Radtouren A bis Z
- Fahrradbücher - Fahrrad-DVDs - FahrradwitzeLinks - Bahn + Rad - E-Bike - Home

Fahrradtransport in IC 2 und ICE 4 schwer gemacht 

Stellplätze in neueren Fernzügen weitgehend ungeeignet - Leser und ADFC bestätigen Probleme

 

Links: Das Rad ragt nicht in den Gang und ist mit einem Spanngurt sicher fixiert; rechts: Das Rad musste auf Anordnung der Schaffnerin in den Felgenkiller eingehängt werden und ragt nun in den Gang, wobei der Lenker sich genau auf Augenhöhe befindet. Das grenzt für mich an Schikane, da niemand behindert wird - im Gegenteil!

 

Gründonnerstag 2019. Die wegen Bauarbeiten nur wenigen nutzbaren Bahnsteige im Kölner Hauptbahnhof wimmeln von Menschen. Ich warte auf den IC 2047 nach Hannover, für den ich ein Ticket samt Fahrradkarte in Wagen 4 gebucht habe. Der Zug läuft kurz nach 13 Uhr ein. Vor der Tür mit dem Fahrradsymbol des Wagens 4 stehen drei weitere Radfahrer, denen angeblich eine Bahnmitarbeiterin erklärt hatte, sie müssten ihre Räder ins Fahrradabteil des Wagens 4 deponieren, obwohl auf ihrer Fahrkarte Plätze in Wagen 1 zugewiesen waren. Ich empfahl ihnen – jedoch vergeblich -, dennoch in Wagen 1 zu gehen, da falsche Auskünfte nach meinen Erfahrungen bei mehr als 250 Fahrradmitnahme-Aktionen nicht selten sind. Gelbe Aufkleber teilen uns mit, dass die Tür zu meinem gebuchten Fahrradabteil (ein Einzelplatzabteil) nicht benutzt werden kann. Also schiebe ich zur anderen Tür des Wagens 4 - die anderen drei Radler auch.

Ich trage mein schwer beladenen E-Bike unter Zuhilfenahme eines freundlichen jungen Mannes die Stufen (!) hinauf und anschließend wieder einige Stufen hinunter und befestige es an dem Gepäckregal so, dass es im Gang niemanden behindert und auch nicht umfallen kann. Die anderen drei Radler mit Ziel Hagen bleiben als Hindernisse im Eingangsbereich stehen. Die Gepäcktasche wollte ich in die Gepäckablage unter der Decke schieben – ein vergeblicher Versuch, da diese in der Höhe anscheinend für Nageletuis und Smartphones konstruiert worden ist. Das hatte ich schon in einem früheren Bericht bemängelt. Zufällig hatte ich dort genau den selben Stellplatz: Wagen 4, Platz 211.

Kein bisschen Kulanz 
Kurz vor Wuppertal erscheinen zwei Schaffnerinnen oder wie diese Spezies von Bahnmitarbeitern heute heißt und diskutieren lange mit den Dreien im Eingangsbereich. Kurzum: Sie sollen in Wuppertal aussteigen und für nur eine weitere Station in den Wagen 1 wechseln. Hinter Wuppertal bin ich dran: „Wem gehört dieses Rad?“ herrscht die etwas fülligere Dame in den Raum. „Das muss hier weg!“ Ich melde mich pflichtgemäß und erkläre, dass die Tür defekt ist und ich deshalb hier einsteigen musste, mein Lenker aber zu breit ist, um lang durch den Mittelgang nach vorne zu schieben. Zudem wisse ich nicht, ob ich dann in Hannover durch die intakte Tür aussteigen kann. 

Nach der Fahrkartenkontrolle mischt sich ein Herr in die zum Streitgespräch mutierende Unterhaltung ein und erklärt, wenn ich weiterhin so renitent bleibe, würde ich beim nächsten Halt des Zuges verwiesen. Also schiebe ich mein Rad, an jedem Sitz den Lenker erst nach links, dann nach rechts bewegend, um durchzukommen, zum „Fahrradabteil“. Wie sich herausstellt, handelt es sich um eine Nische mit einem Sitzplatz und einem Bügel zum Einhängen des Vorderrades, mit dem ich schon mal auf einer Fahrt nach Bremen Bekanntschaft gemacht hatte.

Links der Felgenkiller, in den das Rad gehängt werden musste, das, wie auf dem Bild rechts zu sehen ist, sicher fixiert war und nicht wackelt - somit auch keine Geräusche produzierte

Aufhängebügel ein Felgenkiller
Daher wusste ich, dass mein Pedelec in den Gang hineinragen würde, wenn ich es einhänge. Denn die Konstrukteure dieses Zuges hatten noch nicht mitbekommen, dass viele Pedelecs länger sind als Fahrräder aus den 1950er Jahren und moderne Fahrräder auch breitere Lenker haben. Folglich befestigte ich das Rad in der Nische so, dass kein Teil in den Gang ragte und ein Gepäckstück das zwangsläufig schräg gestellte Vorderrad fixierte.

Doch auch das missfiel wenig später der „Bahntante“. Ich musste mein Rad unter Zuhilfenahme eines netten Mannes aus Versmold in den Bügel einhängen, der bei starken seitlichen Schwankungen des Zuges und damit des Rades zu einem Felgenschaden führen kann. Nun ragte es in den Gang und wackelte hin und her, den Lenker auf Augenhöhe und das Rücklicht im Gang. Auch die anderen Passagiere empfanden diese Anordnung als Schikane und begannen, von anderen negativen Bahnerfahrungen zu erzählen.

Da der Zug in umgedrehter Wagenreihenfolge in Köln eingelaufen war, nannte die Ansage vor den Bahnhöfen auf der gesamten Strecke die falsche Ausstiegsseite. Toll - und peinlich, da es anscheinend niemand merkte bzw. ändern konnte! Zum Glück fiel niemand raus ... Erst in Hannover stimmte die Ansage, so dass ich tatsächlich samt Rad aus der funktionierenden Tür aussteigen konnte.

Fahrradtransport nur für Muskelmänner - in einem viel zu schmalen und engen Raum des ICE nach Würzburg.

ICE-Fahrradabteil nahezu unbrauchbar 
Das Fahrradabteil im ICE lernten wir übrigens schon auf der Hinfahrt nach Würzburg bereits als unbrauchbar kennen. Viel zu eng; einige Räder müssen unter die Decke gehängt werden, was bei einem 27 Kilogramm schweren Pedelec zu einem Felgenschaden führen kann – von Bandscheibenschäden des Radlers gar nicht zu reden. Wegen der Enge dauerte es ab Celle bis Laatzen, ehe alle Räder einen Platz hatten. Wobei unsere Plätze 205 und 206 gleichzeitig an ein anderes Paar vergeben worden waren - selbe Platznummern und selber Waggon.

Fazit: Ich habe schon viele nette und kulante Schaffner und Zugbegleiter in Zügen der Deutschen Bahn kennen gelernt. Aber die geschilderten Erlebnisse des Frühjahrs 2019 haben alle positiven Eindrücke aufgebraucht. Deutsch Bahn und Fahrrad? Möglichst nicht mehr in IC2 und ICE4. 
Dieter Hurcks (23. April 2019)

Tipp: Alternativen sind Anbieter wie Metronom, die Nordwestbahn, der Enno oder die Westfalenbahn, die vernünftige Fahrradabteile bereitstellen. Sie bieten zwar keine schnelleren Fernzüge, verursachen aber dafür erheblich weniger Stress. Und der Rücken bleibt heil! Einfach vor dem Buchen mal drauf achten! Die geräumigen Wagen der Deutschen Bahn werden ja bald komplett aussortiert sein. So wie die früheren Interregios, in denen das Reisen mit Fahrrad noch ein Genuss war - auch wenn es länger gedauert hat.

 

Die Konstrukteure der Fernzüge gehen anscheinend
von folgenden Annahmen aus*:

  • Die Menschen werden immer kleiner und leichter

  • Das Gepäck ist heutzutage kompakter, das Handgepäck flacher

  • Fahrräder sind schmaler und kürzer als früher

  • Fahrradfahrer sind jung, haben keine Rückenprobleme und machen regelmäßig Krafttraining. Sie können also problemlos ein 27 kg schweres Fahrrad unter die Decke hängen

* Achtung: Satire

 

Leserzuschrift

„Der Bügel ist eine Fehlkonstruktion“

Ich bin drei Tage zuvor im gleichen IC nach Hannover gefahren. Auch ich habe das Fahrrad in dem IC-Abteil auf dem Einzelstellplatz abgestellt und es nach meinen eigenen Vorstellungen gesichert, so dass es weder in den Gang hinein ragte noch irgendwie gefährlich war. Ich hatte es allerdings auf dem Boden stehen lassen. Mein Fahrrad passt also genau rein in den IC. Das Vorderrad war in Fahrtrichtung, so dass auch bei einem starken Stoß nichts passieren konnte.
Nach kurzer Zeit kam ein Bahnbeamter und forderte mich auf, das Fahrrad in diesem wohlbekannten Bügel einzuhängen - so auf halber Höhe. Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass es für das Fahrrad eine Gefahr ist und auch für die Menschen im Zug. Leider hatte ich kein passendes Formular vorbereitet, um unterschreiben zu lassen, dass er das gefordert hat und die Bahn sowohl für Folgeschäden am Fahrrad als auch für die Personen, die dort geschädigt werden, haftbar wird..
Der Bügel selbst ist eine Fehlkonstruktion, weil er die Rundung des Rades nicht abbildet, sondern an der Stelle, unter das Rad eigentlich aufliegen sollte, eine Befestigungskonstruktion hat. Damit schlabberte das Fahrrad ziemlich hin und her. Der Konstrukteur muss wohl aus dem „was weiß ich“ kommen - jedenfalls hat weder dieser noch die Planung je ein echtes Rad in dieser Halterung selbst probiert!

Da das meine allererste Alleinfahrt mit Rad und Bahn war, hatte ich mich morgens vor der Abfahrt in einem früheren identischen Zug schon genau umgesehen, um festzustellen, wie das in den ICs aussieht. Daher wusste ich ziemlich genau, was auf mich zukommt. Glücklicherweise war der Bahnsteig bei meinem Einstieg relativ leer. Ich konnte erst als letzter einsteigen, aber ich habe meine Plätze gekriegt. Ich hatte ja reserviert. Der reservierte Sitzplatz war in Sichtweite, so dass ich direkt von meinem Platz mein Fahrrad einsehen konnte.
Gerhard K. aus B. (4/2019 - der Name ist der Redaktiion bekannt)

"Möglichst wenig Fahrräder mitnehmen ..."
Hi, das ist ja nichts Neues, dass die Bahn bei Neuanschaffungen grundsätzlich ins Klo greift.
Das war schon bei den Türen der S-Bahnen in Stuttgart so. Die IC2 sind für den normalen Mitfahrer an sich ok, aber alleine schon die Ausfall- bzw. Verspätungsrate aufgrund der Softwareprobleme ist immens.
Haftet die Bahn, wenn am Fahrrad etwas kaputt geht durch mangelhafte Halterungen?
Ich denke, das dahinterstehende Interesse der Bahn ist, möglichst wenig Fahrräder mitzunehmen, weil diese ihren Betriebsablauf verzögern und jedes Fahrrad Platz für zwei Passagiere wegnimmt, ohne dass durch die Mitnahme entsprechender Umsatz generiert wird.
Dominik H. aus A. in Bayern (25.4.2019)

Fragen an die Deutsche Bahn und die Antworten eines Bahnsprechers

Sehr geehrter Herr Hurcks,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir bedauern sehr, dass Ihre letzte Reise von negativen Eindrücken beeinflusst wurde. Ihre Hinweise haben wir dem Fachbereich weiter geleitet. Zu Ihren konkreten Fragen habe ich die Antworten jeweils eingefügt:

Sind die Kontrolleure angewiesen worden, unnachgiebig auf angeblichen Vorschriften zu beharren?
Das Zugbegleitpersonal ist für die Sicherheit aller Fahrgäste an Bord verantwortlich – dazu gehört auch die sichere Unterbringung der Fahrräder in den dafür vorgesehenen Halterungen.

Um zu gewährleisten, dass während der Fahrt keine Gäste an Bord verletzt werden, ist es unbedingt erforderlich, die Fahrradhalterungen korrekt zu benutzen und die Räder entsprechend einzuhängen. 

Ist es für Kunden (Fahrradfahrer) möglich, diese Vorschriften einzusehen?
Die Regeln zur Fahrradmitnahme in den Fernzügen der Deutschen Bahn sind in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen nachzulesen.

Wer ist für die Fehlkonstruktion der Fahrradabteile und Fahrradbügel in neuen IC- und ICE-Zügen verantwortlich? Ist Besserung in Sicht? 
Die Halterungen in den IC Zügen sind bereits seit vielen Jahren im täglichen Einsatz und haben sich entsprechend bewährt.

Die Entwicklung der Fahrradabteile im ICE 4 erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem ADFC. Diese werden seit über einem Jahr von unseren Kunden gut angenommen.

Sollen Fahrradfahrer aus den Fernzügen der Deutschen Bahn vergrault werden?
Mit dem Angebot der Fahrradmitnahme im ICE 4 und im ICE T hat die Deutsche Bahn das Angebot zur Fahrradmitnahme im Hochgeschwindigkeitsverkehr in den letzten Jahren deutlich verbessert. (26. April 2019)

Stellungnahme des ADFC

Sehr geehrter Herr Hurcks,
wir sind grundsätzlich Ihrer Meinung und haben dies der Bahn auch hinter den Kulissen mitgeteilt. Nur: Noch vor ca. 4 Jahren waren wir nur knapp an einer Entscheidung von DB Fernverkehr vorbeigekommen, die das Einstellen der Radmitnahme für die nächsten 20 Jahre bedeutet hätte. Je mehr und je „lauter“ wir (unsere Fachgruppe und unser Bundesvorstand) uns über die damaligen Pläne beschwert hätten, desto wahrscheinlicher wäre das komplette Aus der Radmitnahme im Fernverkehr geworden. 

Die „enge Zusammenarbeit mit dem ADFC“ bestand aus einer Besichtigung des so genannten Mockups (ein Modell im Maßstab 1:1) des ICE4 und dem Erproben der Fahrradständer. Wir haben damals eine sehr lange Stellungnahme geschrieben und insbesondere die Hängeständer durch Umkonstruieren so verändert, dass ohne Platzverlust auf Hängeständer hätte verzichtet werden können. Die Reaktion der Bahn war gleich Null, und als –Jahre später- der ICE4 endlich der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war nur ein einziger unserer Vorschläge realisiert worden. 

Nach wie vor hat unser Bundesvorstand ein Lob der Tatsache, dass jetzt endlich Fahrräder in einem ICE mitgenommen werden können, in den Vordergrund gestellt. Erst jetzt ist die „Großwetterlage“ so, dass ein Gespräch mit dem Management der DB wieder möglich scheint, und nur mit dem Management kann über so etwas Grundsätzliches gesprochen werden. Auf Arbeitsebene, wo wir seit eh und je gute Kontakte haben, ist man an Vorgaben gebunden, die von oben kommen.
Abschließend möchte ich mich für Ihre Mail bedanken. Wir hoffen, dass sie mithilft, die nötige Überzeugungsarbeit zu leisten und in die erforderliche Etage vorzudringen.

Frank Wessel, Leiter Fachgruppe Radmitnahme im ADFC (1. Mai 2019 per E-Mail)

Antwort von Dieter Hurcks an Frank Wessel:
Danke für die offenen Worte. Als langjähriges ADFC-Mitglied und ehem. Ortsgruppensprecher in Burgdorf habe ich mich intensiv für die Belange der Radler eingesetzt. Ein großer Teil der Menschen, die häufiger auf Tour gehen können, sind wie ich Rentner und somit älteren Datums.
Deswegen ist es eine Zumutung, wenn bei viel Pech einem ein Hängeständer zugewiesen wird. Bislang habe ich es in diesen Fällen immer geschafft, mit dem Bahnbeamten einen Kompromiss zu erreichen oder mit einem anderen, jüngeren Radler zu tauschen. Mein Pedelec wiegt leer 27 kg. Die kann ich bei meinem labilen Rücken beim besten Willen nicht alleine stemmen.
Deswegen bevorzuge ich im norddeutschen Raum den Metronom bzw. die Nordwestbahn, Westfalenbahn oder den Enno für die Anreise. Die S-Bahn Hannover bildet hier eine lobenswerte Ausnahme (noch von der DB betrieben)-
Geht es nach Süddeutschland, dann bleibt nur der IC (der anscheinend leider ausgemustert wird - zumindest das ältere, fahrrad-kompatible Modell) bzw. der ICE 4. Ansonsten ist man zehn  Stunden oder länger unterwegs mit x-mailigem Umsteigen.
Ich trauere oft den guten alten Vor-Mehdorn-Zeiten nach, als es noch Interregios mit großen Fahrradabteilen und den Sitzplätzen gleich nebenan gab.

Ich wünsche dem ADFC gutes Verhandlungsgeschick. Vielleicht gibt es ja irgendwann bei der Bahn mal einen Verhandlungspartner, der selbst mit Fahrrad in der Deutschen Bahn reist.

Zuschrift von Stephan Behrendt (ADFC, Köln, 3.5.2019)
Ihren Frust bei der Fahrradmitnahme in DB Fernverkehr kann ich teilweise verstehen. Und auch der ADFC ist, wie Sie ja aus der Mail von meinem Kollegen Frank Wessel entnehmen können, unzufrieden in der Umsetzung seiner konkreten Vorschläge. Absicht in einer geplanten Vergraulung von Radfahrern unterstelle ich der Bahn allerdings nicht – obwohl einige der Radmitnehmenden dazu durchaus Anlass gäben. Defekte Türen, umgekehrte Wagenreihung möglichst noch ohne Anzeige am Bahnsteig sind aber in der Tat nicht hinnehmbar. Absicht in der suboptimalen Konstruktion der Fahrradabteile sehe ich nicht. Verfolgen Sie nur die Probleme mit den neuen Sitzen für die neuen Fernzüge, die jetzt nach viel Kritik nachgebessert werden.

Die Bahnmitarbeiter heißen Zugbegleiter (Zubs), sind schon lange keine Beamten mehr und sind im Dilemma: einerseits die Vorschriften, wie in der Antwort von DB Fernverkehr beschrieben, andererseits häufig der Wille zu kundenfreundlichen Lösungen – so sich auch die Kunden nicht benehmen wie die Axt im Wald. Dazwischen kommen dann die Kontrolleure des EBA (Eisenbahnbundesamtes), die bei ihren Begehungen in Zügen nicht regelkonforme Lösungen sofort melden und die betroffenen Zubs daraufhin Schwierigkeiten bekommen, wie mir von Betroffenen geschildert wurde.

Der von ihnen hochgelobte InterRegio hatte mitnichten ein riesiges Fahrradabteil; es war ein Abteil für acht Räder, davon waren zwei Plätze Hängeständer. Der Hocheinstieg und die schmalen Drehfalttüren machten das Einladen in den Interregio auch nicht gerade leicht. Probleme mit den „Felgenkillern“ sind mir nicht bekannt, so die Reisenden ihr Gepäck vom Rad entfernen – wie es im Übrigen auch die Beförderungsvorschriften vor dem Einstieg verlangen. Lassen alle Radler ihr Gepäck auf dem Heckträger, ist in der Tat nur jeder zweite Stellplatz zu benutzen. Ich empfehle, auch einen auf dem Heckträger montierten Akku zu entfernen. Auch Ihr Stromrad wiegt nur noch 23 kg statt 27 kg, wenn Sie den Akku entfernen. Ich bin die neuen Züge noch nicht gefahren; die Haltebügel sehen auf Ihren Bildern aber so aus wie in den alten InterRegios. Beschädigungen der Vorderräder bei richtiger Nutzung sind mir nicht bekannt.

Die von Ihnen neben dem Interregio ebenfalls gelobten alternativen Züge sind alle Nahverkehrszüge, die von unterschiedlichen EVUs gefahren werden; jedenfalls nicht von DB Fernverkehr. Teilweise fährt DB Regio, im Norden ist Metronom ein großer Anbieter. Im Nahverkehr legt der Besteller in seiner Ausschreibung fest, wie die Radmitnahme aussieht, nicht das beauftragte Verkehrsunternehmen. Hier im Rheinland ist die Radmitnahme in den Zügen des Nahverkehrs nicht unbedingt besser als im Fernverkehr. Teilweise sind die Mehrzweckabteile sehr klein und häufig von Fahrgästen ohne Räder belegt, die kaum zu vertreiben sind. In den Dostos (Doppelstockwagen - d. Red.) von Metronom habe ich aber in der Tat sehr große Mehrzweckabteile gesehen.
Die doppelte Vergabe von Reservierungen ist selten. Meist befinden sich die angeblich doppelt vergebenen Sitzplätze schlicht in verschiedenen Wagen, da jeder Wagen die gleichen Sitzplatznummern hat.

Antwort: Ich bin von 1996 bis 2004 jährlich von Hannover nach Konstanz per Interregio gefahren und hatte nie Probleme bei der Fahrradmitnahme. So sahen die Fahrradabteile (Bild-Link) damals aus (die Züge wurden ja umlackiert und fuhren als IC weiter). Sie meinen wahrscheinlich die heutigen Interregio-Züge, die aber auch gar nichts mehr mit den früheren zu tun haben. Vermutlich hat flixtrain solche alten Züge aufgekauft. Aber damit bin ich noch nicht gefahren. So sieht dort das Fahrradabteil aus: Bildlink 
Auch beim neuen IC/ICE muss man Treppen hinauf bzw. im Waggon hinunter. Nur dass dort alles wesentlich enger ist.



Im ICE4 sind die Bügel niedriger angebracht, aber zwischen Rücklicht und Wand ist so wenig Platz, dass bei einem Rad ein Vorbeischiebender direkt das Rücklicht abgefahren hat. Das Rad (Pedelec) unter die Decke hängen (siehe Foto) können sicher nur junge, athletische Menschen. Toll! Dieter Hurcks (5/2019)

 Leserzuschriften

Rainer Bassen (6.5.2019): Leider muss ich die von Ihnen geschilderten negativen Erfahrungen in vollem Umfang bestätigen. U. a. standen auch meine Partnerin und ich schon vor der Aufgabe, zwei Reiseräder im "Fahrrad"-Abteil des ICE4 unterzubringen, davon ein E-Bike. Nach Werkzeugeinsatz zur Demontage von Lenkerhörnchen und halbstündigem Gezirkel gelang es schließlich.
Die im ICE4 angebotenen Einhängehalter entsprechen m.E. in keinster Weise den technischen Anforderungen an eine angemessene Unterbringung aktueller hochwertiger (und entsprechend teurer) Fahrräder. Das gleiche gilt auch für die neuere IC-Generation.
Komfortables Reisen geht mit Sicherheit anders, so dass sich der Eindruck aufdrängt, die DB wolle umweltfreundlichen Tourismus, wie es die Kombination von Fahrrad und Bahn darstellt, aktiv verhindern.
Das finde ich sehr schade und enttäuschend und hoffe sehr, dass es dem ADFC-Bundesvorstand und den zuständigen Gremien des ADFC zukünftig gelingen möge, erfolgreichere Lobbyarbeit zu leisten.
Mit fahrradfreundlichen Grüßen, 

Ines Noack (3.5.2019): Danke für den informativen Beitrag. Genau diesen Problemen bin ich auch schon begegnet. Und es ist schade, dass das Planen einer größeren Radtour unter Zuhilfenahme der DB auf solche Schwierigkeiten stößt. Ich werde nächstes Jahr in Pension gehen und wollte eine langersehnte Radtour von Zuhause (Wuppertal) nach Spanien machen. Hierzu will ich streckenweise die DB in Anspruch nehmen. Es gestaltet sich äußerst schwierig. Sicher, mit den Regiozügen klappt es dann mit einer endlosen Bummelei und vielen aufwendigen Umstiegen und Wartezeiten. Vielleicht gibt's ja noch Hoffnung.

Sie haben auch Erfahrungen mit dem Bahntransport Ihres Rades?
Dann schreiben Sie uns!
Kontakt

Kritik am neuen ICE 2 - zu kleine Gepäckablage

Home