Radtouren A bis Z
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Beschilderung von Radwanderwegen

Geht gar nicht: "Durchfahrt verboten für Fahrzeuge aller Art" 
und außerdem noch "Sackgasse" auf einer Trasse, auf der 
mehrere Fernradwege verlaufen

Häufige Fehler bei der Aufstellung und Tipps vom Praktiker zur Abhilfe

Wer häufig per Fahrrad auf Tour ist, stößt immer wieder auf falsch oder irreführend ausgeschilderte Radwanderwege. Die meisten Irritationen treten auf, wenn mitten auf einer Wegegabelung ein Geradeauspfeil steht, der nicht eindeutig einem der Wege zuzuordnen ist.

Eine weitere häufig anzutreffende Unsitte ist es, wenn Wegweiser im Rücken des Radlers platziert werden. Beispiel: Von rechts mündet ein Weg in den gerade befahrenen Weg ein. An dessen rechter Seite steht ein Schild so, dass der vorbeifahrende Radler es nicht sieht. Er hat seine Augen schließlich nicht auf dem Rücken.

Blinde Einhänger

Oder nehmen wir diesen Fall: Rechts münden zwei Wege kurz hintereinander in die aktuelle Route. Der Rechtsabbiegerpfeil steht hinter dem ersten Weg. Gilt er nun für diesen oder für den nächsten einmündenden Weg?

Schräg stehende Pfeile werden bisweilen dort platziert, wo es auf zwei parallel verlaufenden Wegen geradeaus weitergeht. Oder auch dort, wo im Winkel von 90 Grad abgebogen werden müsste. Manchmal drängt sich der Eindruck auf: Da war gerade kein anderes Schild mehr in der Kiste der Aufsteller.

Einhänger sollten so angebracht werden, dass der Radler sie aus etwa sieben bis zehn Metern Entfernung erkennen kann. Und nicht erst, wenn er direkt neben oder gar hinter dem Schild erst anhalten muss, um sich zu orientieren. Einhänger werden oft durch ein anderes Schild verdeckt, wenn mehrere Radwegweiser ungünstig an einem Pfahl montiert werden. Bisweilen hilft schon die Umpositionierung an die Spitze des Trägerschildes.  

Gammelige Radwegweiser

Reinigungstipp: Kommunen könnten ja mal den örtlichen Fahrradclub befragen, ob eventuell Mitglieder bereit sind, mal mit Seifenlauge, Bürste und Leiter loszuradeln. Freiwllige gibt es sicher, die man vielleicht mit einer Eintrittskarte für eine städtische Veranstaltung belohnen könnte.

Der Grund für unglücklich aufgestellte Radwegweiser liegt oft darin, dass Menschen dies tun müssen, die gar keine Erfahrung mit dem Tourenradeln haben und sich nicht in den Radler hineinversetzen können. Da gibt es für die Planer und Aufsteller, meist sind dies die Kommunen oder Landkreise, nur eines: Kooperieren mit der ADFC-Ortsgruppe oder einem erfahrenen Tourenradler, die die Ausschilderung nach Fertigstellung überprüfen oder gar schon bei der Planung einbezogen werden und ggf. Tipps zur Optimierung geben können.

Immerhin: An einer bundesweiten Vereinheitlichung der Ausschilderung wird gearbeitet. Ob die Schrift nun rot, grün oder blau ist, ist meines Erachtens nicht so wichtig wie die radfahrergerechte Standwortwahl.

Die zugrunde liegende Systematik wurde durch die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) im Jahr 1998 mit dem "Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr" erarbeitet und wird z.B. in Nordrhein-Westfalen seitdem erstmalig flächendeckend umgesetzt. Quelle und mehr  

Schlecht: Verdecktes Schild ....

... und ein gutes Beispiel

Auf dieser Seite steht auch eine Broschüre im PDF-Format zum Download bereit, die sehr ausführlich ist und für alle Planer von Radwegebeschilderungen zur Pflichtlektüre werden sollte.
Download (PDF)

 

Fehler melden

Selbst, wenn Wege regelmäßig gewartet werden, was mindestens ein bis zwei Mal im Jahr erforderlich ist, kann es immer wieder Probleme geben:

Oft sind Schilder gestohlen, zugewachsen, durch Algen und Flechten unlesbar geworden, von der Sonne ausgebleicht oder mutwillig beschädigt, verdreht oder ausgerissen. Radler, die Mängel erkennen, können helfen, diese zu beseitigen. Zu diesem Zweck sind viele Pfosten mit QR-Aufklebern versehen, die eine individuelle Pfostennummer tragen.

Umgekippt oder -gestoßen

Durch die Standortnummer ist die Position des Pfostens und die Zuständigkeit eindeutig bestimmt. Die Meldung kann entweder per Telefon oder per Smartphone mithilfe des aufgedruckten QR-Codes und eines Onlineformulars erfolgen.

Wer eine gute Radwanderkarte dabei hat und vielleicht sogar noch ein Fahrradnavi mit dem abgespeicherten Streckenverlauf, findet in der Regel am schnellsten und sichersten zum Ziel. 

Es sei denn, dass Karte, Navi und Ausschilderung nicht den selben Routenverlauf anzeigen wie mir das mal beim Hessischen Radfernweg 6 am Twistesee bei Arolsen passiert ist. So etwas kommt allerdings höchst selten vor. Dieter Hurcks, September 2017

Radfahrer absteigen

Schrägpeile bei "geradeaus"

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Zum Schluss was Lustiges

 

 

 

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