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Autor: Dieter Hurcks Copyright 2001Elbe-Spree-Tour |
Einträge
für Zimmervermieter bis 10/2010 gratis |
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Eine tolle Erlebnisreise durch Deutschland-Ost und TschechienVon Dessau über Dresden, Bautzen, Cottbus nach
Lübben/Spreewald 1. Tag: Dessau-Wittenberg (50 km)Dienstag, 16. Mai 2000: An einem sonnigen Tag, wie man sich ihn als Fahrradfahrer nicht besser wünschen kann, radeln wir von Burgdorf die 10 km nach Lehrte, von wo uns die Deutsche Bahn über Braunschweig (Umsteigen!) und Magdeburg (Umsteigen!) nach Dessau bringt. Wir staunen nicht schlecht über den Komfort im dortigen Bahnhof: Der Fahrstuhl erleichtert es uns, wieder aus dem Tunnel die frische Luft zu erreichen. Dessau - die Stadt des Bauhauses: Das muss man gesehen haben, und wir schauen es uns an. Natürlich juckt es uns schon in den Waden so ganz am Anfang einer neuen Tour. Wir wollen endlich in die Pedalen treten. Der Kompass hilft wieder mal dabei, schnell aus der Stadt heraus und den ausgeschilderten Radweg zu finden. Wir, das sind Klaus aus Dortmund (59), und ich, Dieter Hurcks (51). Zwei passionierte Radfahrer. Als Karte habe ich die Esterbauer Bikeline "Elbe-Radweg Teil 1: Von Prag nach Magdeburg" dabei. Aber das Stück von Magdeburg haben wir uns auf einen Rat von Freunden hin geschenkt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es zunächst, die Karte von hinten nach vorn durchzuarbeiten. Aber dann rollt's endlich.
Interessanter Link: http://www.jp3.de/ausstellung/vockerode/vockerode.htm Kraftwerk Elbe: Die Schornsteine wurden am 22.09.2001
gesprengt. Von Dessau aus geht es über die Mulde, einen kleinen, aber feinen Nebenfluss, durch das herrliche Landschaftsschutzgebiet und den Heideburg Forst. Unterwegs schauen wir uns eine Ausstellung im Dianen-Tempel an. Zwei nette Damen erzählen uns Details. Nicht weit entfernt fließt die Elbe. Schon sind die vier riesigen Schlote des Kraftwerks Vockerode (Foto) in Sicht. Es ist stillgelegt, aber die Anlage nimmt uns gefangen. Wir stellen uns vor, wie hier einst gearbeitet, wie Besuchergruppen stolz dieser Vorzeigebetrieb der DDR vorgeführt worden ist.
Und die Freundlichkeit der dortigen Menschen, die sich doch weitgehend erhalten hat, was wir auch später noch häufig spüren. Von Wörlitz über Coswig erreichen wir Wittenberge. Meine Ahnung, dass sich am Schiffsanleger ein Gasthaus befinden müsste, das auch genau so heißt, erweist sich (wieder einmal) als Volltreffer. Bei Wolfgang Raiszky (Tel. 0177 - 3774760) und seiner Frau finden wir eine preisgünstige Unterkunft (EZ 38 Mark) mit erstklassiger Bewirtung. Die kleinen Abstriche beim Komfort nehmen wir angesichts des Elbe-Blicks gerne in Kauf. Nach einer ausgiebigen Wittenberg-Rad-Rundfahrt mit Luthers Thesen u.s.w lassen wir den Abend mit Aretha und Dietrich aus Hannover ein wenig (zu) lange ausklingen, schlafen allerdings an diesem ruhigen Fleckchen Erde bestens. 2. Tag: Von Wittenberg nach Torgau (70 km)Mittwoch, 17. Mai 2000: Mit etwas weichen Knien radeln wir nach einem ausgiebigen Frühstück weiter Richtung Coswig, wo uns die Fähre an andere Ufer bringt.Weiter geht es Richtung Pretsch. Kurz davor, in Priesitz, müssen wir angesichts der unheimlich heiß-schwülen Witterung Apfelschorle "tanken". Gewitter im Anmarsch! Wir radeln weiter, wieder eine Fähre. Preis: eine Mark. Das Wetter macht mir Sorgen. Wir treten kräftig in die Pedalen, erreichen Torgau und finden innerhalb weniger Minuten an der Elbe eine Super-Unterkunft. Kaum haben wir unser Gepäck aufs Zimmer gebracht, lädt uns unser Gastgeber in seine Laube zu einem Pilsbier ein, was wir dankend annehmen. Nach dem ersten Glas öffnen sich die Himmelsschleusen und es gießt eine halbe Stunde lang aus allen Rohren. Anschließend: Essen gehen, Stadt besichtigen und Fussball gucken (Endspiel Uefa-Cup). Wer erscheint plötzlich? Aretha und Dierich. Sie haben das Gewitter unterwegs in einer Waldhütte überstanden. Es wird wieder ein netter Abend ... 3. Tag: Von Torgau nach Meissen (83 km)Donnerstag, 18. Mai 2000: Torgau und die Elbe im Nebel. Das Gewitter von gestern wirkt noch nach. Wir sind Optimisten und packen die Räder. Über viele kleine Dörfer geht die Fahrt. Wen treffen wir in der kleinen Elbufer-Fährhaus-Gaststätte bei Belgern? Na? Aretha und Dietrich natürlich! Der Abschied wir nochmal kurz nachgefeiert, dann geht es weiter. Gegen Mittag erreichen wir Strehla. Ganz in der Nähe, in Görzig, sind die ersten sowjetischen Truppen am Ende des 2. Weltkriegs, genau: am 24. April 1945, an der Elbe auf die Amerikaner getroffen. Und auf der inzwischen abgerissenen und durch einen Neubau ersetzte Brücke von Torgau sollen sich ja Amerikaner und Russen damals ja sogar in die Arme gefallen sein ... Vorbei an Riesa radeln wir durch viele Dörfer, manchmal mitten durch landwirtschaftliche Betriebe hindurch. Dann tauchen hinter Leutewitz die ersten Weinberge auf. Die Sächsische Weinstraße naht: das kleinste in sich geschlossene Weinanbaugebiet Deutschlands. Am Elbufer wird gearbeitet, der weg ist weich, an einer Stelle, an der ich absteigen muss, knöcheltief augeweicht. Igitt! Aber die Sonne scheint ja und trocknet Hose und Schuhe bald wieder.
Die Sächsische Weinstraße beginnt in Diesbar-Seußlitz. Einen Weintourismus wie an Rhein und Mosel erkennen wir hier auf Anhieb nicht. Die Lokale sind versteckt. Einmal nur führt uns der Weg direkt durch einen Weinberg, ansonsten geht es immer an der Elbe entlang - auf wenig befahrenen Straßen oder gut ausgebauten Wegen. Wir sind kurz vor Meissen, von wo bereits die Albrechtsburg grüßt.
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Samstag, 20. Mai: Mit dem Raddampfer geht es nach Dresden (40 Mark für 2 Personen). Eine preiswerte Möglichkeit, Dresden zu erkunden, bietet die Familienkarte der Dresdner Verkehrsbetriebe. Damit kann man den ganzen Tag Straßenbahn fahren und erhält zudem erhebliche Ermäßigungen bei Attraktionen wie der Zahnradbahn in Loschwitz. Mit Regenschirmen bewaffnet erkunden wir einen Tag lang Elbflorenz. |
Am Abend fahren wir bis Heidenau, wo uns schon Hartmut mit dem Auto erwartet. Er hat uns zum Grillen in seine Gartenlaube in Kleinsedlitz eingeladen. Unter großen Schirmen vor dem Regen beschützt, genießen wir die Bewirtung durch Hartmut und dessen Frau. Es schmeckt wieder mal erstklassig. Aber um 22 Uhr flüchten wir bei 9 Grad Celsius dann doch in die Gartenlaube zum Aufwärmen, ehe wir zurück nach Pirna fahren.
Sonntag, 21. Mai: Entlang der Elbe radeln wir auf erstklassigen Wegen entlang wunderschöner Gärten. Die Sonne scheint endlich wieder, ein bißchen schüchtern noch. Und flott geht die Fahrt über Bad Schandau nach Hrensko in Tschechien. Dort ist der Vietnamesenmarkt inzwischen völlig ausgeufert. Getränke, Zigaretten, Kleidung, CDs und Elektronik werden dort verramscht. Im Zuge der Osterweiterung ist allerdings ab 2002 Schluss damit. Wir stärken uns jedenfalls preiswert in einem Restaurant am Ende des Seitentals, ehe wir die Böhmische Schweiz in Angriff nehmen. Sieben schwere Aufstiege liegen vor uns.
Schöne Häuse wechseln mit baufälligen Gebäuden, während die Straße auf und ab führt. Stationen sind (Namen zur Vereinfachung in deutsch): Stimmersdorf, Dittersbach, Rennersdorf, Kreibitz, Daubitz, Nassendorf, Burg, Georgswalde). Einen heftigen Gewitterschauer überstehen wir in einer Ruine am Wegesrand. Leider sind die Leute in dieser Region uns nicht sehr freundlich gesonnen. Mehrfach passierte es, dass wir jemanden nach dem Weg zur Grenze fragten, aber einfach ignoriert wurden. Ein jüngeres Paar in Burk wies uns dann endlich die Richtung zum Übergang. Das Ziel so nah vor Augen, traf uns dann der nächste Hammer: Der Grenzer erklärte, dieser Übergang sei nur für LKW und wir müssten den Übergang für Fußgänger nehmen. Sieben Kilometer weiter fanden wir ihn endlich. Er war nicht einmal bewacht. Nur ein paar Vietnamesen standen dort und wollten uns Zigaretten verkaufen.
Unversehens standen wir wieder auf deutschem Boden. Bass erstaunt über die Verfahrensweise. Dass wir nicht die einzigen waren, die dort an der Grenze Tschechiens schikaniert worden sind, bestätigten uns Gäste in der "Ameise". In dieser Gaststätte in Ebersbach fanden wir eine preiswerte Unterkunft und ein deftiges Abendmahl.
Unterkunft: Gasthof und Pension Ameise in Ebersbach
An
der Spreequelle
Montag, 22. Mai: Nahe Ebersbach liegt eine der Spreequellen. Natürlich wollten wir trotz des düsteren Himmels dorthin. Denn was wäre eine Spree-Radwanderung, ohne die Quelle gesehen zu haben? Also radeln wir bergauf in den dunklen Tann, bewundern den blank polierten Stein, der die verschiedenen Spreequellen zeigt und machen uns bald auf den Rückweg. Das Wetter wird besser, unsere Stimmung steigt. Bei der Post gebe ich ein Paket nicht mehr nötigem Zeug wie schmutziger Wäsche und Prospekten/Karten auf, ehe wir mit Schwung den Spreeradweg unter die Reifen nehmen.
Unsere ADFC-Karte "Lausitz Östl. Erzgebiete) führt und sicher durch die Landschaft: meist asphaltierte Wege, kleine Dörfer, idyllische Strecken durch Wald und Feld, meist den Fluss in Sichtweite. Auch die Gastronomie unterwegs braucht sich nicht zu verstecken. Nahe eines trocken gefallenen Sees, für dessen Erhalt wir uns in der "Gaststätte am Stausee" in eine Unterschriftenliste eintragen, machen wir eine Pause. Von Sohland geht es weiter - über mehrere Hügel und Neusalza-Spremberg - nach Schirgiswalde.
Blick über Schirgiswalde
Weiter geht die flotte Fahrt über Großpostwitz nach Bautzen. Wir haben eine graue Industriestadt erwartet, doch die Stadt strahlt in frischen hellen Farben und fasziniert uns sofort. Wir finden direkt unterhalb der großen Straßenbrücke eine Unterkunft.
Bautzens Innenstadt ist wirklich sehenswert. www.bautzen.de/
Dienstag, 23. Mai: Von Bautzen fahren wir nach Norden und die Talsperre Bautzen herum, anschließend bis Klix durch ein wunderschönes Seengebiet.
Bis Uhyst reicht die Teichlandschaft des Biosphärenreservats Oberlausitz. In Uhyst kaufen wir bei Schlecker ein, die, wie die Sparkasse, in fast jedem Ort eine Filiale haben, und kehren wieder mal bei einem Bäcker ein, unserer liebsten Versorgungsstation auf Radtouren. Dort gibt's Kaffee, etwas zu Essen und Mineralwasser in kleinen, handlichen Flaschen.
Hinter Uhyst haben wir zunächst Orientierungsprobleme, da in einer Baustelle das Radwegeschild nicht zu erkennen war und geraten über einen Bahnübergang in die falsche Richtung. Doch dank Kompass am Lenker merke ich schnell den Irrtum. Wir finden den tischebenen, nagelneuen Weg und radeln entlang der riesigen Grube eines stillgelegten Braunkohlentagbaus über Bärwalde nach Weisswasser.
Nun haben wir 500 Kilometer absolviert. Genau am Gasthaus Landpartie bei der Talsperre Spremberg springt der Tacho um. Grund genug für eine Rast im Biergarten und ein nahrhaftes Hefeweizen, das nicht - wie andere Biersorten - müde macht, sondern neue Kraft verleiht. Jetzt ist es nicht mehr weit bis Cottbus.
Spree-Idyll bei Cottbus. www.cottbus.de
Wir finden eine Privatpension im Ortsteil Kiekebusch. Klaus ist müde, ich fahre noch ca. 20 km in und um Cottbus. Das Fußballstadion muss man natürlich gesehen haben. Ansonsten: sehr schöne Rückfahrt durch den Park entlang der Spree.
Mittwoch, 24. Mai: In Cottbus muss ich zunächst eine neue Karte kaufen, diesmal die Ausgabe "Brandenburg - Spreewald". Von Cottbus geht es nun westwärts Richtung Lübbenau mitten hinein in den schönen Spreewald, den ja wohl jeder durch die Fotos der Kähne kennt. Das Land ist von unzähligen Kanälen durchzogen, an deren Ufern sich tadellos radeln lässt. Nur ins Unterholz sollte man auch in äußerst dringenden Fällen nicht gehen. Im Spreewald sind nicht nur die Gurken etwas größer, auch die Mücken, und die greifen gleich in größeren Geschwadern an. Über den kleinen Inselort Leipe - preiswert ist die dortige Dorfkneipe, wo man auch etwas Zünftiges zu Essen bekommt - radeln wir nach Lübbenau, schauen uns die Stadt an und machen uns schließlich auf zum Zielort Lübben.
www.spreewald.de -- www.luebben.de
Diese neuntägige Radtour mit 587 km Länge zusätzlich der Fahrten am Ort kam mir vor wie sechs Wochen Urlaub. Wir haben in so kurzer Zeit so viel erlebt, wie man es nur auf einer Radtour erleben kann. Aus diesem Grund kommt eine andere Art von Urlaub bei uns nur in Frage, wenn wir nicht mehr aufs Rad kommen. Wer Natur hautnah erleben und fremde Menschen kennen lernen möchte, hat als Radfahrer dazu die besten Voraussetzungen.
Benutzter Radwanderführer: Elbe-Radweg Teil 1 Von Prag nach Magdeburg (480km); 1:75.000, Ortspläne, Übernachtungsverzeichnis, 112 Seiten, DM 22.80 (EUR 11.65), öS 158.–, sFr 21.–, ISBN 3-85000-030-3
www.gerpics.de - die Bilddatenbank für Reisebilder
Karten & Bücher: www.fahrradbuecher.de
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Leider wurde die Interregio-Verbindung Cottbus-Hannover von der "radfahrer-freundlichen" Bahn eingestellt - wie viele andere solcher Verbindungen auch. Man ist halt nicht auf die paar hunderttausend Radfahrer angewiesen ... |

DVD zum Elberadweg - Infos und Bestellmöglichkeit HIER

In Dessau ging's los, nicht ohne vorher noch das Bauhaus zu besichtigen. Diese schöne Elbe-Karte wird kostenlos verteilt. Herausgeber: VSR Verlag Baalsdorf/Leipzig.

Dianentempel kurz vor Vockerode an der Elbe.

Wörlitz: Baukunst und Natur in seltener Eintracht.

Bäume und Wasser - Wörlitz muss man gesehen haben.

Elbfähre Coswig - eine von vielen Überfahrten.

Fähren begleiten unseren Weg. Der Preis ist human.

Elbe bei Torgau.

Klasse Unterkunft: Gotthardt in Torgau.

Schönes Städtchen: Strehla. Der Weg zum Schloss ist uns zu steil. Am Marktplatz gibt es eine Pizza.

Klaus kurz vor Meissen - eine dünn besiedelte Gegend.

Zimmer mit Aussicht: Karpfenschänke bei Meissen.

Fähre Coswig.

Regenpause in Dresden-Übigau.

Die Frauenkirche im Mai 2000.

Die kleine Kirche am Elbeufer, die auch das Titelbild unseres Radwanderführers ziert.

Eine Fahrt mit dem Raddampfer ist natürlich Pflicht.

Blick auf Pirnas Elbufer von der alten Brücke aus.

Sieben schwere Steigungen bei der Durchquerung der Böhmischen Schweiz schaffen uns.

In Tschechien ist noch ein großer Nachholbedarf in Sachen Renovierung.

Der Blick aus dem "Ameisen"-Fenster Richtung Tschechien: In dieser herrlichen Landschaft sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht.


Düsters war's im Wald bei der Spreequelle.

Spreebrücke mit Wehr.

Deutsch und Sorbisch: Die Straßenschilder sind zweisprachig.

Übernachtung ab 50 DM. Tel. 03591 / 48960

Stillgelegter Braunkohlentagebau bei Weisswasser.

Gelegentlich tangieren wir auch den berühmten Gurken-Radweg.

Hier lässt sich trefflich radeln.

Eine Kahnpartie gehört zum Pflichtprogramm.

Einer der wenigen Sandwege am Ende unserer Tour kann den Gesamteindruck des Spreeradwegs nicht trüben: erste Sahne!