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Erfahrungen mit der 14-Gang Rohloff-Nabe

Nach über 40.000 km eine insgesamt positive Bilanz zur Speedhub



Meine Nabe ist immer schmutzig, damit sie nicht so leicht als wertvolles Beutegut erkannt wird. Ein
neuralgischer Punkt sind bei den ersten Modellen die Schaltseile. Dort, wo sie innerhalb der Nabe
umgelenkt werden, sind sie mir bislang drei Mal ausgefranst und mussten ersetzt werden.

Nach 41.440 gefahrenen Kilometern (31. Dez. 2012) kann ich über folgende Erfahrungen berichten: Die über 800 Euro teure Rohloff-Nabe, eine der ersten Generationen, hat anfänglich, etwa bis km 10.000, im sechsten Gang erhebliche Geräusche erzeugt. Das ist zwar auch heute noch der Fall, doch das Surren ist wesentlich leiser geworden und stört nicht mehr. Im Gegenteil: Im Dunkeln weiß ich jederzeit, wann ich den sechsten Gang eingelegt habe. Das ist bei Kettenschaltungen schwerer zu ermitteln oder gar nicht - da muss das Gefühl mitspielen. Bei der Rohloff-Schaltung werden die Gänge übrigens in der Nabe gerastet und nicht im Griff. Wer einmal eine der alten Torpedo-Dreigangnaben oder Nachfolger gefahren hat, weiß davon ein Klagelied zu singen: überspringende Gänge, durchdrehende Tretkurbeln bis hin zu Verletzungen im Schrittbereich. Der Gummigriff ist allerdings inzwischen so abgenutzt, dass die Nummern der Gänge nicht mehr zu erkennen sind. Ersatz wird wohl bald fällig.



Warum ist der Griff nicht gleich so breit wie die Hand, das würde solche Basteleien ersparen.

Der Schaltgriff
Für die Griffschaltung wünsche ich mir ein Modell, das besser in der Hand liegt und vor allem Handbreite hat. So muss man immer irgendeinen Griff oder Kunststoffmantel suchen, der in etwa passt, so dass an der Hand keine Druckstellen entstehen. Gut: Der Schaltgriff kann, wie der Rohloff-Homepage zu entnehmen ist, rechts oder links am Lenker montiert werden; die Drehrichtung zum Schalten in die größeren bzw. kleineren Gänge ist ebenfalls frei wählbar. Wer ein Fahrrad mit Shimano-Schaltung hat, kommt dann wegen der ab Werk eingestellten entgegengesetzten Schaltrichtungen nicht mehr durcheinander.

Nach Rücksprache mit der Firma Rohloff hatte ich erfahren, dass man dort einen neuen Griff plant. Ein solcher Griff wurde bereits in der Zeitschrift RADTOUREN 5/09 auf Seite 6 gezeigt, steht allerdings bis heute (5.1.2013) nicht auf der Rohloff-Homepage. Allerdings gebe es einen alternativen Griff eines Fremdanbieters, den ich allerdings im Internet nicht gefunden habe. Jedenfalls ist mein Griff inzwischen so stark abgenutzt, dass man die Zahlen nur noch erahnen kann.

Mehr dazu sowie zwei Fotos gibt es in dem Velomobilforum. Dort heißt es u.a.: "Haase aus Waltrop stellen einen solchen Griff her. Sie verwenden das Original und setzen am Griff noch eine Hülse an. Gute Arbeit. Stabil und funktioniert tadellos." Preis: bei 99,-- Euro. Zu kaufen gibt es ihn bei Tetrion, Mikus ..." Quelle und mehr 
Einen 125 Euro teuren, aber auch nicht breiteren Griff findet man hier. Sieht schick aus, aber ob er den Preis wert ist???
Ihre Erfahrungen

Gegenüber einer Kettenschaltung hat die Rohloff-Nabe den unbestreitbaren Vorteil, dass man sich damit einfach nicht verschalten kann. Biegt man um eine Kurve und steht vor einem Berg, kann man in Sekundenbruchteilen runterschalten und weiterfahren, während die Kollegen mit der "Kette" wirklich wie der Ochs vorm Berg stehen und womöglich noch einmal Ablauf nehmen müssen.

Das etwas höhere Gewicht der Rohloff-Nabe relativiert sich in solchen Momenten vielfach.

Ausgefranster Schaltzug
Da meine Rohloff-Nabe, wie schon erwähnt. zu den Modellen der ersten Generation gehört, besitzt sie eine verschleißanfällige Schwachstelle: Dort, wo das Schaltseil innerhalb der Nabe umgelenkt wird, ist es mir schon drei Mal ausgefranst. Laut Rohloff ist das "ein guter Wert". Zum Glück passierte das Malheur das eine Mal erst am letzten Tag einer Tour, das andere Mal in heimischen Gefilden. Materialpreis: 33 Euro, inkl. Einbau über 50 Euro. Ansonsten fällt nur der jährliche Ölwechsel an - oder alle 5.000 km, der in etwa 15 Euro inkl. Arbeitslohn kostet und bei mir meistens beim Frühjahrscheck mitgemacht wird. Ich fuhr pro Jahr mit diesem Rad in den ersten Jahren etwa 6.000 bis 7.000 km. Nachdem ich mir 2010 ein Pedelec angeschafft hatte, ging die Jahresleistung auf rund 4500 zurück.

Falsches Drehmoment
Seit Dezember 2012 ruckelte die Schaltung beim Bergauffahren bisweilen. Eine Erklärung dafür habe inzwischen in dem Buch von Rohloff gefunden. Der Händler hatte ein viel zu hohes Drehmoment beim Anziehen des Hinterrades gewählt. Nach dem Lockern der Mutter war das Problem gelöst. Und auch die beim Vorwärtsschieben mitlaufenden Pedale, an denen ich mir mehrfach das Schienbein aufgeschlagen hatte, gaben plötzlich Ruhe. Nur der minimale Ölaustritt ließ sich bislang nicht abstellen. Laut "Rohloff Geschichten" ist ein öliger Schnellspanner ganz normal. Man könne sogar mit der Nabe völlig ohne Öl fahren.

Insgesamt fällt das Fazit positiv aus: Die Handhabung ist einfach, der Wartungsaufwand überschaubar. Bei den gefahrenen über 40.000 km hätte ich bei einer Kettenschaltung mindestens schon acht bis zehn neue Sätze Ritzel und Kette und sonstwas an Ersatz gebraucht, habe also den Anschaffungspreises der Rohloff-Nabe bestimmt schon "eingefahren". Dieter Hurcks, 23. September 2009/aktualisiert 5. Januar 2013




Wenn ich auf Tour gehe, habe ich immer einen Satz Schaltseile und einen Tork-Schlüssel dabei. So lässt sich notfalls ein 
festgefressenes, ausgefranstes schaltseil ersetzen und die Reise fortsetzen. Rechts die Originalverpackung zum stolzen 
Preis von 33 Euro. Der Tork-Schlüssel kostete im Baumarkt 5 Euro.

Rohloff-Homepage - dort gibt es einen Überblick sämtlicher Nabenmodelle mitsamt Zubehör und Werkzeug.

Technik-Background: Bericht über diverse Typen von Schaltungen (PDF-Download) - Rohloff-Forum

Ihre Erfahrungen

Das Buch "Rohloff-Geschichten" - mehr

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