Einen handfesten Betrug am Kunden deckte jetzt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) auf: Obwohl es laut Verpackung von der „Stiftung Warentest“ geprüft und mit dem Urteil „Gut“ ausgezeichnet wurde, gab das Bügelschloss von Profex beim Aufbruchversuch im Rahmen einer Fernsehreportage mit ADFC-Beteiligung viel zu schnell nach.
Ein gutes Fahrradschloss hält Diebe mindestens drei Minuten vom Fahrradklau ab – denn länger versucht es ein Langfinger in der Regel nicht. Doch der Test des ADFC ergab: Mit Säge und Bolzenschneider war das Schloss im Handumdrehen geöffnet und somit kein ernstzunehmendes Hindernis. Auch wenige Hammerschläge auf den Schlosskörper brachten den Mechanismus dazu, den Bügel freizugeben. „Mindere Material- und Produktqualität“ bescheinigt ADFC-Technikreferent André Gläser dem Produkt.
Die Stiftung Warentest wurde von dem Ergebnis in Kenntnis gesetzt und reagierte überrascht. Das betreffende Schloss sei nie Gegenstand eines ihrer Tests gewesen. Die Tester der Stiftung nahmen die Meldung des ADFC zum Anlass, das Schloss zu untersuchen und bestätigen nun das ADFC-Urteil: „Das Profex-Schloss hält nicht, was es verspricht. Und es schmückt sich mit einem Testurteil, das es nicht verdient“, so die Stiftung.
Das Schloss ist in verschiedenen Baumärkten und Discountern erhältlich. André Gläser: „Bei einem Preis von 14,99 Euro kann man keinen ausreichenden Schutz erwarten. Schlösser, die einem ernsthaften Diebstahlsversuch widerstehen, kosten in der Regel mehr als 50 Euro.“ Empfehlenswerte Schlösser finde man im Fahrradfachhandel.
Quelle: www.adfc.de