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Erfahrungen mit der 14-Gang Rohloff-Nabe

Nach 66.666 km eine insgesamt positive Bilanz zur Speedhub (Stand: 25.3.2018)



Externe Schaltansteuerung verschleißt nicht
Meine Nabe ist immer schmutzig, damit sie nicht so leicht als wertvolles Beutegut erkannt wird. Ein neuralgischer Punkt und 
laut Rohloff "normaler Verschleißartikel" sind die Schaltseile. Dort, wo sie innerhalb der Nabe umgelenkt werden, sind sie mir
bislang fünf Mal ausgefranst und mussten ersetzt werden. Laut Rohloff sollten sie alle 10.000 km ausgetauscht werden. Zur 
Kontrolle kann man direkt an der Nabe fühlen, ob schon eines der verzwirbelten Drähtchen gerissen ist. "Wenn man sich in die
Finger sticht, ist ein neues fällig. Und das Schalten geht schwerer."
Langestreckenfahrer sollten daher auf jeden Fall ein Ersatzschaltseil dabei haben. Alternative: "Eine externe Schaltansteuerung.
" Die ist zwar laut Rohloff rund 100 Euro teurer, weist aber keinen Verschleiß auf." Infos dazu finden sich übrigens im Handbuch.

Nach 66.666 gefahrenen Kilometern (25. März 2018) kann ich über folgende Erfahrungen berichten: Die über 800 Euro teure Rohloff-Nabe, eine der ersten Generationen, hat anfänglich, etwa bis km 10.000, im siebten Gang erhebliche Geräusche erzeugt. Das ist zwar auch heute noch der Fall, doch das Surren ist wesentlich leiser geworden und stört nicht mehr. Im Gegenteil: Im Dunkeln weiß ich jederzeit, wann ich den siebten Gang eingelegt habe. Das hilft nun auch im Hellen, da die Zahlen auf dem Gummigriff schon seit langem nicht mehr zu erkennen sind. Den Gummigriff gibt es nicht mehr ...
Bei Kettenschaltungen ist es übrigens noch schwerer zu ermitteln oder gar nicht, welchen Gang man gerade eingelegt hat - da muss das Gefühl mitspielen. Bei der Rohloff-Schaltung werden die Gänge übrigens in der Nabe gerastet und nicht im Griff. Wer einmal eine der alten Torpedo-Dreigangnaben oder Nachfolger gefahren hat, weiß davon ein Klagelied zu singen: überspringende Gänge, durchdrehende Tretkurbeln bis hin zu Verletzungen im Schrittbereich. Der Gummigriff ist allerdings inzwischen so abgenutzt, dass die Nummern der Gänge nicht mehr zu erkennen sind. Ersatz wird wohl bald fällig.



Warum ist der Griff nicht gleich so breit wie die Hand, das würde solche Basteleien ersparen.

Der Schaltgriff
Für die Griffschaltung wünsche ich mir ein Modell, das besser in der Hand liegt und vor allem Handbreite hat. So muss man immer irgendeinen Griff oder Kunststoffmantel suchen, der in etwa passt, so dass an der Hand keine Druckstellen entstehen. Gut: Der Schaltgriff kann, wie der Rohloff-Homepage zu entnehmen ist, rechts oder links am Lenker montiert werden; die Drehrichtung zum Schalten in die größeren bzw. kleineren Gänge ist ebenfalls frei wählbar. Wer ein Fahrrad mit Shimano-Schaltung hat, kommt dann wegen der ab Werk eingestellten entgegengesetzten Schaltrichtungen nicht mehr durcheinander.

Nach Rücksprache mit der Firma Rohloff hatte ich erfahren, dass man dort einen neuen Griff plant. Ein solcher Griff wurde bereits in der Zeitschrift RADTOUREN 5/09 auf Seite 6 gezeigt, steht allerdings bis heute (5.1.2013) nicht auf der Rohloff-Homepage. Allerdings gebe es einen alternativen Griff eines Fremdanbieters, den ich allerdings im Internet nicht gefunden habe. Jedenfalls ist mein Griff inzwischen so stark abgenutzt, dass man die Zahlen nur noch erahnen kann.

Mehr dazu sowie zwei Fotos gibt es in dem Velomobilforum. Dort heißt es u.a.: "Haase aus Waltrop stellen einen solchen Griff her. Sie verwenden das Original und setzen am Griff noch eine Hülse an. Gute Arbeit. Stabil und funktioniert tadellos." Preis: bei 99,-- Euro. Zu kaufen gibt es ihn bei Tetrion, Mikus ..." Quelle und mehr 
Einen 125 Euro teuren, aber auch nicht breiteren Griff findet man hier. Sieht schick aus, aber ob er den Preis wert ist???
Ihre Erfahrungen

Gegenüber einer Kettenschaltung hat die Rohloff-Nabe den unbestreitbaren Vorteil, dass man sich damit einfach nicht verschalten kann. Biegt man um eine Kurve und steht vor einem Berg, kann man in Sekundenbruchteilen runterschalten und weiterfahren, während die Kollegen mit der "Kette" wirklich wie der Ochs vorm Berg stehen und womöglich noch einmal Ablauf nehmen müssen.

Das etwas höhere Gewicht der Rohloff-Nabe relativiert sich in solchen Momenten vielfach.

Ausgefranster Schaltzug
Da meine Rohloff-Nabe, wie schon erwähnt. zu den Modellen der ersten Generation gehört, besitzt sie eine verschleißanfällige Schwachstelle: Dort, wo das Schaltseil innerhalb der Nabe umgelenkt wird, ist es mir schon fünf Mal ausgefranst. Laut Rohloff ist das "ein guter Wert". Zum Glück passierte das Malheur das eine Mal erst am letzten Tag einer Tour, das andere Mal in heimischen Gefilden. Materialpreis: 33 Euro, inkl. Einbau über 50 Euro. Ansonsten fällt nur der jährliche Ölwechsel an - oder alle 5.000 km, der in etwa 15 Euro inkl. Arbeitslohn kostet und bei mir meistens beim Frühjahrscheck mitgemacht wird. Ich fuhr pro Jahr mit diesem Rad in den ersten Jahren etwa 6.000 bis 7.000 km. Nachdem ich mir 2010 ein Pedelec angeschafft hatte, ging die Jahresleistung auf rund 4500 zurück.
Apropos Ölverlust: Zwei Mal musste das Hinterrad zum Montieren neuer Dichtungen an der Nabe zu Rohloff eingeschickt werden. Die Reparatur erfolgte erfreulicherweise auf Kulanz. Bei der Kilometerleistung der Nabe ein guter Wert.

Falsches Drehmoment
Seit Dezember 2012 ruckelte die Schaltung beim Bergauffahren bisweilen. Eine Erklärung dafür habe ich in dem Buch von Rohloff gefunden. Der Händler hatte ein viel zu hohes Drehmoment beim Anziehen des Hinterrades gewählt. Nach dem Lockern der Mutter war das Problem gelöst. Und auch die beim Vorwärtsschieben mitlaufenden Pedale, an denen ich mir mehrfach das Schienbein aufgeschlagen hatte, gaben plötzlich Ruhe. Nur der minimale Ölaustritt ließ sich bislang nicht abstellen. Laut "Rohloff Geschichten" ist ein öliger Schnellspanner ganz normal. Man könne sogar mit der Nabe völlig ohne Öl fahren.

Insgesamt fällt das Fazit positiv aus: Die Handhabung ist einfach, der Wartungsaufwand überschaubar. Bei den seit April 2005 gefahrenen weit über 60.000 km hätte ich bei einer Kettenschaltung mindestens schon zehn bis zwölf neue Sätze Ritzel und Kette und sonstwas an Ersatz gebraucht, habe also den Anschaffungspreises der Rohloff-Nabe bestimmt schon "eingefahren". Dieter Hurcks, 25. März 2018




Wenn ich auf Tour gehe, habe ich immer einen Satz Schaltseile und einen Tork-Schlüssel dabei. So lässt sich notfalls ein 
festgefressenes, ausgefranstes Schaltseil ersetzen und die Reise fortsetzen. Rechts die Originalverpackung zum stolzen 
Preis von 33 Euro. Der Tork-Schlüssel kostete im Baumarkt 5 Euro.

Rohloff-Homepage - dort gibt es einen Überblick sämtlicher Nabenmodelle mitsamt Zubehör und Werkzeug.

Technik-Background: Bericht über diverse Typen von Schaltungen (PDF-Download)

Ihre Erfahrungen

Das Buch "Rohloff-Geschichten" - mehr

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