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Die Praxis soll es zeigen: Strombezug besser vom Dynamo oder aus der Powerbank?

Stromversorgung (2): Fahrradladegeräte im Test 

Das revolt-Ladegerät am Lenker betreibt hier ein Simvalley Smartphone SPX-12 mit komoot-Navigationssoftware.

Lieferumfang des revolt-Ladereglers

Technische Daten

Eingangsspannung: bis 7 V direkt vom Fahrrad-Dynamo
Anzeige: 2 Status-LEDs zur Anzeige des Betriebsmodus
Ausgangsstrom: 5 V, bis 500 mA
Anschlüsse: USB-Buchse für Ladekabel, Buchse für Kabel zum Dynamo, Buchse für Kabel zur Fahrradbeleuchtung
Mitgelieferte Adapter: Mini-USB, Micro-USB, Nokia 2,5/3,5 mm, Sony Ericsson Fast Port, LG, Samsung
Inklusive: Lade-Kabel mit Adaptern, Kabel für Fahrradbeleuchtung (70 cm), Kabel zum Dynamo (150 cm), 10x Kabelbinder, 2x Halteband für Laderegler und deutsche Anleitung

Der Stecker des Nabendynamos ist fast unzugänglich. Deshalb ist es einfacher, die Lampenzuleitung aufzutrennen und den Laderegler einzuschleifen.

 

Kemo-Lieferumfang - leider ohne Adapter für Geräte, die keine USB-Mini-Buchse haben.

Mit solchen Lüsterklemmen habe ich die Kabel für den Praxistest mehrerer Geräte provisorisch verbunden. Später werden die Drähte natürlich verlötet und wasserdicht abisoliert.

 

revolt-Powerbank mit USB-Kabel und Adaptern.

Verschiedene Ausgangsströme liefern die beiden Buchsen des revolt-Ladereglers.

Spannungsmessung: USB-Kabel aufschneiden, Mini-Bananenstecker von der Modelleisenbahn an das rote (Plus) und schwarze Kabel (Masse) anbringen und fertig zum Messen.

 

Wenn der Akku eines für die Navigation verwendeten Smartphones auf Tour schlapp macht, hat der Radler unterwegs schlechte Karten - oder er hat eine gedruckte Fahrradkarte dabei. Damit es nicht so weit kommt, sollte man gerade bei stromhungrigen Geräten eine mobile Ladetechnologie einsetzen. radtouren.net stellt einige vor.


1. Fahrrad-Dynamo-Ladegerät von revolt

Das Ladegerät von revolt wird von Pearl vertrieben und funktionierte im Test einwandfrei. Zwar liegt nur eine Minianleitung bei, die zudem auch noch auf beiden Seiten identischen Text in französischer Sprache beinhaltet, doch das reicht. Denn entscheidend ist das Schaltbild. Und jeder, der weiß, dass ein Kreuz im Kreis für eine Birne steht, dürfte keine Schwierigkeiten haben.

Sämtliches notwendige Montagematerial sowie diverse Steckeradapter liegen bei, sogar Kabelbinder. Den Laderegler habe ich, wie dem Bild zu entnehmen ist, vorne am Lenker montiert. Das geht mit dem beiliegenden Gummiring ruckzuck. Allerdings sollte man bedenken, dass Gummi altert und ab und zu ausgetauscht werden muss.

Die Zuleitung vom Nabendynamo (der Regler funktioniert natürlich auch mit den schon prähistorischen Seitenläuferdynamos) zur Lampe trenne ich auf und schließe unter Beachtung der richtigen Polarität die Leitung vom Nabendynamo mit Hilfe des einen Kabels an die seitliche Buchse, die Leitung zur Lampe an die Buchse auf der „Breitseite“ an. Das zu versorgende Gerät wird mit einem (nicht mitgelieferten) USB-Kabel angeschlossen. Meist gehört ein solches Kabel zum Lieferumfang von GPS-Gerät oder Smartphone.

Ist alles richtig angeschlossen, kann der erste Testlauf beginnen: Dreht sich das Vorderrad, muss die rote LED blinken und die eingeschaltete Fahrradlampe brennen. Drückt man den großen Knopf auf der Oberseite des Ladereglers, geht die Fahrradlampe aus und der erzeugte Strom wird voll an das zu ladende Gerät geleitet, was ebenfalls von der LED angezeigt wird. Getestet wurde mit dem Smartphone SPX-12.

Nachdem ich eine Stunde lang bei voller Displayhelligkeit, GPS und Sprachnavigation (komoot) mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 15 km/h geradelt bin, hat sich der Ladezustand des Smartphone-Akkus nicht merklich verändert. Die Stromzulieferung des revolt-Gerätes hat also ausgereicht, den im Betrieb verbrauchten Strom in etwa zu ergänzen.

Praxiserfahrung 2: Radtour über 40 km. Start mit 58 Prozent Ladezustand beim SPX-12. Dreieinhalb Stunden unterwegs mit eingeschaltetem Laderegler, davon eine halbe Stunde Pause im Café (Smartphone vergessen auszuschalten). Am Ende betrug der Ladezustand noch 27 Prozent.
Das lässt auf einen unbeschwerten Smartphone-Navi-Betrieb auch während eines zehnstündiges Radeltages hoffen.  

Nach Auskunft von Pearl kann man ruhig seinen Akku während der Fahrt ständig nachladen, denn: "Moderne Smartphone-Akkus nehmen keinen Schaden, wenn sie per Intervall von Netzteilen oder Akkupacks aufgeladen/versorgt werden."

Fazit: Leicht montiert, preiswert und ausreichend auch für stromintensiven Smartphonebetrieb. Dieter Hurcks (8. April 2013)

Preis: 29,90 Euro (Best.-Nr. PX-8166-913)
Info: http://www.pearl.de/a-PX8166-5532.shtml 

      

Kemo-Laderegler von Conrad - oben rechts der Umschalter zwischen USB und Licht. Maße: 50 x 60 x 12 mm

2. Kemo-Laderegler M172 USB von Conrad

Von Conrad habe ich das 53 Gramm leichte Kemo-Ladegerät für einen Test gestellt bekommen. Dort ist ein Kabel mit Mini-USB-Stecker gleich fest angeschlossen, was wenig Flexibilität verspricht. Denn Geräte mit anderer Buchsennorm können nur mit Hilfe eines Adapters angeschlossen werden. Ein solcher liegt aber nicht bei wie bei den revolt-Geräten. Zwei kürzere und ein längeres graues Kabel für den Anschluss von Dynamo und Lampe geben in etwa den Montageort vor. Es sei denn, man verlängert das oder die Drähte. Wobei es gar nicht so leicht ist, einen geeigneten Platz für das doch recht breite Gehäuse zu finden. Beim revolt-Laderegler ging es einfacher.

Eine rote Status-LED und ein Kippschalter zum Umschalten zwischen Licht und USB dienen der Kontrolle und der Auswahl der Betriebsart. USB und Licht zugleich geht technisch bedingt auch hier nicht.

Praxistest: Bei normaler Geschwindigkeit liefert der Kemo M172 USB genügend Strom, um den Akku des angeschlossenen Gerätes, in diesem Fall des TEASI ONE, nachzuladen. Das geht aber nicht, wenn das TEASI in der Halterung fest eingebaut ist (siehe TEASI-Testbericht). Bei anderen Geräten mit Mini-USB-Buchse funktioniert das Laden, wenn sie die Anschlusswerte erfüllen, meistens anstandslos.

Der Kemo-Laderegler erwartet eine Eingangs-Wechselspannung (AC) von 6 V, wie sie jeder handelsübliche Fahrrad-Dynamo liefert. Mein Shimano-Nabendynamo liefert schon bei 15 km/h etwa 10 V AC.  Die Ausgangsspannung beträgt laut Hersteller stabilisierte 5,1 bis 5,3 V (DC). Der Ausgangsstrom von maximal 300 mA reicht zum Aufladen der meisten Geräte aus, die mit USB-Buchse versorgt werden.

Anschlüsse: ein USB-Kabel ca. 600 mm lang, ein Kabel Masse zum Fahrradchassis ca. 270 mm, ein Kabel zum Dynamo ca. 670 mm, ein Kabel zur Fahrradbeleuchtung ca. 270 mm.

Preis bei Conrad: 28,95 Euro (Best.-Nr.: 860270 - 62)

Nutzererfahrungen: Wird zu schnell gefahren und steigt die Spannung, regelt Kemo ab. Lesen Sie dazu auch die vielen Erfahrungsberichte im Rad-Forum.

Weitere Informationsquellen zu Conrad-Produkten 
http://blog.conrad.de/der-clevere-fahrrad-laderegler-m172-usb/11638/ 


3. Powerbank 12.000 mAh von Pearl

Die 300 Gramm schwere revolt Powerbank mit 12.000 mAh für iPad, iPhone, Handy & USB-Geräte hat sich im Praxistest als echter Kraftprotz erwiesen. Das mit 12 Prozent Akkustand fast leere Smartphone simvalley SPX-12 wurde in fünf Stunden an der 2,1-Ampère-Buchse voll aufgeladen. Da braucht sogar das serienmäßige 500 mA-Ladegerät des SPX-12 länger. Danach war am Revolt-Gerät erst eine der vier Ladeanzeige-LEDs erloschen.

Für empfindlichere Geräte gibt es auch noch eine zweite Ladebuchse, die einen Ausgangsstrom von einem Ampère liefert. 

Das Besondere: Es können sogar zwei Geräte gleichzeitg aufgeladen werden. Also etwa GPS-Navi und Handy.

Flexible Anschlüsse: Für den Anschluss des SPX-12 ist ein spezieller Stecker nötig, was jedoch kein Problem darstellt, da dieser zum Lieferumfang der Powerbank gehört. Nicht dazu gehört ein Ladenetzteil für den 12 Ah Lithium-Ionen-Akku, weshalb ich mir auch noch das Callstel Universal-Ladeset angeschafft habe, dass reichlich Adapter im Lieferumfang hat. Alternativ nimmt man einfach das Kabel des jeweiligen Gerätes mit, das es zu laden gilt. Denn fast alle diese Kabel sind mit einem genormten USB-Stecker ausgerüstet.

Dieter Hurcks (8.4.2013)

 

Auf einen Blick

  • Große Kapazität: 12.000 mAh (3,7 V)

  • Lädt sehr schnell: bis 2,1 A Ladestrom

  • Zwei USB-Ports: z.B. Smartphone und Tablet gleichzeitig laden

  • Drei Adapter für Dock Connector, Mini-USB und Micro-USB

  • Praktische LED-Ladestandanzeige

  • An-/Aus-Knopf

  • Ladestrom: 1 x USB 5V/ 2,1 A ; 1 x USB 5V/ 1 A

  • Powerbank lädt über Mini-USB an USB-Port oder Steckdose

  • Maße: 135 x 70 x 22 mm, Gewicht 318 g

  • Inklusive: USB-Kabel, 3 x Adapter und deutsche Anleitung

  • Preis bei Pearl: 39,90 Euro (Best.-Nr. PX-1595-913 )

Info: Pearl-Website

Inzwischen gibt es zahlreiche weitere Modelle an Powerbanks, die unterschiedliche Leistungen liefern und - bei weniger Power - dementsprechend auch leichter sind. Ein 3000 mAh starkes Teil, das ich meistens dabei habe, bringt lediglich 80 Gramm auf die Waage, während der vier Mal so starke Revolt-Kraftprotz immerhin 325 Gramm wiegt. Damit steigt aber die Betriebszeit meines Navis um mindestens zwei Stunden auf nunmehr sieben, was auf Tour durchweg völlig ausreichend ist.

Nachgemessen

Das Callstel-Netzteil wie das Netzteil vom Teasi One liefern die in der USB-Spezifikation geforderten rund 5 Volt sehr stabil - ebenso wie die revolt Powerbank.

Der Nabendynamo erzeugt bei etwa 15 km/h immerhin 10 Volt Spannung (AC), die vom Laderegler revolt zuverlässig und stabil auf 5 Volt transformiert wird. Mangels passendem Adapter konnte ich beim Kemo Laderegler nicht nachmessen.

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