Die
Deutsche Fußball-Route wurde zu Pfingsten 2010 mit einem großen Fest
in der Gelsenkirchener Glückauf-Kampfbahn eröffnet und verbindet
seitdem als Ferienstraße für Radfahrer und Automobilisten mit vielen
Schlenkern durch die vielfältigen Landschaften Nordrhein-Westfalens die
Eifel im Westen und Ostwestfalen an der Grenze zu Niedersachsen. An den
Endpunkten liegen zwei traditionsreiche Fußballarenen: der Aachener
Tivoli und die Bielefelder Alm. Am Wege liegen aber auch viele
Erinnerungsorte des Fußballsports. Machen wir uns also daran, unsere
800 km lange Radtour über zehn Tage zu planen und vorzubereiten.
Start oder Ziel - je nach
Fahrtrichtung - ist am Aachener Dom. Quelle: DFR
Info-Tafeln wie hier vor dem
Kölner Dom sollen dem Radler helfen, sich zu orientieren.
Quelle: DFR
Aachener Tivoli
Kölner Rhein-Energie-Stadion
Borussiapark
Mönchengladbach
Grutenburg-Kampfbahn
Krefeld
Trailer bei YouTube
Radeltipps vom Praktiker am
Beispiel „Deutsche Fußball-Route NRW“
Erste
Hilfe verspricht man sich zu Beginn der Tourenplanung natürlich von der
„offiziellen Homepage“ des Deutsche Fußballroute NRW e.V. Doch
leider macht die Website www.dfr-nrw.de
auf den ersten Blick einen etwas unaufgeräumten Eindruck. Jedenfalls
habe ich dort weder auf Anhieb eine bezahlbare Unterkunft gefunden noch
eine Kilometrierung der Gesamtstrecke. Diverse Werbe- und
–sponsorenbanner erschlagen den Inhalt zusätzlich.
Verbesserungsfähig Erst wer ganz genau
hinschaut, findet in der Rubrik „Route & Touren“ im roten Balken
einen kleinen Link „Fahrrad“ und dort einen Link zum Beispiel zum
Streckenverlauf. Unter www.dfr-nrw.de/Streckenverlauf.45.0.html
gibt es dann als erstes die Etappe „Von Aachen via Düren und Kerpen
nach Köln (5 Karten)“ – aber keine Entfernungsangaben. Klickt man
auf diese Karten, heißt es jeweils „File not found“, also: Datei
nicht gefunden.
Doch
dann geht es aufwärts: Bei der Etappe Köln-Leverkusen sind immerhin 20
km angegeben, bei Leverkusen-Mönchengladbach sind es 74 km. Hier wird
die Karte tatsächlich als PDF angezeigt. Sogar GPS-Tracks der
Gesamtstrecke Aachen-Bielefeld und
umgekehrt kann man sich hier herunterladen. Sicherlich dürften die
genannten Anfangsprobleme (August 2011) bald behoben sein.
BVA-Radwanderkarte Aber eine Karte habe ich ja:
den Radwanderführer der BVA, der in einem Beiheft auch Quartiere
ausweist und jede Menge Zusatzinformationen liefert. Auch die Adressen der
Touristenorganisationen findet man dort. Will man als Radler nicht
die von ADFC Bett & Bike vielfach gelisteten teuren Hotels buchen,
sondern lieber in preiswerteren Privatzimmern nächtigen, heißt es auf eigene Faust
zu recherchieren. Und tatsächlich lassen sich sowohl in Aachen als auch
in Köln und den anderen Übernachtungsorten günstig gelegene preiswerte Privatzimmer und Pensionen
ermitteln. Eine große Portion Hartnäckigkeit und Geduld ist dafür
allerdings vonnöten.
Immerhin
müssen, will man vor Antritt der Tour seine Quartiere sicher haben und
nicht unterwegs lange Zeit mit dem Suchen verbringen, je nach
Tagesdistanz für die 800 km zehn bis zwölf Quartiere gesucht und
gebucht werden. Alternativ bliebe die Aufteilung der Gesamtstrecke in
zwei oder mehr Radelunternehmungen. Oft hält hierzulande ja das Wetter
auch nicht länger als eine Woche ohne Regen. Und wer möchte schon beim Radeln von oben nass werden? --> Kleidungstipps
Unterkünfte
suchen Wenn ich eine Tour plane,
schaue ich mir zunächst die Höhenlinien auf der Karte an. Manche
Radwanderführer bieten auch Höhenprofile, anhand derer man die
Schwierigkeit der Strecke erahnen und danach die Länge der Tagesetappe
am ehesten einschätzen kann. Nur den Wind vermag niemand vorauszusagen.
Traue
ich mir etwa 90 km zu, schaue ich in dieser Distanz nach Ortschaften mit
Unterkünften. Das klappt im dicht besiedelten Deutschland durchweg ganz
gut. Plus/minus 10 km muss man halt manchmal in Kauf nehmen. Da ich seit
April 2010 für lange Strecken mit viel Gepäck ein Pedelec benutze
(siehe Erfahrungsbericht), kann ich auch möglichen ganztägigen
Gegenwind in der Regel ausgleichen und so mein gebuchtes Quartier
trotzdem erreichen.
Der
Ort ist also gefunden, nun muss ein Quartier gesucht werden. In vielen
meiner Radreisereportagen und Erfahrungsberichte sind bereits
Quartierhinweise mit Adressen und Lageskizzen (Google Maps) integriert.
Wer eine solche Tour wie etwa den Moselradweg nachfahren möchte, kann
„buchen ohne zu suchen“.
Ansonsten
heißt es: im Internet recherchieren. Es gibt viele Quellen, wo man fündig
werden kann. Doch das ist meistens sehr zeitaufwendig. Man kann auch von
den Touristenbüros und Verkehrsvereinen Broschüren mit den Gastgebern
anfordern und als Gegenleistung ein paar Euros als Kostenanteil überweisen.
Der höchste Punkt ist im
Hürtgenwald zu bezwingen.
Windrichtung beachten
Dann kann es also ans Packen
gehen und an das Buchen der Eisanbahnfahrkarten zu einem der Startorte:
bei Westwind nach Aachen, bei Ostwind nach Bielefeld. Aber bedenken Sie:
Die Strecke macht so viele Schlenker, dass die gewählte
Hauptwindrichtung längst nicht durchgehend Rückenwind bedeutet. Und
einige Steigungen sind auch zu bewältigen, wie das Höhenprofil
aus dem Tourguide zeigt.
Nun
fehlt also nur noch für zehn bis zwölf Tage gutes Wetter, dann kann es losgehen!
Hintergrund
und Stationen der Deutschen Fußball Route
Stationen der Deutschen Fußball Route sind neben den bekannten
Locations in Gelsenkirchen (Veltins Arena, Glückaufkampfbahn, Schalke
Museum) oder Dortmund (Signal-Iduna-Arena, Borusseum, Brosigplatz) auch
weniger bekannte Orte, z.B. der Bolzplatz in Bergheim, auf dem Lukas
Podolski das Fußballspielen gelernt hat. Die WM-Endspiel-Schuhe des
brasilianischen Superstars Pelé, die der damals zehnjährige Klaus Rahe
aus Versmold über einen Wettbewerb bekommen hat. Oder das alte
Stinnes-Stadion in Essen, in dem 1956 das erste Länderspiel der
deutschen Frauennationalmannschaft stattfand – ohne Erlaubnis des DFB!
Gregor Gdawietz, der Erfinder der Deutschen Fußballroute NRW,
beschreibt sein Baby so: „Die deutsche Fußballroute ist eine
touristische Ferienstraße in Städten Nordrhein-Westfalens, die Fußballgeschichte
geschrieben haben. Und eine solche Fußballroute kann nur in
Nordrhein-Westfalen glaubhaft rübergebracht werden, weil wir hier die
größte Dichte an Bundesligisten haben, an Stadien, an Fußballgeschichte.“
Die Route gibt einfache Antworten auf Fragen wie diese: Was haben
Spielerlegenden wie Bernard Dietz, Rudi Völler, Günter Netzer, Otto
Rehhagel, Andreas Möller oder „Stan“ Libuda mit dem Wasserschloss
Nordkirchen, dem Kölner Dom, dem Münsteraner Rathaus, dem Borsigplatz,
der Sparrenburg, der Kartbahn von Michael Schumacher oder dem
Landschaftspark Nord in Duisburg zu schaffen?
Zur
Rezeptur beider touristischer Routen gehören … - professionelle Ausschilderung der Rad- und der Autorouten
- 90 Erlebnispunkte und Erzählstationen an touristischen Sehenswürdigkeiten
und Fußballstätten sowie DFR-aktiv Orte
- besondere Stadtrundfahrten „mit Ballkultur“ in vorerst 6 DFR-Städten
(in jeder Stadt hat DFR bereits im Jahr 2006 jeweils
11 „lokale“ Erzählorte ausgeschildert)
- audio-visuelles Gästeinformationssystem für diverse Endgeräte (u.a.
i-phone)
- Touringpaket 2010 „FREISPIEL“, u.a. mit Radwanderkarte, Freizeit-
und Planungskarte, Städteguide, exklusivem Sammelalbum
„Jahrhundert-Elf“.
Wer
sich für eine Stadt ganz besonders interessiert, kann sich einen von 15
Städteguides bestellen. Hier sind sie: www.dfr-nrw.de/Staedteguide.115.0.html
Mehr zur Fußball-Route bei Wikipedia
Die Deutsche
Fußball Route NRW wurde vom WFLV
im Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Nordrhein-Westfalen
Tourismus e.V. nach einer Idee von Dr. Gregor Gdawietz, Geschäftsführer
des WFLV, entwickelt. Grundidee dieser Route war, 15 Städte in
Nordrhein-Westfalen auszuwählen, deren Vereine im Bereich des Fußballes
nationale oder internationale Bekanntheit erlangt haben, so dass eine
geführte Tour durch Nordrhein-Westfalen entsteht.
In den einzelnen
Städten wiederum wird die Geschichte des Heimatvereins anhand von elf,
an für den Verein wichtigen Plätzen angebrachten, Informationstafeln
erläutert. Auch die Bedeutung des Platzes für den Verein selbst ist
auf den Tafeln aufgeführt. Weiterführende Informationen zum Verein und
der Stadt bieten kostenlose, in den Touristeninformationen erhältliche,
Broschüren. Zu allen 15 Städten sind darüber hinaus ausführliche Städteguides
zur Deutschen Fußball Route NRWim Meyer & Meyer Verlag
erschienen. Zum Preis von 6,95 Euro sind sie im Buchhandel erhältlich.
Neben der
Darstellung des Fußballes in NRW ist auch die Förderung des Tourismus
ein Anliegen dieser Deutschen Fußball Route NRW. Michael
Vesper, damaliger Sportminister
Nordrhein-Westfalens, sagte zum Punkt der Tourismusförderung, dass
diese Route für Nordrhein-Westfalen „so etwas wie die Weinstraße
für Rheinland-Pfalz“[1]
werden wird. Um diese Förderung zu erreichen, wurden die 11 ausgewählten
Plätze mit den örtlichen touristischen Angeboten verknüpft.
Die Deutsche
Fußball Route NRW wurde am 15. Juni 2005 im Rahmen des Confederations-Cup
2005 mit ihrer ersten Station in Köln durch Oberbürgermeister Fritz
Schramma und Verbandspräsident Hermann
Korfmacher eröffnet. Im Laufe eines Jahres wurden die restlichen 14
Stationen der Route eröffnet, letzte Station war am 8. Juni 2006
Aachen.
"Die
Route gibt einfache Antworten auf Fragen wie diese: Was haben
Spielerlegenden wie Bernard Dietz, Rudi Völler, Günter Netzer, Otto
Rehhagel, Andreas Möller oder „Stan“ Libuda mit dem Wasserschloss
Nordkirchen, dem Kölner Dom, dem Münsteraner Rathaus, dem Borsigplatz,
der Sparrenburg, der Kartbahn von Michael Schumacher oder dem
Landschaftspark Nord in Duisburg zu schaffen?"
Dieser Tourguide liegt dem
BVA-Radwanderführer bei. Er bietet viele wichtige Zusatzinformationen
zur Fußball-Route. So ist zu lesen, dass 90 Prozent der Route gut bis
sehr gut zu befahren sind 70 Prozent der Wege eine asphaltierte
Oberfläche besitzen. Auch
die Fußballerlebnispunkte sind hier aufgelistet.
Im Anhang gibt es Adressen von
Campingplätzen, Gruppenunterkünften, Fahrrad-Service, Hotels und
Bett-und-Bike-Betrieben.