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| Ist das Pedelec umweltfreundlich und isst der Radfahrer umweltschädlich? | |
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fahrstil-Magazin: Bald wird Pedelec-Fahren umweltfreundlicher sein als Radfahren!
Aktuelle
Studien untermauern die Umweltfreundlichkeit der Pedelecs (Pedal
Electric Cycle). Noch vor einigen Jahren galt das Pedelec in seiner
Umweltbilanz als das „schlechtere Fahrrad“. Mit Blick auf die
technische Entwicklung ist es nach Meinung von H. David Koßmann,
Chefredakteur des Radkulturmagazins fahrstil (www.fahrstil-magazin.de)
„jedoch nur noch eine Frage der Zeit, bis das Pedelec
umweltfreundlicher sein wird, als das klassische Radfahren“. In der
aktuellen fahrstil-Ausgabe unter dem Thema „strom“ greift Peter
Barzel, u. a. Autor eines Buches über E-Bikes, die Fragestellung der
Umweltbilanz von Verkehrsmitteln auf. Bezug nehmend auf eine kürzlich
veröffentlichte Studie der Eidgenössischen Materialprüfungs- und
Forschungsanstalt (Empa) berechnet Barzel den CO2-Ausstoß eines
Pedelecsantriebs auf unter ein Gramm CO2 je gefahrenem Kilometer.
Das
Pedelec wird effizienter, der Mensch nicht
In
solchen Bilanzen beziehen Fachleute die Produktion der Fahrzeuge, die
Nutzung, den Unterhalt und den Treibstoff ein. „Während das System
Pedelec in den letzten Jahren durch effizientere Antriebe und
Recycling der Akkus immer umweltfreundlicher wird, hat sich beim
System klassischer Radfahrer nicht viel getan“, spitzt Peter Barzel
zu.
„Das
menschliche System hat im Vergleich zum E-Bike-Antriebssystem einen
schlechten Wirkungsgrad. Selbst bei Profisportlern unter optimalen
Bedingungen liegt dieser bestenfalls bei 25 Prozent. Für 100 Watt
Pedalleistung muss er den Gegenwert von 400 Watt durch Nahrungsmittel
aufnehmen,“ verdeutlicht Stefan van Kempen von SRM, einem Anbieter für
mobile Leistungsmesssysteme. Angesichts der kalorischen Überversorgung
in der westlichen Welt hat der Mensch gegenwärtig keine evolutionäre
Notwendigkeit, effizienter zu werden, so Barzel schmunzelnd: „Im
Gegenteil, beschaut man sich den Fitnesswahn, wollen die meisten
Menschen doch mehr und nicht weniger verbrennen!“
Pedelec
tanken sachlich, Menschen essen lustvoll
Dank
des Stroms aus erneuerbaren Energien kann das Pedelec über seine
Laufleistung den erhöhten C02-Bedarf im Betrieb, in der Produktion
und Entsorgung nahezu vollständig ausgleichen, wie eine aktuelle
Meldung der European Cyclists' Federation (ECF) nahelegt. Zumal mit
Strom aus erneuerbaren Energien dem Pedelec ein wirklich sauberer
Treibstoff zur Verfügung steht. Anders beim Radfahrer: In seine
CO2-Bilanz fließen nämlich die Ausstöße der
Nahrungsmittelproduktion ein. Die horrenden Emissionen der
Nahrungsmittelindustrie (insbesondere der Fleischproduktion) sind
bereits seit Jahren auch ein Medienthema. Sie fließen stark in die
Bilanz der klassischen Radfahrers ein. Will er mit der sinkenden
CO2-Bilanz des modernen Pedelecs mithalten, muss er sein Essverhalten
ändern. Bereits 2008 wies Tomi Engel von der Deutschen Gesellschaft für
Solarenergie e.V. (DGS) auf diesen Aspekt hin und empfahl
umweltbewussten Radfahrern, sich ausschließlich von Brot oder
Kartoffeln zu ernähren, deren CO2-Ausstoß je Kilowattstunde bei
lediglich 162 g liege und damit bei kaum zwölf Prozent der deutschen
Durchschnittsernährung (1.500 g). „So wie eine Spülmaschine
mittlerweile weniger Wasser verbraucht als der Abwasch von Hand oder
wie ein Schachcomputer heute in der Regel die Großmeister besiegt, überholt
auch beim Fahrrad die Technik den Menschen“, resümiert Koßmann.
Aber
welchen CO2-Ausstoß hat Fahrspaß?
Dies
betreffe freilich nur die reinen Zahlen – physikalisch nicht
messbare Faktoren wie Spaß und Sport addieren sich unter dem Strich
zu einem menschlichen Erlebniswert, der kaum aufzuwiegen sei, so Koßmann.
Dafür stehe ja unter anderem auch das „Kultur“ in
Radkulturmagazin. Ob das „E-bike“ als „Ö-Bike“ in die
Geschichte der Menschheit eingeht, darauf will Koßmann indes keines
seines klassischen Räder verwetten … Ein Pedelec besitzt er (noch)
nicht.
fahrstil
erscheint vierteljährlich und ist im ausgesuchten Fachhandel oder
online unter www.fahrstil-magazin.de
erhältlich.
Seit
seinem ersten Erscheinen hat fahrstil das Genre der
Fahrradzeitschriften um eine Feuilleton-orientierte Aufbereitung des
Fahrrads und des Radfahrens an sich ergänzt. Überraschende Themenzugänge,
anspruchsvolles Design und Lust an Tiefgang sowie sperrigen Themen
haben fahrstil schnell über die Grenzen der Radszene hinaus bekannt
gemacht. Im Jahr 2011 hat fahrstil insgesamt vier Designpreise
gewinnen können. Zuletzt wurde fahrstil als erstes Magazin überhaupt
mit dem Eurobike Award 2011 ausgezeichnet.
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