Radtouren A bis Z - Fahrradbücher - Fahrrad-DVDs - FahrradwitzeLinks - Bahn + Rad - Recht + Gesetz - E-Bike - Home

Autor: Dieter Hurcks Copyright 8/2011

Deutsche Fußball-Route: Von Aachen kreuz & quer durch Nordrhein-Westfalen nach Bielefeld. 
Die "Deutsche Fußball Route NRW" beginnt in der Kaiserstadt Aachen und endet in Bielefeld am Teutoburger Wald. Die Gesamtstrecke beträgt rund 800 km. Der erste Block beschreibt die 430-km-Tour von Aachen über Köln, Mönchengladbach, Düsseldorf und Wuppertal nach Hattingen an der Ruhr. Übersicht - Teil 1 Aachen-Viersen - Teil 3 Hattingen-Essen

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Deutsche Fußball-Route NRW (Teil 2)

Von Viersen bei Mönchengladbach über Düsseldorf und Wuppertal geht es nun weiter nach Hattingen an der Ruhr.

Die Deutsche Fußball-Route NRW erstreckt sich über rund 800 km zwischen Aachen und Bielefeld – vom „Tivoli“ zur „Alm“. Aber auch wer mit Fußball nichts am Hut hat, lernt auf dieser Radelstrecke die ganze Vielfalt dieses bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes kennen.


Tag 3: Viersen-Düsseldorf

8 Uhr in Viersen-Dülken. Nach dem schweren Unwetter am Vorabend mag der Himmel noch nicht wieder lachen. Als ich zum Frühstücken gehe, nieselt es. Doch oh Wunder: Bei meinem Start in einen neuen Radeltag pünktlich um 9 Uhr hört es auf. Am Himmel zeigen sich schon weiße Wolken im grauen Einerlei - der Beginn eines am Abend sonnigen Augusttages.

Von Dülken finde ich schnell zurück nach Viersen und erreiche beim Bahnhof wieder die Deutsche Fußball-Route NRW. Inzwischen weiß ich ja, dass man die auf den Schildern mit dem unter gehängten Logo der Fußballroute abgegeben Ortsnamen am besten ignoriert. Sie irritieren nämlich meistens nur, weil sie oft gar nicht an dieser Route liegen und folglich auch nicht auf den Karten des Radwanderführer zu finden sind.

So finde ich diesmal dank der lückenlosen Beschilderung schnell aus dem Ort und genieße bei der Clörather Mühle schon wieder die  freie Landschaft. In Anrath ist eine Umleitung mit nur geringem Umweg ausgeschildert. Zwischen übermannshohem Mais, manchmal beidseitig des Weges, passiere ich Tönisforst südlich, durchquere den Forstwald und radle parallel zur Museumsbahn „Schluff“ gen Krefeld. Dort führt eine Fahrradstraße direkt in die Innenstadt. Prima!

Nach der Proviantergänzung in einem Obstladen habe ich dann allerdings Probleme, die Ausfahrt aus der Stadt zu finden. Nach ein paar Haken und Rückfragen bei Passanten finde ich dann die DFR NRW wieder: Sie führt mich direkt zur Krefelder Grotenburg-Kampfbahn direkt neben dem Krefelder Zoo. Der Weg zwischen beiden Einrichtungen liegt etwas versteckt zwischen Büschen und ist aufgrund des nächtlichen Regens ziemlich "tief". Diese Arena, die heute weniger martialisch nur noch Grotenburg-Stadion heißt, hat zu glorreichen Uerdinger Zeiten manche heiße Fußballschlacht erlebt.

Legendäres Fußballspiel

Welcher ältere Fußballfan erinnert sich nicht noch an dieses unvergessliche Spiel: 19. März 1986: FC Bayer 05 Uerdingen - Dynamo Dresden 7:3 - (Europapokal der Pokalsieger 1985/86-Viertelfinale). Das Hinspiel hatte Uerdingen 0:2 verloren. Nach einem 1:3-Pausenstand konnte das Spiel in einer legendären zweiten Spielhälfte noch gedreht werden. Statt der notwendigen fünf Tore wurden in der zweiten Halbzeit sogar sechs Treffer erzielt. Mehr als 200 Journalisten, Spieler und Trainer wählten diese deutsch-deutsche Begegnung im Januar 2007 bei einer Umfrage des Magazins 11 Freunde zum größten Fußballspiel aller Zeiten.

Bei Wikipedia lesen wir weiter: "Erbaut wurde das Stadion im Jahr 1927. Viele Jahre fasste es 18.000 Zuschauer, im Jahr 1975 erfolgte der Bau der "Neuen Tribüne", der heutigen Südtribüne. Die kombinierte Steh- und Sitzplatztribüne fasste 4000 Zuschauer, so dass die Gesamtkapazität der Grotenburg auf 22.000 Zuschauer anstieg." Quelle und mehr

Weiter geht es - ein ganzes Stück entlang der Straßenbahngleise - nach Linn. Die wegweisenden Pfeile sind zum Teil alt und verblichen. Man muss schon mehrmals hinschauen, manchmal auch anhalten. Die Durchfahrt durch Linn lohnt sich. Ein markantes Fotomotiv gibt die Burg Linn ab. Diese Wasserburg geht auf einen Wohn- und Wehrturm der Edelherren Otto und seines Bruders Gerlachus von Lynn zurück, der im 12. Jahrhundert an dieser Stelle aus Tuffstein und Kiesel errichtet wurde. Quelle und mehr

Danach geht es in die freie Landschaft. Einige Kilometer weiter sieht man von der Autobahnbrücke der A 57 eine schöne Mühle. Der ausgewiesene Weg führt leider nicht direkt dorthin.

Hinter Meerbusch-Ossum quert der Radweg das Naturschutzgebiet Buersbach. In der Ferne sieht man schon die fast pausenlos vom Düsseldorfer Flughafen startenden Flieger am Himmel. Kurz darauf, in Lank-Latum, taucht erstmals Düsseldorf auf den Radwegweisern auf: nur noch 14 km. Ich habe dort 44 km zurück gelegt, komme aber bei Ankunft im Hotel in Bilk doch noch auf 70 Tageskilometer. Nach dem gestrigen sehr anstrengenden Tag bin ich froh, dass es nicht mehr Kilometer sind und ich endlich Zeit habe, diesen Bericht zu schreiben.

Vom Rheinradweg kenne ich das Längster Fährhaus gegenüber von Kaiserswerth, wo man gemütlich sitzen und bei einer hervorragenden Roten Grütze (4,80 Euro) den Schiffsverkehr auf Deutschlands größtem Strom beobachten kann. Per Fähre setze ich nach der ausgedehnten Pause über (1,80 Euro inkl. Fahrrad), schaue mir die Kaiserpfalz an und den lang gezogenen Kaiserswerther Markt. Der im RWF beschriebenen „Berliner Imbiss“, wo angeblich die italienischen Nationalspieler 2006 die deutsche Currywurst lieben gelernt haben, bietet ansonsten nichts Spektakuläres.

Über Kaiserswerth ist bei Wikipedia zu lesen: "Direkt am Rheinstrom und auf halbem Wege zwischen Düsseldorf und Duisburg liegt die ehemalige Reichsstadt Kaiserswerth. Der Rhein macht hier einen flachen Bogen, so dass der Fluss gut 13 Kilometer überblickt werden kann. Das 4,71 km² große Kaiserswerth liegt etwa 8 km vom Stadtzentrum Düsseldorfs entfernt und hat 7.897 Einwohner (Stand 31. Oktober 2007). Nach der Besiedlungszeit ist Kaiserswerth der älteste urkundlich nachweisbare Stadtteil von Düsseldorf." Quelle und mehr

Spektakulärer als der Berliner Imbiss wirkt da schon die neue Düsseldorfer Fußballarena, die linker Hand auftaucht. Ein asphaltierten, aber nicht beschilderter Weg, führt nach 1,7 km direkt an den Nordeingang der Esprit-Arena. Entlang des Stadions kommt man zur Messe und wieder ans Rheinufer. Auf dem Uferradweg radelt es sich nun genüsslich, immer mit Blick auf den Strom und die Düsseldorf-Neusser-Skyline, dem Tagesziel entgegen. Der Weg nach Bilk führt entweder durch die Altstadt oder noch ein ganzes Stück am Rheinufer entlang. Mein Hotel (sehr empfehlenswert) liegt an der Merowinger Straße strategisch günstig zur Deutschen Fußball-Route NRW, wie ich am nächsten Morgen feststellen kann.


 

Tag 4: Düsseldorf-Hattingen

Die Ausfahrt über die Merowinger Straße in Bilk gestaltet sich unproblematisch. Die Beschilderung ist gut, Radler kennen sich aus und geben exakte Routenangaben, so dass ich schon nach 3,8 km kurz vor der Autobahn 46 das erste Schild mit dem DFR-Logo finde. Nur an der großen Kreuzung in Eller muss ich lange zweifeln, bis ich dank scharfer Brille genau gegenüber den Radwegweiser entdecke, der nach Osten zeigt. Neben der Autobahn geht es durchs Grüne und an der Eisenbahnlinie entlang unter der BAB nach Reisholz. Leider sind die Radwegweiser oft überklebt, verdreckt, verblichen oder versteckt aufgestellt, so dass es bisweilen schon kriminologischer Fähigkeiten bedarf, auf der richtigen Fährte zu bleiben. 

Manchmal fehlen Wegweiser auch ganz! Beispielsweise auf der Stendaler Straße kurz hinter "In der Donk" in Reisholz, wo man nach links in die Altenbrückenstraße abzweigen muss.

Holzfäller-Skulptur im Staatsforst.

Schön ist die Waldpassage durch den Staatsforst zum südlich des Unterbacher Sees gelegenen Elbsee. Unterwegs passiert man die Skulptur eines Holzfällers. In Meide weist ein Schild in die Büsche, wo es auch tatsächlich einen Weg gibt, den ich guten Mutes benutze, der allerdings in einer Sackgasse endet. Wer stellt nur diese Schilder so deplaziert auf? Karte Google Maps

Als Radler muss man trotzdem den rechten Pfad finden. Neue Zielangabe auf den Schildern ist jetzt zunächst Erkrath. Neben der Bergischen Allee ist der Radweg fast zugewachsen und holprig. Die schnell wiedergefundene richtige Route führt nun unter der Autobahn 3 hindurch und schwenkt nach Norden gen Hochdahl. Neben einer verkehrsreichen Straße ist der Radweg halb zugewachsen. Zum Glück biegt er bald in den Wald ab und verläuft dann auf Nebenstraßen.

Ab in die Berge und ins Neandertal

Nach Hochdahl geht es heftig und ziemlich lange bergauf. Den Sinn des Namens "Hoch über dem Tal" verspürt der Radler in den Waden. Hinter dem Bahnhof Hochdahl beginnt die Abfahrt ins Neandertal. Dort gibt es allerhand Interessantes zu entdecken wie etwa das Neandertal-Museum.

Bei Wikipedia ist zu lesen: "Das Neandertal, bis in das frühe 19. Jahrhundert überwiegend als das Gesteins bezeichnet, ist ein weitgehend unbebauter Talabschnitt der Düssel im niederbergischen Land auf dem Gebiet der Städte Erkrath und Mettmann, ca. 10 km östlich von Düsseldorf gelegen. Es erlangte weltweite Berühmtheit durch den Fund fossiler Überreste eines Urzeitmenschen aus dem Pleistozän, der als Neandertaler Namensgeber dieser Spezies wurde." Quelle und mehr

Malerisches Örtchen: Gruiten liegt im tiefen Tal.

Aus dem Tal geht es nun aufwärts gen Mettmann. Kein Schild weist in Mettmann den Weg von der Talstraße über die Bahn rechts in die Beethovenstraße (Karte bei Google Maps). Erst in die Haydenstraße wird man als Radler wieder fachkundig geleitet. Auf der Mozartstraße, die auch im Radwanderführer auftaucht, radele ich bergab nach Gruiten. Der erste Wegweiser nach Wuppertal taucht auf. Gruiten ist ein schmuckes Dorf. Allerdings geht es danach auf der Osterholzer Straße wieder heftigst bergan.

Nach 32 km ist Wuppertal-Vohwinkel erreicht. Von dort geht es über diverse Straßen- und Eisenbahnlinien hinweg abwärts ins Tal der Wupper. Eine auf Rot stehende Ampel auf dem Hohmanndamm bleibt auch auf Rot. Ich fahre nach längerem Warten trotzdem rechts ab in die Straße Im Flieth (Karte) und folge den nun wieder zuverlässigen Wegweisern. Urplötzlich stehe ich unter der Wuppertaler Schwebebahn. Das Stahlmonster haut mich erstmal aus den Socken. Eine irre Konstruktion. Und schon rauscht die erste Bahn vorbei. Ich kann gar nicht so schnell den Fotoapparat zücken. Die Bahn aus der Gegenrichtung ist auch schon zu hören und schwupps im Kasten.

Offizielle Homepage der Wuppertaler Schwebebahn mit schönem Intro.

Die Wuppertaler Schwebebahn ist ein am 1. März 1901 eröffnetes öffentliches Personennahverkehrssystem in Wuppertal. Die Hochbahn gilt als Wahrzeichen der Stadt und steht seit dem 26. Mai 1997 unter Denkmalschutz.

Die Wuppertaler Schwebebahn fährt als Durchmesserlinie von Wuppertal-Oberbarmen über Barmen, Elberfeld und Elberfeld-West nach Wuppertal-Vohwinkel und zurück, sie durchquert die Stadt von Nord-Osten nach Süd-Westen. Bedingt durch die Tallage und die daraus resultierende bandstadtartige Topographie Wuppertals wird durch die gewählte Streckenführung ein Großteil der wichtigsten Ziele der Stadt mit der Schwebebahn erschlossen. Die Streckenlänge beträgt 13,3 Kilometer, die Gleislänge 28 Kilometer. 

Eine Bahn über der Wupper.

Ein besonderer Vorfall machte Geschichte: Am 21. Juli 1950 ließ der Zirkus Althoff seinen halbwüchsigen Elefanten Tuffi zu Werbezwecken zwischen den Haltestellen Rathausbrücke und Adlerbrücke mit der Schwebebahn fahren. Hierbei brach das durch die ungewohnten Geräusche und Schwingungen nervös gewordene Tier bereits nach wenigen Metern durch eine Seitenwand des Zuges und landete kaum verletzt in der Wupper. Quelle und mehr

Als ehrgeiziger Fotograf warte ich nun interessannte Motive ab. Ich fotografiere das Stadion am Zoo und wenig später die Begegnung zweier Schwebebahnen über der Wupper. Beeindruckende Technologie!

Die Großstadt Wuppertal zieht sich wie Kaugummi. Das Tal ist eng, der Verkehr komprimiert. Und die vielen Stadtteile durchschaut man als Besucher so schnell gar nicht. Im Luisenviertel kehre ich beim Bäcker ein und radler über Oberbarmen und Barmen-Mitte aus der Stadt. Mein Tagesziel Hattingen erscheint mit 20 km erstmals auf einem Wegweiser.

Einfahrt in den Schulenburg-Tunnel.

Hört sich leicht an, ist aber äußerst schwer. Denn bis hinter die Autobahn 46 geht es nun ständig bergauf. Erst hinter dem Golfplatz beginnt das wahre Radlerparadies: Eine Bahntrasse führt 16 km lang nur eben oder leicht bergab bis kurz vor Hattingen. Hinter dem 195 Meter langen Schulenbergtunnel lädt ein Biergarten ein. So kurz vor dem Ziel dieses ersten Teils der DFR kehre ich ein und lasse in Gedanken die mehr als 400 km noch einmal Revue passieren.

Tipp: Navigationssystem hilft

Wer kann, sollte sich ein Fahrradnavigationssystem anschaffen - nie wäre es so sinnvoll gewesen wie auf dieser Route. Meine nächste Anschaffung, habe ich mir auf dieser Tour geschworen. Ich werde selbstverständlich auf meiner Homepage berichten.

Der verwendete BVA-Radwanderführer (siehe unten) ist vor allem durch die eingedruckten Straßennamen sehr hilfreich. Was noch zu verbessern wäre, wäre eine durchgehende Kilometrierung. So habe ich alle im Abstand von fünf Kilometern einegedruckten roten Fähnchen beschriftet mit den Ziffern 5, 10, 15, 20 ... So ist man unterwegs leicht in der Lage, Streckenlängen schnell zu bestimmen.


Teil 1: Aachen-Köln-Mönchengladbach-Viersen

Übersicht - Radtour Route der Industriekultur


Radwanderführer Deutsche Fußball-Route

 

zurück zur Hauptseite - zur Übersicht



Viersen: An der Clörather Mühle.

Fahrradstraße ins Krefelder Zentrum.

Burg Linn mit angrenzendem Jagdschlösschen.

Der Rhein vor Kaiserswerth mit der Kaiserpfalz.

Die Kaiserpfalz.

Der Autor am Kaiserswerther Rheinufer.

Das neue Düsseldorfer Stadion.

Schönes Radeln am Düsseldorfer Rheinufer. 

Elbsee zwischen Hassels und Meide.

Der Chef des Neandertals.

Imposant: die Wuppertaler Schwebebahn.

Die Schwebebahn durchquert die Stadt auf einer Länge von mehr als 13 Kilometern.

Hier ging schon mancher Gegner "über die Wupper": das Stadion am Zoo in Wuppertal.

Das stattliche Rathaus von Barmen-Mitte.

Aufwärts geht die Fahrt unter diesem backsteinernen Eisenbahnviadukt hindurch.

Hier beginnt der 16 km lange Eisenbahntrassen- Radweg vorbei an Sprockhövel Hattingen.

Die Ruhr bei Hattingen ist erreicht.


Radtouren-DVD u.a. mit Erftradweg, Ruhr, Rhein, Düsseldorf

Radtouren-DVDs - ideal für Beamerschauen
Info und bestellen hier