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Autor: Dieter Hurcks Copyright 5/2016

Von Holzminden/Weser nach Einbeck. 
Der ehemalige Westfalenradweg R1 ist jetzt Teilstück des gleichnamigen Europaradwegs R1 und in Deutschland deckungsgleich mit der D-Route 3 des  geplanten deutschlandweiten Fernradwegenetzes. Ein Erfahrungsbericht über den Abschnitt von Holzminden nach Einbeck! Teil 2 - Teil 4 - Übersicht D-Route 3

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Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Auf der D-Route 3 quer
durch Deutschland (3)

Von der Weser an die Leine
 
Diese Etappe einer Tour auf der 965 Kilometer lange D-Route 3 führt von der Stadt der Düfte, Holzminden an der Weser, nach Einbeck, der niedersächsischen Bier- und Fachwerkstadt am Leine-Heide-Radweg.

Holzminden-Bevern-Stadtoldendorf-Einbeck

Holzmindens ehemalige Jugendherberge mit dem markanten Fachwerkturm, die direkt neben der Weserbrücke lag, ist heute ein Hotel, von wo aus wir links in die Stadt einbiegen. Der heimelige Marktplatz mit einem Hauch mediterranen Flairs lädt zum Verweilen ein, einige Restaurants bieten die Möglichkeit, sich für die Weiterfahrt zu stärken.

Am Kopfende des Marktplatzes befindet sich eine der „Duftsteelen“. Diese weisen auf Holzmindens Status als das Zentrum der deutschen Duft- und Geschmackstoffindustrie hin. 2003 entstand nämlich durch die Fusion der Firmen Dragoco Gerberding & Co AG und der Haarmann & Reimer GmbH das Unternehmen Symrise. Es ist in mehr als 35 Ländern vertreten und beschäftigte zum 31. Dezember 2011 weltweit 5.434 Mitarbeiter.

Deshalb hat sich Holzminden – die „Stadt der Düfte und Aromen“ – bei der Präsentation seiner Zeugnisse der Geschichte auch auf dieses Thema bezogen. An 15 Duftstelen werden dem Besucher und den Bürgern sowohl interessante Informationen zum jeweiligen Standort wie auch über Düfte und Aromen vermittelt. Besonders ist aber nicht nur der Informationsgehalt, sondern auch die Art und Weise der Präsentation, denn Sie können die Stadt Holzminden „Immer der Nase nach“ erkunden. Jede Duftstele ist mit einem speziellen Duftstoff ausgestattet, der in einer besonderen Beziehung zur Produktion der Firma Symrise steht.

Unbedingt anschauen sollte man sich auch das hohe Torhaus in der Hinteren Straße: das Reichspräsidentenhaus. Hier erklingen nach der Uhr im Glockenspiel beliebte Melodien. Auf seiner nach außen gerichteten Seite kann man zu bestimmten Zeiten die Figuren des Meisterumzuges der Fachhochschulabsolventen vorüberziehen sehen. Quelle und mehr

Von Holzminden aus sollte man zunächst dem Weserradweg Richtung Bodenwerder folgen und nicht der (noch) neben einer verkehrsreichen Straße verlaufenden D-Route 3. Nach etwa drei Kilometern weist rechts des Weges ein Schild den Weg zum Flecken Bevern und zu dessen Schloss.

Eingang zum Schlosshof

Schloss Bevern

Das vierflügelige Schloss Bevern, das von 1603 bis 1612 durch Statius von Münchhausen im Baustil der Weserrenaissance errichtet wurde, feierte 2012 Jubiläum, u.a. mit der Ausstellung „Bist du nicht artig, kommst du nach Bevern“. Hinter diesem noch heute im Weserbergland geläufigen Ausspruch verbirgt sich die Tatsache, dass das Schloss eine Zeitlang Internierungsort für schwer Erziehbare und andere unliebsame Mitbürger war, die hier zu gottesfürchtigen Untertanen umerzogen wurden. Heute ist das Schloss u.a. ein bedeutender Ort internationaler Archäologie-Ausstellungen.

Vor allem im Inneren des Schlosses, das bei der Übernahme durch den Landkreis Holzminden 1981 in einem bedenklichen Zustand war, haben Restauratoren schon eine Menge geleistet. Eine Führung lohnt sich auf jeden Fall, da man hierbei sehr schön das Typische des Baustils und der Bauweise sowie des Materialeinsatzes erkennen kann. Sehr schön sind die blau-weißen Ornamente an den Außenwänden.

Die „Perle der Weserrenaissance“ war übrigens auch einmal SA-Sportschule und danach unter den Amerikanern Camp für Displaced Persons (unliebsame Personen).

Das Jubiläumsjahr wird mit Ausstellungen und vielen kulturellen Veranstaltungen sowie einer nächtlichen Licht- und Klang-Installation begangen. Das Schloss zählt zur „Erlebniswelt Renaissance“. Mit dem Einsatz von Audiotechnik wird Geschichte lebendig. So erzählt Statius selbst von seinem bewegten Leben (1555-1633). Er war einer der Reichsten seiner Zeit, bis seine Erfolgsgeschichte jäh in einem spektakulären Konkurs endete: Statius wurde Opfer der Falschmünzerei jener Zeit. mehr

 

In die Braustadt Einbeck

Wer von einem Flusstal per Fahrrad in das benachbarte Tal fährt, kennt das: heftige Steigungen und rasante Abfahrten wechseln sich ab. So auch auf dem Weg von der Weser zur Leine. Vom Schloss Bevern führt die D-Route 3 über Arholzen und Deensen zuächst nach Stadtoldendorf (ca. 14 km), das zur Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf gehört und rund 16.000 Einwohner zählt. Eine Broschüre mit den Sehenswürdigkeiten lässt sich als PDF-Datei von der Homepage herunter laden. Quelle und mehr

Nicht nur die Steigungen machen dem Radler hier zu schaffen, er muss auch höllisch aufpassen, sich nicht zu verfahren. Nach weiteren 26 km Strecke taucht dann endlich Einbeck mit seinem dreitürmigen Rathaus und den oft ganze Straßenzüge bildenden rund 400 farbenprächtigen, restaurierten und oft reich verzierten Fachwerkhäusern auf.

Einbeck ist nicht nur die Urheimat des Bockbiers, sondern gilt daher als eine der schönsten Fachwerkstädte Deutschlands, ein Kleinod mittelalterlicher Stadtbaukunst. Die meisten Häuser wurden nach dem großen Stadtbrand von 1540 errichtet, darunter auch die Ratsapotheke von 1590, das Brodhaus von 1552 und die gotische Münsterkirche. Optisch herausragend ist natürlich das Alte Rathaus von 1540, das das Heimatmuseum beherbergt. Diverse Ausstellungen sind hier präsent, besonders attraktiv die Fahrradausstellung und die Schau zum Thema Bier. Die meisten Räder wurden vom einst hier produzierenden Fahrradhersteller Heidemann gestiftet. Fahrradmuseen

Neben historischen Fahrrädern und der technischen und kulturgeschichtlichen Entwicklung der Zweiräder vom elitären Sportinstrument zum Massenfortbewegungsmittel gibt es auch viele Stationen zum Mitmachen. So können etwa an einem speziell eingestellten Hometrainer die berühmtesten Anstiege der „Tour de France“ nachempfunden werden.

 

Erfindung des Bockbieres

Beherrschend ist jedoch das Thema Bier, obwohl die Einbecker Brauerei heute mit 200.000 Hektolitern Jahresproduktion zu den Kleineren der Branche gehört. Umso beachtenswerter ist ihre Geschichte. Die Einbecker Brauer erfanden im 13. Jahrhundert die Methode, das schnell verderbende Getränk durch Hopfung geschmacklich anzureichern und haltbarer zu machen, so dass es sogar bis nach Bayern exportiert werden konnte: das „Ainpöckisch Bier“. Bald darauf war das „Bockbier“ in aller Munde.

Im Stadtmuseum finden Besucher auch die interaktive und unterhaltsame Bockbier-Abteilung. Dort gibt es Deutschlands ältestes Bierfass zu entdecken. Besucher erfahren, was es mit einem „Bierkränzchen“ auf sich hat und wieso ein Braukessel in der Stadt, die im 17. Jahrhundert 723 brauberechtigte Häuser in ihren Mauern beherbergte, sogar zur Mitgift gehörte. Wer noch mehr über das Bier und seine Bedeutung für die Stadt erfahren will, kann sein Wissen genussvoll bei einer Bierprobe oder einem Bierdiplom erweitern.

Unter den Einbecker Unternehmen nimmt die KWS-Kleinwanzlebener Saatzucht AG eine herausragende Stellung ein, die weltweit zur Spitzengruppe der Pflanzenzuchtunternehmen gehört.

Der PS-Speicher in Einbeck

Eine recht neue Attraktion ist der PS-Speicher, in dem die Geschichte der Motorfahrzeuge dokumentiert ist. 

Wer die Umgebung Einbecks per Fahrrad erkunden möchte, erhält dafür eine kostenfreie Radkarte bei www.einbeck-tourismus.de, Tel. 05561 3131910. Dort können auch Stadtführungen gebucht werden. Es lohnt sich!

Teil 4: Von Einbeck nach Berlin - Teil 2

Weiterer Verlauf der D-Route 3

Die D-Route 3 verläuft ab Einbeck zunächst über Volksen nach Kreiensen und biegt dann in den Harz ab, wo sie auf dem Harzrundweg weiter bis nach Goslar führt. Wer die nächste ziemlich bergige Etappe in Angriff nimmt, wird Städte wie Bad Harzburg, Wernigerode, Blankenburg, Thale und Quedlinburg erleben können. Mehr über diese besonders im goldenen Herbst sehr reizvolle Tour auf dem Harzrundweg finden Sie HIER

Informationen über sämtliche Etappen der D-Route 3 sind HIER zusammengefasst. zurück zu Folge 2

Links

Informationen rund um den Weserradweg gibt es unter www.weserbergland-tourismus.de. Dort kann auch das kostenfreie Serviceheft zum Weserradweg bestellt werden (Spende erbeten). Tel. 05151 93000.


Radwanderführer

 

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Spickzettel
siehe Seite 1


Holzminden - Blick von der Weserbrücke

Die ehemalige Jugendherberge neben der Weserbrücke ist heute ein Hotel.

Das Reichspräsidentenhaus

Holzminden ist bekannt als "Stadt der Düfte".

Weserrenaissance pur: Schloss Bevern.

Die D-Route 3 ist teilweise mit komfortablen Schutzhütten und Informationstafeln ausgestattet.

Ortseingang Stadtoldendorf

Die Fachwerkstadt im niedersächsischen Einbeck ...

... bietet als eine Attraktion ein Fahrradmuseum.

Auch dem Bockbier ist eine Abteilung gewidmet.

Ein Besuch im Städtischen Museum lohnt sich.

Einbecker Fachwerkstraße im Abendlicht.



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