 30 Prozent des
gesamten bayerischen Jahresstromverbrauchs. Hinauf
nach Günzburg Wahrzeichen der Stadt ist das Untere
Tor, dessen quadratischer Unterbau aus dem 14. Jahrhundert und dessen
achteckiger Aufbau aus der Zeit des Schlossbaus stammt. Wohl kaum ein Landstrich in Bayern weist
eine solche Fülle von Schlössern und Burgen auf wie der Landkreis Günzburg.
In seinen 34 Städten und Gemeinden gibt es 22 solche Zeugen aus dem
Mittelalter. Jeder hat seine eigene Geschichte - und diese ist mitunter
recht wechselhaft. In Günzburg war das Schloss
zeitweise Sitz der vorderösterreichischen Regierung und ist heute
Rathaus, Behördenbau und Museum. - Für Familien mit Kindern attraktiv
ist das im Jahr 2002 eröffnete Günzburger LEGOLAND (www.legoland.de) Quellen: www.guenzburg.de
und www.landkreis-guenzburg.de
Fast
10 km durch den Auwald Von Leipheim
bis Ulm ist es nun nicht mehr all zu weit. Über Unter- und Oberelchingen
radeln wir zügig bis Thalfingen.
Von dort bis Ulm führt der Radweg immer an der Donau entlang. Da ich das Quartier in Ulm kenne, kommen
wir ohne Umwegebei unserer Pension im malerischen Fischerviertel an. Die Räder
brauchen wir an diesem Tag nicht mehr und schließen sie in der Garage
ein. Der abendliche Bummel durch Ulm
(Baden-Württemberg) und das Abendessen im Biergarten auf der Neu-Ulmer
Seite, die schon zu Bayern gehört, machen neue Kräfte frei für die
letzten beiden Etappen dieser für die meisten von uns bislang längsten
Radtour. Im Zunfthaus endet der Abend gemütlich. Ulm
und Neu-Ulm Am Fuß der Staufermauer,
an und über der Blau, liegt das Schiefe
Haus. Die Schieflage entspringt der extrem weiten, schräg
unterstrebten Verkragung über die Blau (1443). Schon 1620 mußte die Schräglage
im Zuge einer grundlegenden Erneuerung abgefangen werden. Seit seiner
Restaurierung 1995 wird das Schiefe Haus als Hotel genutzt. Im „reissenden Wasser der Donau“
wurde die Stadtmauer 1482 als Bollwerk gegen feindliche Armeen errichtet.
Heute ist sie beliebter Promenadenweg entlang der Donau. Das Ulmer
Rathaus ist unschwer an seiner Fassadenbemalung aus der Frührenaissance
zu erkennen. Der älteste Teil des heutigen Gebäudes, der südöstliche
Hauptbau, entstand 1370 als „neues Kaufhaus“. Die reich verzierte
astronomische Uhr wurde um 1520 angebracht. Der
Ulmer Spatz: Vor vielen Jahren
passierte den Bürgern von Ulm folgende Geschichte: Für einige Bauten in
der Stadt benötigte man Gerüst- und Bauholz, aber den Arbeitern gelang
es nicht, die Balken durchs Stadttor hineinzubringen, weil sie die Balken
quer auf den Wagen geladen hatten. Sie diskutierten lange. Bis ein kleiner
Spatz ihnen die Lösung zeigte, der gerade oben am Turm sein Nest baute.
Der Spatz drehte mit seinem Schnabel einen Strohhalm, der quer vor dem
Eingang seines Nestes lag, so, dass dieser mit der Halmspitze zuerst ins
Nest gebracht werden konnte. Die Männer machten's genau so - und es
klappte. Zum Dank ist auch heute noch der Spatz auf dem Münsterdach und
an vielen anderen Stellen zu sehen. Seit dieser Zeit sind „Spätzle“
(hausgemachte Nudeln) die Lieblingsspeise der Ulmer. Zu den berühmten Ulmern zählen Albrecht
Ludwig Berblinger, „Der Schneider von Ulm“ (1770 bis1829). Er
konstruierte in den Jahren 1810/1811 einen Flugapparat. Der Versuch
misslang, da über der kalten Donau die Thermik fehlt. 1986 wurde mit
einem dem Original nachgebauten Flugapparat der späte Beweis erbracht:
Berblingers Fluggerät konnte fliegen. „Einstein sprach: Ob grad, ob schief -
's ist doch alles relativ.“ In diesem Zweizeiler hat der Volksmund die
Lehre des großen Physikers vielleicht nicht ganz vollständig, jedoch
kurz und für jedermann verständlich zusammengefasst. Die Ulmer sind natürlich
stolz darauf, dass das weltbekannte Genie Albert Einstein in den
Mauern der Stadt, genauer gesagt im inzwischen zerbombten Haus
Bahnhofstrasse 20, geboren ist. Radwanderführer
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